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Heuer Fernandes fällt weiter aus - und eine Antwort an „Scorpion“

Ich wollte heute zum Training des HSV und einfach mal wieder aufschreiben, was ich dort auf dem Platz sehe. Unspektakuläre Schilderungen dessen, was Tim Walter mit seinen Jungs…

Heuer Fernandes fällt weiter aus - und eine Antwort an „Scorpion“

Ich wollte heute zum Training des HSV und einfach mal wieder aufschreiben, was ich dort auf dem Platz sehe. Unspektakuläre Schilderungen dessen, was Tim Walter mit seinen Jungs macht, wer gut performt – und wer eben nicht. Ich wollte sehen, ob sich abzeichnet, wer am Sonnabend gegen Jahn Regensburg in der Viererkette agieren wird. Es wäre ein rein informeller Blog geworden mit eigenen Wertungen. Aber das aber hat nicht funktioniert, weil meine Jungs von Alpha Films bei der Produktion des Communitytalks Probleme hatten und wir diesen noch ein zweites Mal aufzeichnen mussten. Beim zweiten Mal sogar alles im etwas schnelleren Durchlauf, weil wir nur noch den einen aufgeladenen Akku hatten. – aber das nur als Erklärung für den (hoffentlich nicht zu hektisch wirkenden!) Communitytalk, den ich später hier nachreichen werde, sobald er fertig bearbeitet und hochgeladen ist.

Was also tun? Ich informierte mich bei meinen Kollegen vor Ort und bekam als erstes zu hören, dass ich nichts Wesentliches verpasst habe. Miro Muheim sei wieder dabei gewesen und wirkte fit. Ebenso wie die jungen U21-Nationalspieler Faride Alidou, Timmy Doyle und Ludovit Reis. Einzig Daniel heuer Fernandes war noch nicht wieder dabei und droht auch gegen Regensburg weiter auszufallen. Nicht allzu überraschend, aber sehr schade.

Interessant heute war zudem, dass das Abendblatt berichtete, der HSV wolle im Winter ohne Neue auskommen. Wobei das Interessante daran weniger war, dass man keine neuen Spiler kaufen/verpflichten werde. Vielmehr war spannend, dass man von Vereinsseite so tat, als sei das eine freie Entscheidung. Denn das ist es lange schon nicht mehr. Dieser HSV kann sich einfach keine neuen im Winter leisten, ohne zuvor eigene Spieler abzugeben bzw. zu verkaufen Passend zu dieser Art, die eigene Strategie zu verkaufen, noch ein Zitat von Sportvorstand Jonas Boldt im Interview mit der „Welt am Sonntag“ gesagt: „Der Wille und Anspruch aufzusteigen ist da. Wir wollen es, aber es gibt kein Muss.“ An den eingeschlagenen Weg des Klubs glaubt der 39-Jährige aber unverändert: „Ich bin davon überzeugt, wenn man eine Strategie und einen Plan hat, wird dieser auch mittelfristig aufgehen.“

Die Frage ist nur, welchen Weg hat der HSV denn eingeschlagen. Ich behaupte, er geht über die Ausbildung eigener Talente und das Scouten junger bzw. unerkannter Toptalente. Ich halte diesen Weg für unumgänglich – im Gegensatz zu beispielsweise meinem alten bekannten „Scorpion“, auf dessen Post (fett gedruckt) ich an dieser Stelle mal eingehen möchte: 

Je dunkler der Wald wird, je lauter wird gepfiffen. Diese mantraartigen Wiederholungen, dass Boldt, Mutzel und Walter DAS Dreamteam für einen Neuaufbau sind, greifen offensichtlich hier im Blog einfach nicht. Zu dumm aber auch.

Dreamteam? Davon habe ich nie geschrieben und auch nicht gesprochen. Ich habe es nicht nur nie behauptet - ich behaupte es auch noch immer nicht. Ich sage vielmehr, dass es mir zu einfach ist, wie Du und einige andere, einfach wieder Rausschmisse wegen Ahnungslosigkeit zu fordern. Diese ständigen Personalwechsel haben in den letzten zehn Jahren nachweislich nichts als Geld verbrannt und eine noch negativere Entwicklungen angeschoben.

https://soundcloud.com/user-36211795/mi171121-bleibt-alidou-beim-hsv-hunt-vor-karriereende-johanssons-ziele-und-muheim-wackelt?si=c94b0bb4fb364898965adbb43a142dff

Wie in jedem Unternehmen, und die HSV AG ist ein Unternehmen, gilt nach wie vor, entweder die Zahlen (Punkte) ändern sich, oder die Personen.

Einen Sportverein bzw. eine Fußball AG mit einem normalen Unternehmen zu vergleichen, ist nur sehr begrenzt zulässig. Finanzpolitisch – wie beim Marketing, Merchandising, Personal für den administrativen Apparat – ist es sicher annähernd vergleichbar. Sport funktioniert aber einfach anders als die freie Marktwirtschaft bzw. ein Fließband in der Fabrik. Wobei, wenn wir schon einen solchen Vergleich heranziehen wollen, wie Du es machst, dann las uns doch mal Apple nehmen!  Da ist Steve Jobs erst krachend gescheitert. So sehr, dass er gehen musste, ehe sein Konzept im x-ten Anlauf griff und er letztlich Apple zu einem Multi-Milliarden-Unternehmen machte und so den kompletten Markt revolutionierte. 

Ich will gar nicht darüber diskutieren, ob Boldt Mutzel und Walter als Persönlichkeiten und in einem anderen Umfeld erfolgreicher wären und ihre Unfähigkeit quasi durch die Umstände in und um den HSV herum geschuldet sind. Kann sein. Muss aber nicht.  Und dieses ewige Gejammer, der HSV hat kein Geld (mehr), darf einfach nicht davon ablenken, dass zumindest Bold und Mutzel zusammen, ein toxisches Duo bilden und der vom Blogautor vehement geforderte Weg zu einem Ausblidungsverein, ihnen ein weiteres mal die Chance bietet zu versagen. Der HSV wird und kann kein Ausbildungsverein sein. Dazu hat er und sein aktuelles Umfeld nicht die Geduld und auch nicht den Anspruch.

Bis auf die letzten beiden Sätze lasse ich das alles mal unkommentiert, weil es aus meiner Sicht nicht so entscheidend ist für das Gesamtproblem. „Bis auf sein aktuelles Umfeld“ stimmt – aber dieses Umfeld muss sich ändern, weil sich die Voraussetzungen geändert haben. Zum Beispiel, dass der HSV kein Ausbildungsverein sein kann und wird – das halte ich für grundsätzlich falsch. Der HSV kann natürlich über Marketing Gelder generieren und Anteile verkaufen, die ihn schnell wieder teure Spieler kaufen ließen. Aber insbesondere das hat in den letzten zehn Jahren absolut überhaupt nicht mehr funktioniert. Im Gegenteil. Und aktuell deutet absolut gar nichts darauf hin, dass sich der HSV über externe Geldquellen sanieren oder auch nur im Ansatz einen Liquiditätsrahmen schaffen kann. Er muss über teuer verkaufte Spieler (Talente) gehen. 

https://open.spotify.com/episode/0pkwt3U5reFH4dIjF73Cn0?si=b01d566211f4431c

Das alles mag aus der Sicht eines Managers im Amateurbereich richtig sein (bitte nicht persönlich nehmen – warum schreibst Du es dann? Was hat das hiermit zu tun?) aber es kann nicht der Anspruch und das Ziel von hochbezahlten Managern in einem Profiverein sein. Zumal in einer Weltstadt wie Hamburg, die neben dem Fußball viele andere Möglichkeiten bietet, sich zu entspannen und zu vergnügen.

Genau an solchen Ansprüchen, diesem Festhalten an alten Erfolgen und dem Glauben daran, dass dieser HSV aktuell noch besser als andere ist, scheitert der HSV. Und er wird weiter an dieser Arroganz scheitern, wenn die entscheidenden Leute so denken. Denn das, was ich schreibe schließt nicht das aus, was Du im folgenden Absatz schreibst, sondern es impliziert GENAU DAS! 

Nein, nicht der einfach Weg mit den einfach Ausreden und dem Beifall auf den billigen Plätzen ist angesagt, sondern es muss jede Sekunde am Tag dafür gearbeitet (!!!) werden, das Bestmögliche zu erreichen, nämlich wieder in die erste Liga zu kommen.
Dafür müssen alle Mittel recht sein. Sich von unfähigen und überflüssigen Mitarbeitern (AG aktuell über 300) zu trennen gehört genau so dazu, wie sich ausschließlich auf das Core Business zu konzentrieren, nämlich Spiele zu gewinnen und nicht auf diverse und skurrile Arten die Welt zu retten. Und vielleicht auch Stunde um Stunde die Dinge zu trainieren, die offensichtlich nicht oder nur rudimentär vorhanden sind. Und was den Nachwuchs angeht: Man kann doch das eine tun, nämlich wirklich alles um Aufzusteigen und dort eine vernünftige Rolle zu spielen und sich gleichzeitig eine Basis aus talentierten Nachwuchsspielern aufzubauen. Was spricht dagegen?

Nichts, Scorpion! Gar nichts!! ENDLICH ein Konsens! Genau DAS schreibe ich doch immer und immer wieder. Mit dem einen, aber ganz wichtigen Unterschied, dass sich der HSV bei mir  erst wieder die Basis erarbeiten muss, die er mit seinem Hochmut und Geldverschwendung zerstört hat. Der HSV muss erst die Pflicht erledigen, bis er irgendwann mal so groß denken darf, wie Du es gerade tust, Scorpion. Denn in einem sind wir uns doch einige: Bevor dieser HSV nicht demonstriert, dass er aus sich selbst heraus bestehen kann, wird kein Unternehmen und kein Mäzen der Welt das große Geld investieren. Und das braucht der HSV nach 11 Jahresfehlbeträgen, nach dem desaströsesten Geschäftsjahr seiner Vereinsgeschichte und vor dem nächsten, jetzt schon absehbaren finanziellen Desaster.  Und noch einen Klaus Michael Kühne wird es nicht geben, befürchte ich. Auch die Banden- und Trikotwerbung wird angesichts der letzten Bilanzzahlen nicht reichen, um Deinem Anspruch gerecht zu werden. Im Gegenteil: Das finanzielle „ins-Risiko-gehen-um-den-Unfall-zu-reparieren“ ist drei Jahre lang schiefgegangen. Jetzt muss man aufpassen, nicht abzurutschen. Und deshalb heißt es: sparen.

Diese seit Wochen und Monaten einseitige Penetration für einen sogenannten „Ausbildungsverein“, geht, zumindest mir, mächtig auf den Keks.

Ich weiß. Aber das hat ja inhaltlich keine Aussagekraft über den Wahrheitsgehalt dieser 2einseitigen Penetration“, wie du es nennst. Es stört mich auch nicht, dass Du anders denkst. Denn es ist aus meiner Sicht richtig und wichtig, dass der HSV - ebenso wie Du hier in nachlesbaren, großen Teilen - aus seinem alten Denken endlich rauskommt und den Komplettabsturz verhindert. Noch hat der HSV sogar sportlich diese Chance. In dieser Saison kann er tatsächlich noch mit seinen vorhandenen Mitteln oben anklopfen. Aber das wird von Jahr zu Jahr schwieriger. Deshalb täte der gut daran, das Scouting nach Toptalente und die Ausbildung selbiger zu forcieren. Ob Du und andere den HSV dann fortan „Ausbildungsverein“ oder „deutsches Super-Schwergewicht mit ausgeprägtem Hang zur Talentausbildung“ nennen, ist für mich nicht wichtig. Mich interessiert nur das Ergebnis. Denn eines ist klar: Nach dieser Saison wird der HSV auf Spielerverkäufe von Talenten finanziell so angewiesen sein wie noch nie.

So, dass musste mal raus. Morgen ist vielleicht alles wieder gut.🥴

Dass Du Deine Meinung so raushaust, finde ich gut. Ich teile sie nur nicht. Nichts für ungut!

Scholle 

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