Meinung

Herr Hrubesch, Boldt, Mutzel und Co. - bitte übernehmen!

Ungewohnte Zeit für den Blog, aber vielleicht melde ich mich ja heute Abend noch einmal! Länderspielpause ist eben anders... Hintergrund für diesen frühen Blog ist, dass ich…

Herr Hrubesch, Boldt, Mutzel und Co. - bitte übernehmen!

Ungewohnte Zeit für den Blog, aber vielleicht melde ich mich ja heute Abend noch einmal! Länderspielpause ist eben anders...

Hintergrund für diesen frühen Blog ist, dass ich mir gestern Abend die U21 angesehen habe. Und das hat mir richtig Spaß gemacht. Nicht nur, weil mit Josha Vagnoman ein HSVer in der Startelf stand, sondern weil ich gern den eigenen Nachwuchs (mal nicht auf den HSV sondern auf den DFB bezogen) spielen sehe. In diesem Fall vor allem einen: Niklas Dorsch. Ich habe Euch schon in dessen Zweitligasaison damit genervt, aber ich bleibe dabei: Dorsch ist einer der interessantesten Sechser im deutschen Fußball. Der Junge ist unfassbar gut am Ball, hart und stark im Zweikampf, und er verfügt über ein überdurchschnittlich gutes Passspiel.  Dorsch ist ein Spielmacher und Abräumer in einer Person. Er erinnert mich in seiner Spielart ein wenig an Joshua Kimmich, der auch lange Zeit unterschätzt worden war. Selbst, als er mit 20 Lenzen zum FC Bayern wechselte, trauten ihm viele den ganz großen Sprung nicht zu.

Und so muss es auch bei Dorsch sein. Denn die Tatsache, dass so ein Spieler für 3,5 Millionen Euro keinen Abnehmer in der Ersten Bundesliga in Deutschland (oder noch lieber beim HSV?!?!?) findet, sondern dafür zum KAA Genk in die eher unterklassige belgische Liga wechselt – für mich absolut unverständlich. Ich habe es ja schon zu Dorschs Heidenheim-Zeit wiederholt geschrieben: Dorsch wäre eine sinnvolle Investition in die Zukunft.

Aber okay – wir dürfen uns dafür jetzt über ein ebenso großes Talent freuen in Amadou Onana. Der ist vielleicht noch nicht so abgeklärt wie Dorsch oder andere, was es manchmal noch komisch aussehen lässt. Aber der junge Belgier vom HSV bringt von den einzelnen, noch etwas rohen Qualitäten, auf andere Weise mindestens genau so viel mit wie Dorsch. Und Onana hat den HSV nur ein paar Euro Handgeld gekostet, war ansonsten ablösefrei. Insofern hat der HSV hier sicher nicht alles falsch gemacht.

Die DFB-U21 zeigt, dass es auch ganz jung geht

Und wenn wir schon beim Thema Zukunft sind, dann an dieser Stelle noch ein Schreiben, das ich gestern zugeschickt bekommen habe. Es stammt von den Herausforderern in Sachen Supporters-Club-Leitung, von dem Team um Sven Freese. Aber lest selbst:  

Identität – Haltung – Kultur

Unser HSV gibt auf dem Platz eine super Figur ab: Ein sympathischer Trainer treibt eine junge hungrige Mannschaft an und wir alle verbinden dies mit der Hoffnung auf bessere Zeiten in einer anderen Liga. Diesen Aufbruch wünschen wir uns in unserem Verein auch abseits des Sportlichen. Deshalb treten wir als Team an: Um als neue Abteilungsleitung des Supporters Club Verantwortung für diesen Aufbruch zu übernehmen.

Wir sind der festen Überzeugung, dass es einen aktiveren und sichtbareren Supporters Club braucht. Wir haben in den vergangenen Monaten viele Gespräche mit HSVerinnen und HSVern geführt und deren Energie rund um unseren Verein neue Projekte anzustoßen motiviert uns sehr. Als Supporters Club möchten wir mit Euch aktiv sein. In unserer Stadt. In unserem Stadion. Im Sinne unserer Fankultur.

Unsere Stadt – für mehr Sichtbarkeit des HSV in Hamburg

• Kooperation mit Hamburger Institutionen, Kneipen und Kulturstätten

• Eröffnung eines HSV-Vereinsheims für alle HSVerinnen und HSVer

• Sichtbarkeit für die historischen Orte unseres Vereins am Rothenbaum

Unser Stadion – ein bunter, freier Ort für Alle

• Mitgestaltung eines Spieltagerlebnisses im Sinne der Fans

• Schaffung und Förderung von Verweilmöglichkeiten

• Sozialverträgliche Eintrittspreise

• Einsatz für ein nachhaltiges und umweltbewusstes Stadionerlebnis

• Mehr Graffitis und Malereien statt grauer Wände

• Barrierefreiheit

Unsere Fankultur

• Einsatz für Fanmaterialien und legale Pyrotechnik

• Mehr Sonderzüge und organisierte Auswärtsfahrten

• Aktualisierung des Merchandise-Angebots

Was wir tun und wie wir es tun, basiert auf einem Grundsatz: Wir möchten dabei helfen, einen HSV mit eigener Identität zu schaffen. Indem wir mit klarer Haltung vorangehen. Füreinen weltoffenen HSV, der seiner sozialen Verantwortung gerecht wird und so eine Kulturschafft, die unabhängig von Ämtern, sportlichen Erfolgen oder internen Diskussionen klarmacht, wofür unser HSV steht!

Wir freuen uns, mit Euch zu sprechen und werden in den kommenden Wochen noch mehr von unseren Themen und Zielen vorzustellen.

Für einen HSV mit Identität, Haltung und Kultur.

Kimi, Christian, Pascal, Simon und Sven

Es ist Wahlkampf – ganz klar. Und ich habe es sowohl Sven als auch Martin, die ich beide gleichermaßen sehr schätze, versprochen, dass ich beiden gleichermaßen die Gelegenheit geben werde, sich hier mit ihren Wahlprogrammen zu präsentieren. Ich habe ebenso beiden versprochen, niemanden zu beschneiden, wenn der jeweils andere gerade nichts schreiben will. Vor allem aber habe ich mit beiden gesprochen und eigentlich schon zu der ersten, verschobenen Mitgliederversammlung ein Doppelinterview in Podcast(-und Video-)Form vereinbart. Wenn es nichts außergewöhnliches passiert, werden wir das auch hinbekommen.

Noch wichtiger als das aber finde ich, dass es überhaupt mal wieder richtig Bewegung gibt. Denn egal, ob am Ende die bisherige Leitung unter der neuen Führung von Oetjens oder eben Freese gewinnt – beide stacheln sich jetzt schon dazu an, mehr als der jeweils andere zu machen. Allein diese Konkurrenz tut der größten Mitgliedsabteilung im HSV schon gut. Sehr gut sogar, wie ich angesichts solcher, der bisherigen sowie den sicher noch kommenden Statements und Gedanken finde. Denn obgleich da noch sehr viel an der Oberfläche gearbeitet wird – irgendwann müssen beide Seiten klare Konzepte vorstellen. Vielleicht ja im Doppelinterview bei uns. Angeboten habe ich es beiden.

Aber bevor ich diesen frühen Blog beende, noch zwei, drei Sätze zum Auftritt der U21 gestern Abend. Es war ein Spiel gegen einen Gegner, den man schlagen muss, wenn man weiterkommen will, das wusste man vorher. Aber die Ruhe und die Geduld, mit der diese junge deutsche Auswahl dieses Spiel am Ende sehr souverän mit 3:0 gewonnen hat, die hat mir gefallen. Insgesamt muss ich sagen, war das Spiel der Deutschen sehr aufgeräumt und strukturiert. In der Abwehr mit zwei langen Abräumern, die auch das Aufbauspiel beherrschen. Auf beiden Außenverteidigerpositionen mit schnellen, auch offensiv mitspielenden Jungs, während im Zentrum Dorsch die Fäden zog. Und offensiv hatte DFB-U21-Trainer Stefan Kuntz Jungs aufgeboten, die lange Zeit unscheinbar waren, und dann mal eben das ganze Spiel entscheiden. Kurzum: Da war ein System zu erkennen, ein Plan – und viel Überzeugung. Das hat einfach nur Spaß gemacht.

Mit so starken Youngstern klappt's auch in der Liga

Und es hat mir wieder einmal gezeigt, dass man sehr wohl eine richtig starke Mannschaft haben kann, in der niemand älter als 23 ist… Zugegeben: In der Mannschaft spielen junge Kerls mit Marktwerten von bis zu 17 Millionen Euro (Ridle Baku). Da heute zuzuschlagen ist deutlich zu spät. Aber alle diese Jungs waren mal bei einem Markwert unterhalb der 100.000 Euro. Und dort anzusetzen, DAS muss die Aufgabe für die nächsten Jahre gü alle Strategen beim HSV sein. „Wir sind ein Ausbildungsverein“, hat Hrubesch jüngst noch einmal klargestellt. Und wie viel Spaß man mit solchen Jungs haben kann, das haben wir gestern gesehen. Insofern: Bitte übernehmen Sie, Herr Boldt, Herr Mutzel, Herr Hrubesch, Herr Thioune und Co.! 

In diesem Sinne, bis später!!

Scholle

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