Heiße Diskussion um Kühne - Hrubesch verlängert bis 2025
Klaus Michael Kühne wird immer wieder sehr kontrovers diskutiert. Seit den ersten Schritten des Milliardärs beim HSV ist er umstritten. Die einen haben noch immer die Hoffnung…

Klaus Michael Kühne wird immer wieder sehr kontrovers diskutiert. Seit den ersten Schritten des Milliardärs beim HSV ist er umstritten. Die einen haben noch immer die Hoffnung auf die selbstlosen Millionenspritzen des Speditionsunternehmers. Die anderen sehen eben darin nichts Selbstloses mehr. Wobei auch klar festgehalten werden muss, dass letzteres inzwischen allseits bekannt ist und von Kühne selbst sogar so formuliert wird. Kühne möchte mit seinen Millionen dem HSV helfen, wieder in die Spur zu kommen – er knüpft aber an seine Gelder immer wieder Bedingungen, die allesamt darauf abzielen, mehr Mitspracherecht zu bekommen. Sei es über die Steigerung seiner eigenen Anteile, oder eben über die Besetzung des Aufsichtsrates, in dem er mit Markus Frömming seinen legitimen Vertreter hat – inzwischen aber weitere Plätze nach seinem Gusto einfordert.
Klaus Michael Kühne – und das schätze ich an ihm – macht aus seinen Vorhaben nicht einmal mehr ein Geheimnis. Allein einige HSV-Fans hoffen noch immer auf den HSV-Fan, der einfach mal die Tasche aufmacht, um den HSV finanziell zu gesunden. Und jeder, der etwas gegen Kühne sagt oder schreibt, wird niedergebrüllt. So hat es auch der von mir sehr geschätzte User Jörg Brettschneider versucht. Nicht bösartig – das unterstelle ich ihm einfach mal. Aber in der Wortwahl etwas zu drastisch, finde ich. Dennoch, weil ich Jörg unterstelle, dass er einfach nur seine Meinung etwas deutlicher sagen wollte, gehe ich heute mal auf seinen Post ein und versuche, den Weg zur Sachlichkeit wiederzufinden. Ich hoffe, es ist mir halbwegs gelungen. Aber beurteilt selbst:
Jörg Brettschneider: Sorry Scholle. Ganz schlimmer Blog heute! Polemisch, ideologisierend, instrumentalisierend, unzutreffend und in der Grundhaltung zurückgeblieben!
Ich bin für Kritik immer zu haben, Jörg. Aber sachlich formuliert muss sie sein. Daher kann ich von Dir, der absolut keinen Einblick in die Abläufe hat, der keinen der Protagonisten persönlich kennt zúnd weder einen davon spricht noch einen davon gesprochen hat, eine derart niveaulose Art nicht so stehen lassen. Zurückgeblieben? Merkst Du hoffentlich selbst.
Fakt ist: Du weißt de facto nichts, versuchst hier aber so zu tun, als ob Du etwas WEISST. Warum aber machst Du das? Warum stellst Du hier Behauptungen auf, anstatt diese als Thesen zu kennzeichnen und damit in lebhafte Diskussionen einzutreten? Mehr als Thesen sind das leider nicht.
Als ob es Kühne um die Macht in einem unterklassigen Club geht. Der Mann wird 86 und will den HSV nochmal erfolgreich sehen. Dass er – und nicht nur er -Jansen absägen will, ist doch völlig nachvollziehbar.
Aha, warum denn genau? Weil sich Jansen gegen Kühne stellt? Weil er nicht auf Kühnes Forderungen bezüglich der Aufsichtsratsbesetzungen eingeht? Das sehe ich anders. Inhaltlich ist Jansen sicher zu kritisieren. Aber Du glaubst trotz der Gegenbeweise in den letzten Jahren, dass es Kühne nicht darum geht, beim HSV Einfluss zu gewinnen?
Die Gründe sind schon oft genug genannt worden. Es ist doch naiv zu glauben, dass es mit gut ausgehen kann. Warum wird das hier nicht tagtäglich geschrieben?
Wird es doch. Von Dir. Du hast nur leider keine Argumente, sondern nur Vermutungen. Dass Du nicht mehrheitsfähig bist mit Deiner Meinung, das ist zwar so - aber das ist für mich noch kein Indiz für richtig oder falsch. Ich halte mich hierfür lieber an Fakten und selbst erlebtes/von den Protagonisten persönlich gehörtes. Und vor allem sehe ich nicht nur Jansen kritisch, sondern auch Kühne.
Kühne handelt mit seinen Forderungen im Sinne des HSV.
Das tut er – aber selten nur im Sinne des HSV. In den allermeisten Fällen heißt Geld geben eben nicht, nur helfen zu wollen. Hier wurden in der Vergangenheit Abhängigkeiten bewusst hergestellt. Kühne hat sehr wohl versucht (und es sogar umgesetzt), möglichst günstig viele Anteile zu erwerben. Und er würde noch mehr erwerben, wenn er dürfte. Weil er mitbestimmen möchte. Das sagt er immer wieder. Und das ist auch nicht schlimm, eben weil er es offen kommuniziert. Schlimm ist nur, wenn er glorifiziert wird wie von Dir und die Wahrheit dadurch mehr oder weniger bewusst verleugnet wird.
Denn Fakt ist auch, und da kannst nicht einmal Du widersprechen: Sollte es Kühne – wie Du vermutest – nur um den HSV gehen, gäbe es etliche Möglichkeiten, wie er dem HSV Geld ohne Beteiligung und damit Mitbestimmungsrecht geben könnte. Das aber fordert Kühne aktuell in fast jedem Interview. Er spricht dabei von „Fraktion“ und einer „Schlacht, die noch nicht geschlagen ist“. Wohlgemerkt gegen Marcell Jansen. Gegen den gewählten Präsidenten und legitimen Vertreter des Hauptanteilseigners der HSV AG. Jansen selbst hält sich hier bedeckt, diplomatischer. Trotzdem hat Jansen kein weiteres Mitbestimmungsrecht zugestanden.
Jansen hat das bekanntlich nicht getan. Selbstlos war Jansen nicht. Kühne agiert aufgrund der Kohle, die er in den HSV gesteckt hat, sicher auch nicht ganz selbstlos. Aber kein Vergleich zu Jansen.
Im Übrigen bin ich nicht sicher, wem die Attribute in der Überschrift zuzuschreiben sind.
Denkt man einmal drüber nach, kommt man zu folgendem Ergebnis: Kühne hat das HSV-Seeler-Herz, Walter agiert mit Kalkül. Die jungen Kuttenträger fallen auf das Kalkül Walters herein und schätzen Kühne falsch ein.
Klar. Was soll ich dazu noch sagen, was ich nicht schon tausendfach geschrieben und mit Beispielen belegt habe. Selbst Kühne würde über diese These schmunzeln…
Scholle wiederum fällt nicht wirklich auf Walter rein, sondern verfolgt mit Kalkül seine Ideologie hier im Blog. Populismus und Demagogie gegen Kühne würde ich das nennen.
Ich betreibe politische Hetze? Meinst Du das ernst? Ich habe doch absolut überhaupt gar nichts gegen Klaus Michael Kühne. Das habe ich schon tausendfach gesagt und geschrieben. Ich glaube ehrlich gesagt, dass mein größter Unterschied zu Dir ist, dass ich Kühne ernst nehme, während du ihn Dir so zurechtlegst, wie Du ihn gern hättest. Denn Kühne selbst sagt doch immer wieder ganz offen, dass er beim HSV Mitspracherecht einfordert. Ebenso klar formuliert er, dass er mehr Anteile kaufen will – und damit noch mehr Mitspracherecht. Aber selbst das ist nicht das Problem, das ich mit diesem Szenario habe. Das Problem sind für mich vor allem diejenigen, die nicht einmal Kühne selbst zuhören. Diejenigen, die das einfach nicht verstehen (wollen?), obwohl es Ihnen ins Gesicht geschrien wird.
Und daher auch noch mal für Dich, lieber Jörg: Wie ich gestern im Blog geschrieben habe, muss man m.M.n. die Diskussion über Klaus Michael Kühne ganz anders führen. Professionell und auf Business-Ebene. Er ist nicht nur der wohlhabende Unternehmer und HSV-Fan, der seinem HSV ohne Eigeninteressen finanziell helfen will. Er hat auch nicht die Struktur (weder strategisch noch personell) im Kopf und/oder in der Tasche, um dem HSV nachhaltig auf die Beine zu helfen. Behauptet er auch nicht. Und bewiesen hat er es auch schon, als er die Ausgliederung 2014 mit Karl Gernandt als seinen Vertreter anführte.
Und es zeigt wieder:
Dieser Verein wird niemals geschlossen in Erscheinung treten können. Zu gegensätzlich sind die verschiedenen Ideologien im HSV.
Hierin stimme ich tatsächlich mit Dir überein. Erst wenn wirklich differenziert an eine Thematik wie diese herangegangen wird, hat die dazugehörige Diskussion auch eine Chance auf Erfolg. Allein, daran glaube ich nicht. Und so sehr ich Dich auch schätze, lieber Jörg, Du bist ein Beispiel dafür, warum genau das nicht funktioniert.
In diesem Sinne, lieber Jörg! Nichts für ungut. Wir sind inhaltlich zwar weit auseinander, aber beide versuchen wir, im Sinne des HSV zu denken. Du als Fan, ich aus journalistischer Beobachtung heraus. Dass das nicht deckungsgleich ist, finde ich auch nicht schlimm. Aber ich bitte darum, mich nicht mehr als Demagoge zu bezeichnen oder in anderer Form zu radikalisieren. Denn ich betreibe hier keinen Blog, der politisch orientiert ist. Im Gegenteil.
Strategisch interessant ist dagegen eine Nachricht von heute, die sich abzeichnet: Horst Hrubesch soll seinen Vertrag beim HSV in diesen Tagen bis 2025 verlängern.
In diesem Sinne, bis Donnerstag. Morgen muss ich leider eine kleine Reise antreten, von der ich erst spät nachts wieder zurück sein werde. Dafür aber wird Johnny wieder beim Training sein und für Euch von vor Ort berichten. Bis dahin!
Scholle
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