Hefti und Heuer Fernandes machen HSV Hoffnung
Silvan Hefti (26) hat heute seinen ersten Tag beim HSV. Der Neuzugang für die rechte Abwehrseite wechselt den Angaben verschiedener Medien zufolge für rund 1,2 Millionen Euro…

Silvan Hefti (26) hat heute seinen ersten Tag beim HSV. Der Neuzugang für die rechte Abwehrseite wechselt den Angaben verschiedener Medien zufolge für rund 1,2 Millionen Euro Ablöse aus der italienischen Serie-A vom Genua CFC nach Hamburg und unterschrieb hier inzwischen einen Vertrag bis 2028. „Silvan ist ein taktisch sehr zuverlässiger Verteidiger. Er soll uns mit seiner Zweikampfstärke defensiv stabilisieren und auf der rechten Seite durch seine Intensität zusätzliche Impulse setzen.“ Der Spieler selbst sagte dann noch ein paar standardisierte Sätze ( „Ich habe mich für den HSV entschieden, weil der Verein noch immer eine besondere Strahlkraft besitzt und ich den großen Ehrgeiz habe, Teil davon zu sein und dabei mitzuhelfen, den HSV wieder in die Bundesliga zu bringen.“) von denen man weiß. Dass sie in den allerseltensten Fällen vom Spieler selbst kommen. Aber: Geschenkt! Er soll eh Fußball spielen und nicht schnacken…
Und ad bekommt der HSV statistisch einen sehr spannenden Spieler, der über die Erfahrung von mehr als 300 Profi-Spiele verfügt. Durch die Verpflichtung des Schweizers wird es für die Konkurrenz auf der rechten Abwehrseite sehr eng. William Mikelbrencis gilt als Verkaufskandidat, Moritz Heyer und Ludovit Reis (beide spielten in der Vergangenheit aushilfsweise hinten rechts) sieht Trainer Steffen Baumgart eher im Mittelfeldzentrum.
Schade wäre es, wenn durch diese Verpflichtung der zuletzt aufstrebende Youngster Nicolas Oliveira (20, Vertrag bis 2026) ausgebremst würde. Für mich fraglich erscheint, warum der Youngster nach der überzeigenden Vorbereitung zuletzt nicht einmal für den Kader in Köln nominiert wurde. Aber hierbei soll in diesen Tagen ein klärendes Gespräch mit Kuntz, Baumgart und Co. helfen.
Fakt bei allen Bedenken ist aber auch, das Profifußball immer leistungsorientiert bleiben muss, was beim HSV nicht immer selbstverständlich war. Ein gutes Beispiel, wie man aus einer gefühlt abgeschlagenen Situation wieder in die erste Reihe kommt, ist Daniel Heuer Fernandes, für den ich mich sehr freue, da ich seine Aussortierung seinerzeit schon sehr populistisch und nicht leistungsbezogen empfand.
Daniel Heuer durfte sich nach dem 2:1-Auftaktsieg beim 1. FC Kökn die beiden freien Tage übers Wochenende zumindest als der große Gewinner fühlen.Ein halbes Jahr nach seiner Degradierung von der Nummer eins zur Nummer zwei im HSV-Tor hatte der 31-Jährige eine sehr starke Leistung in Köln gezeigt . „Für mich war es nach der längeren Pause eine besondere Partie, aber da musst du klar in der Birne sein und Leistung zeigen“, sagte der in Bochum geborene Deutsch-Portugiese.
Sein sensationeller Reflex bei der Rettungstat kurz vor der Pause gegen den Kölner Tim Lemperle war Weltklasse. Aber auch sonst strahlte Heuer Fernandes große Ruhe und Souveränität auf seine vor ihm aufopferungsvoll kämpfende Defensive aus. Die Wahl zum „Man oft he Match“ war folgerichtig.
Aber: Dass Heuer Fernandes in Köln spielen würde, war zu Beginn der Saisonvorbereitung eben so nicht abzusehen. Matheo Raab war weiterhin als Nummer eins vorgesehen und wäre es gesund wohl auch geblieben. Allein eine hartnäckige Lungenentzündung stoppte den 25-Jährigen, dessen Gesundung noch nicht abzusehen ist. Auch deshalb noch einmal von dieser Stelle: Vollständige, schnelle Genesung, Matheo!!
Das Pech Raabs ist das Glück Fernandes‘ und hat das Duell um die Position im Tor wieder komplett auf Null gestellt. Baumgart ließ sogar eine kleine Tendenz pro Heuer Fernandes heraushören, als er nach dem Spiel sagte: „Gehen wir mal davon aus, wenn er so hält sind die Chancen nicht klein.“ Und das glaube ich auch deshalb, weil Heuer Fernandes, der im vergangenen Februar im letzten Spiel unter Trainer Tim Walter seinen Stammplatz an Raab verloren hatte, diese Erfahrung in seinen nun fünf Jahren in Hamburg schon mal erlebt und gemeistert hatte. In der Saison 2019/2020 musste er seinen Platz in den letzten sechs Spielen für Julian Pollersbeck räumen und kam anschließend wieder zurück. Wenn auch nur kurz. Denn danach durfte er nur in den ersten beiden Punktspielen im Tor stehen, bis ihn Sven Ulreich, vom deutschen Rekordmeister FC Bayern verpflichtet, als neue Nummer eins. Nur ein Jahr später kehrte Ulreich nach München und Heuer Fernandes ins HSV-Tor zurück. Bis Walter ihn recht willkürlich aussortierte. Auch deshalb betont Baumgart immer wieder, dass er Heuer Fernandes nicht aussortiert habe, sondern eine Situation übernommen habe.
In der Kabine genießt Heuer Fernandes einen hohen Stand. Seine teamorientierte Art und sein Umgang mit den schwierigen Phasen haben ihm hohen Respekt seiner Teamkollegen eingebracht. „Im Fußball hast du immer Situationen, in denen man hinten dran bist. Es war für Ferro auch nicht einfach. Matze hat es auch gut gemacht“, sagte Kapitän Sebastian Schonlau direkt nach Schlusspfiff in Köln. Es sei für Matheo Raab eine sehr bittere Vorbereitung gewesen mit seiner Krankheit. „Aber dafür haben wir Torhüter, die einspringen. Und Ferro war heute da. Glückwunsch an ihn.“
Und dem schließe ich mich an, zumal ich mich an Fernandes‘ Stelle nach Walters Demission und der gerade vorher vollzogenen Vertragsverlängerung ziemlich verarscht gefühlt hätte. Ob ich so ruhig und fokussiert geblieben wäre? Eher nicht. Umso mehr freut es mich für Fernandes, ohne Raab hier sportlich etwas aberkennen zu wollen! Aber für mich war die fußballerische Stärke von heuer Fernandes in Köln ein Schlüssel zum Erfolg, den Raab, dessen Stärken auf der Linie bestechen, in der Qualität eben nicht mitliefert.
Ich freue mich auf jeden Fall, dass Heuer Fernandes geduldig geblieben ist und dass der HSV auf der Torwartpositionen zwei (plus Tom Mickel wohlgemerkt sogar drei!) sehr starke Keeper hat. Hier ist der HSV definitiv aufstiegsreif aufgestellt, während das (kreative) Mittelfeld ein wenig hinterherhängt. Reis bemüht sich, wirkt aber glücklos. Karabec hat einen guten Eindruck hinterlassen, ihm muss man aber noch ein paar Spiele geben, um sich auf die Liga komplett einstellen zu können. Elfadli hat mich überzeugt, dass er eine wichtige Verstärkung wird. Dass man hier trotzdem noch sucht, zumal es Abwanderungsgerüchte um reis gibt – logisch! Und zu Hefti selbst werde ich Euch in den nächsten Tagen einen Analyse-Blog einstellen, der von Createfootball.com erstellt und statistisch ausgewertet wurde. Spoiler: Der HSV darf sich freuen, Hefti zu haben…
In diesem Sinne, Euch allen einen schönen, erfolgreichen und vor allem gesunden Start in die Woche!
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