Analyse

Hauptsache gewonnen - und vor allem: weiter alles in der eigenen Hand!

Daniel Heuer Fernandes: Er ist in bestialisch guter Form. Seine Reflexe gegen Weydandt (4., 12.) waren sensationell (und) wichtig. Im Herausspielen ist er mir manchmal zu…

Hauptsache gewonnen - und vor allem: weiter alles in der eigenen Hand!

Daniel Heuer Fernandes: Er ist in bestialisch guter Form. Seine Reflexe gegen Weydandt (4., 12.) waren sensationell (und) wichtig. Im Herausspielen ist er mir manchmal zu risikofreudig. Heute auch kurz vor Schluss. Deshalb keine glatte 1, sondern Note: 2

Moritz Heyer: Offensiv aktiv, defensiv in der erste Hälfte nicht auf der Höhe. Zweite Halbzeit besser, am Schluss mit wichtigen, gewonnen Defensiv-Kopfbällen auffällig. Note: 3

Sebastian Schonlau: Komischerweise merkte man ihm am meisten an, worum es heute ging. Er wirkte nicht ansatzweise so ruhig am Ball wie sonst. Aber: Defensiv war er präsent, auch und vor allem bei den vielen hohen Bällen. Note: 3
Mario Vuskovic: Das Duell mit Weydandt war körperlich herausfordernd – aber er nahm es nicht nur an, sondern gewann es mehrheitlich auch. Er ist so immens wichtig und schafft es, ach Schonlau Sicherheit zu geben, wenn der mal Probleme hat. So sieht Teamplay aus. Note: 2

Josha Vagnoman (bis 80.): Sein super Solo in der 10. Minute hätte er mit einem einfachen, gerade Pass auf Glatzel veredeln müssen – tat er aber nicht. Ansonsten aber gewohnt präsent. Ansonsten ganz wichtig, dass sein Tempo und seine Physis präsent war. Musste verletzt raus. Drücken wir die Daumen, dass er wieder fit wird bis Rostock. Note: 3

Jan Gyamerah (ab 80.): Er war sofort da, als er gebraucht wurde. Das war sehr gut. 

Jonas Meffert: Ihm verzeihe ich (fast) alles. Ließ sich bitter tunneln vor dem 1:2 von Kerk (richtig guter Mann…!!), brauchte auch sonst wieder eine Weile, um ins Spiel zu finden. Er wirkte nicht handlungsschnell genug. Note: 3

Anssi Suhonen (bis 74.): DER Antreiber in den ersten 20 Minuten aus dem Mittelfeld. Blieb auch danach agil, mutig – und er hätte nicht ausgewechselt werden dürfen. Seine unbekümmerte Art brauchte die Mannschaft heute mehr denn je. Daher umso unverständlicher, weshalb Walter ihn rausnahm. Note: 2

https://soundcloud.com/user-36211795/mo090522-der-traum-vom-aufstieg-lebt-walter-macht-eigenwerbung-vagnoman-soll-bleiben?utm_source=clipboard&utm_medium=text&utm_campaign=social_sharing

Faride Alidou (ab 74.): Was für eine Einwechslung! In einem Spiel, in dem Erfahrung oder zumindest Unbekümmertheit und Ballsicherheit gefragt sind, bringt Walter den Mann, der seit Monaten kein ansatzweise gutes Spiel mehr gemacht hat. Und der Trainer tat dem Youngster keinen Gefallen. Dessen vergebene 100000-Prozentige (88.) spricht Bände… Ich erspare ihm die Note.

Ludovit Reis: Er braucht bis zum Abspiel oft noch zu lang, ansonsten aber wie immer kämpferisch weit vorn und schön aggressiv im Abräumen. Dazu kam er selbst zum Abschluss. Starker Auftritt! Note: 2

Bakery Jatta: Wer immer noch behauptet, dass Jatta auf die Bank gehört, der hat Fußball in Mannschaften nicht verstanden. Allein sein Fleiß ist schon die Startelfnominierung wert. Fragt mal bei den Gegnern nach, wen sie am meisten fürchten bzw., wo sie am meisten aufpassen müssen! Dass er dazu noch Tore so sensationell vorbereitet, lässt ihn notentechnisch maximal nach oben schnellen. Zumindest in der ersten Halbzeit. In der zweiten Hälfte hatte er die große Chance zum 3:1, machte fast alles richtig – aber eben nur fast. Erste Halbzeit 1+, zweite Halbzeit 3, ergibt zusammen eine ordentliche Note: 2

Robert Glatzel: Er ist ein Torjäger. 21 Saisontore sind mehr als ein klares Indiz – auch wenn er ansonsten drei Millionen Chancen vergeben hätte, ist Glatzel existenziell wichtig für den HSV. Er ist der einzige Stürmer im Kader, wie Kaufmann heute noch mal deutlich machte. Rieb sich bis zur völligen Erschöpfung auf. Note: 1

Sonny Kittel (bis 68.): Ein Torschuss – ansonsten auf Tauchstation in der ersten Hälfte. Mal wieder, wenn es schnell und zweikampfintensiv ist. Dass er sich jeden Freistoß nimmt – okay, er hat viele verwandelt. Aber ab 20 Metern würde ich Vuskovic ranlassen. Vor allen an Tagen, an denen bei Kittel ansonsten schon nichts geht wie heute. Musste zurecht raus. Note: 5

Mikkel Kaufmann (ab 68.): Er ist gewillt, immer. Das ist gut. Aber es reicht nicht. Hatte in der 76. das 3:1 auf dem Fuß und ließ selbiges in der 77. mit einer schlechten Ballmitnahme liegen. Weil ich geschrieben hatte „sch….egal wie, Hauptsache gewinnen“ bleibe ich dabei und benote den Dänen nicht. 

DAS SPIEL IM STENOGRAMM:

Hamburger SV: Heuer Fernandes - Heyer, Vuskovic, Schonlau, Vagnoman (80. Gyamerah) - Meffert, Suhonen (74. Alidou), Reis - Jatta, Glatzel, Kittel (68. Kaufmann)

Hannover 96: Zieler - Muroya, Krajnc, Börner, Ochs - Diemers, Ondoua (84. Kaiser), Beier, Kerk, Maina (73. Teuchert) - Weydandt (79. Hinterseer)

Tore: 1:0 Glatzel (13.), 2:0 Glatzel (20.), 2:1 Kerk (22.)

Zuschauer: 57.000

Schiedsrichter: Dr. Arne Aarnink (Nordhorn)

Gelbe Karten: Meffert (62.) / Ondoua (39.), Kerk (44.), Diemers (44.)

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