Hart erkämpfter Sieg gegen Heidenheim - HSV bleibt stabil gut
Der HSV hat die Hürde 1. FC Heidenheim erfolgreich genommen. Mit 2:0 gewann der HSV vor 10.000 Zuschauern nach einem intensiven Spiel auf Augenhöhe. Den Sprung auf…

Der HSV hat die Hürde 1. FC Heidenheim erfolgreich genommen. Mit 2:0 gewann der HSV vor 10.000 Zuschauern nach einem intensiven Spiel auf Augenhöhe. Den Sprung auf Tabellenplatz zwei kommentierte Trainer Tim Walter im Anschluss gewohnt ruhig: „Wir haben ein ganz intensives Spiel gesehen, in dem es viel auf Geduld ankam. Die haben wir heute aufgebracht. Es war klar, dass wir ganz viele Szene haben werden, wo wir uns nach vorne spielen und nicht ganz durchkommen und die Heidenheimer immer wieder da sind. Sie laufen bis zum Abwinken und es ist richtig unangenehm gegen sie zu spielen. Da musst du beharrlich bleiben, um dir die Situationen zu erspielen. Das haben wir getan. Dass der Gegner auch zu Chancen kommt, ist normal. Wir haben versucht, alles zu verteidigen. Letztendlich haben wir dadurch, dass wir geduldig und beharrlich geblieben sind, die Tore erzwungen und meiner Meinung nach verdient gewonnen.
In Sachen Startelf kam es wie erwartet. Hart für David Kinsombi, der in Darmstadt eine ansprechende Leistung geboten hatte. Aber absolut nachvollziehbar, da Sonny Kittel als bester Scorer beim HSV seine bislang beste Saison beim HSV spielt. „Luxusproblem“ nennt man sowas, und das ist eigentlich fast immer ein gutes Zeichen. So auch heute, dachte ich. Denn Kittel begann gut. Offensiv als Impulsgeber, defensiv als Nothilfe erfolgreich – was auch schon aufzeigt, wie dieses Spiel begann. Denn der HSV war offensiv ausgerichtet – und Heidenheim lauerte nicht nur, sondern attackierte den HSV, sobald der versuchte, sein Kurzpassspiel mit Keeper Daniel Heuer Fernandes als elften Feldspieler aus der eigenen Defensive heraus aufzuziehen.
Zweimal geriet der HSV dabei früh in Bedrängnis, konnte aber jeweils klären. Und er hätte in Führung gehen müssen. Denn Bakery Jatta war plötzlich komplett frei vor Heidenheims Keeper Müller auftauchte, aber mit seinem „Tunnel“versuch aber an Müllers Reflex scheiterte. Wie munter dieses zuweilen unkontrolliert offensive Spiel bis hierhin war zeigte der Gegenangriff, der die Heidenheimer wiederum hätte in Führung gehen lassen können. mehrere Schusschancen binnen weniger Sekunden im Anschluss an die folgende Ecke. Unter anderem Hüsing (stand wohl zudem im Abseits) scheitert an Heuer Fernandes.
Aber das Beste an dieser Szene: Von hieran hatte der HSV das Spiel im Griff. Insbesondere Schonlau hinten und Jonas Meffert versuchten immer wieder mal, den Ball ruhig in den eigenen Reihen zu halten, was allerdings nur bedingt gelang, da Heidenheim. Weiter aggressiv atackierte. Dass es letztlich nur eine Gelbe Karte in dieser ersten Hälfte gegen Heidenheims Föhrenbach gab (und die war auch noch albern) – erstaunlich! Weniger erstaun lich dagegen das Halbzeitergebnis: 0:0. Die dritte torlose Halbzeit dieser beiden Mannschaften, die bis hierhin nicht nur tabellarisch komplett auf Augenhöhe agierten.
Zumindest bis zur Pause. Denn danach kam – leider erst einmal Heidenheim. Die erste dicke Chance gehörte dann auch Heidenheims. Burnic passt auf den zum durchstartenden Mohr, der aus etwas spitzem Winkel den Ball über Heuer Fernandes hinweg hebt – aber mit zu wenig Dampf. Zum Glück, denn so kann Muheim ins Toraus klären. Auch in der Folge kam Heidenheim (mit einem starken Kleinschmidt und Burnic) immer wieder gefährlich Richtung HSV-Tor – aber nur der HSV traf.
In der 64. Spielminute dann endlich mal ein schnell UND konsequent bis zum Abschluss gespielter Angriff. Jatta wird steil geschickt, legt quer auf Alidou, dessen Schuss Müller nur abprallen lassen kann – und Sonny Kittel ist zur Stelle. Das 1:0 durch den Mann, der nach Gelbsperre gut begonnen, dann aber auch 30 Minuten mehr oder weniger abgetaucht war. Aber eben auch durch den Mann, der in dieser Saison für die wichtigen Momente verantwortlich ist und heute den Zweitliga-Torrekord des HSV von Simon Terodde einstellte, sondern 15 Minuten später sogar noch weiter ausbaute.
Dabei hätte Heidenheim durchaus egalisieren können. Allein Schonlau konnte per Grätsche gerade noch gegen Schöppner zur Ecke klären. Und was beim FCH heute im Konjunktiv beschrieben werden durfte, setzte der HSV um – er traf. Wieder durch Kittel, wobei dieser Treffer zu einem Großteil dem wie im er emsigen, laufstarken Bakery Jatta gehörte, der sich gegen zwei Gegenspieler dank seines starken Antritts durchsetzte und den Elfmeter gekonnt herausholte, den Kittel mühelos halbhoch und halbrechts zum 2:0 verwandelte (78.).
Die Entscheidung. „Bis dahin haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht und auch nach dem aus Meiner Sicht nicht unbedingt zu pfeifenden Elfmeter noch mal alles probiert“, analysierte der sympathische FCH-Trainer Frank Schmidt nach Spielschluss und fügte anerkennend hinzu: „Aber der HSV hat – zumal mit diesem 2:0 im Rücken - dann einfach auch die Klasse, das Spiel über die Zeit zu bringen.“ Und so kam es dann bekanntermaßen auch.
Letztlich war es ein hart erkämpfter Sieg gegen starke Heidenheimer. Ein Sieg, der zeigt, wo der HSV aktuell steht. Und damit meine ich nicht den vorläufig zweiten Tabellenplatz, sondern die neue Stabilität in der Defensive - und mehr im mentalen Bereich. Diese Mannschaft lässt sich nicht so schnell aus dem Konzept bringen und spielt ihren Stiefel über die 90 Minuten konsequent bis wirklich abgepfiffen ist. Und das erfolgreich. So erfolgreich, dass man zumindest bis zum Sonntag, wenn Schalke, Darmstadt und der FC St. Pauli heute Abend schon nachlegen können. „Dass Heidenheim unangenehm ist, weiß die ganze Liga. Die rennen wie verrückt und das hat man heute auch gesehen. Aber man hat auch gesehen, dass wir wie verrückt rennen und auch gut Fußball spielen können. Das haben wir heute gezeigt“, freute sich Doppeltorschütze Sonny Kittel nach Schlusspfiff. Zurecht.
Morgen ist bei mir Familientag angesagt. Und natürlich entspanntes Zweitliga-Gucken. Was so ein wichtiger Sieg im Rücken nicht alles ausmacht… In diesem Sinne, Euch allen ein schönes Wochenende. Und: Bleibt gesund!
Scholle
EINZELKRITIK:
Daniel Heuer Fernandes: Ihn bringt diese Saison einfach nichts aus der Fassung. Auch nicht so ein „Fehlpass“ wie nach fünf Minuten. Er strotzt nur so vor Selbstvertrauen und ist aktuell in der Form seines Lebens. Heute rettete er mehrfach in Not - auch deshalb ist er für mich der Architekt des heutigen Sieges.
Moritz Heyer: In der ersten Hälfte gewohnt stark, dann aber mit Problemen zu Beginn der zweiten Halbzeit. Heyer und Jatta auf einer Seite sind defensiv schwer zu bezwingen – und offensiv immer gefährlich.
Mario Vuskovic: Aggressiv wie immer wurde er heute gefordert. Wenn man ihn nach seinem stärksten Gegenspieler bislang fragen sollte, dürfte Heidenheims Kleindienst unter den Top-3 auftauchen.
Sebastian Schonlau: Der Chef in der Defensive hatte heute eine kleine Privatfehde mit Kleindienst, die er erfolgreich meisterte. Dass der HSV die beste Abwehr hat, ist auch ihm zu verdanken. Seine Ruhe in allen Situationen wirkt sich positiv auf seine Mitspieler aus.
Miro Muheim: Offensiv heute nicht so aktiv und konzentriert wie zuletzt, defensiv dafür immer wieder mal mit einem wichtigen Bein dazwischen. Nach zuletzt immer besser werdenden Leistungen hat er heute stagniert – aber fraglos auf gutem Niveau.
Jonas Meffert: Die Konstante im HSV-Spiel. In der ersten Hälfte hatte er es nicht leicht, das Mittelfeld zu sortieren. Dennoch schaffte er es ab der 25 Minute und war auch nach der Druckphase der Heidenheimer zu Beginn der zweiten Hälfte wieder der ruhige Organisator der letzten Wochen und Monate. Wie gut und wie wichtig er ist, werden viele erst dann sehen, wenn er mal fehlt (was ich nicht hoffe).
Ludovit Reis (bis 89.): Was haben mich Gegenspieler wie er früher genervt… Immer wieder nah dran, wuselig, und immer wieder hatte Reis ein Bein dazwischen. Zudem schaltete er sich offensiv immer wieder mit ein. Weider gut.
Jonas David (ab 89.): Durfte sich die Siegprämie mit abholen.
Sonny Kittel (bis 82.): Er ist und bleibt der Mann für die wichtigen Momente – auch das ist eine große Qualität. Lieferte heute die Bestätigung dafür, dass er selbst mit 75% Prozent besser und effektiver ist als Kinsombi
David Kinsombi (ab 82.): Siehe Namensvetter David.
Bakery Jatta (bis 89.): Musste in der 21. Minute die Führung erzielen
Manuel Wintzheimer (ab 89.): Seine Einwechslung darf er als Wink des Trainers verstehen, dass er nahe an der ersten Elf ist – es aber aktuell eben nicht für mehr reicht.
Robert Glatzel (bis 89.): War mehr als Ballschlepper und -Verteiler gefragt, als im Abschluss. Aber wenn es eines Live-Beispiels bedarf, weshalb ich Glatzel für so wichtig in diesem HSV-Spiel halte, dann das heutige. Denn obwohl er keinen Treffer selbst erzielte, war er es, der offensiv fast jeden Ball festmachte, ablegte, wiederholte und behauptete. Dass er nach dem Spiel vom Trainer ein Extralob erhielt war hochverdient. Ganz stark.
Mikkel Kaufmann (ab 89.): Ohne Ballkontakt – glaube ich…
Faride Alidou (bis 63.): Hatte wieder früh nach sieben Minuten eine richtig gute Szene – und diese beflügelte ihn, es häufiger im Eins-gegen-Eins zu probieren. Mutiger als zuletzt, aber leider noch nicht effektiver.
Chakvetadze (ab 63.): Man sieht, was er kann. Belebend nach seiner Einwechslung, aber ebenso wie Alidou noch nicht effektiv. Noch nicht...
DIE DATEN ZUM SPIEL:
HSV: Heuer Fernandes - Heyer, Schonlau, Vuskovic, Muheim - Meffert, Reis (90. David), Kittel (82. Kinsombi) - Jatta (90. Wintzheimer), Glatzel (90. Kaufmann), Alidou (66. Chakvetadze)
1. FC Heidenheim: Müller - Föhrenbach, Hüsing, Mainka, Busch - Burnic (72. Sessa), Theuerkauf (80. Schimmer), Schöppner - Mohr (72. Kühlwetter), Leipertz (72. Malone), Kleindienst (90. Kerschbaumer)
Tore: 1:0 Kittel (63.), 2:0 Kittel (78.)
Zuschauer: 10.000
Schiedsrichter: Christian Dingert
Gelbe Karten: Muheim (74.) / Föhrenbach (43.), Kleindienst (85.)
Zeig deine Farben
Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.
Shirt HAMBURG ALLSTARS
Eine Startelf aus Hamburger Legenden, großflächig auf dem Rücken.
39 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print HAMBURG ALLSTARS
Dieselbe Startelf als Fine-Art-Print — A3 oder 50 × 70.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print COMEBACK DES DINOS
Mai 2025, das 6:1 — nach sieben Jahren zurück in der Bundesliga.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print UNS UWE
Uwe Seeler nach dem verlorenen Wembley-Finale 1966.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.
Lies weiter
Meinung
HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem
Weiterlesen

Diskussion
0 KommentareDiskutier mit!
Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.
Jetzt kostenlos registrierenAnmelden