Analyse

Hammer-Auftaktprogramm für den HSV? Ist doch super!

„Was erlaubt sich die DFL?“ wurde ich heute von einem guten Bekannten mit dem Herzen am rechten Fleck gefragt. Er wollte damit hinterfragen, wie es angehen kann, dass der HSV…

Hammer-Auftaktprogramm für den HSV? Ist doch super!

„Was erlaubt sich die DFL?“ wurde ich heute von einem guten Bekannten mit dem Herzen am rechten Fleck gefragt. Er wollte damit hinterfragen, wie es angehen kann, dass der HSV ein solches Hammerprogramm zum Auftakt hat. Hintergrund: Der HSV eröffnet am 28. Juli mit einem Heimspiel gegen den Absteiger FC Schalke die Zweitligasaison. Und nach dem Topfavoriten auf den Aufstieg geht es zum Karlsruher SC, ehe der zweite Absteiger im Volksparkstadion gastiert: Hertha BSC Berlin. „Wir freuen uns, wir wollen von Anfang an da sein, und da ist so ein Auftakt natürlich genau das, was man sich wünscht.“

Auch bei Auftaktgegner Schalke 04 freut man sich offenbar. Zumindest öffentlich: „Dass wir mit unserem Spiel die Liga eröffnen, macht den Start in die neue Saison noch einmal reizvoller. Der Auftakt gegen den HSV ist gleich zu Beginn eine große Herausforderung, auf die wir uns sehr freuen“, sagt Sportdirektor André Hechelmann. „Beim Blick auf die Gegner wird insgesamt schnell klar, wie ausgeglichen und wie attraktiv diese Liga ist. Wir freuen uns auf die Duelle gegen Traditionsvereine.“ Zudem möchte man auf Schalke eine Serie brechen, die der HSV sicherlich nur zu gern fortsetzen würde: Noch nie gelang den Gelsenkirchenern in den bisherigen sechs Auftaktduellen ein Sieg…

Ich persönlich finde es auch immer gut, gleich zu Saisonbeginn gegen die Besten der Liga anzutreten. In diesem Fall sind es zwar die Topfavoriten auf den Aufstieg, wie fast immer bei den Absteigern. Aber beide Teams werden sich im Laufe des Sommers noch mal personell mächtig verändern. Da werden zu Saisonbeginn zweifellos noch nicht alle Abläufe so einstudiert sein können, wie es gegen Ende der Hinrunde sicher sein wird. Von daher: Eher kein Nachteil. Und genau das habe ich auch meinem Kumpel geantwortet.

Gerade in Bezug auf das Eingespielt sein ist der HSV diese Saison sicherlich im Vorteil. Mit Trainer Tim Walter geht man in die dritte Saison und auch im Kader gibt es keine zu schwierigen Umstellungen, da man bislang alle Leistungsträger halten konnte. Zudem wurde der Kader mit Immanuel Pherai auf einer zentralen Position schon verstärkt – behaupte ich zumindest. Zudem hat man Guilherme Ramos als Innenverteidiger-Backup sowie mit Levin Öztunali einen vielsprechenden Neuzugang geholt, der nach langer Spielpause sicherlich noch etwas Eingewöhnung und Spielpraxis brauchen wird – dann aber spannend werden kann.

Geblieben ist auch der Zuspruch der Anhänger, wie sich heute Nachmittag beim ersten Mannschaftstraining zeigte. Zwischen 300 und 400 HSV-Fans wollten heute dabei sein, als Trainer Tim Walter um 14 Uhr das erste Mal zur neuen Saison seine Mannen über den Rasen am Volksparkstadion scheuchte, um im sechsten Anlauf den so lang ersehnten Aufstieg zu schaffen. Dabei nahmen vier Torhüter und 17 Feldspieler teil, darunter auch die Zugänge Immanuel Pherai von Liga-Konkurrent Eintracht Braunschweig und Uwe-Seeler-Enkel Levin Öztunali vom Bundesligisten 1. FC Union Berlin. Der Ex-Bielefelder Guilherme Ramos trainierte zwei Monate nach seiner Schulter-OP noch phasenweise individuell.

Nach seiner Vertragsverlängerung war Torjäger Robert Glatzel beim ersten Training ebenfalls dabei. Der niederländische Leistungsträger Ludovit Reis fehlte wegen der U21-EM. Nach ihren Länderspielen durften Ransford-Yeboah Königsdörffer (Ghana) und Anssi Suhonen (Finnland) ebenfalls noch pausieren. Spätestens im Trainingslager sollen auch sie alle zum Team dazustoßen.

Das Ziel wird auch dann noch das gleiche wie in allen Jahren seit 2018 sein. Das machte Sportvorstand Jonas Boldt am Freitag am Rande des Trainingsauftakts deutlich: der Aufstieg. „Es ist völlig egal, was ich sage, weil ich glaube, dass jeder, der sich mit dem HSV beschäftigt, und jeder, der auch weiß, wie wir ticken, ganz klar weiß, dass das unsere Ambition wiedergibt“, sagte Boldt heute am Rande des Trainingsauftaktes.

Noch ist der Kader allerdings nicht komplett. Er sei „aber schon ein gutes Konstrukt“, sagte Boldt naturgemäß. Gesucht werden weiterhin Verstärkungen für die Abwehr und das defensive Mittelfeld als Ergänzung zu Jonas Meffert. Namen wollte Boldt hierbei erwartungsgemäß nicht bestätigen. Auch nicht die des Magdeburger Mittelfeldspielers Daniel Elfadli und des georgischen Verteidigers Saba Sazonov, der sich aktuell bei der U21-EM in seinem Heimatland stark präsentiert. Beide Spieler haben sich beim HSV auf die Liste geeigneter Neuzugänge gespielt. Wann sie kommen? Ob sie kommen – offen. Sicher ist nur, dass der HSV noch ein paar weitere Neue präsentieren wird. Und wir werden dabei sein.

Euch allen jetzt erst einmal ein schönes Wochenende mit einem hoffentlich ansehnlichen ersten Test des neuen HSV am Sonntag gegen den FC Verden. 

Bis dahin!

Scholle

Anzeige · Partner

Zeig deine Farben

Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.

Alle Hamburg-Motive bei HANDS OF GOD

Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.

Diskussion

0 Kommentare

Diskutier mit!

Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.

Jetzt kostenlos registrierenAnmelden
DU
Bleib fair — wir moderieren mit Augenmaß.
Noch keine Kommentare — sei der/die Erste.
Lies weiter Meinung HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem Ein Tag nach der Pleite sitzt der Frust tief. Neben taktischen Mängeln fehlte vor allem eins: die Bewegung und der Wille, den Ball zu fordern. Das Problem war viel tiefer als die reine Herangehensweise Weiterlesen