Hamburg setzt Zeichen - und für den HSV geht's wieder los!
Ich weiß, dass wir hier ein Fußballblog sind und Politik hier eigentlich nichts zu suchen hat. Aber genau deswegen liebe ich es, Hamburger zu sein:

Ich weiß, dass wir hier ein Fußballblog sind und Politik hier eigentlich nichts zu suchen hat. Aber genau deswegen liebe ich es, Hamburger zu sein:
„Zehntausende Menschen sind am Freitag zur Demonstration gegen rechts und die AfD in Hamburg gekommen - so viele, dass diese aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden musste. „Wir müssen die Kundgebung vorzeitig beenden“, sagte Kazim Abaci vom Verein Unternehmer ohne Grenzen, der die Demonstration unter dem Motto „Hamburg steht auf - Gemeinsam gegen Rechtsextremismus und neonazistische Netzwerke“ mitorganisiert hatte. Er machte am Freitag Sicherheitsbedenken geltend. Es seien bereits Menschen in der Menge kollabiert, die Feuerwehr komme nicht mehr durch.
Nachdem Abaci zunächst von 130.000 Teilnehmern am Jungfernstieg gesprochen hatte, korrigierten die Veranstalter die Zahl später auf 80.000. Die Polizei nannte 50.000 Demonstranten. Zähle man die vielen Menschen hinzu, die noch in den umliegenden Straßen festgesteckt und versucht hätten, den Kundgebungsort zu erreichen, läge die Zahl weit höher, sagte Abaci.“
Nachrichtendienst DPA
Und ehrlich gesagt ist es mir komplett schnurz, ob es am Ende 50.000 oder zwei Millionen Menschen waren – das Zeichen ist ebenso entscheidend, wie es eindeutig ist. Und da die bundesdeutsche demokratische Politik es aktuell nicht vermag, alle seine Wähler und Wählerinnen vom rechten Rand fernzuhalten, dann könnten solche von der Basis organisierten Veranstaltungen wenigstens helfen. Von daher: Chapeau, Herr Abaci! Chapeau, Hamburg!
Selbiges muss ich auch über Uli Hoeneß sagen, der auch heute auf der sehr bewegenden Abschiedsfeier für Deutschlands besten Fußballer aller Zeiten sich selbst treu blieb und das ansprach, was anzusprechen ist. Der Ehrenpräsident des FC Bayern kritisierte ebenso wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder den Umgang der Deutschen mit Franz Beckenbauer im Zusammenhang mit den Vorwürfen rund um die WM-Vergabe, die Beckenbauer mit seinem Team gewann. Es werde von einem Schatten gesprochen, brachte es Söder gut auf den Punkt, „aber Dein Licht überstrahlt alles.“ Und genau so sehe ich es auch! Schade nur, dass es derart unterstützende Worte in den letzten Jahren des Kaisers kaum gegeben hat. Franz Beckenbauer, dabei bleibe ich, hätte jede Unterstützung, jede Ehrung und Dankbarkeit verdient.
Von diesen Themen auf den HSV, für den e.V.-Vizepräsident Bernd Wehmeyer, Sportvorstand Jonas Boldt und Nachwuchschef Horst Hrubesch an der Trauerfeier teilnahmen, umzuschwenken, fällt nicht leicht. Aber es geht morgen weiter. Der HSV muss zum FC Schalke, der sicherlich anders auftreten wird als noch im Hinspiel, das der HSV mit 5:3 gewinnen konnte. Was Tim Walter erwartet? „Allein die Tradition dieser Begegnung und die Tatsache, dass wir vor mehr als 60 000 Zuschauern spielen dürfen, wirken für sich. Wir haben richtig Bock, dort zu spielen und sind gut darauf eingestellt“, so Walter, der sich bewusst darüber ist, unter Beobachtung zu stehen. „Ich habe schon viele Dinge hier erlebt. Ich habe schon sehr häufig auch erzählt, dass Druck ein Privileg ist. Und darum bin ich froh, privilegiert zu sein.“
Für Walter persönlich ist das Duell der Traditionsclubs etwas Besonderes: Zum 100. Mal sitzt er beim HSV auf der Trainer-Bank. Und personell dürfte Walter froh sein, bis auf die verletzten Sebastian Schonlau und Rechtsverteidiger William Mikelbrencis sowie den gesperrten Miro Muheim alle Mann an Bord zu haben. Glaubt man den Kollegen der BILD, dann wird Walter gegen Schalke auf folgende Startelf setzen: Heuer Fernandes – van der Brempt, Ramos, Ambrosius, Heyer – Meffert – Jatta, Pherai, Benes, Dompé – Glatzel. Eine vernünftige Wahl. Spannender als das wird aber sein, wie sich der HSV taktisch verhält. Nachdem man sich im Winter darauf verständigt hatte, „jetzt aber wirklich“ mal etwas zu verbessern, wird es spannend sein, wie sich die umgebaute Defensive verhält. Wobei das so natürlich nicht ganz richtig ist: es geht darum, wie sich das gesamte Team nach Ballverlust verhält.
Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt und hoffe nach der Kieler Niederlage heute Abend gegen Braunschweig umso mehr, dass der HSV auf Schalke was mitnehmen kann. Dazu zählt auch ein Unentschieden, an das ich persönlich glaube. Was tippt Ihr? Glaubt man den bisherigen Posts vieler Anhänger ist der Optimismus des HSV-Trainers auch im Fanlager angekommen. Apropos Stimmung: Es gibt Neues zu dem Choreo-Streit der HSV-Anhänger mit der Gelsenkirchener Polizei: Im Streit um das angebliche Choreografie-Verbot für Gästefans des HSV beim Spiel hat die Polizei ihre Verwunderung über ein Statement des HSV zum Ausdruck gebracht. Hamburger Fans hatten geplant, beim Spiel eine Blockfahne aufzuziehen. Die Einsatzleitung der Polizei hatte für diese Choreografie jedoch ihre Zustimmung verweigert. Der HSV hatte das Verbot am Donnerstag scharf kritisiert. „Wir erachten Verbote von Choreografien und Fanmaterialien grundsätzlich als nicht zielführend“, teilte der HSV mit. „Mit dem massiven Eingriff in die Fankultur wird eine völlig unnötige Anspannung der Gesamtsituation billigend in Kauf genommen. Deshalb positionieren wir uns an dieser Stelle erneut deutlich gegen Verbote von Fanmaterialien und Choreografien, die so wertvoll für das Stadionerlebnis und eine lebendige Fankultur sind.“
In einer Stellungnahme der Polizei Gelsenkirchen zeigte sich diese über die Kritik des HSV irritiert. Die Polizei habe „deutlich gemacht, dass grundsätzlich nichts gegen eindrucks- und stimmungsvolle Choreografien spricht und eine Zustimmung in Aussicht gestellt, wenn die Fans des Gastvereins entweder keine Blockfahne aufziehen oder der Verein den Verzicht auf Pyrotechnik während der Choreografie zusichert“, teilte die Polizei mit. „Dieser Vorschlag wurde vom Verein offensichtlich nicht angenommen, das Gespräch mit der Polizei Gelsenkirchen wurde bislang nicht gesucht.“
Gleichzeitig erklärte sie das Verbot für die geplante Choreo der HSV-Fans: „Das Aufziehen einer Blockfahne über den kompletten Gästebereich lässt erwarten, dass Fans des Hamburger SV - wie bei mehreren vorangegangenen Spielen in der laufenden Saison - unter dem Sichtschutz der Blockfahne gefährliche und daher verbotene Pyrotechnik zünden.“ Und das ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Ich kann diese Vermutung zumindest nachvollziehen.
Aber noch mal zurück zum Rückrundenauftakt beim FC Schalke, der sich in der Vorbereitung stark verbessert präsentiert haben will. Vom Aufstieg ist Schalke zumindest in dieser Saison aber weit entfernt. Nach einer teilweise katastrophalen Hinserie mit der Beurlaubung von Trainer Thomas Reis liegt das Team von Nachfolger Karel Geraerts vor dem Rückrundenstart drei Zähler über der Abstiegszone. Trotz der sportlich prekären Situation konnten sich die Königsblauen bislang keine Verstärkungen leisten. „Ich bin da entspannt und habe Vertrauen in den aktuellen Kader“, sagte Geraerts, der sein Team nach guten Eindrücken aus der Winterpause in der Lage sieht, dem HSV Paroli bieten zu können.
Anstatt dabei wie in den letzten Jahren auf Investitionen zu setzen, setzen sie auf Schalke diesmal auf Emotionen. Für Aufbruchstimmung hat dabei vor allem die spektakuläre Rückkehr von Club-Ikone Marc Wilmots als neuer Sportchef gesorgt. Der ließ durchblicken, dass er sich mit Abstiegskampf der zweiten Liga nicht lange aufhalten will: „Wir werden alles dafür tun, aufzusteigen.“
Nur, wann das passieren soll Wann, ließ er offen. Von daher dürfen sie sich auf Schalke gern noch ein Spiel ausruhen und dann richtig loslegen. Oder der HSV lässt die Schalker nicht gewähren – das wäre mir tatsächlich am allerliebsten.
In diesem Sinne, bis morgen! Dann wieder mit einem Blitzfazit!
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