Analyse

Haltet den Leistungsgedanken höher!

Testspiele in der Sommervorbereitung stehen immer unter einem etwas anderen Stern bzw. Thema. Denn diese Spiele sind vor allem dafür da, im Training Einstudiertes auf…

Haltet den Leistungsgedanken höher!

Testspiele in der Sommervorbereitung stehen immer unter einem etwas anderen Stern bzw. Thema. Denn diese Spiele sind vor allem dafür da, im Training Einstudiertes auf Wettkampfebene umzusetzen. Da spielt das Ergebnis tatsächlich oft eine untergeordnete Rolle. Wichtiger ist, dass die Mannschaft taktische Vorgaben spielerisch so umsetzt, dass man bis zum Liga-Spielbeginn eingespielt ist. „Es ging darum, sich zu bewegen und unter Wettkampfcharakter mehr Intensität reinzulegen. Das haben wir nicht geschafft und daran sieht man, dass wir Nachholbedarf haben, wie in der kompletten Rückrunde. Daran arbeiten wir und versuchen, das mit Personal aufzubessern“, hatte Trainer Tim Walter nach dem schwachen 3:2-Erfolg beim Landesligisten SC Verden zu Protokoll gegeben.

Und so erkennbar es war, dass Walter unzufrieden war mit diesem ersten Test, so bemüht war der HSV-Coach auch, die Bedeutung dieses 3:2 nicht zu hochzuhängen. Man könne als höherklassiges Team eh selten etwas in solchen Spielen gewinnen, sagte Walter beispielsweise. Aber ganz ehrlich: Schlechte Ergebnisse – und das ist ein 3:2 gegen einen Sechstligisten definitiv, sind nie okay. Ich kenne das aus meiner aktiven Zeit zumindest so.

Denn da mussten wir oft Dinge taktisch umsetzen, die wir noch nicht hundertprozentig automatisiert hatten. Zumal immer auch viele Neue mit eingebaut werden mussten, mit denen man erst einmal Abstimmung finden musste. Aber: Wenn wir gegen einen vier Klassen tiefer eingestuften Gegner solche Probleme hatten, war das nie gut für uns. Dann gab es bei der nächsten Trainingseinheit ein paar Extraläufe, damit wir bei allem immer auch den Leistungsgedanken hochhielten. Und das sollte auch der HSV beibehalten bzw. wieder hochfahren. Denn eines ist klar: Die anstehende Saison wird mitnichten leichter als die abgelaufene, in der man den Aufstieg verpasste.

Tim Walter indes hat bislang die andere Variante gewählt. Er verteidigt seine Mannschaft auch in den Momenten, in denen andere Trainer den verbalen Rundumaschlag machen. Und das hat ihm den Kontakt zur Mannschaft gehalten. Walter und seine Spieler bilden eine Einheit. Und das hilft grundsätzlich. Allerdings immer nur, solange alle Seiten den höchsten Anspruch an sich selbst hochhalten. Dass sich heute nun Immanuel Pherai als Neu-Dazugekommener erst einmal voll des Lobes über den Trainer äußert, sollten wir nicht zu verbissen sehen. Was bitte schön soll er auch sonst sagen…??  Dennoch: Dieser oft zitierte Zusammenhalt darf eben nicht zum Selbstzweck werden. Wie auch sonst nichts…

Für uns wiederum sehr gut ist, dass wir im Trainingslager wieder dabei sein werden. Zusammen mit Cornelius habe ich beschlossen, dass er die komplette Zeit über vor Ort sein wird, um von dort zu berichten. Das ist für uns finanziell kein Selbstgänger – aber ich finde, Cornelius‘ bisherige Arbeit verdient es, dass er diese zweifellos tolle Erfahrung machen muss! An diesem Donnerstag geht’s los, am 15. Juli endet das Trainingslager dann mit dem Testkick gegen RB Salzburg. Für Cornelius ist es eine Premiere – und ich bin fest davon überzeugt, dass er diese Aufgabe mit Bravour zu lösen wissen wird. Vielleicht kann er ja auch vor Ort noch den einen oder anderen Neuen begrüßen. Wobei ich davon sogar ausgehe. 

Zumindest scheint die Personalie des Magdeburgers Daniel Elfadli weiterhin sehr heiß zu sein. In Magdeburg heißt es sogar, dass der Wechsel des 26-jährigen Mittelfeldabräumers nur noch eine Frage von Tagen sei – obwohl Elfadli heute wieder ins Mannschaftstraining der Mannschaft von Ex-HSV-Coach Christian Titz einstieg. Hinter den Kulissen sollen sich beide Klubs in Gesprächen aber bereits weiter angenähert zu haben. Hintergrund: Magdeburg will rund eine Million Euro Ablöse kassieren, der HSV aber deutlich weniger zahlen. Aber hier werden wir in den nächsten Tagen sicher mehr erfahren. Vielleicht ja dann sogar mit einem Ergebnis, das von Cornelius aus dem Trainingslager im österreichischen Kitzbühel verkündet wird.

Euch allen eine gute Nacht,

Scholle

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