Guter Abschluss des HSV-Trainingslagers trotz Niederlage im ruppigen Rumänen-Test
Der HSV hat sein Trainingslager im türkischen Belek zwar mit einer Niederlage im Test gegen den Europa-League-Teilnehmer FCSB Bukarest abgeschlossen. Aber das mit einer recht…

Der HSV hat sein Trainingslager im türkischen Belek zwar mit einer Niederlage im Test gegen den Europa-League-Teilnehmer FCSB Bukarest abgeschlossen. Aber das mit einer recht ordentlichen Leistung gegen teilweise grenzwertig ruppige Rumänen. Bukarests Mannschaftskapitän Darius Olaru stieg gleich mehrfach überhart ein und hätte schon den Platz verlassen haben müssen, ehe er am Schultergelenk verletzt ausgewechselt werden musste. Bitter für den rumänischen Erstliga-Zweiten – aber auch ein Stück weit selbst initiiert. Denn gerade in der ersten Halbzeit war der HSV heute sehr präsent, ließ den Ball gut laufen und ging völlig verdient nach einer schönen Einzelleistung des heute auffälligen Emi Sahiti in Führung, verlor am Ende aber durch zwei ebenso unnötige wie unstrittige Foulelfmeter in der zweiten Halbzeit doch noch mit 1:2.
„Das war ja auch das, was wir erwartet haben. Wir haben uns ja auch schon beim Aachen-Spiel einen Gegner ausgesucht, für das, was wir in der Liga erwarten. Das war auch heute definitiv der Fall, wo es um viele harte Zweikämpfe ging“, bilanzierte ein nicht unzufriedener Merlin Polzin, der sich schon während des Spiels immer wieder in Richtung der Bank der Rumänen beschwerte. „Wichtig dann ist es, sich auch zu wehren, aber trotzdem einen klaren Plan zu behalten und sich nicht davon anstecken zu lassen. Sondern das Spiel weiterzuspielen, wie wir es gehofft haben. Und wir sind froh, dass sich keiner verletzt hat.“ Er glaube, in Testspielen dürfe man auch mal etwas ausprobieren. „Wenn der Spielfluss darunter leidet, ist es nicht das, was sich beide Seiten darunter vorstellen. Deswegen war ich stolz darauf und froh darüber, dass meine Mannschaft einen kühlen Kopf bewahrt hat und versucht hat, sich auf spielerische Art und Weise zu wehren.“
Sahiti und Richter machen auf sich aufmerksam
Acht Tage vor dem Rückrunden-Start am kommenden Sonnabend (18. Januar, 20.30 Uhr) im heimischen Volksparkstadion gegen den Tabellenersten 1. FC Köln zeigte der HSV eine gute Leistung. Und gerade, weil ich zuletzt Sahiti und Richter kritisch gesehen hatte, möchte ich es nicht missen, gerade diese beiden heute für ihre Leistungen in der ersten Halbzeit zu loben. Richter, der leider verletzt ausgewechselt wurde (gute Besserung!) agierte als freier Mann im Zentrum und verteilte die Bälle gut, während Sahiti immer wieder mutig die Eins-gegen-Eins-Situationen suchte – und heute mehrheitlich gewann. „Emir kommt in unserem Spiel jetzt direkt über den Flügel und hat gezeigt, dass er da brandgefährlich ist“, lobte Polzin. Bleibt zu hoffen, dass beide diesen kleinen Aufschwung mitnehmen, wobei ich bei Sahiti davon ausgehe, dass er auf rechts den Vorzug vor Jatta erhalten wird.
Im zweiten Abschnitt stockte der Spielfluss dann, was auch an den vielen Wechseln auf beiden Seiten lag. Der HSV fand offensiv kaum noch statt, hatte dann aber in der Schlussphase noch Gelegenheiten zum Ausgleich. Die Rumänen waren im zweiten Abschnitt das überlegen agierende Team.
Mannschaftsabend und keine Neuen für den HSV
Heute Abend lässt die Mannschaft das Trainingslager mit einem gemeinsamen Essen, bei dem die Neuen singen müssen, stimmungsvoll ausklingen. Am Sonnabend reist die Mannschaft dann nach Hamburg zurück. Und das mit neuen Sorgen um die im Trainingslager ausgefallenen Angreifer Ransford Königsdörffer und Davie Selke (beide Muskelprobleme) sowie um Noah Katterbach. Der Linksfuß musste kurz vor Schluss raus, nachdem er von Edjouma einen Schlag aufs Knie bekommen hatte. Auch hier wünschen wir selbstverständlich gute Besserung!
Verbesserungen hatten wir – damit meine ich Mats und mich – uns hier zuletzt auch immer wieder personell gewünscht. Insbesondere auf der Innenverteidigerposition, die Polzin offenbar notgedrungen mit Daniel Elfadli als Ersatz für den noch angeschlagenen Abwehrchef Sebastian Schonlau zu planen scheint. Aber dem schob Sportvorstand Stefan Kuntz jetzt einen Riegel vor und erklärte, dass man der aktuellen Mannschaft das Vertrauen schenken würde. Soll heißen: Es sollen keine Neuen im Winter kommen – ein großer Fehler auf der Innenverteidigerposition. Dort hätte man zwingend einen schnellen, zweikampf- und kopfballstarken Spieler holen müssen, behaupte ich. Zumindest würde man damit die Aufstiegswahrscheinlichkeit deutlich steigern…
Jetzt gilt es für Polzin und Favé
Aber, auch das möchte ich klar sagen: Das neue Trainerteam Polzin und Loic Favé halte ich für das taktisch beste Duo, das der HSV hier in den letzten Jahren auf der Bank hatte. Und jetzt, wo sie ihre Meinungen nicht mehr nur vorschlagen dürfen, sondern selbst entscheiden, bin ich sehr gespannt, wie sich das auf das HSV-Spiel auswirkt. Ich drücke den beiden auf jeden Fall beide Daumen!
In diesem Sinne, Euch allen ein unterhaltsames, erholsames Wochenende!
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