Spielbericht

Gut: Der HSV schlägt Wiesbaden unaufgeregt und souverän

Das war mal wieder - besser! Endlich hat der HSV zuhause wieder gewinnen können. Und das auch hochverdient. Denn neben den drei Toren zum verdienten 3:0-Heimerfolg hatte der…

Gut: Der HSV schlägt Wiesbaden unaufgeregt und souverän

Das war mal wieder - besser! Endlich hat der HSV zuhause wieder gewinnen können. Und das auch absolut verdient. Denn neben den drei Toren zum verdienten 3:0-Heimerfolg hatte der HSV etliche weitere Szenen, bei denen entweder der letzte Pass nicht passte oder das Aluminium die Gäste von Wehen Wiesbaden rettete. Für mich heute besonders zu erwähnen war die unaufgeregte, ruhige Art, wie der HSV agierte. Defensiv ließ man wenig zu, weil der HSV in den Zweikämpfen heute mit jeder Menge gesunder Aggressivität keine Zweifel daran aufkommen ließ, dass man das Spiel gewinnen will. Und offensiv erzwang Miro Muheim mit einem stark abgefälschten Distanzschuss das 1:0 - und er öffnete dem HSV damit viele Räume, da die Wiesbadener nicht mehr so tief stehen konnten, wie sie es eigentlich wollten. Und diese Räume nutzte der HSV.

Fazit: Ein Sieg ohne Spektakel, aber mit einer Menge Reife und Willen. Offensiv wurde nicht auf Teufel komm raus gepresst, stattdessen wurde die Räume für das Wiesbadener Aufbauspiel zugelaufen. Der HSV spielte kein Spiel, das schon vor Spielbeginn feststand, sondern eines, bei dem sich der HSV dem Spielverlauf anpasste und clever agierte. Endlich mal! Denn so passt das doch auch! Noch mehr, wenn man es jetzt auch in die nächsten Wochen rüberretten kann.

Apropos gut: Hinten rechts durfte heute Ludovit Reis die durch Heyers Sperre und van der Brempt Verletzung verweist Position zu besetzen. Defensiv rückte er in die Viererkette, offensiv löste er sich ins Mittelfeld. Und obwohl ich vor dem Spiel beim Blick auf die Startelf gehofft hatte, dass Baumgart die Rechtsverteidigerposition mit Jatta/Öztunali im Wechsel besetzen würde, war das eine gute Idee. Denn der Niederländer holte sich mit vielen guten Defensivzweikämpfen dringend notwendiges Selbstvertrauen und schaltete sich in der Offensivbewegung immer wieder im Mittelfeld mit ein. Ergo: Top gemacht von Reis.Und der Personalengpass wurde sehr gut gelöst, Herr Baumgart.

SPIELERBEWERTUNG:

MATHEO RAAB: Er kann nichts dafür, dass die Torwartdiskussion entfacht wurde und dass sich viele verwundert gezeigt haben über diesen Wechsel. Aber: Er ist inzwischen ruhiger im Spiel, wirkt souveräner und spielt einfach gut. Er hat sich bis zu einem Punkt gespielt, an dem der Wechsel zurück zu Heuer Fernández wieder nicht zu vertreten wäre. Sein unaufgeregter Auftritt war für mich symptomatisch für das gesamte Spiel des HSV heute. Note: 3

LUDOVIT REIS: Er muss erstmal wieder ins Spiel finden - und dafür war diese Notlösung vielleicht gar nicht so schlecht. Denn hinten rechts ist vom Aufgabenumfang weniger als zentral auf der Acht. So musste er seine Zweikämpfe gewinnen - was er tat - und den Ball weiterspielen. Was er auch machte. Dass er sich in der Offensivbewegung immer wieder im Mittelfeld mit einschaltete war sicher so angesagt. Hoffentlich knüpft er jetzt hieran an und wird wieder der Ludovit Reis, der er vor seiner Verletzung war. Note: 3

DENNIS HADZIKADUNIC: Wirkt auf mich selbstbewusster als zuletzt. Ob das an seinem Nebenmann Schonlau liegt, der ihn viel (und gut )dirigiert? Egal wie, er wird besser. Und das nicht nur im Defensivzweikampf, sondern auch im Spielaufbau. Note: 3

SEBASTIAN SCHONLAU: Er stellt seine Nebenleute, er organisiert die Defensive im Doppelpass mit Meffert.  Note: 3

MIRO MUHEIM (bis 60.): Wer den Abschluss nicht wagt, kann auch nicht treffen, heißt es. Und er bewies das mit seinem Treffer zum 1:0, der im Zustandekommen sicher sehr glücklich war. Aber: Er ist und bleibt der beste Linksverteidiger im HSV-Team. Note: 3

NICOLAS OLIVEIRA (ab 60.): Er ist ganz offensichtlich noch nicht so weit. Defensiv ist er zwar immer nahe am Mann, aber er verhindert einfach zu wenige Flanken, Pässe und Abschlüsse des Gegners. Aber: Er ist noch jung und muss lernen dürfen. Note: wäre nicht gut - aber er muss lernen dürfen. Diese Zeit geben wir ihm hier, bis wir ihn erstmals benoten

JONAS MEFFERT: Endlich wieder Stabilisator mit vielen wichtigen Ballgewinnen defensiv, aber für seine Verhältnisse noch mit zu vielen einfachen Ballverlusten. Trotzdem war das schon deutlich besser als vergangene Woche.  Note: 3

LASZLO BENES (bis 88.): Er ist der Mann, der den Unterschied macht im HSV-Offensive. Er kreiert, er schließt ab, er trifft. Auch heute wieder Man of the Match mit seinem Zauberpass auf Königsdörffer und dem schlitzohrigen Treffer zum torentscheidenden 2:0. Note: 2

MYASAKA OKUGAWA (ab 88.): Dabei. Endlich mal. Hoffentlich demnächst häufiger.

BAKERY JATTA (bis 71.): Seine Pässe werden nicht besser, seine Flanken auch nicht - das wissen wir. Aber er macht immer weiter, probiert viel, läuft noch mehr - und ads macht ihn für Trainer Steffen Baumgart wertvoll. Aber auch für ihn gilt, dass da nach vorn schnell wieder mehr bei rumkommen muss. Note: 4

ANSSI SUHONEN (ab 71): Er ist ein Einwechselpsieler, wie ihn sich die Trainer wünschen. Problem bei so konstant guten Kurzauftritten ist nur, dass der Trainer irgendwann in die Situation kommt, daraus einen Startelfplatz zu machen. Und genau da steht der junge Finne, der heute wieder sehr belebend war und fast sogar getroffen hätte. Note: 2,5

IMMANUEL PHERAI (bis 71.): Was ist los mit ihm? Der junge Mittelfeldmann mit dem feinen Fuß und dem gefährlichen Torabschluss zeigt nichts von dem, was ihn auszeichnet. Seit Wochen läuft er viel - aber fast immer umsonst. Seinen Pfostenschuss heute standen unzählige Ballverluste und verlorene Zweikämpfe gegenüber. Das war wieder viel zu wenig für das Potenzial, das der Niederländer zweifellos hat. Note: 5

LUKASZ POREBA (ab 71.): Er hat sehr viele interessante und sehr gute Ansätze, die er immer wieder zeigt. Aber zum Durchbruch reicht es bislang noch nicht. Leider. Note: 3

LEVIN ÖZTUNALI (bis 61.): Ich hatte angesichts der Startelf vermutet, dass er sich zusammen mit Jatta die Rechtsverteidigerposition teilen würde und war gespannt. Aber es lam anders und er spielte Linksaußen, wo er viel verdichte und wenig bis nichts klappte. Mal wieder nicht. Positiv heute war: Er traute sich wieder etwas mehr und versuchte auch mehr. Daran muss er anknüpfen! Negativ hierbei: Davon klappte fast nichts. Note: 5

RANSFORD KÖNIGSDÖRFFER (ab 61.): Er machte schon in Düsseldorf nach seiner Einwechslung gute Sachen, die aber für das bis dahin schon verlorene Spiel nicht keinen Unterschied mehr machten. Auch heute war er schnell im Spiel, lief viel, machte viel - und er traf sogar. So bietet man sich beim Trainer für mehr an! Note: 2,5

ROBERT GLATZEL: Wieder turnte er rund um den Sechzehner herum und war zu selten dort, wo er hingehört: Als Abnehmer und Vollstrecker im gegnerischen Sechzehner. Dass seine Kernqualitäten nicht das lange Dribbling sowie der finale Pass sind, haben ihm bislang alle seine HSV-Trainer gesagt. Auch Baumgart. Jetzt wird es Zeit, dass sich der Toptorjäger darauf wieder besinnt, was ihn stark macht - denn dann wird er wieder mehr treffen. Heute war das okay, aber nicht gut. Note: 4

STATISTIK ZUM SPIEL:

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

HSV: Raab - Hadzikadunic, Schonlau, Muheim (60. Oliveira) - Reis, Meffert - Jatta (71. Suhonen), Pherai (71. Poreba), Benes (88. Okugawa), Öztunali (60. Königsdörffer) - Glatzel

SV Wehen Wiesbaden: Stritzel - Mockenhaupt, Mathisen, Vukotic - Fechner (66. Agrafiotis) - Goppel (78. Froese), Heußer, Kade (46. Bätzner), Günther (70. Rieble) - Prtajin, Kovacevic (66. Jacobsen)

Tore: 1:0 Muheim (33.), 2:0 Benes (51.), 3:0 Königsdörffer (85.)

Zuschauer: 55.523

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)

Gelbe Karten: Pherai / Mathisen

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