Großer Umbruch beim HSV – Transfers, Verträge und Millionen-Deals
Der HSV hat turbulente Tage hinter sich, in denen sich sportlich wie wirtschaftlich einiges getan hat. Und genau solche Tage hat der HSV auch weiter vor sich, hoffe ich. Denn…

Der HSV hat turbulente Tage hinter sich, in denen sich sportlich wie wirtschaftlich einiges getan hat. Und genau solche Tage hat der HSV auch weiter vor sich, hoffe ich. Denn noch ist jede Menge personell zu tun. Aktuell besonders im Fokus: der Transferpoker um Rayan Philippe, der Abgang von Mittelfeldmotor Ludovit Reis, Vertragsverhandlungen mit Trainerteam und Spielern - und zwei finanziell sehr lukrative Deals, die eine neue Grundlage für die nähere und fernere Zukunft geben.
Im Werben um Braunschweigs Angreifer Rayan Philippe ist dem HSV dem Vernehmen nach ein wichtiger Durchbruch gelungen. Der französische Stürmer ist vom Training bei Eintracht Braunschweig seit deren Beginn bereits freigestellt und wartet nur noch auf grünes Licht für seinen Wechsel nach Hamburg. Nach Informationen des Abendblatts stehen beide Clubs kurz vor einer mündlichen Einigung. Die Ablöse wird sich demnach zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro bewegen, ergänzt durch Bonuszahlungen, die an Einsätze und den Klassenerhalt des HSV gekoppelt sind. Der Transfer soll zeitnah vollzogen werden, spätestens zum Trainingsstart am 2. Juli soll Philippe im Volkspark aufschlagen können.
Transfer von Rayan Philippe vor dem Abschluss
Die Personalie Davie Selke bleibt trotz Philippe-Transfer aktuell. Offiziell wird verlautbart, dass der HSV weiterhin eine Verlängerung mit dem Torjäger anstrebe, es gäbe nur weiter Unstimmigkeiten über die Laufzeit. Während der HSV dem 30-Jährigen demnach ein Zweijahres-Angebot unterbreitet hat, fordert Selke weiterhin drei Jahre. Seit Mai herrscht Stillstand, nachdem sich beide Seiten darauf einigten, die automatische Vertragsverlängerung bei Aufstieg zu streichen. Ich persönlich gehe weiterhin davon aus, dass Selke den HSV verlassen wird.
Eine emotionale, länger erwartete Trennung gab es unterdessen mit Ludovit Reis heute offiziell vermeldet. Der 25-jährige Mittelfeldspieler wechselt zum belgischen Topklub Club Brügge. Der HSV erhält laut Verein eine Sockel-Ablöse zwischen sechs und sieben Millionen Euro, von denen aufgrund einer Klausel beim Kauf seinerzeit rund 30 Prozent an den FC Barcelona fließen. Zusätzlich können Bonuszahlungen von bis zu einer Million Euro sowie eine 20-prozentige Weiterverkaufsbeteiligung für den HSV hinzukommen. Reis verabschiedete sich in einem emotionalen Video vom Verein und betonte, dass es ihm schwerfalle, den HSV zu verlassen. Insgesamt absolvierte er 129 Pflichtspiele für den Club.
Vertrags-Offensive: Trainerteam soll bleiben
Parallel zum Abschied des Vize-Kapitäns arbeitet der HSV an der Absicherung seines Trainerteams. Nach dem Aufstieg sollen die Verträge von Cheftrainer Merlin Polzin, seinem Partner Loic Favé, Co-Trainer Richard Krohn, Athletik-Trainer Jan Hasenkamp und Video-Analyst Eduard Riesen verlängert werden. Spätestens vor dem Trainingslager in Herzogenaurach (14.–18. Juli) soll alles unter Dach und Fach sein. Besonders Favé, bislang als U21-Trainer und Nachwuchs-Direktor im Club, soll auch in der Bundesliga eng an Polzins Seite agieren. Der Vertrag von Torwarttrainer Sven Höh läuft ohnehin bis 2028. Der Vertrag von Claus Costa läuft zudem noch bis 30. Juni 2026.
Auch wirtschaftlich gibt es gute Nachrichten zu vermelden. Bei der Mitgliederversammlung verkündete Finanzvorstand Eric Huwer, dass der HSV erstmals seit Jahren schuldenfrei sei. Möglich machte das ein Wandeldarlehen Kühnes über 30 Millionen Euro, das in Anteile umgewandelt wurde. Anteile, die er wieder abstößt. So hat sich die Sparda-Bank Hamburg mit 7,5 Prozent an der HSV Fußball AG & Co. KGaA beteiligt. Die Anteile stammen vom langjährigen Großinvestor Klaus-Michael Kühne, der seine Beteiligung auf etwa 13,5 Prozent reduziert hat. Kühne kassiert hierfür rund 26 Millonen Euro.
Stadionname bleibt – Kühne und Sparda-Bank schließen Mega-Deals
Zum anderen übernimmt Kühne erneut für drei Jahre die Namensrechte am Stadion – und sorgt dafür, dass die Arena weiterhin „Volksparkstadion“ heißen darf. Dafür zahlt der Unternehmer 13,5 Millionen Euro bis 2028. Der HSV profitiert zwar nicht direkt finanziell vom Anteilshandel, darf sich aber über jährliche Einnahmen von 4,5 Millionen Euro durch das Namensrecht freuen – eine Einnahmequelle, die zuletzt seit 2020 ungenutzt blieb. Ein guter Move für den HSV, der sich in diesem Fall wirklich über quasi „geschenkte Millionen“ freuen darf…
Der HSV geht somit finanziell auf deutlich breiterer Basis in die neue Saison. Mit Kühne, der Sparda-Bank und HanseMerkur verfügt der Club nun über drei stabile strategische Partner. Weitere Anteile sollen perspektivisch an den „Supporters Trust“ gehen – ein Modell, das den Einfluss der Fans stärken soll und die Klubkassen füllen könnte. Problem bei allem ist aber weniger die Einnahmeseite. Die hat beim HSV in den letzten Jahrzehnten (fast) immer gut funktioniert. Das Problem war stattdessen stets die Sinnhaftigkeit in den Ausgaben…
Fazit: Wir müssen weiter hoffen, dass die Verantwortlichen ein gutes Händchen bei Neuzugängen haben und dem HSV eine sportliche Basis verschaffen, die für den Klassenerhalt reicht. Finanziell hat sich der HSV neu aufgestellt. Jetzt gilt es, diese positive Entwicklung in Form von findigen, schlauen Neuverpflichtungen auch auf dem Platz fortzusetzen.
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