Spielbericht

Glatzel glücklich über Tor-Comeback - der HSV testet erfolgreich

Okay, ein Regionalligist sollte auch geschlagen werden, wenn man als Zweitligist viel durchwechselt. Mit 3:0 wurde dementsprechend auch der Regionalligist Phönix Lübeck…

Glatzel glücklich über Tor-Comeback - der HSV testet erfolgreich

Okay, ein Regionalligist sollte auch geschlagen werden, wenn man als Zweitligist viel durchwechselt. Mit 3:0 wurde dementsprechend auch der Regionalligist Phönix Lübeck besiegt. „Es war genau das, was wir uns erhofft und geplant hatten. Das heißt: Wir mussten im Pressingverhalten unsere Abläufe so umsetzen, wie wir es gewohnt sind. Es war ein Gegner, der aktiv verteidigt und sich nicht nur hinten reinstellt. Es ist alles sehr gut aufgegangen – auch was die Spielzeiten der einzelnen Jungs angeht“, zeigte sich Trainer Merlin Polzin nach Schlusspfiff sehr zufrieden.

Dennoch war das Pressingverhalten heute nicht das Wichtigste. Vielmehr ging es darum, den Spielern Spielpraxis zu geben, die zuletzt wenig oder gar nicht zum Einsatz gekommen waren – so wie Robert Glatzel. Der Angreifer, der nach seiner fünfmonatigen Pause schon am vergangenen Wochenende in der Schlussphase in Magdeburg eingewechselt worden war, feierte heute auch gleich sein Tor-Comeback für den HSV. Der 31-jährige Torjäger traf beim 3:0 (1:0)-Erfolg in der 16. Spielminute per Foulelfmeter zur Führung, den er zuvor selbst gekonnt gegen Phönix-Torwart Mika Schneider herausgeholt hatte. „Ich bin sehr glücklich und zufrieden“, ließ er danach wissen. Die weiteren Tore gegen den Viertligisten aus Lübeck erzielten der zur zweiten Halbzeit für Glatzel eingewechselte Davie Selke (53.) und Marco Richter (71.) nach einem Patzer des zweiten Gäste-Keepers Carl Leonhard.

Glatzel sieht sein Tor-Comeback als gutes Omen

Für HSV-Trainer Merlin Polzin war es gut zu sehen, dass Glatzel weiter wichtige Fortschritte macht. Dabei war vor dem Spiel noch unklar, ob er eine Halbzeit oder 60 Minuten spielen würde. Am Ende wurden es 45 Minuten, weil Glatzel selbst signalisierte, dass es reichte. „Er hat angezeigt, dass er platt war“, erklärte Polzin, der aber dennoch 45 überzeugende Minuten seines Topstürmers gesehen haben dürfte. Dass Glatzel den Elfer schießen würde, sei für ihn „selbstverständlich“ gewesen, verriet er gegenüber meinem Mopo-Kollegen nach dem Spiel. Dass er ihn zudem verwandelte, nahm er als gutes Omen – immerhin hatte er sich seine Horrorverletzung Ende 2024 in einem Testspiel zugezogen, kurz nachdem er einen Elfmeter verschossen hatte. Glatzel: „Es ist verrückt. Damals hatte ich auch einen Elfer, habe ihn dann verschossen und musste ein paar Minuten später verletzt raus.“ Dass er nun traf, sei „Ironie des Schicksals – so schließt sich der Kreis“.

Der Kreis war heute eine runde Sache, die glücklicherweise ohne schlimmere Verletzungen blieb. „Ich habe Minuten und Fitness gesammelt, ein paar gute Aktionen gehabt und ein Tor gemacht – das hätte ich vorher so unterschrieben. Und insgesamt sind ja alle fit und gesund geblieben. Es war ein schöner Tag!“, freute sich Glatzel. Während man ihm diese Hochgefühle gönnt, bleibt Polzin wie immer sachlich und ruhig: „Wir müssen nicht darüber diskutieren, ob Bobby weiß, wo das Tor steht. Wenn er im Strafraum an den Ball kommt, ist er halt drin. Darauf werden wir noch oft zugreifen können – und müssen.“

Ebenso auf Fabio Baldé, der heute auf der Außenbahn Vollgas gab und mir erneut bestätigte, dass er das fußballerische Double von Neuzugang Adedire Mebude ist. Oder nein, andersherum wird ein Schuh draus: Mebude ist der zweite Baldé, denn der Hamburger Jung ist schon länger hier. Und sportlich gefällt mir Baldé aktuell sogar noch besser als der Schotte, dessen Verpflichtung – ebenso wie die der anderen beiden Youngster Aboubaka Soumahoro (verletzt) und Alexander Røssing-Lelesiit (der physisch noch zu schwach ist und erst eine Weile Aufbautraining braucht, um eine echte Alternative zu werden) – bislang sehr unglücklich verlaufen ist. Aber zu diesen drei Transfers werde ich in den nächsten Tagen noch ausführlicher kommen. Heute überwiegt die Freude über die positive Entwicklung derer, die seit Saisonbeginn (und länger) dabei sind. Vor allem Glatzels gesunder, selbstbewusster und beweglicher Auftritt war sehr ansprechend.

Das Spiel gegen SV Elversberg wird ein harter Prüfstein

Gegen die SV Elversberg wird der HSV alles an Offensivkraft brauchen, was er bieten kann – davon bin ich überzeugt. Und auch Mats sieht es in unserem heutigen Analyse-Talk sehr ähnlich. Die SVE ist taktisch äußerst diszipliniert und agiert insbesondere gegen stärkere Gegner, die das Spiel machen, oft sehr effizient. Hinten dicht, und dann über den Top-Spielmacher Muhammed Damar sowie Fisnik Asllani, die beide für kleines Geld aus Hoffenheim kamen, schnelle Gegenstöße setzen – genau das, was dem HSV in den letzten Jahren am meisten wehgetan hat.

Die Frage ist nur, inwieweit es diese Saison noch schmerzen wird. Gegen Magdeburg stand der HSV defensiv sehr stabil, zuvor gegen Düsseldorf ebenso. Dank eines sehr umsichtigen Daniel Elfadli in der Innenverteidigung – und dank eines immer stärker und vor allem stabiler werdenden Dennis Hadzikadunic. Auf den Außenverteidigerpositionen ist man für die Offensivbewegung gut aufgestellt, defensiv gibt es hier aber sicher noch Luft nach oben. Dennoch – und auch das zeichnet das Trainerteam aus – hat man es bislang sehr gut hinbekommen, dem Gegner nur selten diese Schwachstellen aufzuzeigen. Diesmal wird es das Zentrum der SVE sein, auf das der HSV besonders gut aufpassen muss. Deshalb bleibt zu hoffen, dass Jonas Meffert seine muskulären Probleme bis dahin auskuriert hat. Und ich bin mir sicher: Inzwischen hoffen das hier im Blog auch viele von denen, die Meffert bis vor Kurzem noch verflucht haben – oder etwa nicht?!

In diesem Sinne: Euch allen einen schönen Abend und viel Spaß mit dem neuen Analysetalk mit Profi-Analyst Mats Beckmann von createfootball.com. Und für alle, die uns auf YouTube oder hier noch nicht abonniert haben – macht es bitte! Das soll ich übrigens jetzt in jeder Sendung sagen, wie mir echte YouTube- und Social-Media-Profis gerade mit aller Wucht eingehämmert haben. Immerhin ist der größte Teil unserer Zuschauer und Zuschauerinnen immer noch ohne Abo unterwegs – und das kostet nicht mal was ... Also: Bitte einmal kurz anklicken und abonnieren – das hilft uns sehr!

Bis morgen!
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