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Glatzel bleibt, Raab kommt - aber die HSV-Baustellen bleiben

Der Top-Torjäger bleibt: Robert Glatzel bleibt trotz eines unterschriftsreifen Angebots aus der Bundesliga beim HSV. In der abgelaufenen Saison hatte der Angreifer mit 22…

Glatzel bleibt, Raab kommt - aber die HSV-Baustellen bleiben

Der Top-Torjäger bleibt: Robert Glatzel bleibt trotz eines unterschriftsreifen Angebots aus der Bundesliga beim HSV. In der abgelaufenen Saison hatte der Angreifer mit 22 Treffern maßgeblich dazu beigetragen, dass die Hamburger Tabellendritter wurden und es in die Aufstiegsrelegation schafften. Jetzt verlängerte der 28-Jährige seinen bis 2024 laufenden Vertrag vorzeitig bis 2025, teilte der HSV heute mit. „Robert ist sportlich wie charakterlich sehr wichtig für unsere Mannschaft“, sagte Sportvorstand Jonas Boldt, der für Glatzel auch die eigene Gehaltsobergrenze deutlich verschob. Anstelle der bisherigen 600.000 Euro, mit denen Glatzel die Gehaltsobergrenze erreicht hatte, soll der Torjäger ab sofort 1,3 Millionen Euro verdienen. 

„Jedes einzelne meiner bisherigen 41 Spiele war besonders. Deshalb freue ich mich auf alles, was nun kommt. Wir alle haben gemeinsame Ziele und wollen diese erreichen. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen“, sagt Glatzel, der für die Gehaltserhöhung auf seine festgeschriebene Ablösesumme von rund zwei Millionen Euro verzichtet haben soll. Zuletzt war vom Interesse des FC Schalke zu lesen. Von den Gelsenkirchenern, die dem HSV vor der abgelaufenen Saison schon Simon Terodde wegverpflichtet hatten, soll Glatzel einen unterschriftsreifen Vertrag vorgelegt bekommen haben.

HSV ruft Maximum als Ziel aus - und setzt sich selbst unter Druck

Und ja, es ist gut, dass Glatzel bleibt. Das sehe ich aus sportlicher Sicht zu 100 Prozent so. Dass der HSV weiter auf den aktuellen Kader setzen will, hängt auch ganz entscheidend davon ab, dass er seine Eckpfeiler an Bord behält. Allerdings ist die Idee, das Gehalt von 600.000 auf nunmehr 1,3 Millionen Euro mehr als zu verdoppeln, jetzt auch keine Meisterleistung seitens des HSV. Und so sinnlos die Gleichung „mehr Geld = mehr Leistung“ auch ist, sie findet in Sachen Erwartungshaltung statt. Fakt ist auf jeden Fall, dass Glatzel sich angesichts dieser Summe in der neuen Saison einer hohen Erwartungshaltung ausgesetzt sehen wird.

Auch insgesamt steuert dieser HSV wieder in eine enger werdende Straße zu. Man müsse und wolle die Rolle als Aufstiegsfavorit annehmen, hatten zuletzt HSV-Verantwortliche wie beispielsweise Vorstand Thomas Wüstefeld und auch Nachwuchsleiter Horst Hrubesch gesagt. Warum man das sagt, bevor man den Kader zusammengestellt hat, wird sich mir nie erschließen. Denn die diesjährige Kaderplanung beim HSV hat bislang noch nicht die Ergebnisse geliefert, die mich davon überzeigen, hier in Hamburg den Topfavoriten sitzen zu haben.

Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass der HSV an sich selbst die Erwartungshaltung haben muss, einen Kader zusammenzustellen, der den Aufstieg als Ziel haben muss. Mit anderen Worten: Jonas Boldt, sein Scoutingteam sowie Sportdirektor Michael Mutzel müssen jetzt in die erste Reihe treten und abliefern. Auch deshalb sähe ich Boldts Forderung, seinen Vertrag jetzt verlängert zu bekommen, sehr kritisch. Zumindest sehe ich dafür keinen Anlass, bevor Boldt nicht nachweisen kann, dass er die ersten Entwicklungen der abgelaufenen Saison auch weiterentwickelt. Ich würde definitiv abwarten, wie sich der HSV zur neuen Saison präsentiert und mit Boldt die klare Absprache treffen, bis zur Jahreswende Klarheiten zu schaffen. Nicht zuletzt, weil bis dahin auch die Zukunft von Boldts Kompagnon auf Vorstandsebene, Dr. Thomas Wüstefeld, geklärt sein wird und es zuletzt ja Gerüchte um ein internes Zerwürfnis beider gegeben hatte.

Boldt, Mutzel und Co. müssen jetzt liefern

Also noch mal: Ich sehe aktuell Boldt, Chefscout Claus Costa und Sportdirektor Michael Mutzel in der Pflicht, dem HSV ein personelles Bild zu verleihen, das den selbst formulierten Ansprüchen entspricht. Dass sie das können, ist für mich unbestritten. Aber dafür ist eben auch noch sehr viel mehr zu tun, als nur den Vertrag des Toptorjägers mit viel Geld zu verlängern. Dafür muss der HSV in der Defensive Sicherheit haben, wie es mit Mario Vuskovic weitergeht. Dafür muss der HSV klären, wer in der kommenden Saison den Kreativpart im Mittelfeld übernehmen soll. Bleibt es Teilzeitjobber Sonny Kittel, oder wird hier nachgebessert? Zudem müssen neben mindestens einem neuen Mittelstürmer, der als ernsthafteres Backup fungiert als es Mikkel Kaufmann konnte, noch weitere offensive Außenbahnspieler kommen.

Und es muss ein Ersatz für den abwanderungswilligen Josha Vagnoman bereitstehen. Dass man HSV-seitig hier immer von dem Domino-Effekt spricht, den ein Verkauf wie der von Vagnoman nach sich zieht – okay. Aber genau DAS ist eben nichts Verlässliches. Im Gegenteil. Umso verwunderter war ich, als ich heute die Nachricht von Sky las, dass der HSV an einer Verpflichtung einer neuen Nummer zwei arbeitet. Demnach soll Matheo Raab (23) vom 1. FC Kaiserslautern, wo sein Vertrag Ende Juni ausläuft, ablösefrei zum HSV kommen. Eine klare Ansage in Richtung Marko Johansson, der schon im Laufe der Rückrunde nicht mehr zum Kader gehört hatte. Damals noch mit der Ansage, dass dies eine sportliche Entscheidung sei und Johansson in der bevorstehenden Vorbereitung wieder voll angreifen soll.

Matheo Raab kommt vom Zweitligaaufsteiger 1. FC Kaiserslautern und unterschreibt bis 2025 beim HSV

Allerdings scheint man darauf nicht mehr setzen zu wollen. Da Johansson, der vor einem Jahr für 600.000 Euro verpflichtet wurde, noch einen bis 2025 laufenden Vertrag hat, muss man hier wenigstens noch einen kleinen Ertrag erzielen. Dass man den Schweden mit einer Abfindung wegschickt, wie es die Kollegen der BILD berichten, kann nur ein schlechter Scherz sein. Es wäre allemal ein erneut teurer Fehlgriff der Abteilung Boldt, Mutzel und Co.. Und: Die Kernprobleme hat man damit noch nicht gelöst

Rechnet man aktuell einmal alles zusammen, ist der HSV noch weit hinter den eigenen Erwartungen. Das wiederum ist auch dem Umstand geschuldet, dass das Transferfenster offiziell ab dem 1. Juli geöffnet wird und erst dann Wechsel offiziell stattfinden dürfen (was ich angesichts eines Saisonbeginns der Zweiten Liga am 15. Juli für völlig unrealistischen Quatsch erachte). Zudem weiß ich nicht, ob nicht schon deutlich mehr Transfers soweit vorangetrieben worden sind, dass hier nur noch offiziell Vollzug vermeldet werden muss. Ich weiß aber sehr wohl, dass sich der HSV selbst maximal unter Druck gesetzt hat und selbst für kleinste Machtspielchen null Spielraum vorhanden ist. Von daher bin ich extrem gespannt, was die nächsten Tage bringen werden.

Wir feiern unseren ersten Neuzugang für die neue Saison - morgen!

Bis dahin Euch erst einmal alles Gute mit dem Hinweis, dass der neue Communitytalk statt heute erst morgen online sein wird. Dazu werde ich Euch morgen ein wenig über unsere hiesige Ausrichtung für die neue Saison berichten. Mit dabei ist auch ein Neuzugang, über den ich mich sehr freue. Bis morgen!

Scholle 

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