Genau so geht das!
Zum Glück ist es beim HSV gerade mal wieder ruhig. Ale 14 daheimgeblieben Feldspieler sind gesund, zwei coronakranke Torhüter sind schon auf dem Weg der Besserung – und wir…

Zum Glück ist es beim HSV gerade mal wieder ruhig. Ale 14 daheimgeblieben Feldspieler sind gesund, zwei coronakranke Torhüter sind schon auf dem Weg der Besserung – und wir haben Zeit, uns hier mal um etwas Bloghygiene zu kümmern. Und genau das habe ich gestern exemplarisch mit dem Post von Rotkaeppchen gemacht, der mir daraufhin auch geantwortet hat. Erwartungsgemäß respektvoll. Und deshalb antworte ich ihm nur zu gern:
Lieber Rotkaeppchen – es ist wirklich sehr anständig, dass Du Dich hier noch mal in so sachlicher Form äußerst und Deine Aussagen erklärst. Ich habe es Dir auch nicht als Rotkaeppchen persönlich übelgenommen, sondern habe Deinen Post nur als passendes Beispiel erachtet und deshalb lediglich exemplarisch ausgewählt. Dabei ging es mir nie um Dich – zumal ich Deine Posts als ansonsten sehr ausgewogen und bereichernd erachte. Aber Dein Post war sehr gut dazu geeignet, hier mal mit dem einen oder anderen verselbständigten Missverständnis aufzuräumen. Anbei Dein Post (fett gerduckter Teil) und meine Antworten.:
Lieber Scholle,
mehr als einmal habe ich geschrieben, dass ich durchaus für dieses kostenlose Angebot deinerseits dankbar bin. Nun hast du immerhin zu verstehen gegeben, dass es sich um ein Angebot handelt, dass du also nebenbei betreibst – und so erscheinen ja auch meine dann unangebrachten Bemerkungen in einem anderen Licht.
Das habe ich mitnichten. Und das werde ich auch nicht tun. Ich sehe keinen Anlass, hier zu erklären, wie ich mein Geld verdiene. Das ist meine private Angelegenheit. Anders wäre es, wenn ich Eich Geld für diesen Blog abverlangen würde. Aber: Fakt ist, dass ich diesen Blog seit etwas mehr als einem Jahr betreibe und seither weit über 500 Beiträge verfasst und gesendet worden sind. Meine Arbeitswochen umfassen fast immer mehr als 5 Tage. Und das ist kein Problem für mich, denn das mache ich, weil ich es machen möchte. Andere nennen diese Art Blogbetrieb schon „Fulltime-Job“. Und ich freue mich, dass das so großartig und weitflächig angenommen wird.
Ich ging nach den Beschreibungen in deiner Vorstellung unter dem Blog davon aus, dass wird wohl die Einnahmequelle also dein eigentlicher Beruf sein, der dann selbständig betrieben wird. Und in dieser Hinsicht konnte ich mir 24/7 und ohne HSV verlorene Tage nicht zusammenreimen und habe deine immer zwischendurch eingeführten Zeilen in der Tat dahingehend interpretiert, dass eine gewisse Anspruchshaltung damit verbunden sei.
Kein Problem. Deine Meinung werde ich Dir nie nehmen. Dieser Blog ist bislang ein völlig frei zugängliches, zu 100 Prozent unabhängiges Medium, das über den HSV berichtet. Und das ist meine oberste Prämisse. Und wenn Du nach Ansprüchen fragst: Meine Frau beschwert sich seit vielen Jahren darüber, dass ich arbeitsmäßig und vor allem in Sachen HSV nie abschalte. Auch in diesem letzten Urlaub nicht. So viel zu meinem Anspruch, diesen Blog zu führen.
Als Gesellschafter-Geschäftsführer in selbständiger Tätigkeit, hört sich arrogant an, ist aber so, bin ich es nicht gewohnt über verlorene Urlaubstage zu lamentieren – da steht manchmal sogar die Firma noch vor privaten familiären Verpflichtungen. Und ich bin geprägt in der Hinsicht als Sohn eines Kaufmanns, für den es als Flüchtlingskind nach dem zweiten Weltkrieg eben keine work-life-balance gab, um das selbst aufgebaute Unternehmen am Laufen zu halten. Insofern ist es heute auch ein Fortschritt, dass wir es uns als Gesellschaft mittlerweile leisten können, den richtigen Ausgleich zwischen Familie, Freizeit und Firma zu finden. Einen Ausgleich, den ich in der Tat noch nicht so verinnerlicht habe.
Jeder hat da seine eigene Art. Ich bin seit mehr als 20 Jahren selbständig und habe mir diesen Status auch in Zeiten erhalten, in denen ich sehr gut bezahlte, sichere und verlockende Jobs beim Hamburger Abendblatt, der Welt und der BILD als HSV-Redakteur angeboten bekommen habe. Ich habe noch nie den leichten Weg gewählt, um komfortabler durchs Leben zu kommen. Das war zuhause zwar nicht immer leicht durchzusetzen, weil mir diese Redakteursposten allesamt zweifelsfrei mehr planbare Freizeit bei sehr guten Bezügen gebracht hätte. Aber der Status, völlig frei agieren zu können, war mir immer der wichtigste in meinem Berufsleben. Ich wollte immer selbst für mein Glück verantwortlich sein – auch wenn das bedeutete, dass ich seit vielen Jahren sieben Tage die Woche und mit wenigen Tagen Urlaub im Jahr klarkommen muss. Es hat mir bis heute aber schlichtweg nichts ausgemacht, weil ich es gern mache. Fakt ist: Zu meiner Work-Life-Balance gehören weniger Yoga-Kurse und Sabaticals denn der reine Spaß am Job. Und den habe ich hier im Blog. Zumindest bisher. Denn die objektive Berichterstattung über den HSV war für mich immer und ist für mich auch heute noch eine Herzensangelegenheit. Aber bitte verwechselt das nicht: Denn das wiederum bedeutet noch lange nicht, dass diejenigen, die davon partizipieren, daraus auch noch Ansprüche an mich ableiten können bzw. dürfen.
Ich gebe auch zu, beim Lesen vielen deiner Artikel erkennen zu müssen, dass sich da ideologische Welten auftun („alles kann, nichts muss“) und wir völlig konträr sind auch mit der Ausrichtung des HSV. Hierzu habe ich meine Haltung, ich denke, dann schon in sachlicher Form vorgetragen und gebe allerdings zu, mich allerdings zu sehr gegen diese meiner Ansicht nach zu zersetzende Schreibe einiger Kommentatoren auseinander gesetzt zu haben und damit die Diskussionkultur verletzt, die ich eigentlich selber schätze.
Absolut okay so, Rotkaeppchen. Konträre Meinungen habe ich noch nie gerügt, geschweige denn bemängelt. Ich habe sie sogar gefordert und gefördert, indem ich Blogs ins Leben gerufen habe, in denen Foren zur inhaltlichen Diskussion aufgerufen wird. Diskussionen, unterschiedliche Meinungen und Gemeinsamkeiten sind tatsächlich die Essenz dessen, was wir hier bei MoinVolkspark erleben. Solange sie respektvoll bleiben. Und nur unter uns: in dieser Hinsicht habe ich Dich im Gegensatz zu anderen als sehr vernünftigen Blog-User wahrgenommen. Du hast einfach nur zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas geschrieben, was sich hier seit längerem zu manifestieren schien. Und darauf habe ich reagiert.
Mir ging es dabei aber ausschließlich um den Inhalt – nicht um Deine Person. Mir ging es nur darum, dass hier wieder ein Verständnis dafür entwickelt wird, was man bekommt. Denn einige glauben wirklich, mir sagen zu können, was ich denken und machen muss und vor allem: wann ich das machen muss. Und glaube mir, das wird nie passieren. Denn das empfinde ich nach mehr als 12 Jahren (Matz ab, Rautenperle und MoinVolkspark zusammen) als zum einen anmaßend und zum anderen als unverschämt (womit Du Dich bitte nicht angesprochen fühlen sollst). Und das war meine erste Nachricht gestern.
Nach deinen Einlassungen – immerhin (aber trotzdem leider in der Hinsicht) im heutigen Artikel, entschuldige ich mich bei dir. Es tut mir leid, dein Engagement falsch eingeschätzt zu haben. Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute, vor allem Gesundheit und Frieden in diesen Tagen.
Rotkaeppchen1966
(Gerne würde ich hier weiterschreiben, dann im Wissen, sich vielleicht mit manch unangebrachtem Post zurückzuhalten)
Das alles wünsche ich Dir und Deiner Familie auch von Herzen. Denn so ungern es einige hören: es gibt tatsächlich doch noch wenige Dinge, die wichtiger sind als der HSV. Und selbstverständlich freue ich mich, Dich weiterhin in diesem Blog als Gast dabei zu haben. Und bitte halte Dich nicht zurück, sondern bleibe meinungsstark in Deinen Posts. Solltest Du dann irgendwann mal übers Ziel hinausschießen, wirst Du das schnell genug merken. Da bin ich mir ziemlich sicher! Denn auch solche Diskussionen/Gespräche wie das unsere jetzt gehören dazu, um am Ende eine in sich homogene und geschlossene Gemeinschaft trotz vieler sehr unterschiedlicher Sichtweisen herzustellen.
Mich reizt es de facto sehr, inhaltlich zu diskutieren. Aber dazu gehört auch, mein Hausrecht in diesem Blog wahrzunehmen. Und das wiederum beinhaltet eben auch, unbelehrbar anmaßende, respektlose und/oder beleidigende Gäste nicht mehr mitmachen zu lassen. Bisher war ich da immer sehr nachsichtig und habe extrem viel durchgehen lassen. Aber ich halte es für die bessere Lösung, die respektlosen User zu streichen, die mir den Spaß an diesem Blog vermiesen wollen. Und das war die zweite Nachricht, die ich gestern (und jetzt) vermitteln wollte.
Von daher: Danke für Deine Reaktion, Rotkaeppchen!
Riesengroßen Grund zur Freude hatte ich heute übrigens auch, weil „webNetz“ seine neuen Blogzahlen präsentiert hat. In der Kategorie Blogs ohne Redaktion im Hintergrund haben wir es nämlich binnen eines Jahres schon auf einen starken elften Rang gebracht. (Noch) Nicht ganz Top10 also – aber eine extrem starke Entwicklung aus dem Stand heraus mit einem klaren Ziel: Nächstes Jahr dann Top10! Vielen Dank an Euch alle dafür!
In diesem Sinne, ich werde mich morgen früh wieder mit dem MorningCall, am Nachmittag dann mit einem Communitytalk und am Abend mit dem Blog. Das Team von Trainer Tim Walter trifft zudem um 14 Uhr auf dem Trainingsgelände am Volksparkstadion auf den aktuellen Tabellensiebten der Ersten dänischen Liga, Viborg FF. Die Partie findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, allerdings überträgt der HSV das Testspiel ab 14 Uhr auf dem vereinseigenen TV-Kanal (HSVtv).
Bis morgen!
Scholle
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