Gekommen, um zu bleiben - HSV-Frühstart in der Hitze
Am heißesten Tag des Jahres gab der HSV als erster Bundesligist das Startsignal für sein großes Projekt: Klassenerhalt in der Bundesliga. Nach sieben langen Jahren…

Am heißesten Tag des Jahres gab der HSV als erster Bundesligist das Startsignal für sein großes Projekt: Klassenerhalt in der Bundesliga. Nach sieben langen Jahren Zweitklassigkeit begann heute die Vorbereitung auf die neue Saison - bei schweißtreibenden 35 Grad im Schatten. Und das mit einigen Neuen und interessanten News rund um die weitere Kaderplanung.
Punkt 11 Uhr betrat Cheftrainer Merlin Polzin, mit 34 Jahren derzeit jüngster Coach der Bundesliga, gemeinsam mit seinem Team den Trainingsplatz neben dem Volksparkstadion. Rund 300 Fans vor Ort und bis zu 4.500 Zuschauer im Livestream verfolgten die erste Einheit des Aufsteigers. „Ich habe mich sehr gefreut, die Jungs wiederzusehen“, sagte Polzin. Nach zwei Tagen mit Leistungstests und medizinischen Checks ging es direkt in eine intensive Einheit mit Spielformen, Passübungen und ersten Abstimmungsprozessen. Zuvor durften die Neuzugänge – ebenso wie das neue Trainerpersonal – traditionsgemäß durch das Spalier der Teamkollegen laufen. Danach hieß es: arbeiten, schwitzen, zusammenfinden.
Neuzugänge und frische Gesichter
Gleich vier neue Spieler standen zum Auftakt auf dem Platz: Innenverteidiger Jordan Torunarigha (27) kam vom belgischen Erstligisten KAA Gent und soll die Defensive stabilisieren. Nicolai Remberg (25), bislang bei Holstein Kiel, wird als robuster Mittelfeldspieler eingeplant. Kurz vor Beginn des Trainings gab der HSV zudem den Transfer von Stürmer Rayan Philippe (24) bekannt.
Der Franzose kam für eine kolportierte Ablösesumme von rund drei Millionen Euro von Eintracht Braunschweig und soll auf den Außenbahnen für Tempo und Torgefahr sorgen. Mit Fernando Dickes (17) wurde außerdem ein Torwarttalent von RB Leipzig verpflichtet - perspektivisch für die Zukunft. Darüber hinaus testete Trainer Polzin auch einige junge Talente aus der U21, darunter Omar Megeed, Davis Rath und Neuzugang Dorian Migalic, der zuletzt für die U19 des VfB Stuttgart spielte.
Auch im Trainerteam gab es neue Gesichter: Basil More-Chevalier (Performance Manager) und Felix Wolfmeier (Spielanalyst) rückten aus dem Nachwuchs auf, Max Bergmann verstärkt als Co-Trainer Analyse das Team – er kam von der zweiten Mannschaft der TSG Hoffenheim.
Abgänge und offene Personalfragen
Nicht mehr dabei sind einige Aufstiegshelden: Mittelfeldmotor Ludovit Reis (25) wechselte zum belgischen Vize-Meister FC Brügge. Auch der Verbleib von Davie Selke, mit 22 Toren Torschützenkönig der 2. Bundesliga, ist unwahrscheinlich – sein Vertrag lief Ende Juni aus, bei den Leistungstests war er bereits nicht mehr anwesend. Unklar bleibt zudem die Zukunft von Adam Karabec - der Tscheche war zuletzt ausgeliehen, über eine feste Verpflichtung ist noch nicht entschieden. Spannend bleibt auch die Rolle von Sebastian Schonlau: Der Ex-Kapitän verlor in der Rückrunde seinen Stammplatz, war aber heute gut gelaunt dabei.
Der HSV hat am heißesten Tag des Jahres nicht nur seine Trikots durchgeschwitzt, sondern auch ein erstes kleines Zeichen gesetzt. Als erster Bundesligist in die Vorbereitung zu starten, mag auf den ersten Blick nur eine Randnotiz sein - doch es ist ein Signal. Ein Zeichen dafür, dass der HSV verstanden hat, worum es im kommenden Jahr geht: härter zu arbeiten als die Konkurrenz.
Der HSV hat verstanden, worum es geht
Denn eines ist klar: Die anderen Bundesliga-Klubs haben mehr Geld, tiefere Kader und Spieler mit größerer individueller Qualität. Was der HSV dem entgegensetzen kann und muss, ist Fleiß, Leidenschaft und ein kluger Plan. Genau das machte Cheftrainer Merlin Polzin zum Auftakt deutlich. Immer wieder betonte er: Seine Mannschaft muss aktiver, laufstärker, zweikampfstärker und robuster werden, um das Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Und das war keine Floskel, sondern ein klar formulierter Anspruch - an die Spieler, an das Trainerteam und letztlich an den gesamten Klub.
Wie stark der Kader in den kommenden Wochen noch verändert und verbessert werden kann, ist offen. Aber erfreulich ist: Die Zeiten, in denen beim HSV öffentlich behauptet wurde, man „brauche keinen Rechtsverteidiger“, scheinen vorbei zu sein. Inzwischen wird intern von bis zu sieben weiteren potenziellen Neuzugängen gesprochen – Spieler, die sofort helfen und nicht erst Perspektive sein sollen. Das ist neu. Und es ist richtig.
Der HSV hat mit dem heutigen Trainingsauftakt also nicht mehr und nicht weniger als einen hoffnungsvollen Start hingelegt. Einer, der zeigt: Man will vorbereitet sein. Jetzt gilt es, diese Hoffnung mit Substanz zu füllen. Auf dem Platz, auf dem Transfermarkt und im täglichen Miteinander. Die Bundesliga wartet nicht. Aber sie bietet dem HSV eine neue Chance. Und diesmal sollte sie nicht ungenutzt bleiben.
In diesem Sinne, Euch allen einen schönen, nicht zu heißen Abend!!
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