Frank Wettstein verlässt den HSV - kommt jetzt Jens Meier?
Es ist die Meldung des Tages. Zwar nur, weil bei den Sorgen um Uwe Seeler auch gleich mitgeteilt wurde, dass es nicht kritisch um seine Gesundheit bestellt sei - aber es ist…

Es ist die Meldung des Tages. Zwar nur, weil bei den Sorgen um Uwe Seeler auch gleich mitgeteilt wurde, dass es nicht kritisch um seine Gesundheit bestellt sei - aber es ist schon eine Nachricht mit Wirkung: Finanzvorstand Frank Wettstein wird den HSV nach dann knapp achtjähriger Tätigkeit am Saisonende verlassen. Der HSV bestätigte heute einen Bericht der „Sport Bild“, wonach der 48 Jahre alte Finanzchef seinen am 30. Juni 2022 auslaufenden Vertrag nicht verlängern will und dementsprechend auch nicht verlängern wird. Auch der Aufsichtsrat sei durch Wettstein bereits informiert worden, hieß es in der Vereinsmitteilung.
„Ich denke, nach über sieben Jahren im Vorstand des HSV und mit dem absehbaren Ende der größten Krise in der Nachkriegszeit ist ein geeigneter Zeitpunkt gefunden, an dem beide Seiten neue Wege gehen können“, erklärte Wettstein. Die Krisenbewältigung im Team mit den Kolleginnen und Kollegen habe gezeigt, „dass der HSV personell und organisatorisch gut gerüstet für die anstehenden Aufgaben“ sei. Worte, die zum einen dazu dienen, dass Wettstein sich selbst lobt. Und auch Worte, um allen beteiligten zu sagen: Meine Gesamtnote für mein Wirken hier ist gut. Trotz allem.
Es gab immer Gerüchte rund um die Person Wettstein
Trotz allem deshalb, weil der HSV unter Wettstein kein einziges Geschäftsjahr mit Gewinn in abschließen konnte und seine Position seit jeher sehr kontrovers diskutiert wurde und wird. Und das weiß Wettstein selbstverständlich. Er weiß zudem auch, dass er im Zuge der Entlassung von Ex-Vorstandsboss Bernd Hoffmann als dessen Königsmörder und Intrigant gebrandmarkt wurde. Beurteilungen, die so sicher viel zu kurz gesprungen sind, da intern sehr viel mehr passiert ist als die Entlassung selbst seinerzeit. Und es entbehrt auch nicht jeglicher Grundlage, dass man Wettstein intern hoch anrechnete, sich vor allem gegen Hoffmanns Alleingänge widersetzt zu haben.
Aber hier werden immer zwei Seiten zwei grundverschiedene Versionen der Wahrheit beschwören. Von daher werde ich dieses Thema damit auch ruhen lassen. Zumal mich Wettsteins Abschied gerade jetzt aus einem ganz bestimmten Grund etwas nervös macht. Denn Wettstein hat sich nie gescheut, schwere Aufgaben anzunehmen. Und selbst wenn er sie nur unzureichend bearbeiten konnte, wusste Wettstein die besch…. Zahlen stets wie bunte Blumensträuße anzupreisen. Das stieß vielen auf, die die wirklichen Zahlen kannten. Aber es half auch, den HSV nach außen weiter interessant wirken zu lassen.
So fädelte Wettstein beispielsweise den Volksparkstadion-Deal mit der Stadt Hamburg ein, die das Grundstück dem Verein für 23,5 Millionen Euro abkaufte. Zudem besorgte er eine Corona-Überbrückungshilfe vom Bund in Höhe von zehn Millionen Euro. Die Hamburger erhielten diese finanzielle Unterstützung, weil der Umsatz in der vergangenen Spielzeit von rund 100 Millionen auf 50 Millionen Euro sank. Als bislang einziger Bundesligist, wenn ich das richtig erinnere.
Vor allem pflegte Wettstein ein sehr gutes Verhältnis zum Klaus Michael Kühne – womit wir zu dem Part kommen, der mich beunruhigt. Denn es mag großer Zufall sein, dass binnen weniger Tage und Wochen Kühne seinen Rückzug vom HSV ankündigt und erste Anteile verkauft, bevor auch Wettstein seinen Rückzug erklärt. Ich allerdings befürchte, dass Wettstein selbst müde geworden ist, das (HSV-)Fass ohne Boden zu bearbeiten. Und, dass er gesehen hat, dass es auf absehbare Zeit nicht besser wird.
„Wir haben die letzten Wochen dazu konstruktive Gespräche geführt, respektieren Franks Entscheidung und wissen um seine Verdienste für unseren Verein“, sagte Marcell Jansen, der als Präsident des Hauptanteilseigners HSV e.V. auch gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender HSV Fußball AG ist. Man werde die kommenden Wochen und Monate nutzen, „um über die zukünftige Besetzung des Vorstandes zu entscheiden“, fügte der Ex-Nationalspieler und Chef des Kontrollgremiums hinzu. Weiter im Gespräch ist es, den Vorstand mit zwei weiteren Personen zu Sportvorstand Jonas Boldt wieder auf die angestammte Größe von drei Personen aufzustocken. Gerüchte, Jansen wolle selbst die Position des Vorstandsbosses einnehmen, dementiert der Ex-Profi weiterhin.
Jansen weiß seit Monaten Bescheid - kommt Jens Meier?
Wettsteins Abgang - eine Nachricht, die Chefkontrolleur Jansen schon seit mehreren Monaten bekannt sein soll, wie ich gehört habe. Und eine Nachricht, die den Aufsichtsrat in seiner bisherigen Form vor die schwierige Aufgabe stellt, einen geeigneten Nachfolger zu finden. gehört hatte ich - allerdings aus unbestätigter Quelle - dass der ehemalige HSV-Präsident Jens Meier einer der Kandidaten sein soll. Allerdings für den Posten Dees Vorstandsvorsitzenden. Wettsteins Nachfolger könnte auch Dr. Eric Huwer werden, der als Prokurist und Direktor Finanzen bei der HSV Fußball AG schon sehr weit im Thema ist. Zudem pflegt Huwer ein vertrauensvolles Verhältnis zum Mann der Finanzen innerhalb des HSV e.V., zu Michael Papenfuß. Aber in dieser Hinsicht werden wir morgen sicher noch mehr Namen hören und lesen.
Auf jeden Fall ist es eine Nachricht, die mir einen (halb-)freien Tag zerschossen hat. Und es ist eine Nachricht, deren Folgen in den nächsten Wochen wahrscheinlich bis zur Findung des Nachfolgers täglich in verschiedensten Formen thematisiert wird. Nervt mich zwar jetzt schon, weil da wieder zig verschiedene Interessenlagen dafür sorgen werden, dass zig verschiedene Geschichten lanciert werden. Aber es ist zweifelsfrei eine extrem wichtige Phase mit extrem wichtigen Personalentscheidungen für den HSV der Zukunft.
Erst der Nachfolger bzw. dessen Wirken wird zeigen, wie gut Frank Wettstein wirklich war. Aber dazu morgen mehr. Heute bleibt nur noch zu vermelden, dass Daniel Heuer Fernandes weiter ausgefallen ist – und wohl auch weiter ausfallen wird. Ich hatte selbst schon mal leichtere Kapselverletzungen im Knie und bin damals immer schon schmerzbedingt (zimperlich war ich ehrlich nie…!) immer mindestens zwei Wochen raus gewesen. Daher rechne ich auch nicht mit einer Rückkehr bei Heuer Fernandes gegen Karlsruhe. Aber ich drücke ihm die Daumen, dass ich falsch liege…
In diesem Sinne, bis morgen!
Scholle
Zeig deine Farben
Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.
Shirt HAMBURG ALLSTARS
Eine Startelf aus Hamburger Legenden, großflächig auf dem Rücken.
39 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print HAMBURG ALLSTARS
Dieselbe Startelf als Fine-Art-Print — A3 oder 50 × 70.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print COMEBACK DES DINOS
Mai 2025, das 6:1 — nach sieben Jahren zurück in der Bundesliga.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print UNS UWE
Uwe Seeler nach dem verlorenen Wembley-Finale 1966.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.
Lies weiter
Meinung
HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem
Weiterlesen

Diskussion
0 KommentareDiskutier mit!
Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.
Jetzt kostenlos registrierenAnmelden