Fan-Nachmittag und viel Nostalgie- Trainingslager Tag 3
Heute war Tag 3 meines Trips nach Herzogenaurach. Es stand nicht nur das nächste Training an, sondern auch der Fan-Nachmittag.

Moin zusammen
Heute war Tag 3 meines Trips nach Herzogenaurach. Es stand nicht nur das nächste Training an, sondern auch der Fan-Nachmittag.
Beginnen tun wir wie üblich aber mit dem Frühstück. Die erste Portion war wieder einmal Laugenbrötchen mit Frischkäse und Schinken. Nichts Neues. Als zweite Portion gab es heute aber Joghurt, anstatt Speck und Ei. Das Brötchen schmeckte wieder hervorragend, der Joghurt war auch ganz gut. Ich habe ein wenig Müsli reingemacht, die Haferflocken passen allerdings nicht ganz so gut zum Joghurt. Da nachgefragt wurde, habe ich heute beide Säfte getestet. Apfelsaft und nochmal der Multi-Saft. Beim Apfelsaft muss ich allerdings sagen, dass ich diesen mit Wasser mische, weil er mir sonst zu süß ist. Die Mischung war perfekt, allerdings würde ich den Apfelsaft mit einer 7/10 bewerten. Der Multisaft war noch ein wenig besser, hier gebe ich 9/10 Punkten.
Ich sagte ja noch, dass ich den Nudelsalat bewerten wollte. Dieser war wirklich lecker. Warm wahrscheinlich noch ein Ticken besser, aber 8/10 ist da schon drinnen.
Akribische Trainerarbeit
Kommen wir nun aber zum Fußball. Morgens ging es auf den Platz. Die Jungs waren motiviert. Alle machten das Aufwärmen mit, danach gingen Poulsen und Otto Stange ins Extra-Training. Stange kommt ja bekanntlich aus einer Verletzung. Bei Poulsen liegt es daran, dass er etwas später als die anderen Jungs aus dem Urlaub kommt. Er soll nicht zu schnell zu viel machen, sagt aber selbst, dass er am Samstag schon bereit wäre. Ob das die Trainer und Ärzte auch so sehen, erfahren wir wohl am Samstag in Graz.
Auch heute wurde wieder viel gearbeitet. Auffällig war m. M. n. Jonas Meffert, der immer wieder lautstark seine Jungs kommandierte. Wo wir gerade bei Lautstark sind. Was mir sehr gut gefällt, ist, wie die Coaches immer wieder auf Fehler aufmerksam machen und dann auch aufzeigen, was verändert werden muss. Das man Fehler anmerkt ist das eine, aber dass man selber auch zeigen kann, wie es anders geht, das macht nicht jeder Coach. Was ich sagen will: Das Trainerteam arbeitet sehr akribisch und hart, hat aber auch die Empathie und das Fingerspitzengefühl, um es den Jungs beizubringen. Das finde ich persönlich sehr gut, denn so bekommt jeder aufgezeigt, wie er sich verbessern kann.
Auch Soumahoro hat mir wieder gefallen. Es macht einfach Spaß, dem Jungen beim Kicken zuzugucken. Er versprüht eine Freude beim Fußball und hat dabei noch eine super Technik. Wenn er das in der Bundesliga umsetzten kann, haben wir da einen sehr starken Spieler, der noch weiteres Potenzial besitzt.
Hoher Andrang beim Fan-Nachmittag
Am Nachmittag gab es dann noch den „Fan-Nachmittag“. Jeder, der wollte, konnte vorbeikommen und die Spieler hautnah erleben. Geplant war dies eigentlich draußen, aber da die Wetteraussichten nicht so rosig waren, wurde das Event kurzerhand in das Parkhaus verschoben. Erwartet wurden ca. 300 Gäste. Gekommen sind ungefähr 600. Da sieht man einmal mehr, was für eine Strahlkraft der HSV hat. Über 1–1,5 Stunden hatten die Fans Zeit, Fotos und Unterschriften zu sammeln. Ich habe mir einen Eindruck von außen verschafft. Ich sage es mal so. Merlin Polzin und Robert Glatzel standen da wohl irgendwo, um sie herum waren aber so viele Menschen, dass man die Jungs am Ende nicht mal mehr gesehen hat.
Anschließend gab es noch eine kleine Fragenrunde mit Stefan Kuntz und Eric Huwer.
Als ein Fan fragte, auf wen Stefan Kuntz am meisten Bock hätte, sagte dieser, dass der Spieler, auf den er am meisten Bock hätte, noch nicht da sei. Ob das jetzt so dahingesagt wurde oder ob Kuntz da noch ein Ass im Ärmel hat, kann ich aktuell noch nicht sagen.
Eine Frage, die hier bestimmt wieder für Gesprächsstoff sorgt, war die Frage, ob der HSV in der Saison eher oben oder unten mitspiele. Stefan Kuntz sagte, das Ziel sei der Klassenerhalt, und mein erster Gedanke ging in die Richtung von euch, die hier ja immer sehr heiß über die Tabellenregion diskutieren. Wenn ihr also noch neue Argumente habt, warum der HSV in welcher Tabellenregion mitspielt, immer her damit.
Bezüglich des Abendessens halte ich mich kurz. Zum Mittag gab es dieses Mal McDonald’s, abends noch einen Joghurt. Heute war ich irgendwie nicht so gesund unterwegs. Ich hätte wohl auch das „heute“ im Satz weglassen können :)
Poulsen im Interview
Kommen wir nun aber zu unserem neuen Stürmer Yussuf Poulsen. Er stellte sich gestern in einer Medienrunde.
Eckdaten: Poulsen ist 191 cm groß, kommt ursprünglich aus Dänemark und spielte letztes Jahr bei Leipzig. Das war bisher auch sein einziger Profi-Verein. Bei Leipzig spielte er 12 Jahre. Poulsen spielt auch in der dänischen Nationalmannschaft, sagt aber selbst, dass sein Fokus natürlich auf dem HSV liege. Laut ihm gehe es bei der Nationalmannschaft ja um die Leistung, die man im Verein bringt. Wenn er also gut beim HSV spielt, ist die Chance auch hoch, dass er mit zur WM nach Amerika fährt.
Auf die Frage, wie er denn zum HSV gelockt wurde, antwortete Poulsen: „Mit HSV. Also der HSV ist ein Riesenverein. Ich sehe den HSV immer noch als einen der größten Vereine in Deutschland.“
Er unterstreicht damit erneut die Strahlkraft des Vereins. Viele sagten im Vorhinein, dass Poulsen ein Leader sei. Er selbst sagt, dass man sich das ja nicht aussuchen könne. Er sei sich bewusst, dass er viel Erfahrung mitbringe und einigen auch helfen könne. Das machte sich direkt bemerkbar, denn Poulsen integrierte sich bei den jungen Spielern und sprach auch am Ende einer Trainingseinheit nochmal zu allen Mannschaftsmitgliedern. Er sagte selbst später noch: „Ich bin einfach froh, wenn ich sehe, dass ich zu etwas beigetragen habe, das jemandem hilft besser zu werden.“
Auf meine Frage, was er denn aus der 1. Bundesliga-Saison mit Leipzig mit nach Hamburg nehmen kann, sagte Poulsen: „Die Leute müssen wissen, dass man diesen Spaß am Fußball braucht. Einige hatten hier eine längere Zeit, wo der Aufstiegsdruck herrschte, jetzt können sie das erste Mal seit langem frei Fußball spielen können. Das musst du im Kopf behalten.“
Klar haben die Spieler jetzt auch Druck, aber ich finde, hier spricht Poulsen einen guten Punkt an. Die Spieler müssen in der nächsten Saison diszipliniert gegen den Ball arbeiten und viel kämpfen, aber dabei dürfen sie eben auch nicht den Spaß am Fußball verlieren. Klar, nur Spaß führt auch nicht zum Ziel, aber ich denke, die Mischung aus Leichtigkeit und harter Arbeit ist am Ende das, was zum Ziel führt.
Übrigens: Das erste internationale Spiel, was Poulsen geschaut hat, war das HSV-Auswärtsspiel in Kopenhagen 2005. Und Poulsen saß laut eigener Aussage sogar über dem HSV-Block, weil dort die einzigen noch freien Plätze im Stadion waren.
Ich kann euch über das Spiel wahrscheinlich weniger erzählen als ihr mir. Ich weiß nur, Barbarez verschießt im Spiel einen Elfer, kurz vor Schluss bekommt der HSV aber noch einen weiteren, diesmal sehr fragwürdigen, Elfer. Van der Vaart steht am Punkt vor der HSV-Kurve, versenkt und versetzt den kompletten Auswärtsblock in Ekstase. Ich war damals zu jung, um das so richtig mitzuerleben, ich kann mir aber vorstellen, dass die Freude mindestens so groß war wie meine Freude über das Tor von Reis in der Relegation 2022. Ja, ich weiß, kein optimaler Vergleich, aber lasst mich doch zumindest ein wenig Teil haben an den besseren HSV-Zeiten.
Nostalgische Zeiten
Ich höre die Geschichten ja auch immer nur von meinem Vater. Grüße gehen an der Stelle raus. Er erzählt mir immer von all den schönen Zeiten. Kopenhagen 2005, Bayern 2006, Berlin 1987.
7:0 gegen Karlsruhe, späte Tore im Derby. Ich bin dann immer ziemlich neidisch. Mein Gegenargument ist, dass mein Vater noch nie in Karlsruhe war. Allerdings ist das auch so ziemlich das einzige Stadion, welches mein Vater noch nicht besucht hat.
Ich bin aber ehrlicherweise stolz darauf. Nicht nur auf meinen Vater und meine Familie, sondern auch auf die Erfolge, die mein Vater mit dem HSV erlebt hat. Mir tun die ganzen schlechten Zeiten dann immer doppelt weh, weil ich weiß, mein Vater leidet mindestens genauso. Dennoch bin ich sehr glücklich, dass er mich zum HSV gebracht hat. Und ich finde es dann auch umso schöner, mit ihm die „Erfolge“ wie den Aufstieg gemeinsam zu feiern. Ja, ich fahre auch supergerne mit meinen Freunden ins Stadion, aber die Auswärtstouren mit meinem Vater, wie dieses Jahr nach Elversberg, Kaiserslautern oder Magdeburg sind immer wieder ein absolutes Highlight. Vor allem, weil mein Vater mindestens genauso laut mitsingt wie ich. Am Ende des Tages war es vielleicht auch Schicksal, dass wir beide zusammen gegen Ulm im Stadion waren und uns am Ende in den Armen lagen. Das war einfach ein Moment, den man nicht vergisst. Es ist einfach schön, die Momente mit der Familie zu genießen. Meine Mutter konnte beim Ulm-Spiel leider nicht dabei sein, aber das holen wir diese Saison nach. An dieser Stelle noch einmal eine dicke Umarmung an meine Eltern.
Was ich damit abschließend sagen möchte: Genießt die Zeit mit euren Liebsten!
Jetzt seid ihr wieder dran! Heute würde ich gerne wissen, was eure schönsten Erlebnisse mit dem HSV waren. Schreibt es gerne in die Kommentare!
Wir hören uns morgen.
Euer Tom
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