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EXKLUSIV: HSV-Spieler Moritz Heyer über seinen Weg zum Profi, sein Studium und seine Zukunftspläne

Moritz Heyer ist ein echter Allrounder - auch abseits des Platzes. Der 28-Jährige steht kurz vor seinem Bachelor-Abschluss in Sportbusiness Management an der IST. Beim HSV hat…

EXKLUSIV: HSV-Spieler Moritz Heyer über seinen Weg zum Profi, sein Studium und seine Zukunftspläne

Von Cornelius Link

Moritz Heyer ist ein echter Allrounder - auch abseits des Platzes. Der 28-Jährige steht kurz vor seinem Bachelor-Abschluss in Sportbusiness Management an der IST. Beim HSV hat er erst im April seinen Vertrag bis 2026 verlängert. Auch privat tut sich bei Hamburgs Nummer drei viel. Seit Ende Juni sind er und seine Partnerin frisch verlobt. Dass Heyer einmal Profifußballer werden würde, war nicht selbstverständlich. „Als junger Kerl habe ich natürlich gehofft, dass es so kommen würde. Aber so richtig realisiert habe ich das erst relativ spät - als ich 23 war und in Halle gespielt habe. Vorher war das für mich nicht so ein großes Thema, deshalb habe ich auch immer versucht, mich auf dem zweiten Bildungsweg weiterzubilden. Ich habe mein Fachabitur an der Abendschule gemacht und habe danach mein Studium angefangen“, erklärte er. Letzteres wird er bald abschließen. „Ich bin relativ weit, ich muss noch wenige Klausuren und die Bachelorarbeit schreiben, dann bin ich durch“, betonte der 1,85 große Defensivmann.

Ein großer Förderer Heyers war gleichzeitig auch für seine heutige Beschäftigung beim HSV verantwortlich. Ex-Coach Daniel Thioune lotste ihn 2019 erst von Halle nach Osnabrück - und nahm ihn anschließend mit nach Hamburg. Auch wenn Thiounes Engagement bei den Rothosen nur von kurzer Dauer war, ist Heyer dem heutigen Fortuna-Coach immer noch tief verbunden. „Ich würde schon sagen, dass ich ihm viel zu verdanken habe. Zum einen, weil er mich damals nach Osnabrück geholt hat, was für mich der nächste Karriereschritt war. Er hat mich da auch gefördert und weiterentwickelt. Er hatte immer ein offenes Ohr für mich, wir sind auch immer noch in Kontakt. Zwar schreiben wir nicht jeden Tag, aber wir haben ein sehr gutes Verhältnis“, ließ er wissen.

Für einen Verteidiger ist Heyer ungewöhnlich torgefährlich. In 124 Zweitligaspielen gelangen ihm ganze 17 Treffer - ein Wert, den einige Offensivspieler nicht vorweisen können. „Als kleiner Junge war ich Stürmer, vielleicht kommt das daher. Ich habe einen guten Riecher innerhalb des Sechzehners - ob das nun Veranlagung oder Glück ist, ist schwer zu sagen. Wenn ich vorne bei Standardsituationen mit reingehe, versuche ich schon immer, ein Tor zu erzielen“, kommentierte er seine gute Torquote.

Sein markanter Torjubel ist dabei eine Hommage an Ex-NBA-Star Carmelo Anthony und damit an eine weitere Sportart, die Heyer gerne verfolgt. „Mit meinen Jungs gucke ich gerne auch mal Basketball, ich habe es auch gerne früher auf der Playstation gespielt. Es macht mir viel Spaß, die Spiele zu gucken, auch wenn es in der NBA viel Show ist. Basketball ist ein cooler Sport! Wenn ich mal in Osnabrück bin, gehe ich auch ab und zu mal mit meinen Freunden ein paar Körbe werfen“, sagte er. Sportbegeistert ist er also durch und durch. Auch die Faszination für den Fußball hat er trotz seiner Rolle als aktiver Profi nicht verloren. „Wenn ich Fußball gucke, schaue ich nicht unbedingt auf taktische Details. Es ist schon so, dass ich das Spiel dann eher aus der Fan-Perspektive sehe. Natürlich fallen mir manche Dinge eher auf, ich gucke es aber vor allem aus Spaß. Gerade die Champions League schaue ich gerne mit meinen Jungs“, betonte er.

Das Tor zum 3:1 - Moritz Heyer jubelt über seinen Treffer beim 4:3-Sieg über den FC St. Pauli

Trainer erfreuen sich insbesondere an Heyers taktischer Flexibilität und dessen Stärken als Defensiv-Allrounder. Während Thioune Heyer überwiegend im defensiven Mittelfeld oder in der Innenverteidigung aufbot, stellt Tim Walter diesen lieber als Rechtsverteidiger auf. Heyer macht dennoch keinen Hehl aus seiner Vorliebe für die mittleren Spielfeld-Regionen: „In unserem System ist es so, dass man auch mal im Zentrum auftaucht. Klar spiele ich immer gerne im Zentrum, ich habe früher aber auch schon im rechten Mittelfeld oder als Rechtsverteidiger gespielt. Für mich sind das keine unbekannten Positionen. Unser System ist sehr flexibel, deshalb macht mir das sehr viel Spaß.“ In der abgelaufenen Spielzeit begann Heyer stark, ehe ihn ein Außenbandriss im Sprunggelenk ausbremste. „In der Hinrunde habe ich glaube ich bis zur Verletzung ganz gut gespielt. Danach hatte ich eine kurze Phase, bei der ich nicht mit meiner Leistung zufrieden war. Das muss ich auch ehrlich sagen. Dass es im Fußball Wochen und Tage gibt, in denen es nicht so läuft, gehört dazu. Da muss man eben versuchen, den Kopf oben zu behalten“, merkte er selbstkritisch an.

Insbesondere in den letzten Saisonspielen sowie in der Relegation war er wie auch andere Leistungsträger unter seinen Möglichkeiten geblieben. Seine offene, selbstreflektierte Art spricht jedoch für ihn. „Ich habe die Zeit genutzt und versucht, wieder einen klaren Kopf zu bekommen, um meine Leistung wieder bestmöglich abrufen zu können. Das ist seit Vorbereitungsbeginn wieder mein Ziel für die neue Saison“, verkündete er. Kraft nach den Relegations-Niederlagen habe er zu Hause gesammelt. „Ich habe meine Familie, mit der ich eine sehr enge Verbindung habe.

Gerade mein Vater ist die Person, mit der ich am meisten über Fußball spreche. Er versteht mich und kann sich in mich hineinversetzen, ohne dass ich ihm etwas sagen muss. Die Tage bei meiner Familie haben mir sehr geholfen und mir ein gutes Gefühl gegeben“, meinte er. In der Saison 23/24 will er mit dem HSV nun endlich das langersehnte Ziel erreichen: „Wir wollen als Mannschaft einen Platz besser sein als letzte Saison, das ist unser Ziel. Ich persönlich möchte so viel wie möglich spielen - und als Mannschaft gehen wir in die Spiele, um sie zu gewinnen“, verkündete er.

Doch Heyer hat auch Ziele über den Fußball hinaus. „Der Trainerberuf ist eher nicht so meins. Ich würde gerne später auch etwas außerhalb des Fußballs machen. Allerdings würde ich schon gerne im Sportbereich bleiben, es muss aber eben nicht zwingend Fußball sein“, verriet er. Mit seinem Studium hat er sich bereits gut für die Zukunft aufgestellt. Auch sonst wirkt Heyer äußert reflektiert. Er ist Vollprofi - mit einer potentiellen Konkurrenzsituation auf seiner rechten Abwehrseite könnte er definitiv umgehen. Das ist zumindest mein Eindruck.

Es kommt nicht von ungefähr, dass Trainer gerne einen solchen Spieler in ihren Reihen haben. Auch wenn er seinen Stammplatz rechts hinten momentan nicht sicher hat, so wird er jedoch weiterhin sportlich wichtig sein. Einen Defensiv-Allrounder wie Heyer braucht der HSV gerade nach der kurzen, verletzungsgeplagten Vorbereitung vielleicht mehr denn je.

Bis morgen!

Cornelius

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