Es muss sich noch einiges verändern - beim HSV und bei uns
Die Europameisterschaft ist beendet – was für eine Leere sich da plötzlich auftut. Oder? Wobei, ein wenig wurde ich durch das Aus der Deutschen ja schon darauf vorbereitet. Die…

Die Europameisterschaft ist beendet – was für eine Leere sich da plötzlich auftut. Oder? Wobei, ein wenig wurde ich durch das Aus der Deutschen ja schon darauf vorbereitet. Die letzten Spiele der EM waren dann alle interessant, teilweise spannend – aber ohne das dazugehörige Herzblut, um ein Spiel so emotional mitzuverfolgen, wie ich es gern mache. Und auch wenn das einige jetzt nicht gern hören – auch beim HSV fehlt mir noch etwas, um voll mitzufiebern. Das Spiel am Freitag bei Drochtersen und das Spiel am Sonnabend in Lübeck waren zumindest noch nicht so, dass ich den Saisonstart herbeisehne.
NEUES VIDEO: So findet der HSV seine nächsten Neuzugänge:
Wobei das zu diesem Zeitpunkt ehrlich gesagt auch selten so ist. Denn zu diesem Zeitpunkt ist die Mannschaft noch nicht ansatzweise in der Verfassung, in der sie zum Ende der Vorbereitung sein muss, wenn sie das von Sportvorstand Stefan Kuntz und Trainer Steffen Baumgart gemeinsam formulierte Ziel Wiederaufstieg erreichen will. Nimmt man es ganz genau, ist sie das weder sportlich noch personell. Das hat nicht zuletzt die erste Halbzeit des Testspiels beim Regionalligisten VfB Lübeck gezeigt, in der man verdient mit 0:2 zurücklag.
Dass der HSV am Ende noch mit 5:2 gewinnen konnte, wird mich dabei weder von den erkennbaren Unzulänglichkeiten ablenken, noch wird es mich dazu bringen, voreilig Schlüsse zu ziehen. Ich bin ehrlich gesagt sogar ein Freund davon, im Verlauf einer Vorbereitung einen (oder sogar zwei, drei…) derart herben Dämpfer zu kassieren, damit allen Beteiligten wieder klar wird, dass nichts von allein geht. Sowas schärft bei denen die Sinne, die sich schon zu sicher wähnen, wobei mich das schon sehr wundern würde, nachdem man zuletzt zum sechsten Mal in Folge den Aufstieg verpasste. Aber wer weiß das schon.
Fakt ist, und dieses Gefühl habe nicht nur ich, dass Steffen Baumgart jetzt Gas geben muss – und offenbar auch will. Zumindest kündigte der Coach an, dass das heute begonnene Trainingslager in Bramberg am Wildkogel extrem hart würde – physisch betrachtet. Und das muss es angesichts mit viereinhalb Wochen sehr kurz gewählten Vorbereitungslänge auch sein. Im österreichischen Trainingslager soll von morgen an das Körperliche als zentraler Trainingsinhalt stehen. „Quäl-Ansage“ nennen es die Kollegen, ich nennen es: Basistraining.
Denn eines ist klar: Der HSV muss seinen Gegnern in dem laufintensiven Pressing-Fußball von Baumgart nicht nur technisch, sondern auch läuferisch überlegen sein. war im Laufe der Rückrunde auch zu sehen. Deshalb hatte ich übrigens mit einem vergleichsweise frühen Trainingsbeginn gerechnet. Aber okay: Baumgart macht es in einer Art Crash-Kurs. Hoffen wir mal, dass die Spieler das Trainingslager körperlich auch alle unbeschadet überstehen.
Wichtig ist auch, dass der HSV sich unabhängig macht von dem bevorstehenden Urteil Marijo Vuskovic’s. Denn das ist nicht planbar. Und deshalb muss sich der HSV sowohl hinten rechts als auch im Abwehrzentrum, stark aufstellen. Sebastian Schonlau ist zuletzt zu verletzungsanfällig gewesen, als dass man 34 Spiele auf ihn setzen kann. Und die Innenverteidigung ohne Schonlau war nicht ausreichend. Ergo: Hier muss noch etwas passieren, wenn man nicht in die alte Problematik zurückfallen will. Aktuell ist der HSV hier zumindest noch nicht annähernd so aufgestellt, wie er es sein muss.
Dass der Deal mit David Selke schon eine Art „Königstransfer“ sein soll, ist für mich schwer zu verdauen. Denn ich bleibe dabei, dass mich die Voraussetzungen für diesen Transfer nicht optimistisch stimmen. Denn Selke ist abgesehen von seinem selten kein Spieler, der noch große Ziele verfolgt, bei denen ihm der HSV helfen kann, sondern ein Spieler, für den der Wechsel zum HSV in die Zweite Liga nominell einen Rückschritt bedeuten.
Und damit möchte ich noch gar nicht auf die persönliche Art von Selke, der in den letzten Jahren an verschiedenen Orten polarisiert hat, ansprechen. Mir geht es allein darum, dass Spieler, die mit dem Eigenanspruch Erstligaspieler zu sein, oft eher Dank für ihren freiwilligen „Schritt runter“ erwarten, anstatt dankbar zu sein für die Chance. Dabei muss es für den HSV schon aus den Erfahrungen der letzten Jahre doch klar sein, dass es eben genau dieser letztgenannte Typ Fußballer, nach dem Kuntz und Co. vorrangig suchen müssten, um auf lange Sicht finanziell zu gesunden und sportlich dabei etwas zum Positiven verändern.
Okay, noch sind es ein paar Wochen bis zum Ende der Transferperiode. Und beim HSV wird sich sicher noch einiges tun, wie zu hören ist. Daniel Heuer Fernandes soll vor dem Absprung stehen und auch Moritz Heyer wurde als Verkaufs- bzw. Wechselkandidat genannt. Und während ich den Wechsel Heuer-Fernandes‘ aus seiner Sicht als absolut nachvollziehbar empfinde, kann ich den Gedanken, einen solchen Allrounder wie Heyer abzugeben, absolut nicht nachvollziehen. Glücklicherweise hat sich Baumgart zuletzt ja auch dahingehend geäußert.
Wichtiger wäre aus meiner Sicht, Spieler wie Mikelbrencis zu verkaufen oder zu verleihen, sofern man sich noch ernsthafte Hoffnungen darauf macht, dass der Franzose irgendwann eine Verstärkung sein könnte. Auch bei einem Youngster mit zweifellos großem Talent, wie es Omar Megeed zweifellos ist, sollte der HSV zusehen, ihn auf gutem Niveau bei einem Verein unterzubringen, bei dem er sich über viel und regelmäßige Spielzeiten entwickeln kann. Derweil muss es bei den anderen „Problemspielern“ wie Marko Johansson, der hier nicht unterzubringende Jonas David und Levin Öztunali dagegen heißen: Entweder sie überragen in der Vorbereitung und werden wie durch ein Wunder plötzlich Verstärkungen – oder man muss sie abgeben. Hier wäre seitens der HSV-Führung für mich eine klare Kante notwendig, um zu verdeutlichen, welchen Weg man jetzt einschlagen will. Oder seht ihr den schon?
Nein, ich hoffe sehr, dass der HSV seinen bisherigen Weg nicht einfach so weitergeht. Ich hoffe aber noch mehr, dass der HSV nicht wieder in das alte Muster verfällt und über (im Gehalt oder Ablösesummen) teure Spieler den Erfolg versucht.
Apropos wichtige Veränderungen: Auch wir hier haben in der letzten Saison Veränderungen vorgenommen. Und wir werden es zur neuen Saison erneut machen. Priorität unsererseits hat Konstanz. Auch, wenn diese bedeutet, dass wir eben nicht mehr täglich berichten, geht es darum, Verlässlichkeit herzustellen. Mit Mats und Createfootball.com haben wir hier inhaltsstarke, neue Gesprächspartner gefunden, um tiefgehende Analysen für den Blog zu erstellen. Leider – aber auch völlig gerechtfertigt – kostet das immer auch Geld. Um hier aber nicht darauf verzichten zu müssen, es aber nicht aus eigener Tasche zu bezahlen, bin ich aktuell dabei, nach einem Werbepartner für diese Analysen zu suchen und hoffe, das im Laufe der Hinrunde noch hinzubekommen.
Und wenn ich schon mal dabei bin, noch etwas in eigener Sache: Wie jede(r) von Euch muss ich meinen Familienunterhalt verdienen. Und das funktioniert über MoinVolkspark allein nicht. Deshalb haben sich die Zeitaufwände hier in der letzten Zeit auch verschoben. ABER, und das ist mir sehr wichtig, weil Ihr das in letzter Zeit wiederholt und zurecht kritisiert habt: Eine verlässlich getaktete Berichterstattung wird es natürlich trotzdem geben, denn diesen Blog werde ich auch in der Saison 2024/2025 weiterführen, das steht zu 100 Prozent fest.
Joscha und Janik werden mit ihren Mitteln beisteuern, was sie beisteuern können. Deshalb werde ich ich bis Saisonbeginn klären, welche Taktung es hier in Form von Blogs, Videos und allen anderen Formaten geben kann und wird. Diese werde ich Euch dann rechtzeitig mitteilen.
Ich werde an diesem Wochenende in den Familienurlaub starten. Weil die Ferien es nicht anders zulassen, fällt dieser nun mal in die wichtige Vorbereitungsphase. Da im Urlaub meine Kinder und meine Frau zählen (das wird hier sicher jede(r) verstehen), werde ich hier im Blog ausschließlich an den Tagen berichten, an denen auch wirklich etwas passiert. Eine Neuverpflichtung, ein schmerzlicher Abgang, ein bemerkenswertes Testspiel oder ähnlich wichtiges. Diesen Blog würde ich dann allerdings nicht abends veröffentlichen, sondern als Frühaufsteher morgens schreiben und veröffentlichen, bevor meine Familie aufsteht.
In diesem Sinne, Euch allen jetzt erst einmal einen schönen Abend!
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