Erster Spieler in Quarantäne - ausgerechnet Terodde...
Als das Gesundheitsamt den HSV wieder zum Training zuließ, atmeten alle auf. Allerdings nur sehr kurz. Denn unmittelbar, nachdem bekannt geworden war Komma dass bis auf den…

Als das Gesundheitsamt den HSV wieder zum Training zuließ, atmeten alle auf. Allerdings nur sehr kurz. Denn unmittelbar, nachdem bekannt geworden war Komma dass bis auf den einen, positiv auf Corona getesteten Spieler alle wieder trainieren dürfen, wurde bekannt: der positiv getestete Spieler ist ausgerechnet Top Stürmer Simon Terodde. Das bedeutet, selbst wenn der HSV am Sonnabend ganz normal gegen den FC Heidenheim antreten darf, muss man das ohne den besten Stürmer der zweiten Liga. Torodde selbst befindet sich seit gestern für 14 Tage in Quarantäne. Glück im Unglück: Nach dem Spiel gegen Heidenheim steht eine Länderspielpause an. Das bedeutet, wenn alles normal verläuft. Beim Mannschaftstraining am heutigen Nachmittag fehlte Terodde bereits. „Ich fühle mich ein bisschen schlapp, habe sonst aber keine typischen Symptome und freue mich, dass die anderen Jungs alle gesund sind“, sagt Terodde. Und während alle anderen Kollegen auf dem Platz wieder normal trainieren konnten, absolvierten die zuletzt angeschlagenen und im Aufbau befindlichen Rick van Drongelen, David Kinsombi und Toni Leistner eine individuelle Laufeinheit.
Laut geknallt haben werden die Korken derweil in Heidenheim. Der FCH kommt am Sonnabend eh schon als so genannter Angstgegner (was ich von diesem Quatsch halte, wisst Ihr ja) und der HSV muss das erste Mal in dieser Saison auf seinen Toptorjäger (20 Saisontreffer) verzichten. Sportdirektor Michael Mutzel versucht, das Positive aus dieser Hiobsbotschaft herauszufiltern: „Es hätte ja auch eine Zerrung sein können oder eine Gelbsperre. Dass mal ein Spiel ohne ihn stattfindet, ist glaube ich ganz normal, wenn er 24 Spiele macht. Und das haben wir auch über das Jahr immer wieder gesagt: Wir haben einen breiten Kader und ich bin mir sicher, dass wir dann da auch einen guten Ersatz hinstellen werden, der dann vielleicht auch eine Kiste macht.” Manuel Wintzheimer und Bobby Wood sind die ersten Kandidaten.
Spiel gegen den FCH findet statt - ohne Terodde
Dass überhaupt an das Samstag-Spiel gedacht und wieder trainiert werden kann, sieht der HSV als Bestätigung für sein Hygiene- und Testkonzept. Bei den Spielern werden regelmäßig auf eigene Initiative zusätzliche Testungen neben denen der Deutschen Fußball Liga (DFL) durchgeführt. So auch am Montagvormittag, als Spieler und Trainer sich im Drive-In-Verfahren - also im Auto sitzend - am Volksparkstadion testen lassen mussten. Am Freitag hatten die Hamburger beim Tabellenführer VfL Bochum mit 2:0 gewonnen, einen Tag später hatten sich die Spieler bei einer Laufeinheit und dem Spielersatztraining vor den Tests am Montag zuletzt gesehen. Und dabei war Teroddes Testergebnis aufgefallen.
Der HSV hatte zunächst noch von einem Corona-Verdachtsfall gesprochen, den Namen des Stürmers aber nicht genannt. Das Nachmittagstraining gestern war abgesagt worden. Die Labor-Auswertung der offiziellen PCR-Tests am Dienstag bestätigte dann den Verdachtsfall. Daraufhin waren bis auf Terodde noch einmal alle Profis und der Stab um Cheftrainer Daniel Thioune kollektiv getestet worden. Alle Ergebnisse der Schnelltests fielen negativ aus, das zuständige Gesundheitsamt im Hamburger Stadtteil Altona erlaubte anschließend das Training. „Ein großes Kompliment an unsere medizinische Abteilung und das Teammanagement für den professionellen Umgang mit der Thematik und das proaktive Handeln im gesamten Zeitraum“, lobte Sportvorstand Jonas Boldt die eigene Veranstaltung.
Wenn man den vergleich zieht zu den Ligakonkurrenten, dann ist dieses Kompliment sicher nicht unbegründet. Holstein Kiel, Hannover 96 und Jahn Regensburg kamen zuletzt längst nicht so glimpflich davon. Sie hatten allerdings auch mehrere Corona-Fälle gemeldet, woraufhin Spiele verschoben werden mussten. Die komplette Mannschaft und Teile des Funktionsteams der Kieler sind in Quarantäne. Auch die Spieler von Hannover 96 sind derzeit isoliert. Jahn Regensburg hat gerade seine Zwangs-Auszeit beendet und bestreitet am morgigen Mittwoch gegen die SpVgg Greuther Fürth sein erstes von zwei Nachholspielen.
Die Einschläge kommen scheinbar parallel zu den steigenden Inzidenzzahlen auch im Profifußball näher. Heidenheims Trainer Frank Schmidt schließt sogar einen Saisonabbruch in der 2. Bundesliga wegen der zunehmenden Zahl an Corona-Fällen nicht mehr aus. „Wenn man die letzten Ereignisse nimmt, dann könnte es mit dem Spielplan eng werden“, sagte der 47-Jährige im Podcast meiner Ex-Abendblatt-Kollegen. Keiner könne garantieren, dass es die letzten Fälle gewesen seien. Stimmt. Aber davor werden wir wahrscheinlich erst dann wieder gefeit sein, wenn die Impfung bundesweit durch ist.
Mannschaft kann beweisen, dass sie ohne Terodde funktioniert
Bis dahin geht es weiter im alten Modus. Beim HSV wie gesagt ohne Terodde – dafür dann mit Bobby Wood oder Manuel Wintzheimer, dem ich ehrlich gesagt (mit weitem Abstand) den Vorrang geben würde. Wintzheimer ist für mich hier die klare Alternative Nummer eins – obgleich Wood als letzter von den beiden (zum 2:3 in Würzburg) getroffen hat. Denn Wintzheimer ist fleißiger, hat mehr Zug zum Tor und ist einfach unbekümmerter als Wood. Der US-Amerikaner hat sich seit Thiounes Amtsübernahme zweifellos gesteigert – aber wirklich für die Startelf reicht es aus meiner Sicht nicht. Ich würde sogar befürchten, dass Wood die nervliche Belastung, das erste Mal seit gefühlt 1993 wieder in der Startelf zu stehen, nervös machen würde. Wintzheimer nicht…
Es wird auf jeden Fall der Spieltag werden, an dem die Mannschaft den Beweis antreten kann, eben nicht von der Personalie Simon Terodde abhängig zu sein. Der Satz „Ohne Teroddes Tore wäre der HSV nie da oben“ ist und bleibt eine oft wiederholte These. Eine, die ich in Teilen vertrete, denn die Qualität von Terodde hat beim HSV offensiv sonst keiner. Andererseits wird bei Terodde immer wieder deutlich, dass er ohne ausreichend Zuspiele wie alle anderen Stürmer auch in der Luft hängt. Ich bin daher sehr gespannt, wie der HSV ohne Terodde auftritt.
In diesem Sinne, vielen Dank für die Themenvorschläge Eurerseits. Ich werde zusehen, welche ich davon zeitnah umsetzen kann. Und dann noch eine Bitte, an die wenigen hier, die es einfach nicht ohne Beleidigungen schaffen: Reißt Euch doch mal zusammen! Schreibt doch Eure Meinungen auf, widersprecht gern auch anderen Meinungen – aber alles ohne Beleidigungen! Denn eines sage ich jetzt nicht nur, sondern das werden wir so handhaben, wie angekündigt: Wer es nicht lassen kann, zu beleidigen, der fliegt raus. Beim ersten Mal mit 14 Tagen Quarantäne – beim zweiten Mal ganz.
Euch allen einen schönen Abend! Bis morgen!
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