Erster Punkt im ersten Spiel - das war überraschend gut! Darauf lässt sich aufbauen!
Es hatte sich angedeutet, und es wurde auch wirklich so umgesetzt: Jonas Meffert, einer der letzten Führungsspieler im Mittelfeld, wirkte nicht von Beginn an mit. So kam es,…

Es hatte sich angedeutet, und es wurde auch wirklich so umgesetzt: Jonas Meffert, einer der letzten Führungsspieler im Mittelfeld, wirkte nicht von Beginn an mit. So kam es, dass Neuzugang Capaldo in seinem ersten Bundesligaspiel gleich als Kapitän auflief – und das, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Und der neue Kapitän führte seine Mannschaft dank einer defensiv sehr stabilen Vorstellung gleich mal zum ersten Erstliga-Punktgewinn in der Ersten Bundesliga nach sieben Jahren Zweitklassigkeit. Ein absolut verdienter Punktgewinn beim 0:0 bei Borussia Mönchengladbach. den man fast sogar noch in einen Sieg zu vergolden wusste. Daniel Heuer Fernandes fasste die Leistung die Leistung nach dem Spiel treffend zusammen: „Die Art und Weise, wie wir das Spiel angegangen sind, hat für uns gesprochen. Heute hat jeder gesehen, dass wir die Liga angehen können. Ich bin stolz auf die Mannschaft – wir hätten fast noch den Lucky Punch gesetzt.“
Die erste große Gelegenheit im Spiel gehörte tatsächlich dem HSV. Sahiti setzte sich auf der rechten Seite energisch durch, zog scharf in die Mitte, wo Königsdörffer im Nachschuss geblockt wurde – nach gerade einmal zwei Minuten. Ein Auftakt, der überraschte, denn in den ersten 20 Minuten spielte der HSV erstaunlich mutig und ordentlich – nicht nur defensiv, sondern hier und da auch mit Vorstößen offensv.
HSV mit starkem Beginn - und bis zum Schluss starker Defensive
Doch dann veränderte sich das Bild. Die Gastgeber fanden besser ins Spiel, während der HSV sich zunehmend zurückzog. Immer wieder stand die Elf von Trainer Merlin Pozzin mit allen elf Spielern in der eigenen Hälfte. Das war anfangs durchaus ein probates Mittel, denn nach vorn versuchte man es über die schnellen Sahiti, Königsdörffer und Røssing-Lelesiit mit gelegentlichen Kontern – doch die verpufften größtenteils wirkungslos. Immerhin: Defensiv wusste der HSV zu überzeugen. Mit Heuer Fernandes im Tor und der Dreierkette aus Omari, Elfadli und Torunarigha verstand man es, die Gladbacher Chancen auf ein Minimum zu begrenzen. Die einzige echte Möglichkeit vor der Pause war ein Kopfball von Tabakovic in der 42. Minute.
Trainer Pozzin verzichtete zur Halbzeit auf Wechsel – und das war nachvollziehbar, denn die Mannschaft hatte bis dahin solide verteidigt. Auffällig war, dass Røssing-Lelesiit immer wieder gute Ansätze zeigte, wenngleich es naturgemäß noch nicht für mehr reichte. Doch über 90 Minuten so defensiv zu stehen, geht selten gut. Und auch diesmal kamen die Gladbacher im zweiten Durchgang zunehmend gefährlicher vor das Tor. Sie versuchten es vor allem mit Flanken und gelegentlichen Distanzschüssen – während auf der anderen Seite setzte auch Røssing-Lelesiit in der 67. Minute mit dem ersten HSV-Abschluss nach der Pause ein (kleines) Ausrufezeichen setzte.
Mikelbrencis drückt Poulsen-Ball über die Linie - und verhindert so den Sieg?
Mit den Einwechslungen von Paulsen und Dompé keimte sogar noch einmal Hoffnung auf. Fast wäre die Partie sogar komplett in Richtung des HSV gekippt: Nach einer Kopfballverlängerung von Paulsen war drückte der ebenfalls eingewechselte Mikelbrencis den Ball noch über die Linie. Einen Ball, der wahrscheinlich auch so reingegangen wäre, was besonders ärgerlich war - denn der Franzose kam aus dem Abseits. Allein, dass er den Ball, bei dem man nicht hundertprozentig sagen kann, ob er auch von sich aus reingegangen wäre, noch berührte, sollte man ihm nicht vorwerfen. Es war alles sehr knapp...
Am Ende bleibt eh festzuhalten: Nach einer problematischen Vorbereitung hat der HSV heute ein sehr ordentliches Spiel geliefert. Defensiv kompakt, mit hoher Laufbereitschaft und disziplinierter Ordnung. Vor allem Torunarigha zeigte eine massive Leistungssteigerung, Omari spielte sehr solide, und Elfadli überzeugte als umsichtiger Abwehrchef. Zusammen mit dem eng gestaffelten Mittelfeld um Remberg und Capaldo gelang es, den Gegner über weite Strecken vom Tor fernzuhalten. Und weil nach den Wechseln von Dompé, Philippe und Paulsen sogar noch eigene Offensivaktionen drin waren, darf man von einem Start sprechen, den so kaum jemand erwartet hätte – und über den man sich heute umso mehr freuen darf, weil er hoffen lässt!
Ich bin positiv überrascht, weiß aber auch, dass es nur ein kleiner Anfang ist. Schon Freitag gegen den FC St. Pauli geht es weiter. Hoffentlich dann auch schon mit den gewünschten Neuverpflichtungen, die HSV-Trainer Merlin Polzin noch einmal mehr Variabilität gäben.
Scholle
STIMMEN ZUM SPIEL:
Yussuf Poulsen: Es war eine sehr gute Auswärtsleistung der Mannschaft. Wir sind froh über diesen Punkt – er ist verdient. Am Ende waren wir sogar noch näher dran am Sieg als die Gladbacher. Wir haben versucht, ihnen das Spiel schwerzumachen. Das ist uns gelungen. Wir haben es defensiv sehr gut gemacht. Wir haben sehr wenige Torchancen abgegeben, meist eher aus der Distanz. Auch in der Vorbereitung liefen diesbezüglich schon viele Dinge in der Defensivarbeit gut. Das hat Gladbach heute gespürt. Sie waren auch frustriert. Unser Umschaltspiel müssen wir nun in den nächsten Wochen noch verbessern. Wir können zugleich mit breiter Brust jetzt das Stadtderby angehen. Das kann am Freitag auch ein sehr gutes Spiel werden. Die Fans haben uns darauf nach dem Abpfif schon eingestimmt. Das habe ich genossen. Was die Hamburger Fans generell auswärts wie zuhause veranstalten, ist einzigartig.
Nicolas Capaldo: Dieser eine Punkt ist wichtig. Es tut immer gut, in der Fremde zu punkten. Wir haben gut als Team zusammengestanden, jeder hat jeden unterstützt und ist extra viel gelaufen. Solche Spiele können sich immer noch in den Schlussminuten entscheiden. Mit etwas mehr Glück hätten wir auch noch den Siegtreffer erzielen können. Natürlich schauen wir nun voller Vorfreude auf das Stadtderby. So etwas ist immer besonders – ein ganz wichtiges Spiel.
Miro Muheim: Es war ein geiles erstes Spiel: eine gute Teamleistung mit unglaublichem Zusammenhalt. Wir haben super verteidigt und hatten dann am Ende noch die Chance, sogar drei Punkte mitzunehmen. Vor dem Spiel war die Vorfreude riesig. Auf diesen Moment haben wir so lange hart hingearbeitet. Ich möchte mich bei den Fans bedanken, die unfassbare Stimmung gemacht haben. Wir freuen uns nun auf das erste Bundesliga-Spiel zuhause.

Daniel Heuer Fernandes: Es fühlt sich gut an, weil die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, heute gestimmt hat. Wir hatten einen klaren Plan und haben diesen über 90 Minuten durchgezogen. Wir wussten, dass wir gegen eine spielstarke Mannschaft mit viel Personal im Zentrum spielen. Wir mussten die Ketten zusammenhalten – das ist uns gut gelungen. Zugleich wollten wir wie in den ersten zehn Minuten mutig auftreten und hatten immer wieder auch unsere Momente im Spiel nach vorn.
Daniel Elfadli: Für mich war es das erste Bundesliga-Spiel und das hat sich einfach sehr gut angefühlt. Es war ein sehr besonderer Moment beim Einlaufen und bereits beim Aufwärmen. Wir haben es insgesamt sehr gut wegverteidigt und waren zugleich geduldig. So hatten wir am Ende noch Chancen mit dem Ball und waren häufiger als der Gegner im letzten Drittel. Wir können jetzt noch überzeugter von uns sein. Wir haben heute gezeigt, dass wir eine gute Mannschaft sind und mit uns zu rechnen ist. Wir haben viele neue Spieler und die Abläufe müssen sich finden. Wir haben aus der Vorbereitung unsere Lehren gezogen, heute ein gutes Spiel gemacht und verdient gepunktet.
Merlin Polzin: „Man hat heute gesehen, dass wir definitiv bereit sind für das Abenteuer Bundesliga“Merlin Polzin: Es war schön zu sehen, wie die Mannschaft die letzten Wochen die Schritte gegangen ist und sich heute präsentiert hat. Wir sind mit dem Spielbeginn sehr zufrieden, hatten direkt gute Ballgewinne mit Zug zum Tor. Zudem hat mir gut gefallen, wie leidenschaftlich wir verteidigt haben. Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Sie haben eine fantastische Vorbereitung in Bezug auf ihre Energie und Offenheit. Man hat heute gesehen, dass wir definitiv bereit sind für das Abenteuer Bundesliga und die Herausforderungen, die auf uns warten. Uns war bewusst, dass Borussia über viel Spielstärke, Tiefgang und Rotationsbewegung verfügt. Wir haben es immer wieder geschafft, die richtigen Zonen nach und nach besser zu schließen.
Gerardo Seoane: Glückwunsch an den HSV zum Punkt beim Bundesliga-Comeback. Es ist schön, dass der Club zurück ist. Zum Spiel: Ich bin mit vielen Punkten zufrieden, besonders mit unserem Defensivverhalten. Wir waren sehr fokussiert und konzentriert in der Konterabsicherung. Es war uns wichtig, dies zu kompensieren. Das hat uns über lange Strecken des Spiels ein Gefühl von Vertrauen gegeben. Wir haben uns mit der Bespielung der engen Räume schwergetan. Dadurch hatten wir zu wenig klare Torchancen. So war es ein gerechtes Unentschieden.
DAS SPIEL IM STENOGRAMM
Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Scally, Elvedi, Chiarodia (77. Diks), Ullrich (77. Netz) – Sander (83. Castrop), Reitz – Honorat, Stöger (66. Neuhaus), Hack – Tabakovic (83. Machino)
HSV: Heuer Fernandes – Omari, Elfadli, Torunarigha – Gocholeishvili (86. Mikelbrencis), Capaldo (86. Meffert), Remberg, Muheim – Sahiti (66. Philippe), Königsdörffer (74. Poulsen), Røssing-Lelesiit (74. Dompe)
Tore: –
Zuschauer: 54.042 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)
Gelbe Karten: Reitz, Scally / Capaldo
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