Analyse

Endlich geht's los! HSV mit voller Kapelle nach Braunschweig

Man hätte es eigentlich gar nicht besser erfinden können, o0der? Ausgerechnet der Mann, der beim HSV als Königstransfer über Jahre seine Chancen für den HSV liegenließ, trifft…

Endlich geht's los! HSV mit voller Kapelle nach Braunschweig

Man hätte es eigentlich gar nicht besser erfinden können, o0der? Ausgerechnet der Mann, der beim HSV als Königstransfer über Jahre seine Chancen für den HSV liegenließ, trifft in seinem ersten Spiel nach dem Weggang vom HSV doppelt – und er erzielt damit mal eben alle Treffer seiner Mannschaft beim beachtlichen 2:1-Erfolg des SV Sandhausen über Absteiger Arminia Bielefeld. „Warum werden alle Spieler, die beim HSV verk…. Bloß bei anderen Klubs wieder gut?“ Teil 1000 möchte man meinen. Und ganz ehrlich: Irgendwas stimmt da auch nicht. Aber dazu in der Woche mehr, da heute natürlich der Saisonauftakt beim nicht weniger beachtlichen Aufsteiger Eintracht Braunschweig bevorsteht.

Und das aller Wahrscheinlichkeit nach ohne größere Überraschungen in der Startelf. Soll heißen: Offenbar auch wieder mit dem Kapitän Sebastian Schonlau neben Mario Vuskovic in der Innenverteidigung. Schonlau wirkte in den letzten Einheiten zwar zunächst im vermeintlichen B-Team mit, während Jonas David im vermeintlichen A-Team wirklich gut agierte. Dennoch scheint Trainer Walter seinem Kapitän das Vertrauen schenken zu wollen. Von daher wäre die Startelf, die ich erwarte, folgende:

Heuer Fernandes – Heyer, Vuskovic, Schonlau, Muheim – Reis, Meffert, Benes – Königsdörffer, Kittel - Glatzel.

Warum ich das von Trainer Tim Walter immer wieder als 4-3-3 proklamierte System im 4-2-3-1-System aufgeschrieben habe? Ganz einfach: Weil sich Köngsdörffer und Kittel immer wieder bis ins Mittelfeld und tiefer fallen lassen (sollen/müssen), während Glatzel nur ausnahmsweise Bälle auf Höhe der Mittellinie holt. Zumindest hoffe ich das. Denn Glatzel muss in der Box oder wenigstens direkt am Sechzehner in Schuss- bzw. Abschlussposition gebracht werden, damit der Toptorjäger der Vorsaison seine Kernqualitäten einbringen kann. Da es dennoch drei Offensivkräfte sind, kann man es natürlich auch 4-3-3 nennen.

Der HSV reist also mit voller Kapelle an und ist „auf einem sehr guten Level“, wie Trainer Tim Walter gestern gesagt hat. Auf wen aber trifft der HSV? Mein Kollege Sebastian Stiekel von der DPA hat sich den Aufsteiger mal etwas genauer angeguckt. Ich verabschiede mich bis morgen und wünsche Euch viel Spaß beim Gegnerstudium! Bis morgen dann!
Scholle

Von Sebastian Stiekel, dpa

Die neue Zweitliga-Saison beginnt für Eintracht Braunschweig mit einem Knüller: Gleich am ersten Spieltag kommt der Aufstiegsfavorit Hamburger SV. Die Braunschweiger wollen in dieser Saison endlich das Auf und Ab der vergangenen Jahre beenden.

Peter Vollmann hat vor dem Beginn der neuen Zweitliga-Saison nur ein Ziel. „Wir müssen raus aus dem Fahrstuhl“, sagte der Sportchef von Eintracht Braunschweig. Der Aufsteiger beginnt diese Saison am Sonntag mit einem Heimspiel gegen den großen Liga-Favoriten Hamburger SV (ab 13.30 Uhr live bei Sky).

Kein anderer Club im deutschen Profifußball hat in den vergangenen Jahren so häufig die Liga gewechselt wie die Braunschweiger. 2013 stiegen sie in die Bundesliga auf und ein Jahr später gleich wieder ab. Es folgten: Ein Zweitliga-Abstieg 2018, ein Zweitliga-Aufstieg 2020. Ein Zweitliga-Abstieg 2021, ein Zweitliga-Aufstieg 2022. Auch der nur knapp verpasste Bundesliga-Aufstieg 2017 und der erst am letzten Spieltag verhinderte Viertliga-Abstieg 2019 zeigen: Eine Saison ohne Nervenkitzel hat die große Anhängerschaft des deutschen Meisters von 1967 schon lange nicht mehr erlebt.

Das soll sich in der neuen Saison endlich ändern und das muss es aus Braunschweiger Sicht auch schnellstmöglich. Denn die Eintracht hat für das Auf und Ab der vergangenen Jahre einen hohen Preis bezahlt. Die üppigen Finanzreserven aus der Ära Lieberknecht von 2008 bis 2018 sind alle verbraucht. Die belastete Stimmung zwischen vielen Fans und der Clubführung entspannt sich erst unter der neuen Präsidentin Nicole Kumpis langsam wieder.

Und so ist vor dem attraktiven HSV-Gastspiel trotz mehr als 11.000 verkaufter Dauerkarten und rund 23 000 erwarteter Zuschauer nicht bloß die reine Aufstiegs-Euphorie in Braunschweig zu spüren. Sondern auch eine gewisse Skepsis, ob die Mannschaft denn anders als vor zwei Jahren in dieser Zweitliga-Saison konkurrenzfähig ist. „Ich bin nicht nervös, weil die Truppe das nicht zulässt“, sagte Trainer Michael Schiele am Freitag. „Wir haben in der Vorbereitung gut gearbeitet, wir haben wenig Verletzte. Wir sind heiß.“

Der Trainer hat genau wie Sport-Geschäftsführer Vollmann noch seine ganz eigene Rechnung mit der 2. Liga offen. Schiele wurde dort in der Saison 2020/21 gleich zweimal gefeuert - bei den Würzburger Kickers nach dem 2. und beim SV Sandhausen nach dem 21. Spieltag.Vollmann schaffte nach 2002 (als Trainer) und 2020 (als Sportdirektor) bereits den dritten Zweitliga-Aufstieg mit der Eintracht und hat daraus seine Lehren gezogen. Beim ersten Mal tat der Club zu wenig, um den Kader zu verbessern. Vor zwei Jahren erwies sich ein Totalumbruch mit vielen erfahrenen Profis als genauso fatal.

Diesmal setzt man auf das Gerüst einer eingespielten und in sich sehr gefestigten Aufstiegsmannschaft, die auf einigen Schlüsselpositionen Verstärkungen braucht. Abwehrspieler Saulo Decarli (VfL Bochum) und Spielmacher Immanuel Pherai (Borussia Dortmund II) ist das besonders zuzutrauen. Der 21 Jahre alte Niederländer Pherai sagte vor seinem Wechsel nach Braunschweig mehreren Erstligisten aus seiner Heimat ab.

„Wir haben unseren Kern halten können, der in der 3. Liga die meiste Spielzeit hatte und der den Aufstieg geschafft hat“, sagte Schiele. „Das ist ein guter Kern. Und die, die wir dazugeholt haben, passen super hinein.“ Drei weitere Spieler für den Angriff, die Abwehr und die linke Offensivseite sollen noch kommen, damit der Fahrstuhl in Braunschweig nicht wieder nach unten fährt. „Es gibt doch eine Taste, mit der man einen Fahrstuhl oben festhalten kann. Das ist unser Ziel: Die zu drücken und in der Liga zu bleiben“, sagte der Trainer.

Voraussichtliche Startelf Eintracht Braunschweig: Fejzic – Schulz, Behrendt, Decarli – Multhaup, Krauße, Nikolaou, Kijewski – Pherai – Kaufmann, Lauberbach

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