Meinung

Einstellung schlägt Qualität- HSV scheidet verdient aus

gestern habe ich mich im Blog zurückgehalten. Am liebsten hätte ich gestern schon meinen Kommentar abgegeben, aber ehrlicherweise hätte ich mich dann sehr von meinen Emotionen…

Einstellung schlägt Qualität- HSV scheidet verdient aus

Moin zusammen,

gestern habe ich mich im Blog zurückgehalten. Am liebsten hätte ich gestern schon meinen Kommentar abgegeben, aber ehrlicherweise hätte ich mich dann sehr von meinen Emotionen leiten lassen und dann hätte ich heute vielleicht draufgeschaut und gesagt: „Ne, so würde ich das heute nicht mehr schreiben.“ Und sicherlich wäre mein Kommentar gestern etwas impulsiver gewesen, die Themen bleiben aber die gleichen.

Und das sind nicht Themen, die erst seit dieser Saison aufkommen, das ist ein grundsätzliches Thema seit mehr als 10 Jahren. Ich sage es hier immer wieder: Wenn man ein Spiel verliert, weil der Gegner besser war, ist das okay, dann meckere ich nicht, zumindest nicht in der Mannschaft. Dann muss man schauen, woran es liegt, dass man qualitativ schlechter ist. Was ich aber überhaupt nicht leiden kann, ist, wenn man verliert, weil man meint, weniger machen zu müssen als der Gegner, nur weil man qualitativ besser besetzt ist.

Der HSV hat sich mMn gestern schlichtweg auf die Qualität verlassen und hat nicht aus den vorherigen Spielen gegen Kiel gelernt. Man trabt mit dem Ball über den Platz. Dann wartet man ab, bis die Gegner sich sortiert haben, und schlägt Flanken in den Strafraum, in dem Königsdörffer gegen 3 Innenverteidiger zum Kopfball gehen muss. Wenn man überhaupt so weit gekommen ist.

Ich sagte vor dem Spiel, dass der HSV seine Angriffe schnell ausspielen und sich durch die gegnerische Hälfte kombinieren muss. Und ich bin mir sicher, hätte der HSV das gemacht, wäre das Ding nach 90 Minuten durch gewesen, im positiven Sinne.

Das kann man im Nachhinein immer sagen. Daher: Der HSV hat genau das Gegenteil gemacht und es hat nicht funktioniert.  

Aber Raumgewinn macht man im Fußball eben nur, wenn man sich bewegt. Und wenn am Ende nur der Spieler mit dem Ball läuft und alle anderen stehen bleiben, wird das eben nichts. Auch gegen einen Gegner wie Kiel, der nun wirklich nicht gut gespielt hat.

Kiel war nicht gut

Sobald die Kieler den Ball hatten und attackiert wurden, schlugen sie den Ball lang. Und zu Chancen kamen die Kieler meistens nur, weil die Hamburger ihnen ohne Not und ohne Körperspannung den Ball in die Füße spielten. Dass das Spiel in die Verlängerung ging, passierte nur, weil die Kieler vor dem Tor unterirdisch waren. Lediglich ein guter Ball wurde in die Schnittstelle gespielt, da war Peretz, der gestern übrigens mit großem Abstand der beste Mann auf dem Platz war, da und parierte überragend.

Ansonsten schossen die Kieler den Ball entweder in den C-Rang oder spielten den Ball ins Niemandsland. Oder sie rutschten aus. Das passierte aber nicht nur den Kielern, sondern auch den Hamburgern. Auffällig war, dass die Bälle ohne Körperspannung gespielt wurden. Das stellt für mich ein weiteres Indiz dafür dar, dass man wahrscheinlich nicht mit 100 % bei der Sache war. Und sowas passiert komischerweise immer gegen die Gegner, die potentiell schlechter sein sollten. Woran das liegt sollte jetzt mal tiefgründig erforscht werden.

Problem in der Zukunft

Der HSV hat das Problem, dass man bis zur Winterpause wahrscheinlich keinen großen Stürmer mehr zur Verfügung hat.  Und dann ist man darauf angewiesen, dass man die Angriffe schnell ausspielt, weil Königsdörffer gegen 3 Innenverteidiger kein Kopfballtor mehr machen wird. Zumindest nicht in der Anzahl, dass es am Ende ausschlaggebend ist. Und wenn man dann die Angriffe nicht schnell ausspielt und sich den Ball hin und herschiebt wie gestern, wird das schwierig mit Punkten bis zur Winterpause.

Irgendwas muss sich auf jeden Fall ändern. Wenn man schon gegen Kiel kein Tor in 90 Minuten schießen kann, ist man einfach nicht bundesligatauglich. Denn jeder Gegner stellt sich dann nur noch hinten rein, sobald man das 1:0 erzielt und lässt den HSV machen. Sicherlich war das Konzept von Anfang an so gedacht, dass man auf Umschaltmomente setzt und dann schnell über die Außen spielt. Aber so wie man aktuell spielt, wäre das System auf einen Spieler optimal ausgelegt. Und zwar Davie Selke.

So hart es klingt, aber am Ende spielt man die Angriffe so aus, dass ein Königsdörffer nicht in das System passt. Und mMn wird auch eine Philippe im Sturm so wenig bewirken, da man vermehrt Flanken spielt und eben nicht auf schnelles Umschaltspiel und Pässe in die Tiefe setzt. Zumindest nicht im Spiel. Und wenn man die Möglichkeit dazu hat, verweigert man diese und schiebt den Ball hintenrum.

Jetzt hat man den Salat, denn Poulsen und Glatzel sind beide verletzt und Königsdörffer liefert nicht den Output, den man sich wünscht. Und man hat noch 3 Spiele vor der Brust, in denen man keinen neuen Stürmer verpflichten kann. Ein neuer muss sich erst einmal einfinden, also hat man einen funktionierenden Stürmer wahrscheinlich erst zum Rückrundenauftakt gegen Gladbach. Aber bis dahin sollte der HSV noch ein paar Punkte holen, sonst wird’s sehr eng.

Ich will hier nicht alles schlecht reden, aber das gestern hat mich maßlos enttäuscht und das musste hier einfach mal raus

In diesem Sinne Nur der HSV

Tom

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