Eine offene Frage und Freibier von MoinVolkspark
Es geht los. Endlich wieder Zweitligafußball live im Volksparkstadion. Und die Zuschauer kommen in Scharen. Mehr als 54.000 Tickets (davon 6500 Braunschweiger) waren im Vorfeld…

Es geht los. Endlich wieder Zweitligafußball live im Volksparkstadion. Und die Zuschauer kommen in Scharen. Mehr als 54.000 Tickets (davon 6500 Braunschweiger) waren im Vorfeld bereits abgesetzt. Nicht auszuschließen, dass das Spiel sogar gänzlich ausverkauft sein wird. Ein Vertrauensvorschuss der Fans, den Mannschaft und Trainer im Vorfeld mehrfach gelobt haben. Aber wie der Begriff „Vorschuss“ schon sagt, bedarf es einer Gegenleistung der Mannschaft auf dem Platz. Die Frage hierbei, welche Startelf das sein wird, ist nahezu geklärt. Allein ob Ransford Königsdörffer, Sonny Kittel oder Laszlo Benes beginnen, scheint noch zu einer spannenden Personalie zu werden.
Ansonsten scheint die Startelf zu stehen: Mit Daniel Heuer Fernandes im Tor, Moritz Heyer, Sebastian Schonlau, Francisco Montero und Miro Muheim in der Viererkette sowie Jonas Meffert davor auf der Sechs. Und während Robert Glatzel im Sturmzentrum gesetzt ist scheinen auch Jean-Luc Dompé und Bakery Jatta auf den Außenbahnen ihren Platz bestätigt zu haben. So, wie Ludovit Reis auf der acht, während die zweite Position im offensiven Mittelfeld (wie oben erwähnt) noch vakant ist.
Königsdörffer, Benes oder doch Kittel?
Ich persönlich glaube, dass Königsdörffer die konsequenteste Besetzung wäre, da er als einziger dieser drei die Vorbereitung voll mitgemacht hat. Aber: Dass Sonny Kittel nach seinem etwas Irritierenden Sommer- und jetzt auch Winter-Transferwunsches von Beginn an aufläuft, ist bei Walter absolut nicht auszuschließen. Dass Benes, der erst diese Woche wieder ins Training eingestiegen ist, beginnt, halte ich dagegen für eher unwahrscheinlich.
Und nur, weil er natürlich auch jetzt wieder großes Thema ist, noch ein paar Sätze zu Kittel: Dass er bleibt, scheint allein dem Umstand geschuldet, dass der HSV keinen gleichwertigen Ersatz finden konnte. Dass Trainer Tim Walter im selben Atemzug das Beste aus der Sache zu machen versucht, und neben seiner Freude über Kittels Verbleib sogar den dessen Vertragsverlängerung in Aussicht stellt, ist taktisch nicht verkehrt. Walter versucht so, den engen Draht zu seinem Lieblingsspieler beizubehalten und so dessen Motivation hochzuhalten. Und angesichts der sensiblen Art Kittels ist das zweifellos auch der richtige Weg, wenn man von ihm in der Rückrunde noch gute Spiele sehen will.
Aber: Dass Kittels Wechsel mit gleichzeitigem Neuzugang die bessere Lösung gewesen wäre, ist klar. Das wissen alle. Auch die HSV-Verantwortlichen. Und dass die so denken, weiß auch Kittel spätestens nach der bedingten Freigabe seitens des HSV. Schon deshalb bin ich sehr gespannt, wie Kittel mit dieser Situation umgeht, hier eh kaum noch eingeplant zu werden.
In diesem Sinne, ich melde mich morgen nach dem Spiel aus dem Volkspark mit dem Blitzfazit bei Euch! Aber bevor ich für heute offline gehe, noch ein Tipp für morgen! Denn da laden wir Euch zusammen mit den Machern des HSV-Podcasts „HSV meine Frau“ und Holsten ein, vor dem Spiel am Holsten-Stand (hinter der Nordtribüne beim Holsten-Bierwagen vor der Barclays-Card-Arena) eines der insgesamt 500 Freibiere mit uns zu trinken. Als Einstimmung auf einen hoffentlich ebenso unterhaltsamen wie erfolgreichen Rückrundenauftakt mit dem HSV!

Bis morgen!
Scholle
P.S.: Anbei noch eine kurze Bestandsaufnahem beider Klubs:
Ausgangslage HSV: Der HSV ging als Tabellenzweiter in die Rückserie und ist nach dem Sieg des FC Heidenheim auf Rang drei gerutscht. Ein Sieg ist also Voraussetzung, sofern man wieder auf einen direkten Aufstiegsplatz klettern will. Und klar ist: Nur der Aufstieg zählt. Seit dem Abstieg 2018 verspielten die Hamburger durch Schwächephasen in der Rückserie regelmäßig ihre guten Ausgangssituationen.
Ausgangslage Eintracht Braunschweig: Der Aufsteiger überwinterte auf einem Nicht-Abstiegsplatz. Der Vorsprung auf Rang 15, 16 und 17 beträgt aber nur ein Punkt.
Positiv beim HSV: Wichtige Personalien wurden in der Winterpause geklärt: Sportvorstand Jonas Boldt verlängerte seinen Vertrag bis 2025, zum Finanzvorstand wurde Eric Huwer befördert, und Trainer Tim Walter unterschrieb bis 2024. Das Team musste den Abgang von Linksverteidiger Tim Leibold (Sporting Kansas City) verzeichnen, außerdem reagierte der HSV auf die Dopingsperre von Innenverteidiger Mario Vuskovic. Noah Katterbach (1. FC Köln) und der Spanier Francisco Javier Montero (Besiktas Istanbul) wurden ausgeliehen. Zudem fanden die Hamburger in dem 20 Jahre alten ungarischen Stürmer-Talent Andras Nemeth kurz vor dem Rückrunden-Start eine Alternative für den derzeit unverzichtbaren Torjäger Robert Glatzel. Mittelfeldspieler Sonny Kittel bleibt zur Freude von Trainer Tim Walter. Das große Plus des HSV sind aber die Fans: Beinahe jede Partie im Volksparkstadion ist ausverkauft. Für die Stimmung und die Finanzen ein unschätzbarer Wert.
Positiv bei Eintracht Braunschweig: Nach den ersten sechs Spielen stand die Eintracht mit nur einem Punkt da - und schien wie schon beim vorangegangenen Abstieg in der Saison 2020/21 nicht konkurrenzfähig zu sein. Doch mit großem Teamgeist, einigen Verstärkungen (Benkovic, Pherai, Ujah) und einer für jeden Gegner unangenehmen Spielweise kämpften sich die Braunschweiger in diese Liga hinein. Die Wintertransfers Linus Gechter (Hertha BSC) und Hasan Kurucay (zuletzt Hamarkameratene in Norwegen) füllten zumindest die verletzungsbedingt stark geschwächte Abwehr wieder auf.
Noch offen beim HSV: Der Doping-Fall Vuskovic ist noch nicht geklärt. Am 3. und 9. Februar wird vor dem DFB-Sportgericht verhandelt. Es droht eine Vier-Jahres-Sperre. Der 21-Jährige zählte in der Hinrunde zu den Leistungsträgern. Eine lange Sperre wäre nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich für den HSV ein massiver Verlust.
Noch offen bei Eintracht Braunschweig: Die Eintracht hat Verletzungsprobleme wie kein anderer Zweitligist. Benkovic, Behrendt, Pherai, Ujah - mehrere Schlüsselspieler fallen noch lange aus oder konnten während der Wintervorbereitung über Wochen nicht mit dem Team trainieren. Das Auftaktprogramm ist zudem hart: Die ersten Drei der Hinrunden-Tabelle sind auch die ersten drei Gegner des neuen Jahres.
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