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Ein wichtiger Tag für die Zukunft des HSV

Am Mittwoch haben die Aufsichtsräte eine wegweisende Sitzung vor sich. Sie müssen sich dabei nicht nur mit Zahlen beschäftigen, sondern vor allem auch mit der aktuellen…

Ein wichtiger Tag für die Zukunft des HSV

Am Mittwoch steht eine wegweisende Sitzung an. Denn auf derHauptversammlung der HSV-Aktionäre müssen sich Klaus Michale Kühne, e.V.-Präsident Marcell Jansen und Co. nicht nur mit Zahlen beschäftigen, sondern sie werden vor allem Fragen zur aktuellen sportlichen Ausrichtung haben. Denn die stagniert. Weiterhin. Von Entwicklung im Spiel ist ebenso viel zu erkennen wie von Tim Walters Einsicht, sein hochriskantes Spiel auszubalancieren. Partiell war das gelungen – aber der Verdacht, dass dies von Verletzungen und dementsprechenden Personalwechseln erzwungen war, hat sich bewahrheitet. Nach starken 13 Punkten aus den ersten sechs Partien (Schnitt: 2,17) in der Zweiten Liga, stürzte der HSV seit September auf 15 Punkte in elf Partien (Schnitt: 1,36 Punkte) und Rang drei in der Tabelle ab. 18 geschossenen Treffern stehen seit September 16 Gegentreffer gegenüber. Ein Punkteschnitt und Torverhältnis, die nicht zum Aufstieg reichen dürften.

Was das nach sich ziehen muss, habe ich geschrieben. Tim Walters Sturheit und Resistenz in Sachen Weiterentwicklung lassen keinen anderen Schluss zu, als ihn auszutauschen. Selbst Sportvorstand Jonas Boldt, der sich zuletzt sehr stark an Walter gebunden hatte, wird das erkannt haben. Und er wird sich dazu gegenüber den Kontrolleuren äußern müssen. Dass diese schon länger ihre Zweifel an Walter hatten, war einer der Gründe, weshalb sich Boldt umso mehr zu Walter bekannte. Und jetzt?

Hauptversammlung der AG: Boldt wird Fragen beantworten müssen

Auch Boldt wird sich kritische Fragen gefallen lassen müssen. Auch der Sportvorstand steht nach nunmehr knapp viereinhalb Jahren ohne erkennbare sportliche Vorwärtsentwicklung auf dem Prüfstand. Die Tatsache, dass der HSV in seinen Gremien nicht auf einen Komplettumbruch vorbereitet sind, spricht für Boldt, dem es zuletzt sehr gelegen gekommen sein dürfte, dass meine ehemaligen Kollegen vom Abendblatt und zaghaft auch die BILD-Kollegen lancierten Infos nachgingen und einen Skandal wegen eines so genannten "Strategiepapiers" konstruierten, der eher keiner war und auch keiner wird. Übrigens: Gesehen hat keiner der Schreibenden dieses Schriftstück, das lediglich aus Stichpunkten bestehen soll. Und wirklich abgelenkt von den sportlichen Problemen hat dieses Theater auch kaum. Tim Walter steht nach der ersten Heimpleite mehr zur Disposition denn je. Und für die bevorstehende Mitgliederversammlung im Januar stehen keine Anträge auf Abwahl des Vereinspräsidenten Marcell Jansens auf der Tagesordnung. Selbst der zwischenzeitliche Missmut einiger Jansen-Kritiker im Aufsichtsrat scheint plötzlich verflogen zu sein.

Aber: Die Hauptversammlung, auf der der neue Anteilseigner Hanse Merkur das Go erteilt werden soll, die bisherigen Wüstefeld-Anteile zu übernehmen, hat operativ keine Handhabe. Dennoch dürften die Forderungen von Kühne und Co. durchaus eine Wirkung haben. Von daher bleibt die Hoffnung, dass dieser bislang so wirkungslose Aufsichtsrat seine Funktion ernster nimmt und endlich kontrolliert. Und dabei gehört alles auf den Prüfstand.  Neben sachlichen Themen wie die Geschäftsform der AG, aktuellen Themen wie dem Investoreneinstieg gehören vor allem die sportliche Entwicklung und dementsprechend Boldts Pläne für die nächste Zukunft auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung. Denn auch Boldt muss eine Weiterentwicklung zeigen. Und für alle, die jetzt hier Hetze vermuten: Das ist keine Reaktion auf den aktuell schwächelnden sportlichen Kurs mit Walter. Es ist eigentlich der ganz normale, selbstverständliche Weg, den ein Kontrollgremium wie der Aufsichtsrat zu jeder Zeit gehen MUSS. Und hoffentlich vor Beginn der Rückrunde (dann außerordentlich) auch gehen wird.

Der Zeitpunkt für diese Sitzung aller Anteilseigner des HSV ist ungewollt gut gewählt: Sie findet VOR dem letzten Hinrundenspiel in Nürnberg stat. Soll heißen: Alle hier geäußerten Bedenken und Anregungen kommen unabhängig vom Ausgang des letzten Hinrundenspiels . Denn eines ist klar, ein einzelnes Spiel wie das am Sonnabend beim kriselnden FCN kann und darf nicht die Entscheidungsgrundlage derer sein, die über di Zukunft des HSV entscheiden.

Herzlichen Glückwunsch, Daniel Heuer Fernandes!

Aber um hier heute mit erfreulicheren Nachrichten abzuschließen, möchte ich dem vielleicht besten Keeper der Zweiten Liga gratulieren! Denn Daniel Heuer Fernandes ist Vater geworden! Dazu gratulieren wir ganz herzlich und wünschen der wachsenden Familie alles Glück und Gesundheit dieser Erde! Der Keeper fehlte heute ebenso wie die verletzten Ambrosius, Ignace van der Brempt, während Jean-Luc Dompé und Sebastian Schonlau individuell im Kraftraum trainierten und Ransford Königsdörffer aus privaten Gründen nicht auf dem Platz stand.

In diesem Sinne, Euch allen eine ruhige Nacht und bis morgen!

Scholle

P.S.: Morgen wird es an dieser Stelle einen schönen Beitrag von Gastautor Robert Hoyer geben, der seine Sicht zum Thema Trainerwechsel hat. 

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