Ein beschämend schwacher Auftritt mit Vorgeschichte
Meine Meinung, dass man es als HSV nicht so weit kommen lassen darf, dass ein Tim Walter Bedingungen an seine Vertragsverlängerung knüpft, teilen hier nicht alle. Eher die…

Meine Meinung, dass man es als HSV nicht so weit kommen lassen darf, dass ein Tim Walter Bedingungen an seine Vertragsverlängerung knüpft, teilen hier nicht alle. Eher die Minderheit. Und das ist völlig okay. Vielleicht habe ich da auch einfach ein falsches Bild davon, wie man einen Verein wie den HSV führen muss. Aber ich bleibe weiterhin dabei, dass nicht der Trainer dem Verein vorschreiben darf, wer selbigen führt. Im Gegenteil: Der Vorstand muss Walter immer kontrollierend im Blick haben und losgelöst von etwaigen Sympathien seine Einschätzungen treffen. Das aber sehe ich beim Duo Boldt/Walter in dem Moment nicht mehr, wo die beiden ihre Verbleibe jeweils mit der Zukunft des anderen verknüpfen. aktuell nicht. Aber okay, so ist das eben mit dem Fußball – es lässt sich prächtig darüber diskutieren. Auch über das erste Spiel der DFB-Elf heute!
Ein und dasselbe Spiel haben wir gesehen. In sehr vielen Punkten stimmen wir überein – und doch sind Wolfgang und ich nicht in allem einer Meinung. Deshalb stelle ich heute mal unsere Kommentare (hinter dem Spielbericht) unabhängig voneinander hier rein – und Ihr könnt für Euch Entscheiden, wo Ihr Euch besser wiederfindet. Und selbstverständlich gebührt es meinem geschätzten Kollegen Wolfgang, hier als Erster seinen Kommentar abzugeben, da er zum einen vor Ort ist und der Spielbericht deshalb natürlich nur von ihm kommen kann. Und zum anderen gebührt es der Respekt, da Wolfgang ein, zwei Monate älter ist als ich. Nur bei der Einzelkritik stehen wir direkt über- bzw. untereinander. Ich fettgedruckt, der passionierte Marathonläufer Wolfgang in schlank – also quasi wie im echten Leben… ;-)
Here we go:
Spielbericht von Wolfgang Stephan
Deutschland verliert gegen Japan mit 1:2 und steht gegen Spanien mächtig unter Druck
DOHA. Unfassbar: Deutschland verspielte innerhalb von sieben Minuten eine 1:0-Führung und verlor gestern Mittag in Doha das WM-Auftaktspiel gegen Japan mit 1:2. Damit könnte am Sonntag bei einer Niederlage gegen Spanien die WM für die Deutschen vorzeitig beendet sein. „Da stehen wir von Anfang an unter Druck, das Spiel ist in die Hose gegangen, jetzt haben wir den Salat“, sagte ein frustriert und verärgerter Manuel Neuer.
So unglücklich wie sie neben dem Rasen agieren, so unglücklich spielte die deutsche Mannschaft auch im WM-Auftaktspiel gegen Japan und vergeigte wie schon 2018 gegen Mexiko auch jetzt ihr erstes Spiel, obwohl sie über knapp 70 Minuten alles im Griff hatte.
Vor dem Khalifa International Stadium herrschten sommerliche 27 Grad - drinnen war die Arena mit 40.000 Zuschauern auf 19 Grad gekühlt. Die spannende Frage, ob die deutschen Kicker auf das Fifa-One-Love-Verbot reagieren, beantworteten die Deutschen mit einer Geste: Beim Mannschaftsfoto hielten sie sich eine Hand vor den Mund, immerhin ein kleines Zeichen des Protestes.
Beide Mannschaften begegneten sich in der Anfangsphase mit viel Respekt und räumten ihren Sicherheitsinteressen Vorrang ein. Ein erster Warnschuss gab es in der achten Minute, Ilkay Gündogan verlor im Aufbauspiel das Spielgerät und die Japaner starteten blitzschnell durch und schon lag der Ball im Netz hinter Manuel Neuer. Doch Torschütze Maeda stand deutlich im Abseits. So werden Chancen effektiv genutzt.
Die Flick-Elf hatte zunächst im Aufbauspiel deutliche Probleme mit der Zweikampfstärke der Japaner, die schon an der Mittellinie attackierten. Doch mit zunehmender Spielzeit bekamen die Deutschen das Spiel immer besser in den Griff und hatten durch Musiala und zweimal Gündogan gute Tor-Chancen. Der Manchester-Spieler sorgte nach 33 Minuten für den Glücksmoment: Nachdem David Raum im Strafraum von Japans Torhüter gelegt wurde, drosch Gündogan den Ball vom Elfmeterpunkt ins Tor.
Jamal Musiala hätte kurz vor der Pause aus 16 Metern vieles klarmachen können, doch er verzog den Ball aus guter Position. Die Japaner waren streckenweise mit den vielen Positionswechseln der Deutschen überfordert, Musiala, Gnabry, Müller und Havertz wechselten ständig ihren Aufenthaltsort. In der Nachspielzeit dann wieder Jubel, doch Kai Havertz stand bei seinem Treffer deutlich im Abseits. Das 1:0 zur Pause war verdient, die Flick-Elf war die spielbestimmende Mannschaft mit 81 Prozent Ballbesitz und 14:1 Torschüssen.
Die zweite Hälfte begann mit einer Großchance von Serge Gnabry, der den Ball aber über die Latte donnerte. Gleich danach tänzelte Yamal Musiala durch die japanische Abwehr, umspielte vier Verteidiger, doch auch er verzog aus sieben Metern. Dass Gündogan wenig später den Ball an den Pfosten setzte, war Pech.
Aber: Die fortan offensiver ausgerichteten Japaner kamen immer besser ins Spiel. Flick nahm in der 67. Minute Müller und Gündogan vom Platz und brachte Jonas Hofmann und Leon Goretzka.
Danach geriet die deutsche Abwehr ins Schwimmen. Erst rettete Neuer noch mit einer Weltklasseparade die Führung, dann erzielte der Freiburger Doan nach 76 Minuten den verdienten Ausgleich, Süle hatte die Flanke zuvor nicht verhindert. Flick reagierte und brachte mit Mario Götze und Niklas Füllkrug für Musiala und Havertz neues Offensivpersonal. Doch es kam noch dicker: Nach einem Freistoß stellte sich Nico Schlotterbeck im Zweikampf wie ein Anfänger an, der Bochumer Asano erzielte in der 83. Minute den Siegtreffer für die Japaner. „Ich glaube, es ist noch nie einfacheres Tor bei einer Weltmeisterschaft erzielt worden“, schimpfte Ilkay Gündogan.
In der Schlussphase versuchte es Flick noch mit Moukoko doch auch in acht Minuten Nachspielzeit konnte die Blamage trotz einer dicken Chance von Goretzka nicht verhindert werden. Flicks Team steht jetzt am Sonntag gegen Spanien mächtig unter Druck, bei einer Niederlage dürfte die WM nach der Gruppenphase vorbei sein.
„Ich bin total frustriert und verärgert, wir müssen das ganz klar bessermachen“, fordert Kapitän Manuel Neuer.
Hansi Flick wirkte bei der Pressekonferenz konsterniert: „Wir müssen aus dieser Erfahrung die richtigen Schlüsse ziehen“, sagte Flick zum Abschluss des Tages. Seine Schlussfolgerung hatte er vorher benannt: „Die Fehler nicht machen, die wir bei einer WM nicht machen dürfen.“
Kommentar von Wolfgang Stephan
Hansi Flick hat das Spiel vergeigt
Vergeigt. An dieser Niederlage ist der Trainer entscheidend beteiligt. Es war keine gute Idee von Hansi Flick den zuletzt auch im Verein wenig überzeugenden Nico Schlotterbeck in die Innenverteidigung zu beordern und Niklas Süle auf Außen zu stellen. Gerade als die Japaner mächtig Druck machten, war der gute Antonio Rüdiger als Schutzengel von Schlotterbeck überfordert.
Dazu kommt die völlig überflüssige Auswechslung von Ilkay Gündogan nach 67 Minuten. Als er ging, lief alles aus dem Ruder. Nach dem Ausgleich durfte Mario Götze für den guten Musiala spielen, auch das war nicht sonderlich klug, denn Musiala war mit seinen Aktionen kaum zu halten für die japanische Defensive. Das Ergebnis war eine völlig unsortierte Mannschaft, die zuvor über 70 Minuten fast alles im Griff hatte.
Als der Gegner die Offensive verstärkte, wäre Sicherheit das erste Gebot gewesen. Wie schon gegen England in der Nations League schaffte es die deutsche Mannschaft nicht, aus einer überzeugenden Führung einen überzeugenden Sieg zu erringen. Pech?
Ja, das auch, aber vermutlich ist es eine Frage der Qualität. Vorne fehlt ein echter Torschütze und hinten auf den Außenbahnen hat Flick keine Spieler von internationalem Format.
Gegen Spanien geht es am Sonntag um alles oder nichts. „Wir haben die Qualität“, sagte ein ernüchterter Bundestrainer bei der PK. Seine Mimik ließ wenig Gutes ahnen.
Kommentar von Scholle
Keine Ideen, kein Esprit – und die falsche Mischung
Viel wurde vorher davon geredet, wie eng diese Mannschaft zusammengerückt ist und noch immer zusammenrückt. Trainer Hansi Flick wurde für die gelungene Mischung beglückwünscht – und ich wusste nicht, warum. Ich habe hier eine Gruppe von Freunden in meiner direkten Nachbarschaft, mit denen ich solche Spiele wie jetzt bei der WM eigentlich immer zusammen schaue. Diesmal hatten sie überlegt, mich auszuladen, weil ich vorher schon so negativ war – was zudem eher untypisch ist. Was sein meinten? Ich hatte gesagt, dass ich die Defensive der Nationalelf als zu schwach für große Gegner wie Frankreich oder auch Spanien halte, die mit viel Tempo kommen. Japan hatte ich da eher nicht auf dem Schirm – aber selbst die Japaner haben der DFB-Defensive heute die Grenzen aufgezeigt und mit ihren wenigen Kontern mächtig Gefahr erzeigt. Und: Sie haben sogar zweimal getroffen. Wobei insbesondere der zweite Treffer alles offenlegte, was ich an dieser Defensive kritisiere.
Denn wenn Du aus dem Ballbesitz kommend so in einen Konter reinrennst, dass am Ende Schlotterbeck (der ist definitiv nicht schneller als Mats Hummels, den ich mitgenommen hätte) erst zu zögerlich und letztlich zu langsam ist, dann passt es hinten nicht. Und das sage ich, obwohl Anton Rüdiger für mich heute einer der besten Spieler auf dem Platz war. Allein die Mischung der Viererkette heute war ein Fehler des Trainers, der diese Niederlage maßgeblich mitzuverantworten hat.
Denn neben Schlotterbeck, bei dem sich mir absolut nicht erschließt, warum einige Experten sein Eröffnungsspiel so feiern (noch weniger seine langen, hohen Diagonalbälle auf den 1,76 Meter kurzen Hofmann am Ende!!), waren auch der schwerfällige Innenverteidiger Niklas Süle als Rechtsverteidiger sowie David Raum ab der 20. Minute als Linksverteidiger heute nur Ballschieber – keine Vorbereiter, geschweige denn Flankengeber. Ich war ehrlich gesagt von einer Dreierkette ausgegangen, als ich die Aufstellung gesehen hatte – aber was weiß ich schon…
Na gut, ich weiß, dass das heutige Offensivspiel der Deutschen zu mehr Toren hätte führen müssen. Chancen waren trotz der Totalausfälle Thomas Müller und Kai Havertz da. Aber selbst, wenn man mal so einen verschwenderischen Umgang mit Chancen hat, muss die Defensive gegen einen solchen Gegner die Null halten. Tat sie aber nicht – weil Flick die Mischung nicht hinbekommen hat. Denn die wäre für mich am besten mit dem schnellen, agilen und aggressiven Rüdiger neben dem erfahrenen Stellungsspieler Hummels, der das Spiel von hinten raus hätte aufbauen können.
Schlotterbeck zum Beispiel ist für mich wie einst Höwedes. Ein Spieler, den du gern in der Mannschaft hast, weil er eine großartige Einstellung hat. Ein Fußballer, der über die Mentalität kommt und sich nie hängenlässt. Aber auf Weltklasseebene ist er eben eher Hosennummer 12 – und kein Startelfspieler. Er kann sich reinfighten, wie es Höwedes 2014 geschafft hat. Aber ich bleibe bei meiner vor dieser WM geäußerten Meinung: So lange Schlotterbeck zu den besten Elf gehört, ist die deutsche Mannschaft nicht stark genug, um so ein Turnier erfolgreich zu gestalten.
Aber es lag heute mitnichten allein an Schlotterbeck. Vorne waren Müller und Havertz Totalausfälle, Gnabry spielte maximal unglücklich. Gündogan fing sich mit dem verwandelten Elfer ein wenig – musste dann aber raus, während Joshua Kimmich über die gesamte Spielzeit neben sich stand. Ich mag Kimmichs Spielweise grundsätzlich sehr. Ich finde seine humorlose, immer auf Sieg ausgerichtete Art großartig. Aber heute hat er nicht einmal im Ansatz die Führungsrolle zentral übernehmen können, die er übernehmen sollte. Im Gegenteil: Kimmich war ein absoluter Unsicherheitsfaktor.
Die Krone des Unverständlichen heute war dann aber die Auswechslung von Jamal Musiala, der sicher nicht glücklich im Abschluss war, dafür aber als einziger bei mir die Fantasie am Leben erhielt, dass die DFB-Elf noch mehr Tore schießt. Einen Kreativen wie ihn, der enge Abwehrreihen sogar mit unfassbaren Soli auseinandernehmen kann, darf man in einem solchen Spiel einfach nicht rausnehmen! Was den Bundestrainer zu dieser unfassbaren Fehleinschätzung getrieben hat, erschließt sich mir einfach nicht.
Zusammengefasst kann man sagen, dass die DFB-Elf heute schlecht auf- und eingestellt war. Da der Gegner- bei allem Respekt vor der taktischen Leistung – nur Japan war, hatte man trotz allem genügend Siegchancen. Aber man darf sich bei so vielen Fehleinschätzungen von Trainerseite trotz der Warnschüsse unmittelbar vor WM-Beginn und bei so vielen Ausfällen heute auf dem Platz nicht einmal über diese Niederlage wundern.
DIE EINZELKRITIK (Wolfgang normal, Scholle kursiv):
Manuel Neuer: Der Kapitän hatte lange einen ruhigen Nachmittag, erst rettete er in Weltklassemanier, dann bekam er zwei unhaltbare Tore. Note 2
An seinen besten Tagen hält er so einen Schuss wie den zum 1:2 – aber das zu erwarten wäre falsch. Neuer war wie Daniel Heuer Fernandes beim HSV zuletzt auch immer wieder souverän und der Letzte, dem man die Niederlage anheften kann. Note: 3
Nico Schlotterbeck: Sein Zweikampf gegen Asana kann in die Lehrbücher eingehen – wie es nicht gemacht wird. Sehr unsicher, hat mit der Leistung bei der WM nichts verloren. Note 5
Ihm soll die Zukunft im DFB-Team gehören – was ich ihm gönne. Aber genau wie Jonas David beim HSV ist eben Potenzial nicht gleich Leistung. Und das wurde heute bei dem BVB-Profi genauso deutlich. Ihm fehlt der Anker in der Defensive, an dem er sich orientieren kann. Und selbst ist er das ganz sicher noch nicht. Ebenso wie zuletzt bei Jonas David, als er neben Vuskovic ohne Führung auflief, wirkte er heute (zu) oft komplett verloren. Er war schwach im Aufbauspiel, hatte Probleme im Stellungsspiel, und er war entscheidend zu langsam beim 1:2. Dass er in den Schlussminuten immer wieder lange, hohe Bälle auf den 1,76-Meter großen und alles andere als kopfballstarken Hofmann schlug, war dann zu viel für mich. Eine Fehlbesetzung in der Startelf – eher einer zum Aufbauen. Das wiederum bitte nicht in einer WM. Note: 6
Antonio Rüdiger: Der beste deutsche Akteur. Zweikampfstark, gute Übersicht. Note 2
Wie zuletzt Mario Vuskovic war seine Leistung für sich genommen in einer ansonsten wackeligen Defensive gut. Er ist vielleicht sogar der beste Defensivspieler im DFB-Kader – und auch heute auf dem Platz. Aber auch ihm fehlt (wie Vuskovcic ohne Schonlau) ein Spieler, der die Viererkette dirigiert. Hummels wäre wie geschrieben so einer. Aber der ist nicht dabei. Deshalb wird Rüdiger im Expresstempo zum Leader heranreifen müssen – oder das Turnier ist am Sonntag schon gelaufen. Trotzdem bleibe ich dabei, dass seine Leistung für sich betrachtet gut war. Note: 2
Niklas Süle: Beim Ausgleich sah auch er schlecht aus, sonst defensiv solide, offensiv hatte er wohl keinen Auftrag. Note: 4
Er hob das sichere Abseits vor dem 1:2 auf, weil er pennte. Dass er auf einer für ihn gänzlich ungeeigneten Position hinten rechts spielen musste, war – ähnlich dem Walter-Move mit Königsdörffer als RV - der Fehleinschätzung des Trainers geschuldet. Viel kam über seine Seite nicht durch. Aber er war eines von mehreren Puzzleteilen im DFB-Spiel, das überhaupt nicht passte. Dass er gegen die bei hohen Bällen eher schwächeren Japaner am Ende so gar keine Rolle spielte, spricht ebenfalls nicht für ihn. Note: 5
David Raum: Offensiv sah das gut aus, doch defensiv hatte er die erwarteten Schwächen. Note 3,5
Der Miro Muheim der DFB-Elf begann gut – ließ aber mit zunehmender Spielzeit stark nach. Offensiv hat er Stärken, defensiv aber genauso erkennbar deutliche Schwächen. Er war defensiv heute schon überfordert, obwohl die Japaner gefühlt nur eine Handvoll Angriffe gefahren sind. Offensiv war es zwischenzeitlich okay. Aber nicht gut. Am Ende, wo es gefährlicher Flanken bedurft hätte, tauchte er ab. Note: 4
Serge Gnabry: Auch er kam lange nicht ins Spiel, als es in der Offensive lief, lief es oft an ihm vorbei. Note: 4
Extrem unglücklicher Auftritt. Er traf selbst nicht, obwohl er bei seinem Kopfball fast alles richtig machte. Und auch seine Kollegen wussten mit seinen Vorarbeiten keine Erfolge zu erzielen. So ein wenig, wie Sonny Kittel in den letzten Partien des HSV vor der Pause, wo er viel versuchte, oft knapp dran war – aber eben nicht traf. Note: 4
Ilkay Gündogan: Viel Licht, manchmal mit seinen Abspielen auch ein wenig Schatten. Sicherer Elfmeterschütze, als er ausgewechselt wurde, drehten die Japaner das Spiel. Note: 2
In der ersten Hälfte war er bis zu seinem Elfmetertreffer fahrig und verdaddelte zu viele einfache Bälle. Unter anderem den, der zum Abseitstreffer der Japaner in der ersten Hälfte führte. Aber er zog sich selbst aus diesem Tief heraus, wurde besser – um im Laufe der zweiten Hälfte zu passiv zu werden. Er hätte Impulse setzen müssen, als die Japaner die DFB-Elf tief zustellten und das Spiel zum Erliegen brachten. Dass er rausgenommen wurde, fand ich nur deshalb fragwürdig, weil der neben ihm spielende Kimmich so schwach war, dass er zwingend hätte vor Gündogan ausgewechselt werden müssen. Note: 4
Jamal Musiala: Der Münchner hätte zum Helden werden können, sein Solo war atemberaubend, der Abschluss zweitklassig. Bester Stürmer. Note: 2,5
Er trägt eine Genialität in sich, deren Grenzen ich noch gar nicht erkennen kann. Seine Tempodribblings sind fantastisch – nur leider waren sie heute nicht vom Erfolg gekrönt. Aber so wie es Ludovit Reis beim HSV immer wieder versucht, war es der Youngster vom FC Bayern, der immer wieder versuchte, die tief stehende japanische Defensive zu knacken. Er war der erste Antrieb der DFB-Elf – aber eben ohne den krönenden Torerfolg. Dass er raugenommen wurde, obwohl er nicht aus irgendeinem Grund darum gebeten hatte, muss sich Flick
Joshua Kimmich: Der große Leader war er nicht, aber umsichtig agierend. Musste viele Löcher stopfen am Ende ging er mit unter. Note: 3
Für mich eine absolute Enttäuschung. Der spielintelligente Sechser schaffte es nicht, das Mittelfeld zu organisieren, geschweige denn, es im richtigen Moment anzutreiben. Von ihm darf man Führung erwarten – aber davon war heute nichts zu sehen. Er blieb heute zusammen mit Müller und Havertz am weitesten hinter seinen eigentlichen Möglichkeiten.Note: 5
Thomas Müller: Als Lautsprecher klappt es mit ihm besser. Das war nicht sein Spiel, viel zu verhaltend. Note: 4,5
Er ist bestimmt ein ganz wichtiger Faktor als Typ für die Mannschaft. Aber auf dem Feld war er heute ein Ausfall. Der legte ein paar Bälle ab – aber keinen vor. Und er selbst war auf der Neun noch unsichtbarer als sein Sturmkollege Havertz. Und das soll was heißen. Note: 5
Kai Havertz: Havertz verlebte einen eher unglücklichen Nachmittag. Richtig gut ist der Chelsea-Akteur nie ins Spiel gekommen. Note: 4,5
Er ist manchmal plötzlich da, obwohl er vorher überhaupt nicht zu sehen war. Nicht selten schoss er sich per Siegtreffer zuletzt von der Note 5 zur Note zwei. Diese Unberechenbarkeit ist sicher eine der Stärken des teilweise genialen Linksfußes. Und die Hoffnung darauf (sowie die Hoffnung auf seine Kopfballstärke) war auch alles, was mich verstehen ließ, warum der Chelsea-Kicker durchspielen durfte. Leider aber bleib diese Hoffnung heute unerfüllt. Note: 5
Jonas Hoffmann (67. für Müller): Unglücklicher Abschluss gleich in der ersten Aktion, unglücklich danach sein Spiel: Note: 5
Er kam rein, fand aber nie ins Spiel, nachdem er gleich das sichere Tor vergeben hatte. Note: 5
Leon Goretzka (67. für Gündogan): Er hätte am Ende fast das Unheil verhindern können, aber auch er nutzte seine Chance nicht.
Gehört ebenso wie Jonas Meffert beim HSV als ordnendes Element im Zentrum einfach in die Startelf. Er bringt aus meiner Sicht die beste Mischung aus Körperlicher Robustheit, defensiv- und Offensivstärke sowie Torgefahr und Mentalität auf den Platz. Für mich kein Einwechsel-, sondern Stammspieler. Er war leider nicht die erhoffte Verstärkung. Aber zu seiner Entschuldigung: Er kam aber auch in einer Phase rein, in der das deutsche Spiel gerade kippte. Schade, dass er das nicht verhindern (oder am Ende treffen) konnte. Note: 4
Mario Götze (79. für Musiala): Der Frankfurter konnte den Münchner nicht ersetzen.
Ich hätte ihn für Thomas Müller gebracht und mit Musiala zaubern lassen. So war er leider auf verlorenem Posten, als die DFB-Elf mit hohen, langen Bällen in den Sechzehner (oder durch Schlotterbeck auf Hofmann…) agierte. So blieb es ein sinnloser Flick-Wechsel. Zumindest hat Flick die Chance, mit Götzes Comeback einen positiven Effekt zu erzielen, fahrlässig verschenkt. Schade. Note: Nicht fair zu bewerten
Niclas Füllkrug (78. für Havertz): Er hatte keine echte Torchance und ohne Torchance ist ein Niklas Füllkrug um seine Stärke beraubt.
Sein WM-Debüt blieb ohne Erfolg. Aber das lag nicht an ihm. Er wühlte noch, wo er wühlen konnte. Aber auch bei ihm wäre es aus meiner Sicht unfair, ihn für diese kurze Zeit zu bewerten.
Youssoufa Moukoko (90. für Gnabry): Pech, dass sein Name in Verbindung mit der Niederlage steht.
Hier schließe ich mich Wolfgang an. Seine WM-Karriere begann äußerst unglücklich.
Trainer Hansi Flick: Er hat falsch aufgestellt, falsch eingestellt – und am Ende nicht clever umgestellt. Er hat die falsche Startelf beginnen lassen und falsch gewechselt. Und während ich bei HSV-Trainer Tim Walter immer kritisiere, dass er eben keinen Plan B hat, bewies Flick heute, dass man seine Mannschaft mit Alternativplänen auch noch schwächer machen kann. Oder anders formuliert: Viel mehr als Flick heute kann man nicht falsch machen. Note: 6
In diesem Sinne, bis morgen.
Scholle
Zeig deine Farben
Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.
Shirt HAMBURG ALLSTARS
Eine Startelf aus Hamburger Legenden, großflächig auf dem Rücken.
39 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print HAMBURG ALLSTARS
Dieselbe Startelf als Fine-Art-Print — A3 oder 50 × 70.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print COMEBACK DES DINOS
Mai 2025, das 6:1 — nach sieben Jahren zurück in der Bundesliga.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print UNS UWE
Uwe Seeler nach dem verlorenen Wembley-Finale 1966.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.
Lies weiter
Meinung
HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem
Weiterlesen

Diskussion
0 KommentareDiskutier mit!
Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.
Jetzt kostenlos registrierenAnmelden