Analyse

Düsseldorf mit Paderborner Mitteln - der HSV will eine starke Reaktion zeigen

Eine sensationelle Leistung vorab: Das Halbfinale der HSV-Frauen gegen Werder Bremen (nicht unter Flutlicht) ist – ausverkauft! Für die Partie im Volksparkstadion am 23. März…

Düsseldorf mit Paderborner Mitteln - der HSV will eine starke Reaktion zeigen

Eine sensationelle Leistung vorab: Das Halbfinale der HSV-Frauen gegen Werder Bremen (nicht unter Flutlicht) ist – ausverkauft! Für die Partie im Volksparkstadion am 23. März (15.30 Uhr/Sky und ZDF-Livestream) wurden 57.000 Tickets abgesetzt, teilte der HSV mit. So eine große Kulisse gab es bislang bei noch keinem Frauenfußballspiel in Deutschland. Schon in der vergangenen Woche hatte der HSV so viele Tickets verkauft, dass die bisherige nationale Bestmarke von 44.808 Zuschauern – aufgestellt beim Pokalfinale am 18. Mai 2023 zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SC Freiburg (4:1) – übertroffen worden war.

Als Weltrekord für ein Frauenfußballspiel gelten die 91.648 Zuschauer bei der Champions-League-Partie des FC Barcelona gegen den VfL Wolfsburg im April 2022 im ausverkauften Camp Nou. HSV-Präsident Marcell Jansen betont die Bedeutung der Partie: „Dieses Spiel ist mehr als ein Halbfinale – es ist ein Meilenstein für den Fußball und ein Beweis für den enormen Rückhalt, den unser Frauenteam genießt. Unsere Fans haben ein klares Zeichen gesetzt: Dieses Nordderby gehört auf die große Bühne!“

Stadion ausverkauft: HSV-Frauen brechen Rekorde!

Und da stimme ich zu 100 Prozent zu! Diese HSV-Frauen haben sich das nach der Abmeldung durch den Verein 2011 hart erarbeitet und zu 100 Prozent verdient! HSV-Vorstand Eric Huwer zeigt sich ebenfalls begeistert: „Es ist mehr als ein ausverkauftes Fußballspiel. Das ist Hamburgs Commitment für den Mädchen- und Frauenfußball sowie für unseren Verein. Ganz Hamburg steht hinter diesem Team – und wir alle fiebern einem historischen Fußballnachmittag im Volksparkstadion entgegen!“ Schade nur, dass die entscheidenden Figuren – nämlich das Frauenteam selbst – auf der HSV-Website nicht zu Wort kommen… 

Aber okay, das holen wir hier nach, wenn es soweit ist! Jetzt geht es hier erst einmal um das bevorstehende Topspiel der Zweiten Liga morgen Abend (20.30 Uhr, Sky und Sport1) gegen Fortuna Düsseldorf. „Das ist ein Spiel, da musst du als Trainer nichts mehr sagen! 57.000 Zuschauer, ausverkauftes Stadion, Flutlicht – und die Chance, dich ein wenig abzusetzen – da sind alle so heiß, dass es keiner besonderen Motivationsrede mehr bedarf!“ Das sagt Ex-HSV-Profi Stefan Schnoor, mit dem ich mich heute wieder vorab über das bevorstehende Spiel unterhalten habe. Und ich bi sicher: das stimmt! Allerdings gilt das genauso für die Düsseldorfer, für die es die große Chance ist, noch einmal bis an die Tabellenspitze heranzurücken.

Thioune kommt mit Personalsorgen nach Hamburg

Allerdings muss Fortuna-Trainer Daniel Thioune seinen Kader umbauen. „Wir werden den Bus vielleicht ein wenig voller packen. Wir haben viel ausprobiert in dieser Woche, U23-Spieler eingeladen, da wir wohl nicht die Elf von letzter Woche auf den Platz schicken können“, sagte Thioune vor der Rückkehr zu seinem Ex-Klub. Definitiv ausfallen wird Mittelfeldspieler Marcel Sobottka. Auch die Langzeitverletzten Dennis Jastrzembski, Robert Kwasigroch und Tim Rossmann stehen wahrscheinlich nicht zur Verfügung. Zudem hätten Giovanni Haag und Valgeir Lunddal unter der Woche Probleme gehabt – durchaus schwerwiegende Ausfälle. Gut möglich, dass HSV-Rückkehrer Moritz Heyer als Rechtsverteidiger aushelfen muss - und dann gegen Dompé spielt. Es wäre ein spannendes Duell...

Wie der HSV verlor auch Düsseldorf am vergangenen Wochenende (1:2 gegen Fürth) und rutschte durch die erste Niederlage des Jahres auf Platz sieben ab. Doch anstatt sich zu sehr mit der eigenen gerissenen Serie zu beschäftigen, lenkt Thioune den Blick geschickt auf den HSV: „Wir haben am vergangenen Wochenende gesehen, dass der HSV auch zu schlagen ist.“ Dass die Fortuna seit 40 Jahren auf einen Sieg in Hamburg wartet, interessiert ihn nicht: „Bei der Qualität meiner Mannschaft stimmt es mich zuversichtlich, dass wir in diesem engen Rennen in der Zweiten Liga zum ersten Mal nach 40 Jahren die Punkte in Hamburg entführen können.“

Kommt Düsseldorf als Paderborn 2.0? Thioune will über Laufstärke kommen

Dass sich die beiden Cheftrainer, Thioune und HSV-Coach Merlin Polzin, in- und auswendig kennen, ist bekannt. Wie will Thioune spielen lassen? Er nimmt sich ein Beispiel an Paderborn: „In Hamburg muss man rennen, da muss man sehr viel arbeiten, sein Herz auf dem Platz lassen, Kompaktheit gegen den Ball auf den Platz bringen und dann Momente offensiv finden“, betonte der 50-Jährige. Seine Mannschaft müsse mutig sein und habe nichts zu verlieren – schließlich sind es nur vier Punkte Rückstand auf den HSV. „The race is on“, sagte Thioune.

Und ich freue mich tierisch auf das Spiel morgen Abend! Weil ich optimistisch bin, dass die Mannschaft auf die schwache zweite Halbzeit in Paderborn eine positive Reaktion zeigen will – und zeigen wird.

Es stimmt momentan nicht alles, ganz klar! Aber es stimmt mehr als zum vergleichbaren Zeitpunkten in den vergangenen Jahren – trotz der Niederlage in Paderborn. Die Rückkehr von Robert Glatzel ist ein sehr positiver Aspekt, der alle Beteiligten freuen wird – die Gegner mal ausgenommen. Auch die Tendenzen der Topspieler in ihren Vertragsverhandlungen scheinen positiv zu sein, obgleich die Verträge nicht übermäßig nachgebessert, sondern erfolgsabhängiger gestaltet werden sollen. Endlich.

Sicher ist, dass das Spiel gegen Düsseldorf nach den Partien gegen den FCK und Paderborn das dritte von fünf sehr wichtigen Topspielen ist. Gegen Thioune und Co. wird es neben den Punkten auch darum gehen, sich selbst zu beweisen, wie man mit Rückschlägen umgeht. Im Gespräch mit Stefan Schnoor tippen wir beide auf einen 3:1-Heimsieg – wobei ich mir dafür diesmal die Hilfe des fachkundigsten Mitglieds im Hause Scholz dazu geholt habe.

Was tippt Ihr?

In diesem Sinne: Euch allen noch einen schönen Abend! Und bis morgen – dann wie gehabt mit dem Blitzfazit, den Einzelkritiken, Stimmen und dem Blog nach dem Spiel!

Scholle

Nette Anekdote am Rande:

Supercomputer-Prognose: HSV mit besten Aufstiegschancen

Kurz vor dem Topspiel hat der Datenanbieter Opta eine neue Berechnung veröffentlicht. Basierend auf den verbleibenden Spielen aller Zweitligisten wurden die Wahrscheinlichkeiten für den Aufstieg analysiert – und die Ergebnisse stimmen optimistisch: Denn laut der Prognose hat der HSV die besten Chancen auf den direkten Aufstieg. Die berechnete Wahrscheinlichkeit liegt bei 65,1 Prozent, womit der Klub unter allen Teams der 2. Bundesliga am höchsten eingestuft wird. Dahinter folgt der 1. FC Köln mit 35,5 Prozent. Trotz der aktuellen Platzierung im Tabellenmittelfeld hat der Bundesliga-Absteiger damit weiterhin eine realistische Möglichkeit, in die höchste Spielklasse zurückzukehren.

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