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Drei Neue, einer bleibt - und Walter freut's

Trainer Tim Walter ist gut gelaunt. Er freut sich auf den Rückrundenauftakt, daran dürfte kein Zweifel bestehen. Er setzt beim Kampf um den Aufstieg dabei zum einen auf den…

Drei Neue, einer bleibt - und Walter freut's

Trainer Tim Walter ist gut gelaunt. Er freut sich auf den Rückrundenauftakt, daran dürfte kein Zweifel bestehen. Er setzt beim Kampf um den Aufstieg dabei zum einen auf den neuen Angreifer Andras Nemeth sowie auf seinen nun doch in Hamburg bleibenden Lieblingsspieler Sonny Kittel. Aber vor allem setzt der HSV-Coach weiter auf die Unterstützung der Fans, die das Volksparkstadion am Sonntag mit nunmehr verkauften 54.000 Zuschauern nahezu komplett füllen. „Das ist eine Riesenwucht und ein Riesenvorteil für uns“, sagte der 47-Jährige bei der Pressekonferenz vor dem Rückrundenauftakt am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) vor heimischem Publikum gegen Eintracht Braunschweig. Zu der Anhängerschaft in der Stadt sei in den vergangenen Monaten ein großes Vertrauen entstanden. „Wir freuen uns auf den Kessel, dass wir da einlaufen können“, so Walter, „es ist erdrückend für den Gegner.“

Seit dem Abstieg 2018 hatte der HSV nach drei Hinrunden auf einem direkten Aufstiegsplatz gelegen und landete jeweils am Ende auf dem wertlosen vierten Rang. In der vergangenen Saison waren die Hamburger zur Saison-Halbzeit auf dem dritten Platz und verpassten es, durch eine Schwächephase in der Rückserie noch einen Platz höher und in die Bundesliga zu klettern. Zum Schluss blieb nur die Relegation, in der die Hanseaten an Hertha BSC scheiterten. 

Torwart Daniel Heuer-Fernandes sieht in jedem Fall eine positive Entwicklung beim Tabellenzweiten, gerade auch in der Hinrunde. „Umso mehr Automatismen greifen, entsteht ein Reifeprozess. Wir sind cleverer geworden“, sagte er den Kollegen der BILD. „Jetzt liegt es an uns, dass wir Punkte sammeln.“  Und Trainer Walter ergänzte: „Wir spüren eine Vorfreude. Das Kribbeln ist da. Wir freuen uns jetzt schon auf den Kessel, dass wir da hereindürfen und endlich nach langer Zeit wieder dort auflaufen“, sagte Walter.

Zwei Tage vor dem Start in die zweite Saisonhälfte nach elf Wochen Winter- und WM-Pause unterschrieb Andras Nemeth einen Vertrag bis Juni 2026. Der 20 Jahre alte Ungar kommt vom belgischen Erstligisten KRC Genk. Das Stürmertalent ist zunächst als Alternative zu Torjäger Robert Glatzel vorgesehen. „Er bringt schon viele gute Dinge mit. Von daher ist spannend zu sehen, ob er es schon am Wochenende umsetzen kann“, meinte Walter. Nemeth ist der dritte Winter-Zugang nach den ausgeliehenen Verteidigern Javier Montero (Besiktas Istanbul) und Noah Katterbach (1. FC Köln, zuletzt FC Basel).  

Mal etwas anders verlief das Hin- und Her bei Sonny Kittel. Der 30-Jährige war für einige Tage auf eigenem Wunsch freigestellt worden, um einen neuen Verein zu suchen. Dieser soll sich in Saudi-Arabien gefunden haben. Auch den Medizincheck soll der Mittelfeldspieler bereits bestanden haben. Ein Transfer wäre aber nur möglich gewesen, wenn Sportvorstand Jonas Boldt und Co. kurzfristig einen entsprechenden Ersatz für Kittel gefunden hätten. Und nachdem der offensive Mittelfeldspieler am Donnerstag etwas überraschend wieder ins Mannschaftstraining einstieg, vermeldete der Verein auf seiner Homepage: „Der Hamburger SV und der Mittelfeldspieler hatten sich in den vergangenen Tagen mit einem für beide Seiten wirtschaftlich interessanten Wechsel beschäftigt, sich nach reiflichem Abwägen aber dagegen entschieden.“

Auch eine Art, öffentlich damit umzugehen. Sogar eine sehr gute, wie ich finde. Und das alles sehr zur Freude Walters. „Wir sind sehr glücklich damit, die Mannschaft sowieso. Sonny ist ein absolutes Vorbild in der Kabine. Er kann den Unterschied machen auf dem Platz.“ Er habe das in der Hinrunde nicht so zeigen können, wie es sich alle erhofft hätten. Dennoch beteuerte Walter sein Vertrauen in den launischen Edeltechniker: „Ich bin mir sicher, dass er das in der Rückrunde machen wird.“ 

Mehr noch, Walter schließt sogar einen längerfristigen Verbleib Kittels trotz der zuletzt zwei Versuche im Sommer und eben jetzt im Winter zu wechseln, nicht aus: Sein Vertrag läuft im Juni aus. Walter: „Da schauen wir mal, dass das noch etwas länger wird.“ Ein weiterer Schulterschluss mit dem ebenso gefeierten wie umstrittenen Kittel, den ich unter der Rubrik „aus der Not eine Tugend machen“ verbuche. Walter macht eben einfach das, was für den Moment am sinnvollsten ist: Er stärkt seinem Spieler den Rücken. (MVP/DPA)

Ich wünsche Euch jetzt erst einmal einen schönen (Fußball-)Abend!

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