Dramatisch seelenloser Auftritt - der HSV am Tiefpunkt
Der HSV hat alle Chancen auf den Aufstieg verspielt und mit diesem 0:1 beim SC Paderborn seine maßlos enttäuschende Saison mit einem Spiel „abgerundet“, das schlimmer kaum…

Der HSV hat alle Chancen auf den Aufstieg verspielt und mit diesem 0:1 beim SC Paderborn seine maßlos enttäuschende Saison mit einem Spiel „abgerundet“, das schlimmer kaum hätte sein konnte. So seelenlos wie dieser Auftritt beim 0:1 gegen Paderborner, die nicht einmal annähernd an ihre Leistungsgrenzen gehen mussten, um ungefährdet mit 1:0 zu gewinnen, war schon lange nichts mehr. Dieses Spiel heute, in dem der HSV gewinnen musste, um sich wenigstens Restchancen auf den Aufstieg zu erhalten, war so schlimm, dass ich gern eine Menge Kraftwörter aneinander reihen würde im Zusammenhang mit den Spielern und den Verantwortlichen.
Der HSV hat alle Chancen auf den Aufstieg verspielt und mit diesem 0:1 beim SC Paderborn seine maßlos enttäuschende Saison mit einem Spiel „abgerundet“, das schlimmer kaum hätte sein konnte. So seelenlos wie dieser Auftritt beim 0:1 gegen Paderborner, die nicht einmal annähernd an ihre Leistungsgrenzen gehen mussten, um ungefährdet mit 1:0 zu gewinnen, war schon lange nichts mehr. Dieses Spiel heute, in dem der HSV gewinnen musste, um sich wenigstens Restchancen auf den Aufstieg zu erhalten, war so schlimm, dass ich gern eine Menge Kraftwörter aneinander reihen würde im Zusammenhang mit den Spielern und den Verantwortlichen.
Denn das war die schwächste Spielzeit in der 135 Jahre alten Vereinsgeschichte.
Dass man in solchen Momenten vom Aufsichtsrat noch immer nichts hört – es passt zu dem Bild des vollständig desolaten, handlungsunfähigen Klubs, den der HSV heute sportlich auf dem Platz widerspiegelte. Und auch wenn ich weiß, dass das nicht passieren wird, diesem HSV müssten die Fans im letzten Heimspiel einen Denkzettel verpassen und den Stadionbesuch boykottieren. Wer nichts gibt, der hat auch nichts verdient. Vor allem aber hat diese willenlose Kapitulation des HSV von heute verdeutlicht, dass ein genereller Umbruch beim HSV unausweichlich ist.
Es ist – und das sage ich völlig ohne Übertreibung - ein extrem gefährlicher Moment für den HSV in Gänze. Denn hier sollen unfähige Aufsichtsräte jetzt die unfähigen Verantwortlichen ersetzen. Ein Gremium ohne jede sportliche Kompetenz! Dass der Aufsichtsrat sogar erwägt, Teile der Verantwortlichen zu befördern, anstatt sie zu ersetzen, demonstriert in aller Deutlichkeit, was für Amateure hier den HSV aktuell führen und verantworten…
SPIELERBEWERTUNGEN:
MATHEO RAAB: Chancenlos beim 0:1. Note: 3
IGNACE VAN DER BREMPT (bis 58.): Zu halbherzig vor der Flanke zum 0:1, ansonsten wirkte er zwar hochmotiviert, aber in der Umsetzung viel zu fehlerhaft. Sein Torschuss unbedrängt auf den Oberrang des Paderborner Stadions war stellvertretend. Das war schon echt bitterschlecht, was der Belgier heute bot. Note: 6l
MASAYA OKUGAWA (ab 59.): Zu wenig. Viel zu wenig. Note: 5
DENNIS HADZIKADUNIC (bis 45.): Er wirkte desorientiert und hatte eine gefühlt hundertprozentige Fehlpassquote in der ersten Halbzeit. Note: 6
STEPHAN AMBROSIUS (ab46.): Er ist kein Taktiker, kein Techniker – aber ein ordentlicher Zweikämpfer. Mehr darf man sich von ihm nicht erhoffen. Und das bot er heute. Note: 3
SEBASTIAN SCHONLAU (bis 45.): Hat seine Mannschaft ohne Unterstützung von Jonas Meffert als Hilfe absolut nicht im Griff. Note: 5
MORITZ HEYER (ab 46.): Machte es nicht schlechter als sein Vorgänger. Aber auch kaum besser. Note: 4
MIRO MUHEIM: Verlor den entscheidenden Zweikampf vor dem 0:1 und spielte eine unterirdische erste Halbzeit. Und so sehr er sich in der zweiten Hälfte auch bemühte, es wurde nicht besser. Note: 5,5
ANSSI SUHONEN (bis 45.): Anfänglich viel zu wild und ein Teil des nicht-vorhandenen zentralen Mittelfeldes, durch das die Paderborner immer wieder problemlos marschieren konnten. Note: 5
LASZLO BENES (ab 46.): Schont sich schon für die EM und seinen vermeintlich neuen Klub. Dass diese Haltung das HSV-Spiel im Vergleich zur ersten Halbzeit sogar noch etwas verbesserte, sagt alles über das desaströse HSV-Spiel aus. Note: 5
LUKASZ POREBA: Viele loben ihn – und auch ich sehe das (für Zweitligaverhältnisse) vorhandene Potenzial bei ihm. Aber er ist ins HSV-Spiel einfach noch nicht ausreichend integriert und es fehlt immer wieder an Abstimmung mit den Kollegen. Er macht den HSV (noch) nicht besser. Note: 5
LUDOVIT REIS (58.): Hat er schon mit dem HSV abgeschlossen? So willen- und ideenlos wie heute habe ich ihn noch nie gesehen. Und das in einem so wichtigen Spiel. Er trabte, grätschte zwischendurch zwar auch, aber wie ein Chef trat er in keiner Phase des Spiels auf. Er ist meilenweit entfernt von der Form, die ihn einst bei Erstligisten auf den Zettel brachte. Und obwohl er noch einer der läuferisch aktiveren war und es in der zweiten Halbzeit etwas besser wurde, als der HSV auf Dreierkette mit ihm als Rechtsverteidiger in der Defensive agierte, war das heute enttäuschend. Note: 5
RANSFORD KÖNIGSDÖRFFER (bis 72.): Völlig unnötiger Fehlpass kurz vor dem 0:1 und auch sonst war er anfänglich nicht da. Er verlor fast jeden Zweikampf, hatte null Wirkung offensiv. Wie einfach er sich den Ball beim Konter in der 69. Minute abnehmen ließ – sinnbildlich für sein heutiges Spiel. Note: 5
BAKERY JATTA (ab 73.): Hatte zumindest einen (schwachen) Torabschluss, womit er in knapp 20 Minuten ebenso effektiv war wie sein Vorgänger Königsdörffer in den 72 Minuten davor. Note: 5
JEAN LUC DOMPÉ: Er nahm erst mit seinem ersten Torschuss in der 36. Minute wirklich Teil an dem Spiel. Schade nur, dass er sein Mitwirken unmittelbar danach auch wieder einstellte. Obwohl er oft von den Pässen der Mitspieler gesucht wurde, machte er zu wenig aus dem Raum, der sich ihm immer wieder bot. Bis Note: 5
ROBERT GLATZEL: Machte keine Bälle fest, kam selbst nicht in die gefährliche Zone, setzte sich in Zweikämpfen nicht durch – das war nichts. Note: 5
TRAINER STEFFEN BAUMGART: Er reagierte in der Halbzeit auf die erschütternd schwachen ersten 45 Minuten mit einem spannenden Dreifach-Wechsel. Und das war richtig – hatte aber nicht die erhoffte Wirkung. Dass seine Mannschaft heute völlig ideen- und planlos umherstolperte, dass es null Aufbäumen gab und man spielte, als wolle man gar nicht aufsteigen, das muss man diskutieren. Soll heißen: Entweder ein neuer Trainer muss kommen, oder diese Spieler müssen größtenteils ausgetauscht werden. Denn die Mischung aus beidem passt ganz offensichtlich nicht. Note: 5
DIE STATISTIK ZUM SPIEL:
SC Paderborn: Boevink - Hoffmeier, Musliu, Brackelmann - Obermair, Klefisch, Klaas (81. Kinsombi), Zehnter (86. Heuer) - Bilbija (86. Conteh), Kostons (72. Grimaldi), Ansah (81. Leipertz)
HSV: Raab - Van der Brempt (58. Okugawa), Hadzikadunic (46. Ambrosius), Schonlau (46. Heyer), Muheim - Poreba, Reis, Suhonen (46. Benes) - Königsdörffer (72. Jatta), Glatzel, Dompe
Tore: 1:0 Kostons (7.)
Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)
Gelbe Karten: Ansah, Brackelmann, Obermair / Reis, Van der Brempt
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