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Doppelschock! DFB sperrt Vieira für zwei Spiele - und Omari fällt länger aus

die Stimmung beim HSV wirkt deutlich positiver als in den letzten Wochen. Dennoch wurde die Positivität heute durch den abgelehnten Antrag des HSV in der Causa Vieira getrübt.

Doppelschock! DFB sperrt Vieira für zwei Spiele - und Omari fällt länger aus

Moin zusammen,

die Stimmung beim HSV wirkt deutlich positiver als in den letzten Wochen. Dennoch wurde die Positivität heute durch den abgelehnten Antrag des HSV in der Causa Vieira getrübt.

Rot ist okay, zwei Spiele sperre nicht

Scholle hat gestern bereits eine fundierte Meinung zu dem Thema abgegeben und ich stimme ihm dort weitestgehend zu. Ich kann akzeptieren, dass Aytekin in dieser Situation aufgrund der Dynamik und dem Verhalten von Querfeld die rote Karte zieht. Aus der Sicht des Schiedsrichters sieht es in diesem Momente so aus, als gehe Vieira mit offener Sohle in Richtung Kopf des Gegners. Dass ein Feinfuß wie Vieira diese Situation mit dem Fuß lösen will, ist logisch. Leider verzerrte die Dynamik in Echtzeit das Bild der Aktion. Als Schiedsrichter gibt es hier dann schon einen Grund, die rote Karte zu zeigen. Und auch der Video-Assistent hat keinen validen Grund, einzugreifen und zu sagen, es ist eine klare Fehlentscheidung. Denn auch in den Bildern widmet sich Vieiras Kontakt am Ende doch eher dem Gegner als dem Ball und auf dieser Höhe ist die Ausgangslage nicht so eindeutig, als dass man immer klar sagen kann „Gelb“ oder „Rot“. Das ist dann eine Tatsachenentscheidung und keine klare Fehlentscheidung von Aytekin. Deshalb gibt es hier keinen Grund, einzugreifen. Jedoch sieht auch Aytekin ein, dass die rote Karte nur aufgrund der Dynamik gegeben wurde. Und so soll es wohl auch im Schiedsrichterbericht stehen. Zudem ist auf den Bildern klar zu erkennen, dass Vieira am Ende alles versucht, um den Kontakt so gering wie möglich zu halten.

Auch dass der DFB-Kontrollausschuss hier zunächst 2 Spiele Sperre fordert, kann ich irgendwo im weitesten Sinne nachvollziehen, sofern dieses Vorgehen bei roten Karten üblich ist. Dass man den Antrag des HSV auf eine Sperre von einem Spiel nun aber ablehnt, kann ich nicht nachvollziehen.

Zum Vergleich: Tom Rothe bekam am 3. Spieltag eine glatt rote Karte, als er am Trikot des Gegners im eigenen Strafraum zog. Logisch: Notbremse, rot. Aber im Gegensatz zu der Aktion von Vieira widmete sich die Aktion von Rothe ausschließlich dem Gegner und nicht dem Ball. Hier gibt man aber nur eine Spiel Sperre. Wie gesagt, ein Foul, was nur wegen der Notbremse Rot ergibt, aber eben auch ein Foul, was sich ausschließlich dem Gegner und nicht dem Ball widmet. Dass es dort nur ein Spiel gibt und bei Vieira zwei, finde ich unverständlich.

Schauspielen wird belohnt- Das kann nicht die Zukunft sein

Eine weitere Sache, die ich eigentlich noch schlimmer finde, ist, dass am Ende die Schauspieleinlage von Querfeld belohnt wird. Und ja, ich betitele das hier ganz bewusst so, denn er hält sich das Gesicht, obwohl der Treffer ganz klar am Oberkörper stattfand. Mit dem Wissen, dass die Wahrscheinlichkeit auf eine rote Karte steigt, wenn er einen Kopftreffer simuliert. Und das hat auch bestens funktioniert. Meiner Meinung nach sinkt die Wahrscheinlichkeit auf eine rote Karte deutlich, wenn Querfeld sich das Körperteil hält, welches wirklich wehtut. Und wie gesagt, am Ende kann man mit viel Wohlwollen auch aus Bilderansicht ein Argument für eine rote Karte finden. Deshalb ist es in dem Moment entscheidend, welche Karte Aytekin auf dem Feld gibt. Und die Entscheidung von Aytekin wird eben durch das Halten des Kopfes von Querfeld beeinflusst. Der Junge ist ein guter, talentierter Fußballer, aber sowas ist absolut unsportlich. Und dass es für diese Einlage keine Strafe gibt, erschließt sich mir auch nicht. Wie gesagt, wenn er sich verletzt, ist es okay, dass er auf dem Boden liegt und sich achtmal dreht, aber bewusst den Schiedsrichter täuschen ist unfair. Viele von euch spielen oder haben sicherlich einmal Fußball gespielt. Und ich bin ehrlich: Ich kann es einfach nicht ab, wenn man auf dem Feld etwas vortäuscht, nur um sich einen Vorteil zu verschaffen. Streng dich an und spiel besser, dann musst du auch nichts vortäuschen.

Logisch, das ist in diesem Moment klug, aber das gehört sich m. M. n. einfach nicht. Wenn wir so anfangen und so eine Schauspielerei keine Konsequenzen hat, hält sich demnächst jeder Spieler bei jeder Aktion den Kopf und simuliert einen Kopftreffer. Und wenn dann ein Spieler mit Gelb vorbestraft ist, einen normalen Zweikampf führt und dann Gelb-Rot sieht, weil der Gegner etwas simuliert, fliegt er vom Platz, ohne ein gelbwürdiges Foul begangen zu haben. Sorry, aber das kann nicht die Zukunft des Fußballs sein. Dann können wir alle zur Schauspielschule und müssen nicht mehr auf den Trainingsplatz.

Kreativität oder Härte? Wer Vieira ersetzen könnte

Der HSV muss nun schauen, wie er Vieira die nächsten zwei Spiele ersetzt. Im Spiel gegen Mainz braucht es einen kreativen Ersatz, in Leipzig wird man wohl eher eine Option gegen den Ball wählen. In der Analyse gestern wurde Königsdörfer als mögliche hängende Spitze in den Raum geworfen. Allerdings gehe ich davon aus, dass Polzin nach den letzten beiden Spielen nicht von seinem System abweichen wird. Dann müsste Königsdörffer auf die 8 und das wäre mir persönlich zu unsicher. Ich gehe eher davon aus, dass man sich zwischen Lokonga und Capaldo entscheidet. Auch Meffert wäre eine Option. Remberg wird nach der Leistung in Berlin sicherlich nicht aus der Startelf gehen. Ich persönlich würde für das Wochenende zunächst einmal Lokonga vorziehen. Er ist zwar nicht so kreativ mit Ball, aber kann die gezielten Pässe in die entscheidenden Räume spielen. Die offensive Kreativität muss in den nächsten beiden Spielen so oder so von der vorderen Dreierreihe ausgehen. Wer dann in Leipzig spielt, hängt wahrscheinlich davon ab, wie gut die Doppel-8 gegen Mainz funktioniert hat. Sollte die Leistung gestimmt haben, wird wohl das gleiche Mittelfeld wie gegen Mainz auflaufen. Passt die Leistung am Sonntag nicht, wird getauscht. Aber bis Sonntag und vor allem bis zum Spiel in Leipzig ist ja noch massig Zeit, bis dahin kann auch immer was Unvorhergesehenes passieren. Wir warten ab und halten euch auf dem Laufenden.

Wie bewertet ihr die Zwei-Spiele-Sperre und die Aktion von Querfeld?

Und wen würdet ihr am Wochenende für Vieira einsetzen?

Schreibt das alles in die Kommentare.

Wir hören uns.

Tom


Und dann noch eine ganz besonders bittere Nachricht: Omari fehlt dem HSV lange

Herber Rückschlag für den HSV: Ausgerechnet Innenverteidiger Warmed Omari wird voraussichtlich für längere Zeit nicht zur Verfügung stehen. Der Franzose hatte sich beim Remis gegen Union Berlin am linken Sprunggelenk verletzt und musste bereits in der ersten Halbzeit ausgewechselt werden. Während zunächst die Hoffnung bestand, dass es sich lediglich um eine Bänderverletzung handelt, zeigen genauere Untersuchungen ein deutlich schwerwiegenderes Bild. Mehrere Strukturen im Gelenk sind betroffen, sodass Omari für mehrere Wochen ausfallen wird. Offiziell will der Verein erst am Mittwoch eine genaue Diagnose bekannt geben.

Der Verlust kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, denn Omari war bislang eine feste Größe in der Abwehrreihe. Mit seiner Ruhe am Ball, seiner Geschwindigkeit und den präzisen Spieleröffnungen hatte er sich schnell zu einem verlässlichen Pfeiler entwickelt. Gerade in der noch jungen Bundesliga-Saison war sein Beitrag zur Stabilität der Defensive kaum zu übersehen. Ein wirklich sehr unaufgeregter Typ, der noch sehr viel mehr drauf hat, als er bislang zeigen konnte. Nun müssen Trainer Merlin Polzin und sein Assistent Loic Favé Alternativen finden. Beim Spiel in Berlin rückte kurzfristig Guilherme Ramos für die Schlussphase in die Dreierkette, doch auf Sicht stellt sich die Frage, wer dauerhaft die Lücke schließen kann. Neben Ramos gelten auch Daniel Elfadli, Aboubaka Soumahoro und Jordan Torunarigha als mögliche Optionen.

Während Elfadli weiter neben Vuskovic beginnen dürfte, liegt der Fokus in der Diskussion vor allem auf der halblinken Abwehrseite. Hier erscheint Soumahoro die naheliegendste Lösung. Der 20-Jährige hat in der Saisonvorbereitung mit ordentlichen Leistungen und guten Ansätzen angedeutet, worauf sich der HSV bei ihm mal freuen darf. Er spielte abgeklärt, zweikampfstark und mit einem bemerkenswerten Spielverständnis. Im Vergleich zu Torunarigha, der zwar über mehr Erfahrung verfügt, jedoch noch nicht richtig in Hamburg angekommen ist, hat Soumahoro den Vorteil, dass er seine Dynamik und Frische sofort einbringen könnte, nachdem er gegen Bayern den denkbar schlechtesten Start gegen den aktuell vielleicht besten Angriff der Liga (und Europas?) hatte. Viele Beobachter sehen ihn daher nicht nur als Übergangslösung, sondern als echte Chance, sich nachhaltig in der Startelf zu etablieren.

Für den HSV ist der Ausfall von Omari ohne Frage ein schwerer Schlag. Doch gleichzeitig könnte er für Soumahoro die große Möglichkeit bedeuten, seinen nächsten Karriereschritt zu gehen - und vielleicht schneller Verantwortung zu übernehmen, als ursprünglich geplant. Wir wünschen ihm dafür alles Gute und viel Glück, während wir Warmed Omari von dieser Stelle aus alles Gute und schnellstmögliche volle Genesung wünschen!!

Scholle

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