Meinung

Dieses Wochenende hat es in sich

Der HSV hat noch alles in der eigenen Hand – sagt der Trainer gern. Und ja, theoretisch stimmt das. Aber das auch praktisch umzusetzen ist ungleich schwerer. Denn aktuell hat…

Dieses Wochenende hat es in sich

Der HSV hat noch alles in der eigenen Hand – sagt der Trainer gern. Und ja, theoretisch stimmt das. Aber das auch praktisch umzusetzen ist ungleich schwerer. Denn aktuell hat der HSV nur noch die Relegation in der eigenen Hand. Und dort geht es gegen irgendeinen noch zu bestimmenden Erstligisten. Problem hierbei: Alle Erstligisten sind nominell stärker als alle Zweitligisten. Glaube ich. Und: Der HSV hat defensiv eine Schwäche, die jeder Erstligist brutal ausnutzen kann. Deshalb hoffe ich jetzt erst einmal darauf, dass der HSV am Sonntag gewinnt und Paderborn Heidenheim nicht gewinnen lässt. Denn dann wäre theoretisch sogar der direkte Aufstieg noch mal drin.

Wobei wie gesagt dafür erst einmal gewonnen werden muss. Und da tut sich der HSV in dieser Rückrunde extrem schwer. Nur drei Siege konnten Trainer Tim Walter und seine Jungs aus den letzten zehn Spielen holen. Ebenso oft wurde verloren, viermal gab es ein Remis. In Summe sind das 13 von 30 Punkten. In der Formtabelle von Transfermarkt.de (die letzten fünf Spiele) ist der HSV Tabellenneunter und punktgleich mit Karlsruhe, Sandhausen und Greuther Fürth. „Wir haben richtig Bock auf Samstagabend. Es bietet eine Chance, noch einmal im Rückspiegel des HSV aufzutauchen“, sagt daher auch Fortuna Düsseldorfs Trainer Daniel Thioune. Der Ex-HSV-Coach muss am Sonnabend mit seinem Team ans Millerntor reisen. Dorthin, wo man nicht weniger neue Hoffnungen hegt, noch mal den HSV abzufangen und selbst in die Relegation zu ziehen.

Soll heißen: Dieses Wochenende wird ein ganz heißes, spannendes werden. Darmstadt wird in Hannover wohl den Aufstieg sichern – aber dahinter wird bunt gewürfelt. Die HSV-Verfolger Düsseldorf und Pauli im direkten Duell und der dritte Verfolger beim FC Heidenheim. Viel spannender kann man es nicht machen – aber es hätte mir auch gefallen, wenn es deutlich weniger spannend wäre und der HSV die Position von Darmstadt eingenommen hätte.

Interessant wird sein, wie sich der JSV-Gegner SSV Jahn Regensburg präsentieren wird. Dort soll der langjährige Osnabrücker Joe Enochs den SSV vor dem Abstieg retten. Der 51 Jahre alte Trainer hat bereits am Mittwochnachmittag seine erste Trainingseinheit bei den Oberpfälzern geleitet. Jahns Aufsichtsratschef Hans Rothammer bezeichnete Enochs „als einen für die Situation passfähigen und kompetenten Cheftrainer“. Enochs selbst gibt sich kämpferisch: Der „Bild“ sagte der 51-Jährige: „Der HSV spielt kompliziert. Sie haben viele Positionswechsel, der Torwart steht extrem hoch. Die Außenverteidiger sind im Strafraum sehr torgefährlich, auf den Außenbahnen ist extrem viel Geschwindigkeit. Vorn in der Spitze Glatzel, der ein Ausnahmestürmer ist in der zweiten Liga. Auf uns warten herausfordernde Wochen, die ich gemeinsam mit Mannschaft, Trainerteam und dem gesamten Verein angehen und bewältigen möchte.“

Auf den HSV ebenso. Und beim HSV versuchte Trainer Tim Walter in dieser Woche mit einem Kampfsporttraining etwas Abwechslung ins Team zu bringen. Zudem kann der HSV-Coach am Sonntag wieder auf Bakery Jatta zurückgreifen, der gegen Paderborn gesperrt gefehlt hatte. Dafür fehlt diesmal Laszlo Benes wegen der fünften Gelben Karte und nicht wenig deutet daraufhin, dass Walter mit der Startelf spielen lässt, die auch beim Derbysieg gegen Pauli auf dem Platz stand. Und ich kann mich nur wiederholen: Wenn man wieder wie im Derby verteidigt, wird es schwer. Auch gegen Regensburg.

Im Communitytalk, den wir heute endlich wieder aufgenommen haben, zielen viele Fragen auf genau diesen Umstand ab: Steigt der HSV noch auf? Welchen Gegner könnten wir in der Relegation bekommen bzw. welchen am ehesten schlagen? Und es geht wie immer um Trainer Walters sowie Jonas Boldts Zukunft beim HSV. Denn die wird nach dieser Saison neu diskutiert, obgleich beide ihre Verträge gerade erst verlängert hatten. Es wird ein ganz normaler Sommer werden – also für HSV-Verhältnisse. Denn es bahnen sich schon wieder Kühne-Themen an, auf die ich jetzt schon keine Lust habe. Und der Aufsichtsrat hat mit der Wiederaufnahme von Lena Schrum sowie der sonstigen Zusammensetzung Streit vorprogrammiert, während sich beim HSV personell in egal welchem Fall vieles tun wird. Ich freue mich jetzt schon drauf – nicht…!

In diesem Sinne, bis morgen!

Scholle

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