Dieser HSV wird spannend
Bevor ich hier zum Aktuellen übergehe, muss ich schnell noch mal ein paar Worte rückblickend auf das Trainingslager loswerden. Denn neben einigen sehr ansprechenden Einheiten…

Bevor ich hier zum Aktuellen übergehe, muss ich schnell noch mal ein paar Worte rückblickend auf das Trainingslager loswerden. Denn neben einigen sehr ansprechenden Einheiten sowie zwei aufschlussreichen Testspielen gab es auch drumherum einiges bemerkenswertes – aus meiner Sicht. Denn ich habe in Österreich einige sehr nette Menschen, die in den Trainingslagern immer wieder ihre Urlaube verbringen, nach langer Zeit mal wiedergesehen. Und ich habe noch mehr neue Menschen kennengelernt, die hier im Blog schon seit längerer Zeit unterwegs sind, wie sie mir berichteten. Fans aus der Schweiz, aus dem tiefsten Bayern und aus Graz, wo ich das nächste Mal, wenn ich in der Nähe bin, unbedingt zu Feinkost Mild gehen werde. Leider hat diesmal dafür die Zeit gefehlt. Aber ich werde dort auf jeden Fall einmal vorbeischauen – versprochen! Und dann war da auch noch Till, der gerade seinen eigenen Blog plant (hsv-update.de) und der mir mit tollen Fotos ausgeholfen hat. An Euch alle noch einmal: Es war schön, Euch zu treffen!!
Es waren auf jeden Fall ein paar Begegnungen dabei, die mir gezeigt haben, bis wohin wir mit diesem HSV-Blog Menschen erreichen. Natürlich nur, weil sich die Menschen noch immer sehr für den HSV interessieren. Und genau deshalb werden wir hier genau so weitermachen wie bisher. Dank Louis, der am Mittwoch seinen ersten Tag bei uns hat, ehe er ab Donnerstag noch mal ein paar Tage mit seinen Kumpels das frisch bestandene Abi feiert, werden wir hier das eine oder andere neue Angebot bieten können. Insbesondere visuell werden wir zur neuen Saison mehr Content anbieten können. Und wir werden vielleicht auch den MorningCall zur neuen Saison wieder aufleben lassen. Aber das nur, weil ich fast täglich nach dem MorningCall gefragt werde…
Dompé steht vor Unterschrift - oder nicht?
Zum HSV gibt es rückblickend zu sagen: Das wird eine spannende Saison. Denn in dieser Mannschaft steckt neben einer gewissen Eingespieltheit dank der Neuen auch Potenzial, das die Fantasie anregt. Und den bisher schon angekommenen Neuen sollen sich dem Vernehmen nach noch weitere anschließen. Informationen von „Het Nieuwsblad“ zufolge sind die Verhandlungen mit dem SV Zulte-Waregem bezüglich Jean-Luc Dompé inzwischen soweit fortgeschritten, dass der Deal in den nächsten Stunden schon vermeldet werden könnte. Der Linksaußen kam am Sonntag beim letzten Testspiel schon nicht mehr zum Einsatz. Aber: Die Kollegen der BILD scheinen hier besser informiert zu sein und dementieren diese Meldung als falsch.
Was dennoch erstaunt, ist das Vertrauen der HSV-Verantwortlichen in einen offensichtlich eingeplanten Verkauf. Denn die Ablösesummen, die der HSV bislang bezahlt liegen jetzt schon bei gut sieben Millionen Euro. Neben Dompé ist auch weiterhin Emir Sahiti (Hajduk Split) ein Thema, ebenso wie der 1,92 Meter lange Angreifer Manuel De Luca. Der bei Sampdoria Genua unter Vertrag stehende Angreifer war in seiner Karriere bislang sechs Mal verliehen und hat laut Transfermarkt.de einen Marktwert von knapp drei Millionen Euro. Aber auch ohne diese Ablösesumme hat der HSV bereits eine Summe investiert, die der HSV-Aufsichtsrat so nicht freigeben wollte. Hinzu kommen immer weitere, teure Erfordernisse in Sachen Stadion-Renovierung.
Von daher gehe ich einfach mal ganz fest davon aus, dass alle Verantwortlichen schon mehr wissen. Zumindest muss man davon ausgehen. Leider. Denn heute war im Abendblatt die These aufgestellt worden, dass Mario Vuskovic den HSV verlassen könnte. Es wäre ein ganz bitterer Abgang aus sportlicher Sicht. Dass dafür wiederum der Führungsstreit verantwortlich sein soll, sollte man ins Reich der Fabeln verweisen. Denn die Spieler interessiert das zumeist nicht. Viele bekommen es nicht einmal mit. Und bei Vuskovic - so hatte ich es vor einigen Wochen schon geschrieben - bewegt sich auch ein sehr emsiger Berater im Hintergrund, der den Kroaten überall anbietet. Ich hatte geschrieben, dass Vuskovic vor allem in Italien breitflächig angeboten wird. Aber heute kam heraus, dass es sowohl aus der Ersten Bundesliga wie auch aus England (Wolverhampton) Interesse geben soll. Im Gespräch: 10 Millionen Euro Ablösesumme. Eine Summe, die erklären würde, weshalb der HSV weiter fleißig Geld ausgeben kann/will/wird.
Berater bietet Vuskovic breitflächig an
Dass dazu noch Einnahmen aus dem Verkauf von Josha Vagnoman kommen werden, galt als sicher. Und ich bin mir noch immer sicher, dass es am Ende auch so kommen wird. Denn obwohl sich der HSV derzeit sehr hartnäckig an seine Ablöseforderungen hält, waren sich der VfB und der Spieler schon soweit einig, dass ein Scheitern des Transfers eher überraschend wäre. Aber: Es ist zumindest nicht mehr ausgeschlossen. Und sollte der HSV am Ende Vuskovic tatsächlich abgeben, wäre es finanziell auch nicht mehr nötig. Wenn sich dazu noch Zusatzeinnahmen aus einem Wechsel von Amadou Onana (aktuell OSC Lille) ergeben – umso besser. Aktuell soll West Ham United den ehemaligen HSV-Mittelfeldspieler verpflichten wollen und der HSV an einem Weiterverkauf partizipieren. Aber bis dahin beschäftige ich mich erst einmal mit den bereits verpflichteten Spielern, die im Trainingslager schon andeuten konnten, wozu sie in der Lage sind.
Anfangen möchte ich dabei mit Matheo Raab, der im zweiten Testspiel gegen Aris Thessaloniki zum Einsatz kam und dort einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Der junge Keeper kam vom 1. FC Kaiserslautern und war mir tatsächlich erst in den Relegationsspielen des FCK aufgefallen – dort dann aber sehr positiv. Und auch im Training machte Raab eine sehr gute Figur. Allein in den 45 Minuten auf dem Feld gegen die Griechen wirkte Raab fahrig am Ball und mit einem schwachen Stellungsspiel. Zwei Dinge, die den Trainer zu einer lautstarken Kritik am jungen Keeper veranlassten – und vor allem Probleme, die den Kampf um die Nummer eins bis Saisonbeginn noch eindeutiger zugunsten Daniel Heuer Fernandes tendieren lassen als es vorher schon der Fall war.
Dennoch ist Raab ein zweifelsfrei richtig talentierter Keeper, der mit etwas Geduld auch beim HSV fußfassen wird. Davon bin ich seit Loipersdorf überzeugt. Auf der Linie blitzschnell, sehr robust im Rauslaufen und eigentlich (auch wenn das gegen Thessaloniki anders wirkte) auch sehr gut am Ball. Fußball kann er eigentlich besser als gezeigt. Daher halte ich es mit Trainer Tim Walter, der sagte: „Solche Tage hat man mal, da muss man einfach auch durch. Theo ist noch sehr jung und wird dadurch noch stärker werden.“ Das glaube ich auch.
Morgen werde ich dann die anderen drei Neuen (Bilbija, Benes, Königsdörffer) genauer unter die Lupe nehmen. Bis dahin Euch allen erst einmal einen schönen Start in die neue Woche!
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