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DFL verweigert Verlegung - HSV mit Rumpfelf gegen Aue

Einen Tag nach dem Bekanntwerden des Corona-Ausbruchs beim HSV ging es heute am Nachmittag ein Training zunächst mit 13 Feldspielern und vier Torhütern auf den Platz. Und das…

DFL verweigert Verlegung - HSV mit Rumpfelf gegen Aue

Einen Tag nach dem Bekanntwerden des Corona-Ausbruchs beim HSV ging es heute am Nachmittag ein Training zunächst mit 13 Feldspielern und vier Torhütern auf den Platz. Und das nachdem man am Donnerstag  bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Verlegung des für Sonnabend geplanten Heimspiels gegen den FC Erzgebirge Aue beantragt hatte, weil sich nach Angaben des Clubs „ein Großteil des Kaders und des Staffs mit dem Coronavirus angesteckt hat.“ Von den 13 gesunden Feldspielern stünde allerdings Jonas Meffert wegen einer Gelbsperre nicht zur Verfügung. Eine Entscheidung, ob das Spiel stattfindet oder nicht, war zu Beginn dieser Trainingseinheit noch nicht gefallen. „Um für alle Fälle gewappnet zu sein, bereiten wir uns auf das weiterhin angesetzte Heimspiel gegen Aue vor“, teilte der HSV mit – dabei hatte das Stadionmanagement anderthalb Stunden zuvor seinen für das Spiel notwendigen Ordnern Bescheid gegeben, dass die Partie des HSV gegen den FC Erzgebirge Aue wie geplant am Sonnabend um 13 Uhr im Volksparkstadion angepfiffen und stattfinden würde: 

Diese Nachricht erhielten alle Order:innen am Freitag um 13.22 Uhr von der Leitung des Sicherheitsdienstes.

Allein von der DFL hatte der HSV offiziell wohl noch keinen Bescheid erhalten. Und deshalb machte such auch die gegnerische Mannschaft aus Aue am Freitagmittag auf den Weg nach Hamburg, weil sie nicht länger auf eine Entscheidung der DFL warten wollte. „Wenn die Partie nicht abgesagt ist, gehen wir davon aus, dass gespielt wird. Wir können ja nicht erst um 17 Uhr nach Hamburg losfahren“, hieß es von den Sachsen. Zurecht.

Mit anderen Worten: ES ist weiter davon auszugehen, dass das Spiel des HSV gegen Aue stattfindet. Mit einer Rumpfelf auf HSV-Seiten. Neben dem bereits bekannten Corona-Fall Moritz Heyer fehlten von den aktuell eigentlich fitten Spielern heute im Training auch noch Sebastian Schonlau, David Kinsombi, Sonny Kittel, Giorgi Chakvetadze, Faride Alidou und Manuel Wintzheimer. Zudem ist Jonas Meffert gelbgesperrt. Da aber verletzte Spieler nicht in die Corona-Regel fallen, müssen Tim Leibold und Stephan Ambrosius als „zur Verfügung stehend“ 

Auch verletzte Spieler zählen als "grundsätzlich zur Verfügung stehend"

Demnach wird Trainer Tim Walter seine Startelf aus dem verbliebenen Personal zusammenstellen, dass da wäre: Alle vier Keeper, A-Jugend-Verteidiger Luis Seifert, Vagnoman, Gyamerah, Vuskovic, David, Rohr, Muheim, Suhonen, Krahn, Reis, Jatta, Glatzel, Kaufmann. Dazukommen werden sicher noch ein, zwei U21-Akteure, obgleich der Nachwuchs am Sonntag selbst in seine Regionalliga-Meisterrunde startet. Mit anderen Worten: Alles andere als optimal. Aber eben nicht zu ändern.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wer auf dem Platz stehen wird – und noch mehr, wie sich diese Elf schlagen wird. Angesichts der schwierigen Tabellensituation jedenfalls kann sich der HSV keine weiteren Punktverluste erlauben, ohne befürchten zu müssen, dass man den Anschluss nach oben gänzlich verliert. Von daher: No surrender! Weiter geht’s. Und wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich in den letzten Jahren immer so meine Bedenken gehabt. Aber bei Tim Walter habe ich ganz ernsthafte Hoffnungen, dass der HSV morgen daraus eine Trotzreaktion entwickelt und erfolgreich ist!

Und für alle, die jetzt jammern, dass das doch Wettbewerbsverzerrung ist: Mit einem solchen Szenario war leider zu jeder Zeit zu rechnen. Und wir sind längst nicht die einzigen mit Corona-Problemen. Fortuna Düsseldorf hat es offenbar noch härter getroffen. Trotz des Antrags auf Verlegung des Spiels beim SC Paderborn machte sich die Fortuna am Freitag arg dezimiert auf den Weg nach Ostwestfalen gemacht. „Wir haben noch keine finale Rückmeldung der DFL. Wir müssen daher davon ausgehen, dass das Spiel stattfindet“, sagte Sportchef Christian Weber, der auf 14 Corona-positiv-getestete Spieler (darunter auch Cheftrainer Daniel Thioune) verzichten muss. Laut Weber ist das offenbar genau ein Profi-Ausfall zu wenig, damit die Deutsche Fußball Liga (DFL) das Spiel absagt. „Momentan sind es 16 Spieler, die als spielfähig eingeschätzt werden. Es hängt momentan an einem Spieler, ob gespielt werden kann“, sagte der ehemalige Profi. Demnach ist am Freitag kein weiterer positiver PCR-Test hinzugekommen. Sollte die DFL die Partie nicht doch noch kurzfristig verschieben, wird die Fortuna von Co-Trainer Jan Hoepner betreut.

Corona macht die Liga spannend - aber nicht auf die gute Art

Auf jeden Fall wird die Liga doppelt spannend. Nicht mehr nur rein sportlich – sondern jetzt auch, was den weiteren Verlauf betrifft. Welche Mannschaft trifft es als nächste? Entscheidet Corona nachher tatsächlich wieder über Auf- und Abstiege? Es wäre bitter. Es wäre nicht schön. Aber es ist eben auch schwer zu ändern. Denn die grundsätzlich steigenden Zahlen werden in den nächsten Wochen sicherlich für weitere, ähnliche Fälle sorgen.

Ich werde mich morgen wieder melden und verschiebe meine Auszeit damit weiter nach hinten. Und auch hier gilt: Besondere Ereignisse erfordern besondere Maßnahmen. Isso. Jammern gilt nicht. Apropos, da ich davon ausgehe, dass Walter nicht auf Dreierkette umstellen wird, mein Vorschlag für die Startelf morgen: Heuer Fernandes – Gyamerah, David, Vuskovic, Muheim – Rohr – Reis, Suhonen – Vagnoman, Glatzel, Jatta.

Und Ihr? Wie würdet Ihr aufstellen?

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