Analyse

DFB-Pokal-Vorschau: HSV vor schwerem Heimspiel gegen Kiel – das spricht für und gegen den HSV

nachdem zwei Tage nun vergangen sind, steht morgen direkt das nächste Pflichtspiel für den HSV an. Um 20:45 Uhr wird das DFB-Pokalspiel gegen Holstein Kiel angepfiffen.…

DFB-Pokal-Vorschau: HSV vor schwerem Heimspiel gegen Kiel – das spricht für und gegen den HSV

Moin zusammen,

nachdem zwei Tage nun vergangen sind, steht morgen direkt das nächste Pflichtspiel für den HSV an. Um 20:45 Uhr wird das DFB-Pokalspiel gegen Holstein Kiel angepfiffen. Übertragen wird das Ganze auf Sky im Einzelspiel und in der Konferenz mit Union Berlin gegen die Bayern.

In de letzten Jahren tat sich der HSV ziemlich schwer gegen die Kieler. Die letzten beiden Duelle gingen nach Schleswig-Holstein. 2022 konnte man zuletzt gegen Kiel gewinnen, allerdings auswärts. Zu Hause konnte der HSV noch nie gegen Kiel gewinnen. Kiel steht nach dem Abstieg in die 2. Liga aktuell nur auf Platz 13. Man konnte sich im Unterhaus noch nicht so richtig akklimatisieren, nachdem man am Ende der letzten Bundesliga-Saison noch einmal alles rausholte und bis kurz vor Schluss noch Chancen auf den Klassenerhalt hatte. Zum aktuellen Zeitpunkt hat man nur 2 Punkte Vorsprung auf Platz 16 und 17. Aus den letzten 5 Spielen verlor man 3 und konnte lediglich 4 Punkte holen. Haken tut es vor allem offensiv. Nach Magdeburg und Düsseldorf stellt man die schlechteste Offensive der 2. Bundesliga. Aus 20 erwartbaren Toren konnte man lediglich 14 erzielen. Laut der Tabelle der erwartbaren Punkte steht man auch deutlich weiter oben, und zwar auf Platz 9 mit 19 erwartbaren Punkten. Die Realität sieht momentan aber anders aus: Man muss sich in der Landeshauptstadt mit dem Abstiegskampf beschäftigen.

Holstein Kiel- Auf Umschaltspiel aus

Kiel steht mit 50 % durchschnittlichem Ballbesitz relativ weit oben. Dennoch agierten die Kieler in den vergangenen Spielen verhältnismäßig passiv. Sie versuchten, defensiv kompakt zu stehen, um dann aus dem Ballgewinn schnell in die Tiefe zu kommen. Mit dem Ball versuchen die Kieler, schnell in die tiefen Räume auf außen zu kommen. 
Wenn Kiel aus dem eigenen Spielaufbau agiert, geht es meistens über Flanken. Im Zentrum sucht man dann häufig Phil Harres. Er ist gemeinsam mit Berndhardsson der Schlüsselspieler im System bei Kiel. Die Kieler agieren zumeist in einem 3-4-3.

Im Tor spielt dabei häufig Krumrey, im Pokal zuletzt startete aber Werner. Davor sind Komenda, Johannsson und Zec zu erwarten. Im Zentrum setzt Kiel auf Knudsen, die Position neben ihm hängt von der Rotation ab. Rosenboom könnte, sofern er nicht in der 3er-Kette spielt, auf der Schiene zum Einsatz kommen. Auf der anderen Seite spielt wahrscheinlich Tolkin. Vorne werden wohl Bernhardsson, Kapralik und Harres spielen. Wer das Spiel der Kieler gegen Wolfsburg gesehen hat, hat aber auch mitbekommen, dass Kiel in dem Spiel hoch anlief und den Ball dominierte, zumindest bis zur roten Karte.

Anders als in den meisten Spielen kann ich mir vorstellen, dass Kiel den HSV hochanläuft. Einerseits um etwas anderes zu probieren, andererseits taten die Kieler das auch in der 2. Liga gegen den HSV. Sicherlich wird Kiel vorwiegend auf die Defensive aus sein, aber ich denke, sie werden den HSV auch immer wieder hoch anlaufen, um lange Bälle zu provozieren.

Glatzel raus- Personalupdate

Beim HSV muss man für morgen auf Omari, Elfadli, Poulsen und leider auch Robert Glatzel verzichten. Glatzel hat sich, anders als erhofft, einen Muskelfaserriss zugezogen und fällt länger aus. Hier natürlich alles Gute und schnelle Genesung!

Somit ist so gut wie sicher, dass Königsdörffer startet. Auf rechts kann ich mir wieder Philippe vorstellen, vielleicht bekommt aber auch Pherai seine Chance, da er mit seinem Profil wahrscheinlich am besten die Abwehr der Kieler überwinden kann. Aber auch Sahiti wäre eine Option. Ich gehe trotz der Bundesliga-Sperre davon aus, dass Roessing-Lelesiit auf links startet, damit Dompe für Sonntag fit ist. Im Zentrum erwarte ich Remberg und Vieira. Links hinten könnte Katterbach seine Chance bekommen, rechts hinten kommt es darauf an, wer gegen Bremen starten soll. Ich gehe davon aus, dass Gocholeishvili gegen Bremen startet, und deshalb denke ich, dass Mickelbrencis morgen spielt.

In der 3er-Kette hat Polzin auch Möglichkeiten zur Rotation, vielleicht bekommt Vuskovic mal eine Pause. Torunarigha wird mMn starten und Capaldo ist für mich einer, der jedes Spiel über die volle Spielzeit machen kann. Alternativen für die Innenverteidigung sind Soumahoro und Ramos. Im Tor wird wohl Peretz starten.

Wie der HSV an das Spiel herangehen kann

Spielerisch muss der HSV nun Lösungen mit Ball finden. Leider fällt Glatzel aus. Das Spiel, wie der HSV es am Samstag die ersten 30 Minuten gespielt hat, wäre meiner Meinung nach genau das gewesen, was man morgen gegen Kiel braucht. Denn, sofern die Kieler sich hinten reinstellen, muss man Lösungen finden. Es geht hier auch wieder darum, die Angriffe schnell auszuspielen und die Räume gut zu besetzen. Auf Flanken setzen ist mMn nur möglich, wenn die Kieler 3er-Kette unsortiert ist.

Dieses Mal sollte der HSV auch versuchen, mit Kombinationen durchs Zentrum zu agieren, um von dort aus Königsdörffer, Roessing-Lelesiit und Pherai/Philippe/Sahiti in den Raum zu schicken. Es wird elementar sein, mit wenig Kontakten viel Raum zu überbrücken. Dafür ist Vieira natürlich der beste Mann im Zentrum. Auf ihn wird es morgen ankommen. Er muss das Spiel gestalten und seine Mitspieler einsetzen. Dann kommt es logischerweise vor dem Tor darauf an, effektiv zu sein. Ich kann mir vorstellen, dass das Spiel sehr zäh wird. Glatzel hat es ja am Sonntag vorgemacht. Vielleicht nehmen sich die Offensivspieler daran ein Beispiel und machen morgen aus wenig viel.

Defensiv muss man gegen so einen Gegner schnell nachrücken und den Raum weitestgehend zumachen. Aber die Defensive fängt im Spiel morgen bereits bei den offensiven Angriffen an. Hier darf man keine unnötigen Ballverluste zulassen, vor allem im Zentrum.

Fazit

Ich kann mir vorstellen, dass das Spiel deutlich schwerer wird, als viele denken. Sicherlich hat der Sieg am Sonntag Selbstvertrauen gegeben und von der Qualität her ist der HSV besser besetzt, aber Kiel ist eine Mannschaft, die die Rolle als Underdog liebt und vor allem defensiv sehr stabil steht. Sie haben es in den letzten Spielen im Volksparkstadion bewiesen, wie es gehen kann. Durch die Verletzungen von Glatzel und Poulsen brechen beim HSV zudem die Optionen für Flanken weitestgehend weg. Sollte Kiel es schaffen, das Zentrum dichtzuhalten, wird es enorm schwer, zu Chancen zu kommen. Ein wichtiges Attribut wird morgen aber auch das Vertrauen in die eigenen Stärken sein. Es kann sein, dass lange nicht viel geht. Der HSV muss die Ruhe bewahren und Kiel sein Spiel aufdrücken. Wenn man ruhig agiert und die Chancen, die man bekommt, nutzt, hat der HSV gute Chancen, eine Runde weiterzukommen.

Wichtig ist, dass man nicht überheblich in das Spiel rangeht, sondern es so annimmt, wie es ist. Und zwar: ein Pokalfight.

Tom

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