Analyse

Der Schlüssel zur Zukunft des HSV liegt nicht im Sturm

der HSV hat sein letztes Heimspiel gegen Freiburg gewonnen und steht somit im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Man kann maximal nur noch 13. werden. Das wäre am Ende auf…

Der Schlüssel zur Zukunft des HSV liegt nicht im Sturm

Moin zusammen,

der HSV hat sein letztes Heimspiel gegen Freiburg gewonnen und steht somit im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Man kann maximal nur noch 13. werden. Das wäre am Ende auf jeden Fall ein gutes Ergebnis. Bestenfalls könnte man noch auf Platz 10 rutschen, das wäre natürlich überragend. Man muss nun aber schauen, dass man in der nächsten Saison zu einem ähnlichen Ergebnis kommt. Es wird auch in der zweiten Saison darum gehen, die Klasse zu halten. Man hat sich in der aktuellen Saison auf vorherige Aufsteiger berufen und vor allem die Defensive in den Vordergrund gestellt. Man sollte aber nicht den gleichen Fehler wie St. Pauli machen und denken, dass man defensiv auch in der nächsten Saison gut dasteht. Vor allem wenn man wie bei St. Pauli in der ersten Saison nach dem Aufstieg nur so gut aussah, weil der eigene Keeper eine überdurchschnittliche Saison gespielt hat. St. Pauli hat im Aufstiegsjahr 11 Tore weniger kassiert, als zu erwarten waren. Man verließ sich darauf, dass das auch im neuen Jahr so ist, und was daraus entsteht, sehen wir in der Tabelle. Auch der HSV hat in dieser Saison 5 Tore weniger kassiert, als zu erwarten waren. Das ist natürlich nicht so extrem wie bei St. Pauli, aber es liefert ein Bild, das zeigt, dass man sich weiterhin auch in der Defensive verbessern muss. Und nun geht der beste Verteidiger des Teams, vielleicht sogar einer der besten 5 Verteidiger der gesamten Liga.

Es braucht Qualität auf den Außenverteidiger Positionen

Da man Vuskovic nicht 1 zu 1 ersetzen kann, muss man andere Lösungen finden, die seinen Abgang kompensieren. Und diese Lösungen stecken in den Außenverteidigerpositionen. Vuskovic war überragend in dieser Saison, kam aber auch überhaupt so oft defensiv zum Einsatz, weil der HSV unendlich viele Flanken zugelassen hat. Und hier sehe ich einen Punkt, in dem der HSV bereits einen enormen Schritt nach vorne machen kann, ohne Vuskovic überhaupt ersetzt zu haben. Es braucht 2 richtig gute Außenverteidiger. 2 Jungs, die schnell im Antritt sind und das Gespür für die defensive Aktion haben. Denn man muss festhalten, dass der HSV in dieser Saison ohne klaren Außenverteidiger gespielt hat. Gocholeishvili ist der Einzige, der seine Qualitäten in der Defensive hat, alle anderen sind eher Flügelverteidiger. Jatta hat sich zwar mehr zu einem Außenverteidiger hin entwickelt, aber ähnlich wie bei Gocholeishvili reicht das am Ende qualitativ nicht für die Bundesliga. Trotz ihrer Präsenz in der Defensive fängt man einfach zu viele Gegentore über die Außen. Und hier muss auch der klare Fokus in der Sommertransferphase liegen.

Vieira sollte nicht Transferziel Nummer 1 sein

Der HSV hat in dieser Saison viele Spiele verloren, weil man offensiv zu schwach war. Man hat diese Spiele aber in den meisten Fällen nur knapp verloren, weil man in der Defensive gut stand. Weil man eben nicht übermäßig viele Gegentore bekommen hat. Und deshalb muss der Fokus auch im kommenden Transferfenster zunächst auf der Defensive liegen. Denn der HSV ist nicht in der Lage, seine Offensive so auszurichten, dass man die Spiele mit 5:4 gewinnt, wie es des Öfteren in der 2. Liga war. Der HSV muss weiterhin vorwiegend über die defensive Stabilität kommen. Denn unabhängig davon, ob man am Ende wieder Umschalt- oder doch Ballbesitzfußball spielen möchte, braucht es einen sicheren Rückhalt, nicht nur in Heuer Fernandes, sondern in der generellen Struktur der Defensive. Genau aus diesem Grund muss der HSV sein Geld zuerst in die Defensive investieren, bevor man überhaupt nachdenkt, Groenbaek oder Vieira zu holen. Denn beide machen am Ende nicht den entscheidenden Unterschied, dass man sich eine schwächere Defensive leisten kann. Wenn der HSV jetzt Vieira für 10 Millionen Euro holt und am Ende in der Defensive sparen muss, hat man genau das gemacht, was nicht passieren darf, und zwar die große Investition an der falschen Stelle. Der HSV braucht einen guten Innenverteidiger, der der beste Spieler in der Defensive ist. Und dazu braucht man Außenverteidiger, die mindestens auf dem Level eines Capaldo ihre Leistung abrufen. Wenn man das geschafft hat und dann noch viel Geld übrig ist, kann man gerne Vieira holen. Aber es darf nicht passieren, dass der HSV zuerst sein Geld in Vieira steckt und dann schaut, was in der Defensive nötig ist. Wir alle wissen wenig darüber, wie viel Budget der HSV hat, aber am Ende kostet ein Vieira nicht nur eine Ablösesumme, sondern er will auch für seine Leistungen bezahlt werden und das sicherlich nicht in kleinem Maße. Ein Fabio Vieira macht den HSV in der Offensive besser und wenn er qualitativ bessere Mitspieler hat, kann er sicherlich auch was die Scorer angeht nochmal einen drauflegen, aber am Ende holt man als HSV eben mehr Punkte, wenn die Defensive gut steht. Man kam über ein 0:0 in Gladbach positiv in die Saison rein und nach dem 0:0 in Berlin bekam man Aufschwung. Diese Punkte, die am Ende immer was ausmachen können, entstehen nur, wenn die Defensive des HSV auch gut steht. Und das MUSS in dieser Transferperiode das oberste Ziel sein. Sicherlich muss der HSV auch in der Offensive nachlegen, das brauchen wir gar nicht zu diskutieren, aber die Stabilität kommt eben über eine gute Defensive und nicht über gute Offensive.

Tom

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