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Der neue HSV- Roundup nach dem Deadline Day

auch ich melde mich nach dem Prüfungsstress wieder zu Wort. Und beim HSV ist in den letzten Tagen einiges passiert. Einige kamen, viele gingen. Wir wollen uns heute mal damit…

Der neue HSV- Roundup nach dem Deadline Day

Moin zusammen,

auch ich melde mich nach dem Prüfungsstress wieder zu Wort. Und beim HSV ist in den letzten Tagen einiges passiert. Einige kamen, viele gingen. Wir wollen uns heute mal damit beschäftigen, wie der HSV nun nach dem Deadlineday in die Rückrunde geht. Beginnen tun wir mit den Abgängen.

Insgesamt verzeichnet der HSV in dieser Wintertransferphase 8 Abgänge, darunter den Leih-Abbruch von Daniel Peretz. Meffert und Ramos waren ja schon länger klar, auch Suhonens Abgang stand schon fest. In den letzten Tagen kam dann noch der fixe Abgang von Silvan Hefti dazu. Zudem verleiht der HSV mit Immanuel Pherai, Emir Sahiti und Aboubaka Soumahoro 3 Spieler jeweils mit Kaufoption. Bei Sahiti und Pherai kann ich das nachvollziehen, bei Soumahoro finde ich das persönlich nicht ganz so gut, da ich nach wie vor viel von Soumahoro halte. Allerdings ist die Kaufoption in Höhe von 5 Millionen Euro dann doch schon relativ hoch. Ich hoffe, dass Soumahoro sich gut entwickelt und dann zurück zum HSV kehrt.

So sieht der Kader nun aus

Auf der Zugangsseite hat der HSV auch noch einmal nachgelegt. Bekannt war ja bereits die Leihe von Damion Downs, der bereits seine ersten Einsätze bestritt, ähnlich wie Sander Tangvik, der aus Norwegen fest an die Elbe wechselt. Der HSV hat aber weiter offensiv nachgelegt. Mit Albert Groenbaek und Philip Otele kommen zwei offensive Jungs, die wohl beide vorrangig für den Flügel eingeplant sind. Dabei ist Otele der klassische Flügelspieler, während Groenbaek eher der offensive Spielmacher ist, der auf den Flügel ausweicht. Ähnlich wie Vieira oder Karabec. Im Zuge der Pherai-Leihe kommt Otto Stange wieder zurück zum HSV. Der 18-Jährige war ja für die komplette Saison nach Elversberg ausgeliehen, kam dort aber auf wenig Spielzeit. Diese Spielzeit könnte Stange eventuell auch in der Bundesliga erhalten, deshalb macht es sowohl für ihn als auch als Alternative für den HSV Sinn, dass Stange wieder zurück nach Hamburg geht. Dabei ist Stange sowohl auf dem Flügel als auch im Zentrum einsetzbar. Wir sollten aber natürlich keine 90-minütigen Einsatzzeiten erwarten, ich denke, das ist logisch.

Eine weitere erfreuliche Nachricht ist, dass der HSV die Kaufoption für Warmed Omari in Höhe von ca. 2,2 Millionen Euro gezogen hat. Bis zu seiner Verletzung konnte Omari beim HSV überzeugen und auch im Spiel gegen die Bayern fügte er sich m. M. n. sehr schnell wieder sehr gut ein. Omari hat ein gutes Auge und vor allem eine gute Ruhe am Ball. Das mag ich, der selber Innenverteidiger spielt, sehr gerne sehen. Einerseits hat die Festverplichtung natürlich sportliche Gründe, andererseits darf ein Verein nur 6 Spieler aus dem Ausland ausleihen und da der HSV mit Otele eine 7. Leihe aus dem Ausland gemacht hat, musste man eine Kaufoption ziehen. Mit 2,2 Millionen Euro macht man bei Omari wahrscheinlich wenig falsch, das Risiko scheint erstmal gering. Und schön ist zu wissen, dass man beim HSV über die Leih-Regeln Bescheid weiß. Anderen Vereinen aus dem Norden ging es da ja anders.

Zudem besteht laut Abendblatt die Möglichkeit, dass Yussuf Poulsen schon gegen Union Berlin wieder im Kader stehen könnte. Für die Startelf reicht es natürlich noch nicht, aber der HSV hat damit in der wichtigen anstehenden Phase wieder nahezu alle Möglichkeiten, aus dem Kader vorhanden.

Dompe wird wohl vorerst nicht für den HSV auflaufen. Wie der HSV heute bekannt gab, wird Dompe auch in dieser Woche noch suspendiert, zudem erhält Dompe eine Geldstrafe im 6-stelligen Bereich. Er selber entschuldigte sich abermals, und sagte, er wolle soziales Engagement leisten. Die komplette Stellungnahme lest ihr hier: Dompé vorerst weiter vom Spielbetrieb suspendiert | HSV.de

Das Bayern Spiel zeigt wie es geht

Das Personal steht also, nun muss es noch spielerisch klappen. Ich war am Samstag natürlich auch im Stadion und ich muss sagen: Das war geil! Das war der HSV, wie ich ihn damals kennengelernt habe. Schnells Offensivspiel, aggressives Abwehrverhalten und Kämpfen bis zum Schlusspfiff. Das war überragend. Und der HSV ist endlich mal gelaufen! Fast 124 Kilometer, so macht man das. Ich habe das immer wieder kritisiert und jetzt wurde es endlich umgesetzt. Jeder ist gelaufen, als wäre es sein letztes Spiel, und jeder hat für den anderen gekämpft. So, jetzt bitte immer. Und dann die taktische Masterclass von Merlin Polzin. Hier wird ja immer wieder über die Herangehensweise von Polzin und seinem Trainerteam gemeckert, aber das war super. Mit den Positionswechseln hat der HSV die Manndeckung von Bayern komplett aus dem Konzept gebracht und hat so immer wieder gefährliche Angriffe entfacht. Denn das war mMn kein Spiel, das der HSV mit Glück unentschieden gespielt hat. Der HSV hat hier über 90 Minuten mitgehalten und guten Fußball gespielt. Dass Bayern über 70 % Ballbesitz hatte, war vorherzusehen, aber sie haben damit eben auch wenig anfangen können.  

Außer die beiden Tore die wirklich gut gespielt waren. Da hat der HSV es 2 Mal defensiv verpasst, die Schnittstelle zuzustellen, aber die Verlagerung vor dem 1:1 und die Kombination vor dem 1:2 … wow, das war schon echt gut. Und wenn am Ende der Schiri schuld ist, dann interpretiere ich das jetzt optimistischerweise mal als ein Zeichen, dass die Bayern hier nicht die schlechteste Leistung der Saison gezeigt haben.

Ich sehe das übrigens so: Der Elfer für den HSV ist mMn klar. Olise fällt auf der anderen Seite zu leicht. Wenn der Schiri das Foul gegen Capaldo pfeift, darf man sich nicht über Rot beschweren. In der Nachbetrachtung wird Capaldo aber nicht als letzter Mann gewertet, dann wird das auch nicht überprüft. Elfaldi blockt den Ball zunächst mit der Brust und von da springt der Ball an die Hand. -> Kein Elfer. Stanisic wird geschubst, da liegt mMn aber schon im Vorhinein ein Foul von Tah vor, bevor der Ball in die Luft befördert wird. Dass Kane und Olise so lange meckern dürfen, ist mir ein Rätsel. Insgesamt war der Schiedsrichter nicht gut, aber eben auf beiden Seiten. Und im Endeffekt wurde schon so viel für Bayern und gegen den HSV gepfiffen, da sollte man dann auch mal einen Gang runterschalten.

2 Kernfaktoren stechen raus

Da natürlich nicht jeder Gegner mit einer Manndeckung spielt, ist es logisch, dass der HSV das Spiel so nicht mehr so häufig spielen kann bzw. wird. Aber es gibt zwei Aspekte, die ich aus dem Spiel mitnehmen, die der HSV zwangsläufig mit in die nächsten Spiele mitnehmen muss.

1.  Mehr laufen als der Gegner. Du musst nicht in jedem Spiel den Torwart und den Innenverteidiger über 90 Minuten anlaufen, aber die 6er pressen und Ballverluste provozieren sollte schon drin sein. Der HSV hat in diesem Spiel gezeigt, dass er viel laufen kann, also macht das bitte auch in den restlichen Spielen. Das bringt mehr Unruhe beim Gegner rein und gibt mehr Chancen auf Umschaltfußball.

2.  Vieira muss auf die 10. Das System entwickelte sich mit dem Ball häufig so, dass Vieira im Zentrum der Spielmacher hinter der Spitze war, und man war das gut. Wie der die Bälle verteilt hat und das Spiel leitete. Das war genau das, was ich von ihm erwartet habe. Und dann die Bälle direkt in die Tiefe auf Jatta. Der hat diese zwar am Ende nicht erreicht, weil Davies ein überragender Sprinter ist, aber ich sage: Wenn da ein anderer Linksverteidiger steht oder wenn Vieira diese Bälle auf Otele spielt, ergeben sich daraus richtig gute Torchancen. Wer sich das Spiel genauer angeschaut hat, hat gesehen, dass sich beim HSV offensiv immer mal wieder ein 4-2-3-1-System ergeben hat, und das fand und finde ich gut. Wie gesagt: Pack Vieira auf die 10 und lass ihn machen, der Junge kann das.

Fazit

Wichtig ist, dass der HSV nicht die falschen Erkenntnisse aus diesem Spiel zieht. Wehe, hier denkt sich jetzt jemand: „Wir haben gegen Bayern gewonnen, jetzt läuft das von alleine.“ Gegen Heidenheim wird es ein deutlich anderes Spiel und vor allem gegen Union Berlin. Da muss man spielerische Lösungen finden und darf die defensive Absicherung nicht vergessen. Defensiv wird gegen Heidenheim Capaldo leider nicht dabei sein, aber ich denke, auch Omari kann das richtig gut ersetzen. Offensiv wird es natürlich je nach Spielverlauf eng und kompliziert, aber wenn Vieira so spielt wie gegen Bayern und Gladbach, dann habe ich da weniger Bedenken als in anderen Spielen. Jetzt müssen die Stürmer noch bedient werden und diese müssen den Ball dann auch versenken. Ich wünsche mir, dass der HSV in Heidenheim mit Otele und Glatzel vorne startet. So kann man über tiefe Bälle mit Otele agieren und mit Flanken Glatzel einbinden. Zum aktuellen Zeitpunkt bin ich positiv gestimmt, aber das Bayern-Spiel darf natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass das am Samstag in Heidenheim ein immens wichtiges Spiel ist. Gewinnt man hier, hat man einen Konkurrenten vorerst abgeschüttelt, verliert man, wird’s richtig eng und der Punkt gegen Bayern bringt wenig. Der HSV muss dieses Spiel gewinnen und am besten auch noch gegen Union. Ich bin sehr gespannt, aber auch sehr heiß. In Jugendsprache sage ich: „Lasst Vieira und Glatzel mal kochen.“

Tom

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