Spielbericht

Der nächste Schritt? HSV mit erwachsenem Last-Minute Sieg dank Masken-Selke

Der HSV hat seine Auswärtsschwäche bei Aufstiegen in kleinen Stadien endlich besiegt. Mit 2:1 und dank zweier Treffer von Masken-Mann Davie Selke sagten die Mannen von Trainer…

Der nächste Schritt? HSV mit erwachsenem Last-Minute Sieg dank Masken-Selke

Der HSV hat seine Auswärtsschwäche bei Aufstiegen in kleinen Stadien endlich besiegt. Mit 2:1 und dank zweier Treffer von Masken-Mann Davie Selke sagten die Mannen von Trainer Merlin Polzin bei Preußen Münster, nachdem man in der ersten Halbzeit sogar in Rückstand geraten war.. Und genau darin liegt für mich die Botschaft dieses Spiels: Dieser HSV ist resilient! Diese Mannschaft glaubt so sehr an sich, dass sie die notwendige Geduld auf den Platz bringt, um auch solche Spiele in der Nachspielzeit zu gewinnen. „Wir wollten unbedingt geduldig bleiben. Das Wort habe ich diese Woche so oft gehört wie nie zuvor", verriet Jonas Meffert nach dem Spiel. „Das war das Wort der Woche. Wir wussten, dass es sehr schwierig hier wird. Wir wollten konzentriert spielen. Das Gegentor war etwas unglücklich, aber wir haben immer an uns geglaubt. Am Ende hatten wir auch ein bisschen Glück mit dem Elfmeter. Vielleicht war das viele Halten in der Summe zu viel. Ich bin sehr glücklich, dass wir hier gewonnen haben.“

Und fürwahr: Schön ausgesehen hat es nicht immer, das muss es aber eben auch n nicht, wenn man nur gewinnen will. Und das wollte diese Mannschaft, angeführt von "Mentalitätsspieler" (O-Ton Polzin) Davie Selke, der mit Maske auflief und der in der ersten Halbzeit nach schöner Flanke von Meffert eiskalt und cool gegen die Laufrichtung des Münster-Keepers einköpfte. Ein schöner Treffer - und ein. ehr wichtiger. Denn er egalisierte einen Rückstand, den man so immer wieder mal rasieren kann, der aber angesichts des Spielverlaufs eher unglücklich war.

Dennoch, anstatt in Hektik zu verfallen und wie doof anzurennen, blieb die Mannschaft bei ihrem ruhigen Spielstil, der manchmal ein wenig zu träge gewirkt haben mag der aber einfach erwachsen ist. SO geht das, und zwar nur so! Zumindest, wenn man nicht alle Mannschaften von der ersten bis zur letzten Minute dominieren kann. „Es ist genau das Kampfspiel geworden, das wir erwartet haben. Uns war wichtig, dass wir bei unseren Prinzipien bleiben, dass wir uns die Sicherheit trotz Rückstand holen", sagte Selke nach Schlusspfiff. „Da sind wir heute klar geblieben, machen zum richtigen Zeitpunkt den Ausgleich und haben bis zum Ende daran geglaubt, dass wir dieses Spiel noch gewinnen. Zuvor hatten wir schon Pech mit Pfosten und Latte, aber ich hatte die absolute Überzeugung, dass wir noch gewinnen werden. Und das haben wir als echte Einheit geschafft. Deshalb war dieser Sieg für uns ein echter Bigpoint. Ich bin sehr stolz auf uns alle, weil man eine klare Entwicklung sieht.“

Selke selbst war es, der in der Schlussminute zuerst den Elfmeter selbst (und sehr geschickt!) provozierte, um ihn dann selbst sicher zu verwandeln. Note 1 für den Masken-Mann, der den HSV zumindest vorübergehend wieder an die Tabellenspitze hievte. Vor allem aber war dieser Treffer der Siegel auf dem neuen, erwachsenen Spielstil des HSV, den er jetzt bitte unbedingt konserviert. Denn das wird es mit dem Aufstieg klappen! Schlusswort Merlin Polzin: „Es ist hier in Münster sehr anspruchsvoll, das wussten wir. Wir sind es aber gut angegangen und haben uns am Ende belohnt. Wir hatten viele Torchancen, haben immer weitergenmacht, sind ruhig geblieben und haben weiter unseren Fußball gespielt. Das ist für mich das Wichtigste. Deshalb bin ich sehr stolz auf die Mannschaft, für die dieser Abend in ihrer Entwicklung und in ihrem Prozess ein wichtiger Step war.“

DIE EINZELKRITIKEN:

Daniel Heuer-Fernandes: Bitter, dass er in so einem Spiel trotzdem hinter sich greifen musste. Fehlerfrei und nicht geprüft. Note: 3

Silvan Hefti (bis 81.): Gute Entscheidung, ihn anstelle von Mikelbrencis zu bringen. Er ist einfach defensiv etwas abgeklärter. Dafür traut er sich nach vorn zu wenig und ist zu oft zu unkonzentriert im Abspiel. Er macht insgesamt zu wenig nach vorn. Aber das kann – und muss noch kommen. Note: 4

William Mikelbrencis (ab 82.):  Was für ein belangloser Wechsel…

Denis Hadzikadunic: Er ist momentan gut drauf. Dass er letzte Woch ausgewechselt wurde, war falsch. Und das bestätigte er heute. Hatte seinen Gegenspieler stets im Griff Note: 3

Sebastian Schonlau: Ruhe ins Spiel zu bringen ist nicht immer das Beste. Zumindest nicht, wenn der Gegner bewusst tief steht. Dann kann das schnell nervig wirken. Beim Gegentor kommt er nicht rechtzeitig zum Ball – aber hier war nicht er der Verursacher, sondern Muheim per Stellungsfehler zur Ecke und Sahiti… Elfadli finde ich auf der Position zwar stärker, aber es ist gut, Alternativen zu haben. Note 3,5

Miro Muheim: Er pennt vor der Ecke zum 0:1, war aber ansonsten auf der Höhe. Aber er kann es besser.  Note: 3,5

Jonas Meffert: Seine Flanke war für Selke schnell zu erkennen – und ein Traum für jeden Stürmer. Dass er so einen Pass auch dem Gegner in den Raum legt (65.), war nicht geplant.   Note: 3

Marco Richter (bis 67.): Ich habe ihn letzte Woche gelobt für seine starke erste Halbzeit. Daran konnte er heute nicht anknüpfen. Dafür hätte er zu Beginn der zweiten Halbzeit fast getroffen, wenn er seinen Abschluss etwas weniger zentral aufs Tor gebracht hätte. Und er wurde diesmal hinten raus besser - und dann musste er raus… Note: 3

Ludovit Reis (ab 67.): Sollte noch mal Frische und Druck reinbringen, das schaffte er nicht. Er ist noch weit davon entfernt, eine Hilfe zu sein. Note: 4

Adam Karabec (bis 67.): Er ist immer dabei, spielt mit, verteilt Bälle, fordert sie – aber mir fehlt bei ihm die nötige Entschlossenheit Richtung gegnerisches Tor. Auch vor dem Elfmeter, der keine klare Fehlentscheidung war und trotzdem zurückgenommen wurde.   Note: 3,5

Ransford Königsdörffer (ab 67.): Mit seiner ersten Aktion muss er die Führung herstellen. Erst, indem er Selke hätte freispielen müssen, dann per Kopf im Nachschuss. Er brauchte zu lange, wenn er an den Ball kam. So viele gute Gelegenheiten wie er hatte sonst keiner. Er ließ sie ungenutzt.  Note: 4

Otto Stange (bis 45.): Profitierte von Dompés Verspätung und spielte das auf der linken Seite besser, als ich es gedacht hatte. Aber klar ist, dass er in den Sechzehner gehört und nicht auf die Außenbahn. Trotzdem war die Leistung besser, als dass man ihn rausnehmen müsste. Note: 3,5

Jean-Luc Dompé (ab 46.): Aus disziplinarischen Gründen zunächst nur auf der Bank, weil er zu spät kam. Unfassbar, wie oft das beim HSV in letzter Zeit passiert. Seine Undiszipliniertheit kostete den HSV die erste Halbzeit. Mit ihm wäre der HSV schon in der ersten Halbzeit in Führung gegangen, behaupte ich. Auch wenn er zweite Halbzeit Druck machte, gibt’s Disziplin-Abzug in der A-Note.  Note: 4

Emir Sahiti (bis 90.): Wie kann man seinen Mann einfach so laufen lassen bei einem Standard? Sein Fehler führte zum 0:1. Dass er demselben Gegenspieler, der knappe dreieinhalb Meter größer war als er, weiter zugeteilt blieb, ist für mich komplett unverständlich.  Offensiv fand ich ihn vor allem in der ersten Halbzeit ordentlich, obwohl ihm der letzte Zug zum Tor manchmal abgeht. Wird aber immer besser, weil Dinge selbstverständlicher werden. Das kann noch richtig gut werden!  Note: 3

Joel Agyekum (ab 90.): Er sollte den Sieg sichern. Im Ergebnis hats funktioniert. Und er hat sein erstes Zweitligaspiel gemacht. Ich tippe, er hat ein schönes Wochenende vor sich…

Davie Selke: Diese Maske ist so wertvoll! Er ist vorn immer gefährlich – und er schießt sich langsam in einen Torrausch, der den HSV träumen lässt. Ich habe es schon getan, aber nach so einem Spiel mache ich es noch mal und sehr gern: Ich lag zu Saisonbeginn mit meiner Skepsis falsch! Sein erstes Tor war stark abgeschlossen, beim Elfer, den er selbst rausholte, übernahm er Verantwortung und blieb bei seinem ersten Elfmeter in der Zweiten Liga cool. Mehr kann man in so einem Spiel kaum verlangen: Note: 1,5

Trainer Merlin Polzin: Er ist konsequent, lässt sich auch in solchen Spielen nicht aus der Ruhe bringen. Allein seine Wechsel – bis auf Dompé - machten das Spiel heute nicht wirklich besser. Dennoch können genau diese Ruhe, diese Souveräneität und Konsequenz gepaart mit dem nötigen Erfolg, den er mit acht ungeschlagenen Spielen und 18 Punkten mitbringt, DER Faktor werden. Er bringt die Mannschaft dazu, ruhig zu bleiben und Überzeugung nicht nur auszustrahlen, sondern durchzuhalten. Das hatte der HSV in den letzten Jahren nie zu dieser Jahreszeit. Note für heute: 3. Note insgesamt: 2

DAS SPIEL IN DATEN UND ZAHLEN:

SC Preußen Münster: Schenk - Koulis, Paetow, Frenkert - ter Horst, Hendrix (72. Preißinger), Kinsombi (85. Lorenz), Kirkeskov - Pick (85. Fridjonsson)), Amenyido (56. Nemeth), Kyerewaa (56. Makridis)

HSV: Heuer Fernandes - Hefti (81. Mikelbrencis), Hadzikadunic, Schonlau, Muheim – Meffert, Karabec (67. Königsdörffer), Richter (67. Reis) - Sahiti (90.+ 5. Agyekum), Selke, Stange (46. Dompe)

Tore: 1:0 Frenkert (24.), 1:2 Selke (45.+ 3.), 1:2 Selke (90.+ 4.)

Zuschauer: 12.000

Schiedsrichter: Wolfgang Haslberger (St. Wolfgang)

Gelbe Karten: Fridjonsson / Schonlau, Dompe

Anzeige · Partner

Zeig deine Farben

Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.

Alle Hamburg-Motive bei HANDS OF GOD

Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.

Diskussion

0 Kommentare

Diskutier mit!

Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.

Jetzt kostenlos registrierenAnmelden
DU
Bleib fair — wir moderieren mit Augenmaß.
Noch keine Kommentare — sei der/die Erste.
Lies weiter Meinung HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem Ein Tag nach der Pleite sitzt der Frust tief. Neben taktischen Mängeln fehlte vor allem eins: die Bewegung und der Wille, den Ball zu fordern. Das Problem war viel tiefer als die reine Herangehensweise Weiterlesen