Der Kader wird umgekrempelt - van Drongelen und Jung verlassen den HSV
So ist das eben. Da will man mal raus – und plötzlich dreht der HSV auf. Zumindest treiben Jonas Boldt, Michael Mutzel und Co. die Personalplanungen für die kommende Saison…

So ist das eben. Da will man mal raus – und plötzlich dreht der HSV auf. Zumindest treiben Jonas Boldt, Michael Mutzel und Co. die Personalplanungen für die kommende Saison voran. Einen Tag nach der Verpflichtung von Jonas Meffert vom Ligarivalen Holstein Kiel nahm der HSV heute wie angekündigt Miro Muheim vom Schweizer Erstligisten FC St. Gallen unter Vertrag. Kurz nach der Verpflichtung des Abwehrspielers gab der HSV dann die vorzeitige und zuletzt erfolglos angestrebte Vertragsauflösung mit Gideon Jung bekannt. Und als wäre das noch nicht genug, verlässt in Rick van Drongelen ein zweiter langjähriger HSV -Profi den Club ebenfalls vorzeitig.
Jung löst Vertrag auf - van Drongelen nach Berlin?
„Gideon ist ein Profi, der in seinen Jahren beim HSV nicht immer leichte Zeiten erlebt hat. Er hat sich dabei stets professionell verhalten und auch in schwierigen Zeiten in den Dienst der Mannschaft gestellt“, lobte Sportdirektor Michael Mutzel Jung. Dennoch verlässt der 26 Jahre alte Abwehr- und Mittelfeldspieler Hamburg ein Jahr vor Vertragsende. Mit 143 Pflichtspielen war der U21-Europameister von 2017 einer der dienstältesten HSV -Profis. Den ganz großen Durchbruch schaffte der 2014 von Rot-Weiß Oberhausen gekommene Profi aber nicht. Seine Vertragsauflösung ist zweifelsfrei für diesen Moment die für alle Seiten beste Entscheidung. Von daher: Mach es gut, Gideon!!!
Apropos guter Typ: Rick van Drongelen hat aller Wahrscheinlichkeit nach in Bundesligist Union Berlin schon einen neuen Club gefunden. „Rick ist trotz seines jungen Alters ein Spieler, der hier in seinen vier Jahren immer versucht hat, voranzugehen und alles für den HSV reingehauen hat. Leider hatte er in der letzten Saison sehr viel Pech mit Verletzungen und durch die fehlende Winterpause kaum Zeit genügend Spielpraxis zu sammeln“, betonte Mutzel.
Der Niederländer war zuletzt von zwei schweren Verletzungen (Kreuzbandrisse) weit zurückgeworfen worden. Vor den Kreuzbandrissen hatte er einen Marktwert von sieben Millionen Euro, was ich damals für etwas hoch empfand. In der abgelaufenen Saison, in der der HSV erneut die Erstliga-Rückkehr verpasste, kam er nur auf vier Einsätze. Nun ist der 2017 von Sparta Rotterdam geholte Niederländer wieder fit. Und der HSV, bei dem er noch einen Vertrag bis 2022 besitzt, soll inklusive Bonuszahlungen eine Ablöse von bis zu rund einer Million Euro für den 22-Jährigen erhalten.
Eine Million für van Drongelen - Muheim ist da
Nicht viel Geld angesichts der einst für ihn gezahlten drei Millionen Euro Ablösesumme – aber mehr als nichts. Denn schon unter Daniel Thioune war van Drongelen nicht der Wunsch-Innenverteidiger. Die fehlerhafte Spieleröffnung wurde ihm immer wieder angelastet. Auch der neue Trainer Tim Walter soll sich ähnlich über den Mentalitätsspieler geäußert haben, um den es mir menschlich leid täte. Sportlich glaube ich, dass man seinen Abgang kompensieren kann. Vor allem aber wünsche ich ihm einen neuen Klub, bei dem er erste Wahl sein kann. Hochanständige, motivierte Spieler wie er haben es einfach verdient…
Als dritten Neuzugang nach Sebastian Schonlau (vom SC Paderborn) und Meffert haben die Hanseaten den Schweizer Muheim ausgeliehen. Der Vertrag des 23 Jahre alten Linksverteidigers gilt zunächst ein Jahr. Danach verfügen die Hamburger über eine Kaufoption. Mutzel: „Wir haben Miro schon lange beobachtet. Er ist ein Spieler, der viel Tempo mitbringt und auch als Linksverteidiger offensiv denkt. Er hat viel Zug nach vorne und tritt mit seiner Spielweise frech und mutig auf.“
Muheim spielte vier Jahre in Nachwuchsteams des FC Chelsea, wurde vom Offensivspieler umgeschult und verfügt über die Qualitäten, die auch Tim Leibold hat: Offensiv stark für einen Linksverteidiger – dafür aber defensiv ausbaufähig. 2015/16 gewann Muheim in mit Chelsea die Youth League der UEFA. Seit 2018 steht er in St. Gallen (66 Pflichtspiele) unter Vertrag und bestritt als U21-Nationalspieler fünf Partien für sein Heimatland. Leider kenne ich ihn zu wenig, um ihn seriös hier bewerten zu können.
HSV jagt Talent vom FC Barcelona
Zudem mehren sich die Gerüchte, dass der HSV den niederländischen Mittelfeldspieler Ludovit Reis von der zweiten Mannschaft des FC Barcelona haben will. Der 21-Jährige war in der vergangenen Saison an den Zweitliga-Absteiger VfL Osnabrück verliehen. Dort erzielte er in 30 Pflichtspielen ein Tor. In Barcelona läuft sein Vertrag bis 2022. An Reis sollen aber gleich mehrere Zweitligaklubs interessiert sein.
Leider endgültig nicht kommen wird Serdar Dursun, der nicht nur Darmstadt 98 verlässt, sondern auch Deutschland. Statt in die Bundesliga zieht es den Torschützenkönig der abgelaufenen Zweitliga-Saison zu Fenerbahce Istanbul in die Türkei. Der Klub vermeldete am Dienstag den ablösefreien Transfer.
Und bevor wir uns alle dem ersten EM-Spieltag der Deutschland-Gruppe widmen, anbei noch ein paar Termine: Während seines Sommer-Trainingslagers im oberbayerischen Grassau absolviert der HSV ein Testspiel gegen Wacker Innsbruck. Am 30. Juni geht es dort unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegeneinander. Auf der Rückreise aus dem am 29. Juni beginnenden Trainingslager testet die Mannschaft des neuen Cheftrainers Tim Walter zudem am 7. Juli in Heimstetten gegen den Bundesligisten FC Augsburg.
So, und jetzt ist Feierabend. Heute mit einem hoffentlich erfolgreichen, spannenden EM-Abend. Und für morgen melde mich vorsorglich schon mal ab. Wobei: Heute hat das ja auch nicht wirklich geklappt… ;-) In diesem Sinne!
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