Analyse

Der HSV zwischen Hoffnung, Historie und Herausforderung – Magath will Präsident werden

Der HSV bleibt in Bewegung – sportlich wie strukturell. In der heißen Phase der Saison kämpfen die Hanseaten weiterhin um den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga. Auch…

Der HSV zwischen Hoffnung, Historie und Herausforderung – Magath will Präsident werden

Der HSV bleibt in Bewegung – sportlich wie strukturell. In der heißen Phase der Saison kämpfen die Hanseaten weiterhin um den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga. Auch wenn die 2:4-Heimpleite gegen Eintracht Braunschweig zuletzt für Ernüchterung sorgte, betont Cheftrainer Merlin Polzin, dass sein Team den Blick konsequent nach vorn richtet: „Wir wollen für Mut stehen, für Überzeugung. Rückschläge gehören dazu – entscheidend ist, wie man damit umgeht.“

Nach der Analyse des Spiels nutzte der HSV die trainingsfreien Tage gezielt zur Aufarbeitung. „Dann galt der Fokus aber relativ schnell dem absoluten Topspiel, was uns Samstagabend auf Schalke erwartet“, erklärte Polzin. Für ihn ist das Duell gegen den Traditionsclub aus Gelsenkirchen unabhängig von der Tabellensituation ein Spitzenspiel: „Wenn über 60.000 Menschen auf dieses Traditionsduell hinfiebern, dann ist das für mich ein absolutes Top-Spiel.“

Hadzikadunic ist wieder einsatzbereit - und wird wohl starten

Sportlich kann der HSV mit Rückenwind in die Partie gehen – nicht nur, weil das Team trotz der Niederlage weiterhin an der Tabellenspitze steht, sondern auch, weil wichtige Akteure zurückkehren. Jonas Meffert, zuletzt angeschlagen, ist wieder einsatzbereit und dürfte ins defensive Mittelfeld zurückkehren. Auch Dennis Hadzikadunic ist eine Option für die Startelf. Besonders groß ist die Freude über die Rückkehr von Ludovit Reis, der nach abgesessener Gelbsperre als Antreiber im Zentrum erwartet wird.

Lediglich bei Miro Muheim bleibt die Situation offen. Der Schweizer Außenverteidiger laboriert an einem Muskelfaserriss. „Er und unsere medizinische Abteilung versuchen alles, vielleicht geht man da auch mal ein kleines Risiko mehr ein. Gerade jetzt, wo es zählt“, sagt Polzin. Ob und wann er zurückkehrt, ist jedoch noch ungewiss.

Auch innerhalb der Mannschaft bleibt die Stimmung trotz Rückschlag gefestigt. Defensivmann Daniel Elfadli gibt sich selbstbewusst: „Wir sind Erster! Wovor sollen wir uns verstecken?“ Die Qualität der Mannschaft, betont er, stehe außer Frage. Der Ausrutscher gegen Braunschweig dürfe kein Anlass sein, den eingeschlagenen Weg zu hinterfragen. „Die Einstellung ist: Das lassen wir uns nicht mehr nehmen.“ Und so ungern ich es in derartigen Phasen lese, wenn Spieler großspurig E4folg ankündigen – Elfadli nehme ich das ab.

Meffert über Schonlau: „Für jeden in der Mannschaft ist er der Chef.“

Kapitän Sebastian Schonlau bleibt indes auch abseits des Spielfelds eine zentrale Figur. Zwar gibt es in der Öffentlichkeit Kritik an seiner Form, innerhalb des Teams jedoch steht er außer Frage. Teamkollege Jonas Meffert beschreibt ihn als außergewöhnlichen Leader: „Ich habe noch nie so einen Anführer erlebt wie ‚Bascho’. Er liest viel über Führung – das merkt man, wenn er spricht. Wie er vor der großen Gruppe redet und mit Situationen umgeht, ist beeindruckend. Innerhalb des Teams ist er der absolute Anführer. Besonders jetzt in dieser Phase. Für jeden in der Mannschaft ist er unser Chef.“ Dennoch deutet einiges daraufhin, dass am Sonnabend Dennis Hadzikadunic wieder in der Innenverteidigung beginnt. Ich persönlich rechne zumindest fest damit.

Doch beim HSV geht es aktuell nicht nur um Punkte, sondern auch um Personen. Hinter den Kulissen bereitet sich der Verein auf eine mögliche Neuausrichtung in der Führungsetage vor. Und das mit einem echten Hammer, wie heute die Kollegen der „BILD“ berichteten: Vereinsikone Felix Magath will bei der nächsten Mitgliederversammlung als Präsident kandidieren. Gemeinsam mit dem ehemaligen HSV-Torwart Richard Golz, der als Vizepräsident antreten will, plant er, frischen Wind in den Verein zu bringen. Magath, der in den 1980er-Jahren als Spieler prägend war und später als Trainer und Manager bei Topclubs arbeitete, sieht nun offenbar den richtigen Moment gekommen, um beim HSV erneut Verantwortung zu übernehmen. 

Magath: Nachwuchsförderung als zentrales Anliegen

Magath und Golz teilen nicht nur ihre HSV-Vergangenheit, sondern auch eine gemeinsame Vision für die Zukunft. Ein klarer Leistungsanspruch, sportlicher Ehrgeiz und wirtschaftliche Weitsicht stehen im Mittelpunkt ihres Konzepts. Ein besonderer Fokus liegt auf der gezielten Förderung junger Talente. Magath hat in seiner Trainerlaufbahn zahlreiche Nachwuchsspieler an die Bundesliga herangeführt und zu Stammspielern entwickelt – darunter Philipp Lahm, Hasan Salihamidžić, Mario Gomez, Julian Draxler, Joel Matip und Paolo Guerrero. Diese Erfahrung möchten Magath und Golz nun dem gesamten HSV zugutekommen lassen.

Ihr Konzept sieht vor, Talente in allen Sportarten des HSV e.V. stärker zu fördern. „Ein großer Verein wie der HSV muss seine Jugend bestmöglich unterstützen – in jeder Abteilung. Wir wollen Talente nicht nur ausbilden, sondern sie als festen Bestandteil der Mannschaften verankern und zur Identität des Vereins machen“, betont Magath. Nachwuchsspielerinnen und -spieler in den über 30 Abteilungen sollen optimale Trainingsbedingungen und eine klare sportliche Perspektive innerhalb des Clubs erhalten. „Im Zentrum steht das Ziel, eine Kultur des Leistungswillens mit sportlichem Anspruch dauerhaft zu etablieren“, ergänzt Golz.

Neben Magath haben auch Kai Esselsgroth, Frank Ockens ihre Kandidaturen für das Präsidentenamt eingereicht. Für die Vizepräsidenten-Posten bewerben sich unter anderem Laura Ludwig, Anna Stöcken, Bernd Wehmeyer, Dr. Ralph Hartmann und Michael Papenfuß. Alles in allem auf jeden Fall ein deutliches Zeichen für das hohe Interesse an der zukünftigen Ausrichtung des Vereins. Auch abseits der Zweiten Liga, die am Sonnabend für den HSV eine Fortsetzung nimmt – und wie werden selbstverständlich wieder darüber berichten. Inklusive Blitzfazit…

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Rest-Donnerstag und einen schönen Karfreitag!
Scholle

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