Der HSV trifft auf Schalke - das wichtige Highlight zum Jahresabschluss
Gestern auf der Pressekonferenz hatte Tim Walter einen Satz gesagt, den ich vielen Trainern nicht abnehmen würde. Bei vielen würde ich selbigen als Floskel abtun. Bei dem…

Gestern auf der Pressekonferenz hatte Tim Walter einen Satz gesagt, den ich vielen Trainern nicht abnehmen würde. Bei vielen würde ich selbigen als Floskel abtun. Bei dem HSV-Trainer aber kann ich es mir tatsächlich vorstellen, dass er wirklich so denkt. „Wir wollen immer, dass der Gegner mit voller Kapelle gegen uns antritt", sagte er, angesprochen auf den Ausfall von Schalkes Toptorjäger Simon Terodde. „Solche Spiele bringen uns nach vorn auf dem Weg. Wir wollen uns mit den Besten messen – das kann uns nur nach vorne bringen.“ Und der FC Schalke, das sieht sicher nicht nur der HSV-Trainer so, zählt trotz einer bislang noch vergleichsweise durchwachsenen Saison noch immer zum Besten, was diese Zweite Liga zu bieten hat. Wobei ich hierzu etwas weiter unten noch eine Erklärung abgebe.
Aber zurück zum Topspiel dieses Zweitligaspieltages: Dort kehrt beim FC Schalke 04 neben Trainer Dimitrios Grammozis auch wieder Angreifer Marius Bülter zurück. Wegen schlechter Blutwerte hatte der Stürmer zuletzt zweimal gefehlt. „Er ist wieder bei 100 Prozent“, sagte Grammozis am Freitag über einen Stürmer, den ich ähnlich stark wie Toptorjäger Simon Terodde sehe. Ein Startelfeinsatz käme für den 28-Jährigen wohl noch zu früh, wie aus Gelsenkirchen zu hören ist, allerdings hat der Angriff des FC Schalke zuletzt seine Aufgabe auch ohne Bülter und Terodde (Muskelverletzung) gut erledigt: Allen voran Darko Churlinov gewann der Absteiger mit 4:1 gegen den 1. FC Nürnberg.
Deshalb sind der HSV und Schalke die formstärksten Teams
Ex-HSV-Stürmer Terodde wird ebenso wie Offensivspieler Dominick Drexler fehlen. Auch Kapitän Danny Latza und Torhüter Ralf Fährmann fehlen weiter verletzt. Grammozis selbst ist nach überstandener Corona-Quarantäne wieder an der Seitenlinie dabei und freut sich auf das Traditionsduell zum Auftakt der Rückrunde. „Das ist mein absolutes Highlight-Spiel“, sagte der Schalke-Coach. „Ich hatte dort als Spieler eine schöne Zeit. Wir freuen uns auf dieses Spiel.“
Wobei Grammozis sehr wohl auch weiß, dass das Wiedersehen mit seinem Exklub alles andere als ein leichter Gang wird. „Der HSV versucht, Fußball zu spielen, viele Positionswechsel vorzunehmen. Wir brauchen Kompaktheit und Zweikampfstärke in der Defensive. Es ist ein super Gegner mit Stärken, aber auch Schwierigkeiten in einigen Bereichen, die wir natürlich nutzen wollen. Wir wollen mutig auftreten.“ Dafür habe er bei seiner Mannschaft im Training schon die notwendige Ernsthaftigkeit erkannt.
Ich hatte zuletzt beim HSV und bei Schalke von den zwei formstärksten Teams der Liga gesprochen/geschrieben. Und damit hatte ich bei einigen für Unverständnis gesorgt. Zurecht, weil es etwas unklar geblieben war, was ich meine. Mir geht es nämlich darum, dass ich bei Schalke aktuell einen Aufwärtstrend erkenne, von dem ich glaube, dass sich dieser bis Saisonende halten lässt. Der FC hat eine Zeit gebraucht, um sich der Liga anzupassen. Und das wird auch noch eine Zeitlang so weitergehen. Aber sie werden stabiler. Und das allein lässt mich davon ausgehen, dass sie sich jetzt oben festsetzen.
Umso wichtiger ist es für den HSV morgen, das Spiel zu gewinnen und so etwas Punkte-Abstand auf die Gelsenkirchener herauszuspielen. Wobei der HSV dabei seinerseits auf fast „volle Kapelle“ setzen kann, nachdem heute auch Ludovit Reis wieder problemlos mittrainieren konnte. Demnach hat Walter die Möglichkeit, erneut auf die zuletzt erfolgreiche Startelf zu setzen. Und ich glaube, er wird das auch machen. Zumindest würde ich es machen. Ich würde in der Viererkette definitiv gar nichts ändern. Trotz der Rückkehr von Miro Muheim und Jonas David ins Mannschaftstraining. Denn mit dem erzwungenen Umdenken bei Walter – oder nennen wir es etwas diplomatischer gern „Nachjustieren“ des Systems – hat der HSV seine Mischung aus stabiler defensive und Offensive gefunden (dreimal auf Holz geklopft…).
Oder würdet Ihr etwas umstellen?
Ich jedenfalls nicht. Ich freue mich stattdessen auf dieses Highlight zum Jahresabschluss 2021 und sehe den HSV in einer guten Ausgangsposition zum Ausklang des Jahres. Ein Jahr, auf das ich nach dem Spiel noch einmal intensiver eingehen werde in einem Rückblick – inklusive eine Vorausschau auf das, was uns beim HSV und hier im Blog 2022 erwartet bzw. worauf wir hoffen dürfen. Übrigens macht just in diesem Moment, wo ich das hier schreibe, Holstein Kiel das 2:0 durch – Finn Porath!! Na dann – geht ja gut los, dieser Spieltag. Hoffen wir mal, dass sich das so hält…!
Bis morgen, liebe Alle! Da melde ich mich im Anschluss an das Topspiel aus dem Volksparkstadion mit dem letzten Blitzfazit 2021. Bis dahin!
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