HSV vor wichtigsten Phase der Saison - Leistner soll gehen
Es passt einfach noch nicht. Nirgendwo. Weder im Spielsystem zu Kader, noch Offensivdran zu defensiver Sicherheit, und am allerwenigsten passen beim HSV Leistung und Anspruch…

Es passt einfach noch nicht. Nirgendwo. Weder im Spielsystem zu Kader, noch Offensivdran zu defensiver Sicherheit, und am allerwenigsten passen beim HSV Leistung und Anspruch zusammen. Das größte Problem: Auch der personelle Bedarf passt nicht mit den finanziellen Möglichkeiten zusammen. Es bleibt tatsächlich nur die Hoffnung, dass die sportlich Verantwortlichen beim HSV dieses Jahr gute Arbeit leisten und trotz fehlender finanzieller Möglichkeiten – soweit man bei etwas mehr als drei Millionen verfügbaren Euro überhaupt davon sprechen kann - das noch dringend benötige Personal akquirieren kann. Denn egal wie oft die Beteiligten auch noch betonen mögen, dass sie mit dem vorhandenen Personal sehr zufrieden sind – das wiederum reicht nicht für den Anspruch, am Ende wieder aufzusteigen.
Unseren MorningCall gibt es jetzt auch via Spotify zu hören! Viel Spaß dabei:
Und ich wiederhole das nach einem Spieltag, an dem Sonny Kittel gerade einmal zu Der Techniker hat gegen Darmstadt meiner Meinung nach wirklich ein richtig gutes Spiel gemacht und war zurecht überrascht, als ihn der Trainer vom Platz holte. Außer Kittel war nämlich im HSV-Mittelfeld defensiv Meffert okay und Suhonen zumindest in der zweiten Halbzeit aktiver. Aber außer Kittel wusste keiner, Chancen vorzubereiten, abgesehen vom Distanzschuss von Mefferts, bei dem Suhonen den Abpraller drübersetzte.
Und: Es ist auch kein Spieler in Sicht, obwohl ich weiterhin fest behaupte, dass sowohl David Kinsombi als auch Ludovit Reis die technischen und fußballerischen Mittel besitzen, kreativ zu sein. Allein beide machen es nicht. Reis beschränkt sich zu stark auf die Defensivarbeit, während Kinsombi einfach nicht an seine Topform herankommt. Schon deshalb ist der Ruf nach einem Kreativspieler fürs Mittelfeldzentrum laut – und berechtigt. Wie die Kritik am HSV-Spiel. Das zeigt die bisherige Punkteausbeute mit fünf von 12 möglichen Zählern und Tabellenplatz sieben. Aber vor allem das, was Walter am meisten lobt, stimmt noch nicht: Das eigene Spiel.
Denn das ist weiterhin wild, riskant und defensiv unausbalanciert. Walter selbst verklausulierte das Ganze etwas, gab aber zu: „Meine Mannschaft kann die Euphorie, die sie im Offensivspiel hat, nicht gleich umsetzen in die Euphorie, was das Defensivspiel anbelangt.“
Ich hatte gestern übrigens eine Diskussion, die ich für sinnbildlich halte. Denn auf die Frage, ob der HSV gewinnt oder nicht, antwortete ich während der Partie, dass der HSV gewinnen würde, weil Darmstadt im Volksparkstadion zu schwach sei. Daraufhin erntete ich Entrüstung. Warum ich so negativ sei und dass man es ja auch andersrum sehen könnte, war die Reaktion. Nämlich dazu, dass Darmstadt verlieren würde, weil der HSV so stark ist. Immerhin würde sich die Mannschaft ja zerreißen.
Nunja, dem letzten Argument wollte ich gar nicht widersprechen. Denn diese Mannschaft macht, was Walter von ihr verlangt: Sie zeigt Einsatz, Laufstärke und den Willen, dieses Spiel unbedingt gewinnen zu wollen. Und da das unerklärlicherweise in den letzten Jahren nicht immer so war, ist das tatsächlich ein nicht unwesentlicher Fortschritt, den Walter ins Team gepflanzt hat. Aber dass der HSV deshalb „so stark“ sei, kann ich noch nicht gelten lassen.
Vorweg; Ich glaube schon, dass das Walter-Spiel mich schnell begeistern kann. Dieser Mut, der immer wieder gefordert und auch gezeigt wird – top! Dieses Wilde ist begeisternd, weil man den Willen erkennt und der HSV damit massiv Druck auf den Gegner ausüben kann. „Unser Spiel ist Risiko und Chance zugleich, wir kreieren aber auch viele Chancen“, sagte heute auch Stürmer Robert Glatzel, „die Richtung von uns stimmt. Es sind noch ein paar kleine Stellschrauben, die wir verbessern müssen.“
Stimmt! Und damit komme ich zu meinem noch viel zu großen Aber, wenn es um Walters Spielstil geht. Denn ich bin auch ein Freund von einer klaren Struktur im Spiel, von einem erkennbaren Plan. Mit dem Wilden gewinnt man mal etwas spektakulär – aber nur mit einer klaren Struktur kann man Erfolg konservieren. Diese Struktur darf auch gern viel von „wild“ beinhalten. Das ist sehr gut, wenn es auf den vorderen Bereich zutrifft. Aber in der Defensivbewegung darf man schlichtweg nicht so offen stehen wie zuletzt. Man kann aktuell eben noch nicht erwarten, dass man in jedem Spiel drei, vier oder mehr Tore schießt, weil man immer für ein paar Gegentore gut ist. Im Gegenteil: So landet man maximal im Mittelfeld der Tabelle, glaube ich.
Fazit: Noch ist das Verständnis für den Walter-Plan nicht da. Ich erkenne zwar den Plan, über Engagement und Bereitschaft Gegner zu überrennen – aber ich sehe auch die fehlenden Voraussetzungen, das erfolgreich umzusetzen. Hinten mit einem jungen Spieler wie Jonas David zu arbeiten, ist mutig und gut. Aber wer hinten mutig ist, braucht anderswo etwas mehr Sicherheit. Und die hat dieser HSV aktuell nicht. Sieben Gegentore in vier Spielen sprechen da eine deutliche Sprache.
Es muss hier zusammenfinden, was zusammengehört, wenn man wieder erfolgreich Fußball spielen will. Diese Phase bietet vielleicht nicht die nötigen Erfolge, sie macht aber deutlich, was schon lange nicht mehr stimmt. Oder anders formuliert: Wenn man sich jetzt seine Schwächen deutlich vor Augen führt und sie angeht, hat man eine ehrliche Chance, hier erfolgreich zu arbeiten. „Mit den Punkten sind wir nicht zufrieden. In der Art und Weise tasten wir uns langsam heran“, sagt Walter zwar – aber mir erschließt sich daraus noch nicht, wo genau es hinführen soll. Walter weiter: „Wir müssen die Zuschauer mitnehmen, sie emotionalisieren…“
Stimmt. Ich bin mir sogar sicher, dass der HSV seine Fans nur in seine Pläne einweihen und ihnen einen plausiblen Weg aufzeigen müsste. Dann gehen die Fans diesen Weg auch mit - und das sogar ohne Pfiffe, behaupte ich. Denn eines sollte, nein: eines muss allen HSV-Fans klar sein: Geduld ist unumgänglich, wenn sich der HSV auf lange Sicht noch einmal fangen soll. Dafür hat man die Negativspirale viel zu lange wirken lassen. Und wenn der HSV es jetzt noch hinbekommt, das er seine Fans auf diesem Weg mitnimmt – es wäre ein entscheidender Fortschritt mit Kombi-Wirkung. Es könnte die Spirale nach oben werden…
In diesem Sinne, bis morgen! Dann wieder um 7.30 Uhr mit dem MorningCall.
Scholle
P.S.: Was schon lange schwelte, soll inzwischen beschlossene Sache sein: Toni Leistner soll den HSV verlassen, wie die BILD heute berichtet.
Zeig deine Farben
Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.
Shirt HAMBURG ALLSTARS
Eine Startelf aus Hamburger Legenden, großflächig auf dem Rücken.
39 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print HAMBURG ALLSTARS
Dieselbe Startelf als Fine-Art-Print — A3 oder 50 × 70.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print COMEBACK DES DINOS
Mai 2025, das 6:1 — nach sieben Jahren zurück in der Bundesliga.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print UNS UWE
Uwe Seeler nach dem verlorenen Wembley-Finale 1966.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.
Lies weiter
Meinung
HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem
Weiterlesen

Diskussion
0 KommentareDiskutier mit!
Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.
Jetzt kostenlos registrierenAnmelden