Der HSV sortiert sich - Jansen gerät zunehmend unter Druck
171 Fragen wurden mir über Instagram und per Email gestellt – und nur einen Bruchteil davon konnte ich im neuen Communitytalk bearbeiten. Zu kurz sind die 15 (in diesem Fall…

171 Fragen wurden mir über Instagram und per Email gestellt – und nur einen Bruchteil davon konnte ich im neuen Communitytalk bearbeiten. Zu kurz sind die 15 (in diesem Fall ausnahmsweise mal 16,5) Minuten. Aber: Der allergrößte Teil der Fragen drehte sich eh um eine Person: Mario Vuskovic. Vorstand Jonas Boldt will sich aktuell nicht zum Dopingverdachtsfall Mario Vuskovic äußern: „Die Lage ist für Mario und für uns alles andere als schön und klar. Bevor wir zur Thematik Stellung beziehen können oder sie gar bewerten, bedarf es noch einer großen Portion Aufklärung. Daran arbeiten wir gemeinsam mit Mario, diversen Experten und Juristen und natürlich mit dem verantwortlichen Verband“, sagte Boldt heute in einem Interview auf der Club-Homepage.
Vuskovic war bei einer Trainingskontrolle am 16. September in Hamburg durch die Nationale Anti-Doping-Agentur Nada positiv auf Erythropoetin (Epo) getestet worden. Das Ergebnis wurde am 12. November vom DFB bekannt gegeben. Der lange Zeitraum werde laut Nada für ein sorgfältiges Analyseverfahren benötigt. Die Öffnung der B-Probe soll bis Mitte Dezember erfolgen. Erst danach wird es das endgültige Ergebnis geben – und damit dann auch ein Urteil des Sportgerichts, das Vuskovic bis auf Weiteres gesperrt hat. Sollte hier kein kleines Wunder geschehen, drohen Vuskovic zwei bis vier Jahre Sperre.
Boldt sieht die HSV-Führung gut aufgestellt
Boldt selbst, der sich zuletzt zurückhaltender gegeben hatte, äußerte sich im klubeigenen Interview logischerweise nicht zu brisanten Personalien – aber er sprach über die aktuelle Vorstandskonstellation, die natürlich in diesen und den nächsten Tagen weiterhin eines der Kernthemen bleiben wird. Aktuell leitet Boldt die HSV-Geschicke nach dem Rücktritt von Thomas Wüstefeld allein. Oder wie er es formuliert: „Wir arbeiten mit einem inhaltlich und personell starken Management Board, das unter meiner Federführung die operativen Geschicke leitet und nach vorne denkt.“
Fakt ist, dass sich der Vorstand um mindestens zwei Personen verbreitern soll. Bestimmt werden diese vom Aufsichtsrat, der seinerseits in den nächsten Wochen Veränderungen erfahren soll. Heute tagte das HSV-Präsidium, dessen Präsident Marcell Jansen letztlich als Vertreter des e.V. eine Dreiviertelmehrheit mitbringt und damit die neuen Räte stellen kann. Sofern er sich intern mit seinen Präsidiumskollegen Bernd Wehmeyer und Michael Papenfuß auf die Kandidaten einigt. das wiederum scheint unwahrscheinlich.
Heute gab es dafür eine Präsidiumssitzung, auf der unter anderem darüber entschieden werden sollte, ob der Kühne-Vertraute Hans Walter Peters im Kontrollrat bleiben soll. Jansen hatte sich klar gegen Peters ausgesprochen, da dieser Aufsichtsratsinterna gezielt gestreut haben soll. Peters selbst stellt das anders dar und behauptet seinerseits, Jansen würde seine kritische Gangart nicht akzeptieren. Am Ende ist es aber auch egal, wer von beiden Recht hat, denn entscheidend wird sein, inwieweit sich der HSV auf die Wünsche Klaus Michael Kühnes einlässt, der für den Verbleib von Peters und für eine sofortige Ablösung Jansens ausgesprochen hat. Sollten sich Papanefuß und Wehmeyer gegen Jansen Entscheid stellen, wäre das ein weiterer herber Rückschlag für Jansen.
Stimmen Papenfuß und Wehmeyer gegen Jansen?
Ebenso spannend wird sein, ob und wie sich der HSV im Winter noch einmal verstärkt. Von Boldt war dazu wie gewohnt nichts Substanzielles im Vorfeld zu hören („Ich könnte jetzt viel sagen, von einer permanenten Beobachtung des Marktes sprechen, von Karussells, die plötzlich in Bewegung geraten können. Aber einfacher ist doch Folgendes: Wir sagen etwas, falls es etwas zu sagen gibt.“). Aber Fakt ist, dass der HSV mit einem langen Ausfall Vuskovics rechnen und sich dementsprechend auf der Innenverteidigerposition verstärken muss. Jonas David hatte dort zuletzt neben Sebastian Schonlau angedeutet, dass er diese Position einnehmen kann. Allerdings will man sich beim HSV darauf nicht verlassen und noch mal nachlegen. Wo noch? Im neuen Communitytalk sprechen wir drüber…
Apropos sprechen: Das haben heute auch Thomas Müller und Niclas Füllkrug getan. Bei der WM-Pressekonferenz im deutschen Quartier. Und unser Blogfreund Wolfgang war mit dabei. Seine heutige Kolumne:
Von Wolfgang Stephan
Willkommen auf dem Planeten Balla-Balla. Zwölf Tage dreht sich meine neue Welt in Katar nur um Fußball. Pressekonferenzen, Spiele live im Stadion oder am TV, dazwischen viele mit Wartezeiten verbundenen Fahrten mit den Shuttlebusen der Kataris. Und jetzt das: Der DFB-Sponsor VW lädt zu einer Bootstour auf dem Persischen Golf ein. Abfahrt 15 Uhr, was beschleunigtes Arbeiten am Morgen bedeutet.
Die Entschädigung ist grandios, denn wir starten in der Marina von The Pearl. Katarisches Highlife auf höchstem Niveau. Eine künstlich geschaffene Insel mit Protz und Prunk auf der 30 000 Menschen auf allerhöchstem Niveau leben. Unvorstellbar. In den künstlich angelegten Vierteln rund um diese Perle wurden allerlei Baustile der Welt kopiert. Apartmenthäuser im Stil der Toscana, der Provence oder Andalusiens. Nirgendwo sind die Zukunftsvisionen der katarischen Stadtplaner so verwirklicht, wie auf dieser künstlichen Perle.
Kleines Klugscheißer-Wissen: Zur Jahrtausendwende war Doha von dem Reisejournal Lonely Planet zum langweiligsten Ort der Welt ernannt worden. Doch das sollte sich schnell ändern, denn 1989 wurde gemeinsam mit dem Iran das größte Flüssiggasfeld der Welt zur Wohlstandsquelle der Kataris. Die sagenhafte Entwicklung zeigt sich am Bruttosozialprodukt, das von 7,4 Milliarden US-Dollar im Jahre 1990 auf jetzt 179,6 Milliarden US Dollar angestiegen ist. Zeitweise hatten die 300.000 Kataris (90 Prozent der Einwohner sind Ausländer) das höchste Pro-Kopf-Einkommen der Welt. Zuerst wurden Luxushotels geschaffen, um Doha in eine neue Ära des Seins zu katapultieren.
Die Bootsfahrt ist grandios, der Sonnenuntergang fantastisch, der Blick auf die Silhouette Dohas atemberaubend. Man muss das nicht mögen – aber gesehen haben. Selbst das so selten zu trinkende Bier wurde auf dem Boot zur Nebensache. Jedenfalls für mich. „Ihr könnte gerne noch in Ruhe austrinken“, hatte VW-Organisator Ingo unserer Medien-Truppe nach dem Anlegen am Pier zugerufen. „Sorry, ich muss los, ich muss sofort zum Spiel Brasilien gegen die Schweiz“, sagte ich entschuldigend.
„Du musst“, stellte Ingo mit Ausrufezeichen fest. Ja, er hatte Recht. Manchmal vergesse ich, auf welchem privilegierten Niveau ich mich bei einer Fußball-WM bewegen darf. Allein das Tor von Casemiro wäre eine bezahlte Eintrittskarte wert gewesen.
Zeig deine Farben
Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.
Shirt HAMBURG ALLSTARS
Eine Startelf aus Hamburger Legenden, großflächig auf dem Rücken.
39 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print HAMBURG ALLSTARS
Dieselbe Startelf als Fine-Art-Print — A3 oder 50 × 70.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print COMEBACK DES DINOS
Mai 2025, das 6:1 — nach sieben Jahren zurück in der Bundesliga.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print UNS UWE
Uwe Seeler nach dem verlorenen Wembley-Finale 1966.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.
Lies weiter
Meinung
HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem
Weiterlesen

Diskussion
0 KommentareDiskutier mit!
Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.
Jetzt kostenlos registrierenAnmelden