Der HSV sollte auf der Außenbahn nachlegen
Dank unseres Freundes Wolfgang Stephan nehmen wir nun doch ein wenig am Trainingslager teil. Gestern mit einem schönen Bericht von der Trainerrunde in Sotogrande, für den ich…

Dank unseres Freundes Wolfgang Stephan nehmen wir nun doch ein wenig am Trainingslager teil. Gestern mit einem schönen Bericht von der Trainerrunde in Sotogrande, für den ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken möchte. Dass HSV-Coach Tim Walter in diesem Bericht darüber spricht, furchtlos zu sein, keine Zeitungen zu lesen und auch sonst keine Trainerdiskussion wahrzunehmen, ist völlig normal. Was soll er denn sonst sagen? Soll er sich noch einmal intensiv öffentlich damit auseinandersetzen und das Thema befeuern? Nein! Walter tut gut daran, sich auf die nächsten Tage, Wochen und Monate zu konzentrieren. Und wir auch.
Denn Fakt ist, dass der HSV den Weg mit Walter weitergeht und es jetzt nur noch darum gehen kann, wie sich der HSV für die Rückrunde aufstellt. Sportlich bereiten Walter und Co. die Spieler aus dem aktuellen Kader darauf vor. Personell basteln der Trainer sowie die sportlich Verantwortlichen Claus Costa und Jonas Boldt an potenziellen Neuzugängen. Ein Innenverteidiger, ein Außenbahnspieler – und inzwischen auch eine echte Sechs werden gesucht.
Ich habe mich mit Prof-Analyst Mats Beckmann (createfottball.com) über die Hinrunde, Stärken und Schwächen sowie über das Personal unterhalten. Das Video ist etwas weiter oben hier eingestellt. Mats hat dabei seine Daten zugrunde gelegt und hat Ideen, wie, wo und mit wem man dem HSV in der Rückrunde helfen kann, damit dieser endlich sein Dauerziel Wiederaufstieg verwirklichen kann. Da er zwei Namen explizit nennt, habe ich Euch diese beiden einmal bei Transfermart.de rausgesucht und hier reingestellt. So wisst Ihr, wen Mats meint:
- Der schwedische U21-Nationalspieler Emil Hansson. Offensiv vielseitig, aber vorrangig auf der linken Außenbahn zuhause.
- https://www.transfermarkt.de/emil-hansson/profil/spieler/276002
- Der ehemalige nigerianische Juniorennationalspieler Ibrahim Said ist offensiv auch auf allen Positionen eingesetzt (abgesehen vom Mittelstürmer), spielt aber vorrangig Rechtsaußen
- https://www.transfermarkt.de/ibrahim-said/profil/spieler/718318
In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Abend!
Scholle
Anbei noch ein Text von meinen Kollegen der dpa zum Tod von Franz Beckenbauer. Mit einer sehr schönen Idee, wie ich finde...

Ruhe in Frieden, Kaiser!
Von Manuel Schwarz und Martin Moravec (dpa)
Es ist die Zeit des Abschiednehmens. Franz Beckenbauer soll aber nie vergessen werden. Wird der DFB-Pokal zu seinen Ehren umbenannt? Die Trauerfeier für den "Kaiser" soll unvergleichlich werden.
München - An der Säbener Straße steht eine Trauerkerze neben einem kleinen Strauß rot-weißer Rosen. Noch am Abend der Todesmeldung von Franz Beckenbauer hat jemand das Arrangement vor die Geschäftsstelle des FC Bayern München gelegt. Unweit davon, am Geburtshaus des größten deutschen Fußballers im Stadtteil Giesing, liegt am Dienstagmorgen ein Zettel auf dem Gehweg. „Danke Franz!“, heißt es dort.
Dass die Legende Beckenbauer im Alter von 78 Jahren gestorben ist, können viele an diesem bitterkalten Januarmorgen in München nicht fassen. Weltweit verneigen sich Weggefährten, Prominente und Fans vor einem der bedeutendsten Fußballer der Historie.
Der FC Bayern plant einen ganz besonderen Abschied
Am Abend gab der FC Bayern bekannt, dass er am 19. Januar ab 15.00 Uhr eine große Gedenkfeier für Franz Beckenbauer in seiner Allianz Arena - in der mehr als 75 000 Trauergäste passen - veranstalten werde. Die Münchner laden demnach „Freunde und Wegbegleiter aus dem nationalen wie internationalen Sport, der Kultur und Politik sowie generell alle Fans und die gesamte Fußballfamilie ein, sich in einem besonderen, emotionalen Rahmen vom unvergesslichen ‚Kaiser‘ zu verabschieden“.
Unbekannt waren zunächst auch die Planungen der Familie Beckenbauer für Trauerfeiern und Beisetzung des als „Lichtgestalt» verehrten Ex-Fußballers. Beckenbauer war am Sonntag gestorben, wie die Angehörigen am Montag bekannt gaben.
Der Franz-Beckenbauer-Pokal?
Eine besondere Ehrerbietung schlug Berti Vogts vor, der an Beckenbauers Seite unter anderem Welt- und Europameister geworden war. „Es ist wichtig, dass sein Name nicht in Vergessenheit gerät bei den folgenden Fußballer-Generationen. Vielleicht sollte man beim DFB darüber nachdenken, zum Beispiel den DFB-Pokal nach Franz Beckenbauer zu benennen“, sagte der 77-Jährige der „Rheinischen Post“.
Der frühere Profi und Bundestrainer erntete dafür sogleich Zustimmung: Olaf Thon, der unter Coach Beckenbauer1990 den WM-Pokal in die Höhe stemmen durfte, nannte Vogts' Vorschlag im Bayerischen Rundfunk „schon mal eine nicht so schlechte Idee“. Der einstige Bremer Manager Willi Lemke meinte bei „Welt TV“ über die DFB-Pokal-Idee: „Fußballdeutschland würde das sehr gut finden.“ Der Vorschlag sei auf jeden Fall angemessen. Zustimmung gab es auch von Jürgen Kohler und Reiner Calmund.
Trauerflor beim Training
Der Deutsche Fußball-Bund wollte sich zu der Idee zunächst nicht äußern. Grundsätzlich wolle sich der DFB zeitnah Gedanken machen, wie man das Leben und Wirken von Franz Beckenbauer würdigen könne. Wie ein DFB-Sprecher in Frankfurt/Main sagte, sei momentan aber die Zeit des Trauerns und des Abschiednehmens. Man werde mit Beckenbauers Familie und dem FC Bayern München Gespräche über das weitere Vorgehen führen.
Trainer Thomas Tuchel und die Münchner Profis trugen während des Dienstagstrainings Trauerflor im Gedenken an den Ehrenpräsidenten. Sie posierten außerdem mit einem aktuellen FCB-Jersey mit einem „Danke Franz“-Aufdruck sowie einem Original-Trikot des früheren Ausnahmefußballers, das er am 26. Juni 1965 in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga beim historischen 8:0-Sieg gegen Tennis Borussia Berlin getragen hatte.
Eine Postkarte vor Beckenbauers Geburtshaus
Im Münchner Stadtrat wurde am Dienstag ein Antrag an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) eingereicht, eine Straße nach Beckenbauer zu benennen. Im Rathaus lag ein Kondolenzbuch aus, ein weiteres Buch der Staatskanzlei wird von Mittwoch an in der Residenz ausliegen. Vor dem Testspiel von Borussia Dortmund im spanischen Marbella gegen Standard Lüttich wurde eine Gedenkminute abgehalten. Auf der Allianz Arena soll in den nächsten Tagen der Schriftzug „Danke Franz“ erstrahlen.
Franz Beckenbauer hatte während seiner Karrieren als Spieler und Trainer unzählige Fußball-Fans begeistert und bewegt. „Danke, dass ich aufwachsen durfte in einem fußballverrückten Land, in dem die Menschen Strahlen in den Augen hatten, wenn sie von der Nationalelf erzählten...“, schrieb jemand auf die Rückseite einer Postkarte, die vor dem Geburtshaus in der Zugspitzstraße neben gelben Rosen lag.
„Du warst für uns immer eine Lichtgestalt“
Als Organisationschef der Heim-WM 2006 war er für viele mitverantwortlich für ein historisches „Sommermärchen“ - auch wenn Enthüllungen im Zusammenhang mit der Vergabe darüber später einen kleinen Schatten auf das Turnier und die Rolle Beckenbauers warfen.
Nach der Nachricht über den Tod des „Kaisers“ blickten Mitspieler, Freunde und Begleiter voll Dankbarkeit und Ehrfurcht zurück. „Ich werde Dich niemals vergessen - als Teamkollege, Sportsmann und vor allem als Mensch. Du warst ein Popstar des deutschen Fußballs. An Deiner Eleganz auf dem Platz kann sich jeder Fußballer eine Scheibe abschneiden. Du bist nie abgehoben, sondern bist immer ein Mann des Volkes geblieben“, schrieb etwa Torhüter-Ikone Sepp Maier (79) in einem Abschiedsbrief bei Sport1. „Du warst für uns immer eine Lichtgestalt, die leuchtet ab jetzt von oben.“
Beckenbauer, Pelé und Maradona im Himmel
Für Andreas Brehme (63) war Beckenbauer «einer der großzügigsten und herzlichsten Menschen, die ich kenne». Der Siegtorschütze des WM-Finales von 1990 sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Ich denke, im Himmel wird er mit Pelé und Maradona ein magisches Dreieck gründen.»
Jürgen Klinsmann schrieb bei X (einst Twitter), er sei Beckenbauer „für immer unendlich dankbar“ für alles, was er für den Fußball getan habe. „Als Spieler, als Teamchef, als Präsident, als großes Vorbild mit Deinem einzigartigen Charme, Deiner Leichtigkeit und Lebensfreude. WE MISS YOU!“ Und der frühere DFB-Präsident Wolfsgang Niersbach meinte im Online-Portal „ran.de“: „Keine deutsche Persönlichkeit war wohl so bekannt und anerkannt in der Welt wie Franz.“
Anbei findet Ihr noch einige Reaktionen der ausländischen Presse auf den Tod Beckenbauers.
The Telegraph: „Franz Beckenbauer: Ein bahnbrechender Innenverteidiger und der beste Denker des Fußballs. Mit dem Tod des großen westdeutschen Kapitäns verliert der Fußball den letzten Vertreter einer Generation von Spielern, die zu weltweiten TV-Superstars wurden“
The Guardian: „Franz Beckenbauer war der vollkommene Fußballer und ein siegreicher Trainer (...) Er hatte einen der besten und unverwechselbarsten Spitznamen aller Zeiten, und wie bei seinem Zeitgenossen, Eddy ‚The Cannibal‘ Merckx im Radsport, passte sein Spitzname "Der Kaiser" perfekt zu ihm und diente dazu, ihn im Voraus vorzustellen.“
The Sun: „DER KAISER Franz Beckenbauer war eine deutsche Fußballmaschine, deren Schandfleck abseits des Platzes seine Größe auf dem Spielfeld nicht überschatten konnte.“
Daily Mail: „Die meisten, die ihn gut kannten, werden sich an seine Exzellenz auf dem Spielfeld erinnern, an die überragende fußballerische Intelligenz, an die Eleganz, mit der er sich bewegte, die Freuden seiner Gesellschaft und das unschätzbare Wissen, das wir aus Gesprächen mit ihm schöpften.“
Spanien:
AS: „Er war ein Fußballspieler, der den Ball mit Leichtigkeit kickte und fast aufreizend elegant aussah. Das Spiel von hinten begann mit ihm und er machte es salonfähig, mit Bayern und Deutschland, die in der ersten Hälfte der 1970er Jahre alle hinter sich ließen. Später feierte er als Trainer Triumphe. Er war Weltmeister nicht nur auf dem Rasen, sondern auch außerhalb im Anzug so wie die Zagallo und der Franzose Deschamps.“
Marca: „Es hat nie einen anderen wie ihn gegeben, weder vorher noch nachher. Die Figur des ewigen Kaisers ist unvergleichlich.“
Mundo Deportivo: „Der Kaiser", ein grenzüberschreitendes Idol mehrerer Generationen und ein Fußballer, dem alle nacheifern wollten.
Niederlande:
De Volkskrant: „Der Beiname von Franz Beckenbauer sagt alles über seinen Status: Der Kaiser. Der Kaiser, weil er der Chef war, der Anführer. Er liebte Macht und besaß die Gabe des Wortes. Er teilte und herrschte als Fußballer und später in seiner Laufbahn als Nationaltrainer und Funktionär.“
De Telegraaf: „Diese Klasse, verbunden mit dem Respekt, den er anderen immer bewies, machte Beckenbauer auch in den Niederlanden zu dem beliebtesten deutschen Fußballer nach dem Zweiten Weltkrieg. Hinzu kamen noch seine Leistungen als Trainer.“
Frankreich:
Le Parisien: „Franz Beckenbauer wird für immer in die Kategorie der unsterblichen Persönlichkeiten des Sports gehören.“
Italien:
La Repubblica: „Abschied von Franz Beckenbauer, einer der wenigen Spieler aus der Vergangenheit, die im heutigen Fußball nicht fehl am Platz wären.“
La Gazzetta dello Sport: „Er war wahrscheinlich der beste Libero in der Geschichte des Fußballs, nachdem er seine Karriere als Mittelfeldspieler begonnen hatte.“
Österreich:
Kronen Zeitung: „Seinen Spitznamen bekam die deutsche Fußball-Legende, die als Spieler und Trainer Weltmeister wurde, übrigens in Wien verpasst! Passiert ist es 1971: Im Rahmen eines Freundschaftsspiels der Bayern gegen die Austria war Beckenbauer neben der Büste von Kaiser Franz Joseph I. fotografiert worden.“
Kurier: „Franz Beckenbauer ist tot: Der Fußball hat seinen Kaiser verloren.“
Schweiz:
Blick: „Ein Schock für Freunde, Bekannte und Fans.“
Tages-Anzeiger: „Er brachte den Deutschen Erfolg und Eleganz. Bei jeder Heldengeschichte in der Hauptrolle: Franz Beckenbauer gelang spielend alles. In seiner Leichtigkeit war er der Deutsche, den es eigentlich nicht gibt.“
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