Spielbericht

Der HSV siegt souverän 3:0 gegen Nürnberg

Ich habe es lange gefordert - und ich habe es heute bekommen: Einen richtig souverän herausgespielten, langweiligen 3:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg. Endlich ein Spiel, in dem…

Der HSV siegt souverän 3:0 gegen Nürnberg

Ich habe es lange gefordert - und ich habe es heute bekommen: Einen richtig souverän herausgespielten, langweiligen 3:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg. Endlich ein Spiel, in dem man zu keiner Zeit das Gefühl haben musste, dass sich das Spiel drehen könnte. Im Gegenteil: Heute war sogar ein noch höherer Sieg drin. Aber: Ich bin sehr zufrieden mit der stabilen Defensive, dem zweikampf- und laufstarken Mittelfeld und einem immer beweglichen Sturm. Ebenso wie ich dürften dien57.000 Zuschauer im ausverkauften Volksparkstadion zufrieden sein - und wiederkommen. Unter den Zuschauern war heute übrigens Mario Vuskovic, der sich weiter dem Dopingprozess und ihn stellen musste, heute aber vom gesamten Stadion gefeiert wurde. Erst, als Torschütze Jean-Luc Dompé sein Trikot nach dem 1:0 hochhielt. Und dann auch noch einmal nach Schlusspfiff.

Ergo: Ein rundum gelungener Nachmittag im Volksparkstadion, wie auch Trainer Tim Walter im Nachgang befand: „Wir haben drei schöne Tore geschossen, speziell der Freistoß war natürlich Sahne. Aber ich möchte vor allem ein spezielles Lob an unsere Defensive aussprechen. Ferro hat wieder zu Null gespielt, zudem haben wir keine Chancen zugelassen und sehr konzentriert und gut verteidigt, auch im Pressing. Insofern ist dieser Sieg natürlich hochverdient, wobei das dritte Tor aus meiner Sicht schon deutlich früher hätte fallen können. Aber ich bin sehr zufrieden mit den Jungs, die Mannschaft hat sich deshalb morgen einen freien Tag verdient.“

DIE EINZELKRITIK:

DANIEL HEUER FERNANDES: Tadellos, auch wenn er wenig gefordert wurde. Aber allein die Tatsache, dass er mal wieder zu Null gespielt hat, ist Belohnung genug für ihn. Note: 2

NOAH KATTERBACH (bis 90.): Er kann es sicherlich noch besser. Aber fürs erste Spiel – und dann auch noch auf der etwas ungewohnten rechten Verteidigerposition. „Wenn ich mir einen Spieler malen könnte, der im Winter dazukommt, dann wäre es Noah“, sagte Trainer Tim Walter auf der Pressekonferenz und lobte seinen Zugang: „Er hat alles so gemacht, wie bich es mir von ihm erhofft und erwartet hatte.“ Stimmt. Ordentliches Starfelfdebüt. Note: 3

WILLIAM MIKELBRENCIS (ab 90.): Durfte mal wieder etwas Stadionatmosphäre vom Rasen aus schnuppern.

SEBASTIAN SCHONLAU: Heute stimmte es einfach. Das Zusammenspiel mit dem deutlich verbesserten Jinas Meffert und vor allem auch mit seinem Innenverteidiger-Kompagnon Jonas David. Das lag definitiv auch daran, dass der HSV früh presste und lange Zeit in der eigenen Abwehr gar nicht gefordert wurde. Aber wenn etwas durchkam, war er da. Note: 2

JONAS DAVID: Das war wieder ein Schritt nach vorn. Stabil im Zweikampf und ohne große Fehler. Bis auf einmal stand er immer gut. Daher heute auch eine gute Note: 2

MIRO MUHEIM: Was für ein unglaublich entspannter Nachmittag für den Linksverteidiger, der in der zweiten Hälfte immer wieder auch mit Katterbach die Seiten wechselte. Aber insgesamt musste er nicht viel ausstehen und hätte für meine Begriffe noch etwas mehr nach vorn machen können. Aber: Das ist Meckern auf hohem Niveau. Note: 3.

JONAS MEFFERT: Das ist der Organisator wieder! Hatte heute im Zentrum alles im Griff, war extrem präsent, foulte schlau, gewann und verteilte die Bälle geschickt. Dank seiner Orga durfte die HSV-Abwehr heute durchatmen. Note: 2

LUDOVIT REIS: Er durfte heute in der ersten Halbzeit mal etwas durchschnaufen, weil seine Kollegen alles im Griff hatten. In der zweiten Halbzeit wurde er dann auch noch stärker und traf nicht nur, sondern leitete einige gefährliche Angriffe ein. Bei ihm kann ich irgendwie gar nicht mehr anders als: Note: 2

BAKERY JATTA (bis 89.): Dass er von Beginn an spielte, war gut und richtig. Er duellierte sich mit dem ebenfalls pfeilschnellen Ex-Kollegen Jan Gyamerah und beide neutralisierte sich in vielen Phasen – aber eben nicht in allen. Denn immer wieder brach er durch, flankte und war wie in den Wochen vor dem Zuspätkommen auch ein Unruheherd für den Gegner. Note: 3

ANDRAS NEMETH (ab 90.): Dabei.

LASZLO BENES (bis 84.): Es gefällt mir, dass er immer weiter Vollgas geht. Auch, wenn er am Ball sicher noch viel mehr kann und wir uns von ihm auch noch deutlich mehr erwarten dürfen, war er sehr wichtig heute. Denn das, was ihm spielerisch fehlte, machte er mit viel Fleißarbeit wett. Er war ständiger Antreiber des hohen Pressings, was der HSV heute von der ersten Sekunde an spielte. Note: 3

SONNY KITTEL (ab 85.): Durfte sich die Siegprämie abholen.

JEAN-LUC DOMPÉ (bis 84.): Er leitete den Sieg mit dem gezogenen und dann auch noch selbst verwandelten Freistoß ein, baute den Vorsprung per Vorlage zum 2:0 aus und sorgte mit seiner Trikotaktion (er hielt ein Trikot mit der Nummer 44 von Mario Vuskovic hoch und sorgte damit für viel Jubel unter den 57.000 Zuschauern, der dem im Stadion anwesenden Kroaten sicher sehr gefreut haben dürfte) für einen Gänsehautmoment. Wobei, selbiges schaffte er auch spielerisch. Das war stark! Note: 1

Das Tor zum 1:0 Tor, v.l. Torschuetze Jean-Luc Dompe (HSV), Jan Gyamerah, Christopher Schindler, Florian Huebner, Florian Flick (Nuernberg)

RANSFORD YEBOAH KÖNIGSDÖRFFER (ab 84.): Er kam, gab Gas, und er traf. Mal wieder. Viel mehr kann er nicht machen, um sich für die Startelf zu empfehlen. Dass er dort aktuell nicht gesetzt ist, liegt also nicht an seinen Leistungen – sondern an den guten Leistungen seiner direkten Konkurrenten. Eine Situation, die vielleicht bitter für ihn ist – aber auch die beste Situation, die sich sein Trainer wünschen kann. Weil er heute zudem den ersten Kontakt perfekt umsetzte, bekommt er eine Bewertung. Note: 2

ROBERT GLATZEL (bis 90.): Er traf – und ich finde es überhart, diesen Treffer wieder einzukassieren. Aber so ist es leider. Er arbeitete wie immer 90 Minuten intensive – belohnte sich leider nicht mit einem zählenden Treffer – aber allemal mit einer sehr ordentlichen Partie. Note: 3

FILIP BILBIJA (ab 90.): Dabei. Mehr nicht.

DAS SPIEL IN ZAHLEN:

HSV: Heuer Fernandes - Katterbach (90.+4 Mikelbrencis), David, Schonlau, Muheim - Reis, Meffert, Benes (85. Kittel) - Jatta (89. Nemeth), Glatzel (90.+4 Bilbija), Dompe (84. Königsdörffer)

1. FC Nürnberg: Vindahl - Castrop (65. Lohkemper), Hübner, Schindler, Gyamerah - Tempelmann, Flick, Nürnberger (81. Geis), Duman (75. Daferner), Möller Daehli - Duah

Tore: 1:0 Dompé (19.), 2:0 Reis (52.), 3:0 Königsdörffer (90.+5)

Zuschauer: 57.000

Schiedsrichter: Tobias Reichel (Stuttgart)

Gelbe Karten: Meffert, Jatta/ Nürnberger

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