Analyse

Der HSV schwört sich auf Malle ein - und das ist gut so...!

Der H SV hat im Kurztrainingslager auf Mallorca bei strahlendem Sonnenschein seine erste Trainingseinheit absolviert. Auf dem Gelände von RCD Mallorca musste Trainer Merlin…

Der HSV schwört sich auf Malle ein - und das ist gut so...!

Der H SV hat im Kurztrainingslager auf Mallorca bei strahlendem Sonnenschein seine erste Trainingseinheit absolviert. Auf dem Gelände von RCD Mallorca musste Trainer Merlin Polzin auf Immanuel Pherai und Dennis Hadzikadunic verzichten. Pherai blieb mit Fieber im Hotel, Hadzikadunic verfolgte das Training vom Seitenrand. Der Abwehrspieler hatte sich beim 0:0 gegen die SV Elversberg die Schulter ausgekugelt. Doch der erste Eindruck war sehr positiv. Coach Merlin Polzin über die intensive Einheit am Montag: „In unserer Trainingsstruktur war das der Reinkomm-Tag. Da brauchst du nach einem freien Tag eigentlich Zeit, musst wieder in Bewegung kommen, und es ist ein bisschen schläfrig alles. Heute war das definitiv nicht so.“

Als Gründe dafür nannte er auch die Sonne, die sommerlichen Temperaturen sowie das feine Geläuf des RCD Mallorca, auf dessen Anlage sich der HSV eingebucht hat. „Da haben die Sonne und der Platz dazu beigetragen, dass wir viel Energie hatten, dass es richtig geil war. Das hat mir gut gefallen. Und das wird morgen noch knackiger.“

Ist das Trainingslager sinnvoll? Ja, so auf jeden Fall!

Ich weiß, dass viele über die Sinnhaftigkeit dieses Trainingslagers diskutieren. Auch ich habe in unserer Montagsanalyse unseren Experten und Ex-Profi Stefan Schnoor gefragt. Seine Antwort sowie seine Begründung waren eindeutig positiv, wie ihr im Video sehen und hören könnt. Und auch mich hat er überzeugt, zumal ich weiß, dass das Trainerteam derlei Maßnahmen immer wieder ergreift, um die Mannschaft enger zusammenzuführen. Das kommt intern sehr gut an. „Wir wollen bewusst aus dem Trainingsalltag in Hamburg raus und uns mit intensiven und fokussierten Einheiten auf den Endspurt einstimmen sowie an zahlreichen Details arbeiten“, hatte Polzin vor dem Abflug gesagt. „Dazu werden wir auch bewusst viel Zeit miteinander verbringen, um als Team noch enger zusammenzurücken.“

Und genau das passierte auch gleich heute. Am freien Nachmittag setzten sich die Führungsspieler zusammen und besprachen sich. Mit dabei: Kapitän Sebastian Schonlau, seine Vizes Ludovit Reis und Jonas Meffert, Daniel Elfadli, Miro Muheim, die Stürmer Robert Glatzel und Davie Selke sowie die Torhüter Daniel Heuer Fernandes und Tom Mickel. Mittelfeldmann Reis über die Versammlung der Führungsspieler: „Wir reden über unsere Details, was wir besser machen müssen oder auch was schon gut war. Das gibt uns ein gutes Gefühl und hilft uns.“ Vor allem tun sie das proaktiv, was dem Ganzen noch mal ein Stück weit mehr Substanz verleiht.

„Solche Trainingslager waren bei uns früher gang und gäbe“, sagt Schnoor in der Spieltags-Analyse heute. Und im Gespräch verriet er mir, dass solche Trainingslager immer auch dafür genutzt wurden, mannschaftsintern Themen anzusprechen und gegebenenfalls zu klären – genau wie heute beim HSV. Und das gefällt mir. Sehr sogar.

Was passiert in der Causa Selke?

Ebenfalls ein Thema sein wird der neue Vertrag von Davie Selke, der heute auf dem Trainingsplatz immer wieder Kommandos gab und seine Mitspieler animierte, mehr zu geben. Zu den offenbar nicht gänzlich einfachen Verhandlungen machen beide Seiten gute Miene, wie auf dem Bild zu erkennen ist. Und so sehr ich mich auch bei Selkes Verpflichtung geirrt habe, so sicher bin ich mir, dass er aktuell einer der wichtigsten Spieler im Team ist – auf und neben dem Platz. Sollte er daraus aber unmittelbar einen übermäßigen Vorteil ziehen wollen, würde das meinen positiven Eindruck ein Stück weit relativieren.

Denn: So gut wie möglich zu verhandeln, ist das eine – das ist legitim. Allen zu erzählen, was für eine Herzensangelegenheit der HSV schon geworden ist, und parallel das Gehalt fast verdoppeln zu wollen, ist dagegen etwas anderes. Zumal sich bei Selke wie bei den allermeisten HSV-Spielern die Frage stellt, ob sie für einen etwaigen Aufstieg auch noch die richtigen sind. Denn eines ist klar: Verträge in Richtung der zwei Millionen Euro kann niemand für einen Verbleib in der Zweiten Liga ernsthaft fordern. Aber diese Personalie diskutieren wir gern ausführlich, wenn wir belastbare Zahlen haben. Aktuell wird in der Causa Selke definitiv noch zu viel spekuliert…

In diesem Sinne euch allen jetzt erst einmal einen schönen, erfolgreichen Start in die Woche!

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