Der HSV muss warten
Ich gebe zu, dass es mich trotz allem noch immer irritiert, mit welcher Inbrunst hier einige darauf reagieren, wenn man mal deutlich macht, welcher Handicaps aktuell eine…

Ich gebe zu, dass es mich trotz allem noch immer irritiert, mit welcher Inbrunst hier einige darauf reagieren, wenn man mal deutlich macht, welcher Handicaps aktuell eine optimale Vorbereitung bzw. Kaderplanung verhindern. Dabei wird dieses von mir gestern beschriebene Szenario selbst HSV-intern nicht mal dementiert. Im Gegenteil: Es wird intern sogar ganz offen diskutiert und gemahnt. Nur unter einigen HSV-Fans will man es nicht wahrhaben. Fakt ist jedenfalls: Diese Unruhe den Medien in die Schuhe zu schieben ist in ungefähr so richtig, wie Helene Fischer den verpassten WM-Titel 2018 anzulasten. Aber weiter und näher darauf einzugehen würde an dieser Stelle nicht allzu viel Sinn ergeben, da es sich nicht um eine faktenorientierte Diskussion handelt, sondern um eine emotionale. Da ist sowas nicht nur bei MoinVolkspark so….
Eines ist bei MoinVolkspark gerade so, dass wir es nicht repariert bekommen: Die Anmeldung. Zuletzt erreichten mich immer wieder Emails, dass die Anmeldungen vom Ablauf her funktionierten, letztlich aber die Anmeldung an sich nicht stattfand – was das ganze Prozedere ad absurdum führte. Parallel hierzu sind einige bereits registrierte User und Userinnen nur noch auf einem Teil ihrer Geräte oder sogar gar nicht mehr in der Lage, sich anzumelden. Janik hat sich diesem Thema schon angenommen und auch Kontakt zu den entsprechenden Leuten aufgenommen, die es wissen sollten. Wir hoffen, dass sich das Problem im Laufe dieser Woche noch fixen lässt. Bis dahin habt bitte noch ein wenig Geduld und verzeiht mir, dass ich nicht jedem einzelnen von Euch geantwortet habe. Ich hatte gehofft, früher mit besseren Nachrichten kommen zu können.
Kittels Abgang ist nachvollziehbar - aber er wiegt schwer
Noch etwas zu wenig gute Nachrichten gibt es derzeit auch beim HSV. Sonny Kittels Abgang Richtung USA soll sich finalisieren, wie die Kollegen der BILD berichten und ich frage mich, wer die Rolle von Kittel übernehmen soll. Denn bei aller völlig berechtigten Kritik muss der HSV sicherstellen, dass man die mit Kittel abwandernden Scorerpunkte abgefangen bekommt. Mit Robert Glatzel ist der Abgang von Simon Terodde mMn gut abgefangen worden. Ganz federt man so einen Verlust nie ab. Das wird wahrscheinlich auch nicht 1:1 bei Kittel funktionieren. Denn erschwinglich für einen Zweitligisten sind solche Potenziale eben nur, wenn sie bis dato gänzlich unentdeckt geblieben waren.
Oder eben, wenn man zugleich auch Kompromisse eingeht – bei Kittel waren es die schon sehr früh in der Karriere beschädigten Knie und seinen Launen. Wären die nicht gewesen, hätte Kittel den Weg zum HSV aller Wahrscheinlichkeit nie gefunden, sondern wäre irgendwo in der ersten Liga. Und trotz aller Kritik, die ich teile, bleibe ich dabei, dass Kittel nicht zuletzt dank seiner 63 Torbeteiligungen in insgesamt 104 Spielen dem HSV maßgeblich dazu verholfen hat, immer oben mitzuspielen. Kittels Abgang wiegt schwer! Und er stellt die HSV-Kaderplaner unter einen nicht zu unterschätzenden Handlungszwang.
Fakt ist zudem auch, dass der HSV mehr Zuverlässigkeit. Sehr viel mehr. Der HSV muss in der neuen Saison über den allergrößten Teil der Saison konstant ans Limit kommen, um endlich das zu schaffen, wovon man seit dem Abstieg träumt. Und dafür muss kadertechnisch noch einiges passieren. Laszlo Benes soll einer der Kandidaten sein, die Kittels Abgang kompensieren sollen. Der 24 Jahre junge zentrale Mittelfeldspieler steht allerdings noch bis 2024 bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag und hat laut „Transfermarkt.de“ einen Marktwert von rund drei Millionen Euro. Hier scheint maximal ein Leihgeschäft möglich. Meine Meinung: Sollte man dazu eine realistische Kaufoption heraushandeln können, wäre es ein sicher guter Deal. Gleiches gilt für Ransford-Yeboah Königsdörffer, dessen Entscheidung pro HSV wohl gefallen sein soll und den der HSV verpflichten will. Auch bei ihm müssen die finanziellen Rahmendaten erst noch stimmen.
Königsdörffer soll kommen - und alle warten auf Vagnoman
Von HSV-Seite gibt es derzeit wenig bis keine Auskünfte zu potenziell Neuen. Dafür ist zu hören, dass der HSV zuerst Abgänge monetarisieren muss, um weitere Neue zu holen. Zur Erinnerung: Der HSV hat schon mehr als 5 Millionen Euro im Vorgriff auf die neue Saison ausgegeben. Geld, das erst einmal wieder reingeholt werden muss, womit wir noch einmal zu Kittels geschätzter Einer Millionen Ablösesumme und Josha Vagnoman kommen. Letztgenannter genießt gerade seinen Urlaub und soll planmäßig am 28. Juni erst zur Mannschaft stoßen. Intern allerdings hoffen viele, dass es dazu nicht mehr kommt und man den jungen U21-Nationalspieler teuer verkaufen kann.
Wobei teuer in diesem Zusammenhang sehr relativ ist. Denn nachdem man vor einem Jahr noch mit rund acht Millionen Euro Ablöse rechnete, scheint der Markt aktuell eher einen Maximalpreis von vier bis sechs Millionen Euro herzugeben. Ein Preis, für den ich den Rechtsverteidiger nicht gehen lassen würde. Zumindest nicht ohne eine erhebliche Beteiligung an einem Weiterverkauf. Aber: So schlau sind die HSV-Verantwortlichen allemal selbst…
Was wir aber sehen, ist, dass neben dem selbst provozierten internen Stillstand auch aus finanziellen Gründen gerade einiges stockt bzw. sich staut. Und für alle, die sich gestern so geärgert haben: Der Druck auf die Verantwortlichen nimmt jedes Jahr von Tag zu Tag zu, je näher man dem Saisonstart kommt. Und das ist in diesem Jahr zweifellos nicht anders. Im Gegenteil: Es ist diesmal ob der veränderten Voraussetzungen noch ein Stück weit enger.
In diesem Sinne, bis morgen. Ich wünsche Euch allen einen schönen Dienstagabend und uns allen ein schönes, spannendes Länderspiel.
Bis dahin,
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