Der HSV muss seine Strukturen überarbeiten
Es ist nicht immer leicht, den HSV sympathisch zu finden. Und trotzdem interessiert mich dieser eine Klub am Ende immer mehr als fast alle anderen. Natürlich abgesehen von…

Es ist nicht immer leicht, den HSV sympathisch zu finden. Und trotzdem interessiert mich dieser eine Klub am Ende immer mehr als fast alle anderen. Natürlich abgesehen von meinem meinen Heimatverein Niendorfer TSV, denn den sehe ich selbstverständlich noch ein Stück weit vor dem HSV. Dennoch, dieser HSV hat in den letzten Jahren viele Misserfolge mit sich gebracht, die so vorhersehbar waren, dass man sich darüber nur ärgern konnte – und teilweise auch noch kann. Zu lesen, dass man in einer Phase der Umstrukturierung immer wieder von einer zu hohen Erwartungshaltung spricht, auf der anderen Seite aber mal wieder auf einen Mentaltrainer verzichtet – es erschließt sich mir nicht.
Denn diese Option ist kostentechnisch keine große Belastung – birgt aber immerhin die Chance, dass man seinen jungen Spielern, auf die man in den nächsten Monaten setzen muss (und das ja auch will!), eine wichtige Hilfe anbietet. Um es noch einmal ganz klar zu formulieren: Ein Mentaltrainer ist für nichts eine Garantie – aber für vieles eine Option. Er macht nichts kaputt, er bringt nichts durcheinander. Allein wenn man ihn gar nicht erst anbieten kann, weiß man von vornherein, dass es auf dieser Seite keine Hilfe gibt.
Und ohne einem Tim Walter zu nahe zu treten: Sein Klartext ist super. Sein klarer Leistungsanspruch ist eine gute Orientierung für seine teilweise noch sehr unerfahrenen Spieler. Aber er ist eher nicht der Typ, zu dem die Spieler gehen und über mentale Probleme sprechen, wenn sie sich überfordert fühlen. Ebenso wenig wie ein Dieter Hecking und viele andere. Daher auch hier: Ein Mentaltrainer als Ergänzung MUSS nicht helfen, könnte aber. Und deshalb bleibe ich dabei: Bis auf wenige Ausnahmen auf einen Mentaltrainer zu verzichten war in den letzten Jahren schon falsch. Dieses Jahr ist es sogar noch falscher…
Aber um dieses Thema auch wissenschaftlich einmal etwas aufzuarbeiten, habe ich unseren Blogfreund Dr. Olaf Ringelband gebeten, seine Sicht auf diese Thematik einmal niederzuschreiben. In aller Regel weiß er es nämlich besser. Besser als ich und besser als die allermeisten anderen hier. Und wer sich seinen folgenden Artikel durchliest, der weiß auch, warum ich so viel Wert auf Olafs sachliche, fachliche Sicht lege. Vor allem weiß man nach dem Lesen dieses Artikels, was ein Mentaltrainer überhaupt bedeutet. Aber lest selbst:
Braucht der HSV eine/n MentaltrainerIn?
Ich möchte die augenblickliche Diskussion um die Frage, ob der HSV eine/n MentaltrainerIn braucht oder darauf verzichten kann, dafür nutzen, einmal genauer zu beschreiben, wie Fußballvereine von mentalem Training profitieren können, um erfolgreicher zu werden. Außerdem möchte ich erklären, was ein/e MentaltrainerIn überhaupt macht.
Mentaltraining – Fitness für den Kopf
Jede/r weiß, dass „Übung den Meister macht“. Je häufiger man bestimmte Abläufe wiederholt, desto eher „sitzen“ sie. Deshalb trainieren SportlerInnen so viel: durch häufige Wiederholungen werden die Abläufe immer mehr automatisiert, verinnerlicht und idealerweise irgendwann automatisch abrufbar. Allerdings kann man sich auch Fehler antrainieren. Jede/r, die/der sich einmal eine Sportart oder beispielsweise das Schreibmaschineschreiben selbst beigebracht hat, weiß, dass man solche Fehler später nur schwer wieder herausbekommt. Deshalb ist regelmäßiges Feedback ein wichtiger Bestandteil von professionellem Training.
Hier kommt schon etwas Psychologie ins Spiel: Effektives Training ist nämlich verteiltes Training. Die Methode „Crash Kurs“ ist zwar wirkungsvoll, aber das so Gelernte wird auch schnell wieder vergessen (wer erinnert sich etwa noch an Lerninhalte, die man sich noch schnell vor einer Prüfung „reingepaukt“ hat?!). Auch bei der Frage, wie häufig Übungen wiederholt werden sollten, hilft die Psychologie: idealerweise „überlernt“ man nämlich möglichst viele Abläufe. „Überlernen“ bedeutet, dass man etwas weiterhin trainiert, selbst wenn man es bereits kann. Der Vorteil des „Überlernens“ ist, dass man dadurch die Abläufe irgendwann wie „von selbst“ abrufen kann und dann den Kopf frei hat für andere Dinge. Wenn die Spieler z.B. beim 3-gegen-3-Konter nach einer Ecke tausendmal einstudiert haben, wer sich wohin bewegt, müssen sie darüber nicht mehr nachdenken, können sich dann also stärker auf die Dinge konzentrieren, die in der individuellen Situation passieren. Deshalb ist es absolut sinnvoll, auch die vermeintlichen „Basics“ (Freistöße, Ecken, Konter, 1-gegen-1, 2-gegen-2 etc.) immer wieder zu trainieren – und nicht umsonst sind Spieler wie Ronaldo dafür bekannt, dass sie nach dem eigentlichen Training noch Freistöße trainieren.
Bis hierhin hat das alles noch nichts mit Mentaltraining zu tun, und ich vermute, dass dies Erkenntnisse sind, die jede/r Fußballlehrende schon in den ersten Stunden der Trainerlizenzausbildung lernt.
Bewegungen, Gefühle und Gedanken im Einklang
Die Idee des Mentaltrainings basiert auf einer Erkenntnis der Psychologie aus den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts: man kann viele Dinge genauso effektiv lernen, wenn man sie sich nur vorstellt, wie wenn man sie tatsächlich ausführt. Jede/r hat schon einmal SkifahrerInnen oder LeichtathletInnen gesehen, die vor dem Start mit geschlossenen Augen und Kopfhörern dasitzen und in Gedanken die Strecke durchgehen. Was sie in dem Moment machen, ist, mentales Training anzuwenden. Die Technik ist recht einfach zu erlernen, und was ein/e MentaltrainerIn häufig macht, ist SportlerInnen diese Methode beizubringen. Dabei geht es darum, den Körper (die Bewegungsabläufe), die Gefühle und die Gedanken so miteinander in Einklang zu bringen, dass das Ziel – der erfolgreiche Ablauf der Bewegungen – erreicht wird.
Es gibt nämlich viele Faktoren, die verhindern können, dass man gelernte Abläufe in Perfektion umsetzen kann: Motivation, Emotionen und Kognitionen. Diese Faktoren spielen gerade im Fußball eine wichtige Rolle, da die Abläufe hier deutlich komplexer sind als etwa beim Hürdenlauf oder beim Ski-Slalom. Auch beim Fußball hilft mentales Training, aber es ist komplexer als einfach nur bestimmte Abläufe im Kopf durchzugehen.
Und hier fängt die eigentliche Arbeit eine/s/r MentaltrainerIn an: nehmen wir ein typisches Beispiel: ein Spieler verliert den Ball aufgrund eines vermeintlichen Foulspiels des Gegenspielers ohne, dass der Schiedsrichter dies ahndet. Ein/e gute/r MentaltrainerIn geht eine solche Situation mit dem Spieler in Gedanken durch und gemeinsam analysieren sie die Gefühle (Emotionen) und Gedanken (Kognitionen) des Spielers. Dadurch werden potenzielle dysfunktionale Muster deutlich, z.B. dass der Spieler sich ungerecht behandelt fühlt, nicht mehr weiterspielt (aus einer Art kindlicher Trotzreaktion heraus – „das muss der Schiedsrichter doch gesehen haben!“), frustriert ist, in Gedanken schon das Revanchefoul plant..., statt einfach hinterherzulaufen, keine negativen Emotionen hochkommen zu lassen und das nicht-geahndete Foul als Motivation zu nehmen, den Ball zurückzuerobern.
Solche Situationen, in denen bei einzelnen Spielern (oder manchmal sogar der ganzen Mannschaft) Gedanken und Gefühle entstehen, die das Abrufen der Leistung verhindern, gibt es massenhaft. Ich glaube, ich habe in der letzten Saison einmal beschrieben, wie beim HSV gegen Ende des Spiels vermutlich der leistungshemmende kollektive Gedanke „jetzt nur nicht noch das Spiel in den letzten Minuten verlieren“ im Sinne einer Sich-selbst-erfüllenden Prophezeiung gewirkt und den Aufstieg verhindert hat.
Mit Mentaltraining kann man Spieler sogar auf Situationen vorbereiten, die sie bisher noch nicht erlebt haben: was machst Du, wenn Du in der letzten Minute alleine auf den Torwart zuläufst und den Ausgleich schießen kannst? Wie fühlst Du Dich, wenn Du den Elfmeter in der Verlängerung schießt? Was geht in Dir vor, wenn der Körper sagt, „ich kann nicht mehr“, aber Du noch einen Sprint ansetzen musst?
Es geht also nicht nur darum, bestimmte Abläufe im Kopf zu trainieren, sondern auch ganz stark darum, dass die SportlerInnen sich selbst, ihre Gefühle und Gedanken kennen und steuern lernen. Und das ist ein Job für einen Psychologen.
Was bringt ein/e MentaltrainerIn?
Manches von dem, was MentaltrainerInnen machen, macht auch ein guter Trainer, denn häufig ist es gar nicht schwer, die Blockaden bei Spielern oder bei einem ganzen Team zu lösen. Dann reicht schon ein Satz wie „Geht’s raus und spielt’s!“ oder „Zeig der Welt, dass Du besser bist als Messi!“.
Aber es ist nicht immer so einfach, und kein/e TrainerIn kann alle Spieler im Kader gleich intensiv betreuen. Deshalb ist es absolut sinnvoll, Teile der Trainingsarbeit zu delegieren. Genauso, wie es sinnvoll ist, eine/n TaktiktrainerIn zu haben, eine/n ErnährungsberaterIn, ein/e PhysiotherapeutIn, eine/n TorwarttrainerIn und so weiter. Klar, es geht auch ohne, und selbst wenn man für alle Bereiche die denkbar professionellste Unterstützung hat, ist der Erfolg nicht garantiert (I’m looking at you, PSG!).
Mentaltraining ist also genauso wenig eine Erfolgsgarantie wie es das regelmäßige Trainieren von Standards oder die Einbeziehung eine/r/s ErnährungsberaterIn. Schon deshalb nicht, weil Fußball immer noch zu einem großen Teil vom Zufall bestimmt wird.
Beim Fußball fallen im Vergleich zu anderen Sportarten relativ wenig Tore, deshalb spielt der Zufall eine große Rolle. Im Basketball werden pro Spiel über 100 Punkte von beiden Mannschaften erzielt, das sorgt dafür, dass sich „Glück“ und „Pech“ meistens schon innerhalb eines Spiel die Waage halten. Im Fußball kann ein Team 5 xGoals (Expected Goals) haben sowie technisch, zweikämpferisch, taktisch und mental überlegen sein – und das Spiel trotzdem 0:1 verlieren. Aber: „Professionalität“ bedeutet, den Zufall so weit wie möglich auszuschließen, also nicht darauf zu hoffen, dass Spieler das richtige essen, Probleme offen ansprechen, Trainingsdefizite selbständig erkennen etc.
Mentaltraining ist nur einer von vielen Bausteinen, die jeder für sich ein paar Prozent Leistungsverbesserung bringen, und ein professioneller Verein optimiert möglichst viele dieser Bausteine, angefangen bei der Struktur der Profiabteilung bis hin zum Platzwart.
Von daher lautet die Antwort auf die Frage in der Überschrift: für den Erfolg der Mannschaft ist Mentaltraining eine wichtige Komponente, aber nicht die einzige. Und: Der HSV kann auch ohne MentaltrainerIn erfolgreich sein. Kann….
Fehlende Professionalität bei Fußballvereinen
Warum haben dann nicht alle Profi-Vereine ein/e MentaltrainerIn? Dafür gibt es meiner Meinung nach zwei Gründe: einer liegt in der Struktur der Vereine, der andere bei den MentaltrainerInnen selbst.
Fußballvereine sind häufig erschreckend unprofessionell gemanagt. Wenn man sich verdeutlicht, wie groß der Umsatz schon eines Zweitligavereins ist, sind die Management- und Führungsstrukturen im Vergleich dazu bei vielen Vereinen geradezu amateurhaft. Das führt zu der Haltung, dass man den Erfolg über die Stellschrauben sucht, die einem vertraut sind: An- und Verkauf von Spielern und Entlassungen von Trainern – häufig aus situativen Erwägungen heraus und ohne Einbettung in eine Strategie oder professionelle Auswahl. Und es führt zu einem Misstrauen gegen jede Art von Neuerungen, die in anderen Bereichen längst selbstverständlich sind. Selbst moderne Trainingsmethoden oder Taktikvarianten hatten es im Fußball deutlich schwerer als in anderen Sportarten.
Aber das Misstrauen gegen MentaltrainerInnen ist auch teilweise gerechtfertigt, da sich in diesem Bereich viele halb- und unwissenschaftliche Methoden finden lassen.
Es ist schwer, gute ExpertInnen zu finden
Dazu muss man wissen: nicht jede/r PsychologIn ist ein/e MentaltrainerIn (Ich selbst bin zwar promovierter Psychologe, aber kein Mentaltrainer), aber jede/r kann sich „MentaltrainerIn“ nennen. Während „Diplom-PsychologIn“, „PsychologIn (Master)“ oder „Psychologische/r PsychotherapeutIn“ geschützte Begriffe sind, gibt es viele Berufsbezeichnungen, die das nicht sind: „MentaltrainerIn“, „PotenzialtrainerIn“, „psychologische/r BeraterIn“, „Motivationstrainerin“, nach Meinung mancher Gerichte ist sogar die Bezeichnung „PsychologIn“ (etwa: „Praktische/r PsychologIn“) nicht geschützt. Zwar ist ein akademischer Abschluss als Psychologe keine Garantie dafür, dass man es mit Profis zu tun hat - genauso wenig wie bei Titeln wie „Dr. med.“, „Meister Elektrotechnik“ oder „Juristisches Staatsexamen“. Dennoch würde niemand daraus die Konsequenz ziehen, sich in Sachen Jura, Elektrotechnik oder Gesundheit eher selbsternannten „Experten“ zuzuwenden, als denen, die es gelernt haben. Wer jedoch einmal eine negative Erfahrung mit bestimmten ExpertInnen gemacht hat, mag fälschlicherweise dazu neigen, die ganze Zunft für inkompetent zu halten. Es ist nicht einfach, wirklich kompetente Hilfe zu finden, das gilt für Rechtsanwälte, Elektriker, Architekten und viele andere Berufe genauso wie für PsychologInnen und MentaltrainerInnen. Dies fängt schon bei der Frage der Vertraulichkeit an (das war, wie es gerüchteweise heißt, ein Thema beim HSV) – in diesem Punkt ist man zumindest bei studierten PsychologInnen sicher, dass diese mit Informationen 100%ig vertrauensvoll umgehen – wir unterliegen nämlich per Gesetz der Schweigepflicht. Letztendlich ist es für Laien aber schwer zu erkennen, wie professionell und kompetent jemand wirklich ist, der/die als „MentaltrainerIn“ auftritt.
Ich persönlich glaube, dass der kritische Ruf, den die Psychologie bei manchen (auch hier im Forum) hat, daher rührt, dass sich in unserer Branche viel zu viele Amateure und Scharlatane tummeln. Selbst KollegeInnen mit akademischem Abschluss neigen mitunter dazu, sich wissenschaftlich fragwürdigen Methoden zuzuwenden - angefangen beim Laufen über Glasscherben und „Tschakka“-Methoden bis zum Einsatz von unseriösen Verfahren wie Myers-Briggs (ein beliebter, von zwei amerikanischen Hausfrauen entwickelter Persönlichkeitstest, der Menschen in 16 Kategorien einteilt), Reiss-Profile (ein Motivationstest), NLP (eine angeblich effektive Methode zur Manipulation von Menschen) oder DISG (ein Test, der Menschen in eine von vier Farbtypen einteilt). Im Bereich der selbsternannten Psycho-ExpertInnen dürfte das Professionalitätsniveau noch einmal deutlich niedriger sein.
Von daher kann ich jede/n verstehen, die/der den Kontakt mit PsychologInnen scheut - wie gesagt, der Laie kann häufig gar nicht erkennen, ob es sich wirklich um eine/n ausgebildete/n und kompetente/n PsychologIn handelt.
Die Grenzen von Mentaltraining
Ich selbst bin, wie erwähnt, kein Mentaltrainer. Auch deshalb, weil ich den Fokus, den MentaltrainerInnen setzen, für zu eng halte. Schon die Bezeichnung „Mentaltraining“ suggeriert, dass man nur die richtige „Mentalität“ braucht, um erfolgreich zu sein. Im extremen (und unseriösen) Fall wird Mentaltraining dann ausschließlich als „positives Denken“ verstanden, nach dem Prinzip, „Du musst nur an Dich glauben, dann kannst Du alles“. Eben nicht. Im Gegenteil, erwiesenermaßen führt diese simplifizierte Art von Mentaltraining nicht nur nicht zum Erfolg, sondern auch zu Frustration und Demotivation. Deshalb zucke ich immer zusammen, wenn TrainerInnen sagen, „wir müssen nur an uns und unsere Stärke glauben“. Auch beim HSV kann man mitunter eine solche Haltung erahnen, etwa wenn es heißt: „wir müssen als beste Mannschaft der Liga unsere Dominanz zeigen“. Der Ansatz, mit vermeintlich positivem Denken Stärken herbeireden zu können, die nicht da sind, geht meistens nach hinten los.
Kurzum, die Verengung auf die „Mentalität“ als Erfolgsrezept halte ich für zu kurz gesprungen. Für mich geht es eher um „Führung“ – denn die Leistung einer Organisation (sei es ein Unternehmen oder ein Fußballverein) hängt direkt von der Qualität der Führung ab. „Führung“ heißt, wie in den verschiedenen Ebenen Ziele gesetzt, vorgelebt und erreicht werden. Auch wenn Mentaltraining für die Spieler sicher hilfreich ist, halte ich die Beratung von Top-Management und Trainer für bei weitem wichtiger. Wer ein paar meiner vorherigen Beiträge bei Scholle gelesen hat, weiß, dass ich davon überzeugt bin, dass der Schlüssel zur Höchstleistung in der Veränderung der Kultur einer Organisation liegt. Was nicht heißt, dass man nicht auch im Kleinen (z.B. bei der Mentalität der Spieler) anfangen sollte.
Aber das kann nur ein Baustein eines umfassenden Konzepts beim HSV sein. Der Verein ist in einer kritischen Situation: rein statistisch ist im Moment die Wahrscheinlichkeit größer, in die 3. Liga abzusteigen als wieder in die 1. Liga aufzusteigen! Deshalb müsste der Verein systematisch alle Prozesse, Personen und Strukturen durchgehen und untersuchen, wie man sich in jeder Komponente stärker professionalisieren und ein paar Prozent Leistungsverbesserung herausholen kann. Mentales Training ist da nur eine, wenn auch nicht unwichtige Komponente.
Vielen Dank, Olaf!!
Mehr gibt es – zumindest aus meiner Sicht – zu diesem Thema erst einmal nicht mehr zu sagen. Es scheint so zu sein, dass der HSV einfach (noch) nicht bereit ist, seine Strukturen maximal professionell aufzustellen. Ob es so ist, weil man sich von außen keine Hilfe holen, sondern alles selbst wissen und regeln will – keine Ahnung. Der Mentaltrainer ist für fehlende Professionalität sicher auch nicht stellvertretend, sondern nur ein Beispiel. Aber es bereitet mir Sorgen, dass der HSV schon in solchen Bereichen Versäumnisse der Vorjahre wiederholt.
Mit einem großen Dankeschön für diese ausführlichen Erklärungen an Dr. Olaf Ringelband verabschiede ich mich von Euch und sage: bis morgen. Da melde ich mich wieder um 7.30 Uhr mit dem MorningCall (dann auch wieder über Soundcloud UND Spotify) bei Euch. Denn egal wie viel Mist dieser HSV auch produziert, es ist und bleibt nun mal der HSV, über den ich auch morgen berichten möchte. Und übermorgen. Und überübermorgen…
In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Rest-Montag. Und: bleibt gesund!
Scholle
P.S.: Stammtorhüter Daniel Heuer Fernandes konnte heute wieder voll mittrainieren und wird aller Voraussicht manch auch am Sonnabend im Heimspiel gegen den SV Sandhausen einsetzbar sein.
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HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem
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