Meinung

Der HSV muss gewinnen - absolut sch....egal wie!

auf seine fünfte Zweitliga-Saison nacheinander ein. Drei Siege später und einige Stolperer von den vor ihm liegenden Konkurrenten Schalke, Darmstadt 98 und Werder Bremen…

Der HSV muss gewinnen - absolut sch....egal wie!

In der Tabelle sind der HSV und der FC St. Pauli gleichauf. Ihre Ausgangslage vor dem vorletzten Spieltag der Zweiten Liga ist unterschiedlich – aber trotzdem miteinander verbunden. Vor seinem Spiel gegen Hannover 96 darf der HSV zusammen mit den 57.000 Fans im Volksparkstadion auf die Aufstiegsplätze schielen. Dagegen denken beim Stadtrivalen vor der Partie am Samstagabend bei Schalke 04 nur noch kühne Optimisten an den Sprung in die Erste Liga. Und das hat Gründe: Der HSV war schon abgeschrieben und stellte sich auf seine fünfte Zweitliga-Saison nacheinander ein. Drei Siege später und einige Stolperer von den vor ihm liegenden Konkurrenten Schalke, Darmstadt 98 und Werder Bremen brachten das Team von Trainer Tim Walter plötzlich wieder zurück ins Rennen. Der FC St. Pauli verspielte indes seine Pole-Position mit einer enttäuschenden Rückserie und rutschte auch durch seine jüngste Sieglos-Serie von fünf Spielen ab. 

Um Hamburg wieder zum Erstliga-Standort zu machen, müssen der HSV und der FC St. Pauli zunächst siegen. Und angesichts der Tabellensituation dürfen auch HSVer in diesem fall mal Pauli unterstützen. „Ich bin überzeugt von meiner Mannschaft und kann mir sehr gut vorstellen, da auch zu gewinnen“, sagte Schultz. Sein Team soll möglicher Party-Crasher beim Tabellenführer sein, denn mit einem Sieg gegen St. Pauli hätte Schalke mindestens den Relegationsplatz sicher. „Wir werden die Schalker bis aufs Maximum fordern“, versicherte Schultz und verriet etwas über seinen Spielplan: „Wir sind die konterstärkste Mannschaft der Liga - da liegt unsere Chance.“ Wer von den zehn Corona-Infizierten nach der Fünf-Tage-Isolation wieder spielen kann. Das wird die medizinische Abteilung entscheiden.

Auch der HSV ist „voller Tatendrang, voller Energie“, wie HSV-Trainer Tim Walter es formuliert. „Die Stimmung bei uns ist sehr gut.“ Zurecht. Denn der hat die jüngsten drei Spiele mit zusammen 11:2 Toren gewonnen. Aber: So muss es auch weitergehen gegen Hannover und am letzten Spieltag bei Hansa Rostock. Den Druck hat der HSV - selbstverschuldet. „Ähnlich wie im Hinspiel (0:1) werden wir vermutlich auf einen eher abwartenden Gegner treffen“, glaubt Walter und erwartet „viele lange Bälle und Flanken“.

Auch deshalb wird es wieder darauf ankommen, dem Gegner schnellstmöglich seine Rest-Motivation zu nehmen. Soll heißen: Frühes, aggressives Pressing, hohe Laufbereitschaft und schnelles Spiel – dann sollte es wie zuletzt in Ingolstadt auch gegen Hannover 96 möglich sein, den Dreier einzufahren. Hannover selbst hatte unter der Woche die Vorbereitung schon etwas weniger ernst genommen und den Klassenerhalt mit Eis, Döner und Bier in der Kabine gefeiert. Zudem hatte sich der scheidende Trainer Christoph Dabrowski verärgert über den Umgang mit ihm geärgert – und er sprach von „Spaß“ beim HSV: „Es ist ein großer Anreiz, in Hamburg vor ausverkauftem Haus zu spielen. Das macht einfach Spaß.“

Und genau diesen Spaß muss der HSV den Gästen früh nehmen. Der HSV muss zusehen, Hannover 96 zu überrennen. Oder wie es Ex-Europapokalsieger Thommy von Heesen den Kollegen der BILD sagte: „Der HSV spielt zu stark im Volkspark. Die dominante Spielweise unter Trainer Walter wird den Gegner erdrücken.“

Wer letztlich in der Startelf steht, ließ Walter offen. Aber ich gehe ganz fest davon aus, dass er gegenüber dem letzten Spiel nur das verändert, was er ändern muss. Da alle Spieler soweit fit sind, tippe ich auf Josha Vagnoman als Linksverteidiger-Ersatz für den gesperrten Miro Muheim (5. Gelbe). Ansonsten wird der HSV mit Heuer Fernandes im Tor, Heyer, Schonlau und Vuskovic samt Vagnoman in der Viererkette und mit Meffert als Sechser beginnen. Vor Meffert dürften wieder Reis und Suhonen als Achter/Zehner beginnen, während Jatta rechts, Kittel links und Glatzel vorn zentral beginnen.

Dass Mikkel Kaufmann als zweite Spitze beginnt halte ich für eher unwahrscheinlich. Aber ausgeschlossen ist es nicht. Denn in diesen letzten zwei Spielen ist es nicht wirklich erheblich, wer beginnt. Zumindest nicht in einer funktionierenden Mannschaft. Und diesen Eindruck macht der HSV. Also, dass er in sich funktioniert. Manchmal ist in solchen Momenten sogar ein neuer Reiz förderlich. Und Walter hat das nicht selten in dieser Saison so praktiziert. Inwieweit die Motivation derer, die noch um einen Vertrag bzw. ihren Verbleib kämpfen (Chakvetadze, Kaufmann, Gyamerah, Kinsombi) leistungssteigernd und damit gegen Hannover helfen kann, werden Walter und seine Trainerkollegen sicher besser beurteilen können.

Ich werde mich jetzt um meine Kieferschmerzen kümmern. Entschuldigt, dass ich schon an dieser Stelle abbreche. Aber zum einen will ich mir Düsseldorf gegen Darmstadt ansehen, zum anderen ist es wichtig, morgen fit zu sein, wenn es ins Volksparkstadion geht.

Bis morgen. 

Scholle

P.S.: In diesem Moment hat Düsseldorf gerade die 2:0-Führung geschossen! So darf es weitergehen!!

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