„Der HSV ist zuletzt eine Klasse für sich gewesen“
Viele Gäste haben die Heidenheimer eh nie mitgebracht. Morgen beim HSV werden es coronabedingt insgesamt nur 10.000 Fans im Volksparkstadion werden – aber diese kommen dann…

Viele Gäste haben die Heidenheimer eh nie mitgebracht. Morgen beim HSV werden es coronabedingt insgesamt nur 10.000 Fans im Volksparkstadion werden – aber diese kommen dann auch. Das Spiel ist „ausverkauft“. Und die Heidenheimer begegnen dem HSV inzwischen auch wieder mit ehrlichem Respekt. „Ehrlich“ schreibe ich, weil ich überzeugt davon bin, dass es in den letzten Jahren immer wieder Gegner gab, die den HSV bewusst in die Favoritenrolle geredet haben, obwohl sie es selbst gar nicht glaubten. Der HSV sei zuletzt „eine Klasse für sich gewesen“, lobte Coach Frank Schmidt, dessen Heidenheimer punktgleich mit dem HSV Sechste sind. Im Team komme sein Ex-Schützling Robert Glatzel (14 Saisontore) prächtig zur Geltung. „Dennoch wollen wir beim HSV nicht mit großen Augen dastehen.“
Schmidt, der nach dessen überstandener Corona-Quarantäne wieder auf Oliver Hüsing wird wohl für Tim Siersleben setzen kann, sieht den HSV insbesondere im Positionsspiel und offensiv gefährlich. Hüsing und Denis Thomalla, der sich ebenfalls in häuslicher Isolation befand, seien seit Wochenbeginn wieder Teil des Teamtrainings, sollen wieder ins Team rücken. Insbesondere Hüsings Rückkehr sei enorm wichtig, um die Offensivstärke des HSV zu unterbinden, so Schmidt. „Wir müssen Druck erzeugen und die Hamburger zu Fehlern zwingen“, erklärte der 48-Jährige seinen Plan. Wie man den HSV in Bedrängnis bringen kann, habe Dynamo Dresden gezeigt. Die Sachsen erkämpften sich dank eines beherzten Auftritts ein 1:1.
Ein Auftritt, an den beim HSV aktuell niemand mehr wirklich denkt. Wie man es besser macht, hat man zuletzt selbst sehen können, so Walter, der keine weiteren Ausfälle zu beklagen hat. Heute standen neben den drei Torhütern auch 20 Spieler (ohne die Youngster Krahn und Andresen) auf dem Platz – was drei Streichungen bedeutet. Ein Luxusproblem für Walter, das er sicher gern in Kauf nimmt.
Gleiches gilt für die Position im zentralen Mittelfeld. Trotz des überzeugenden Erfolgs gegen Darmstadt wird Walter Topscorer Sonny Kittel nach abgesessener Gelbsperre in die Startelf stellen. Ob David Kinsombi, der den 29-Jährigen zuletzt gut vertreten hat, wieder von Anfang an zum Einsatz kommen wird, ließ der 46 Jahre alte Coach hingegen offen. Es gilt aber als sehr wahrscheinlich. Zumindest hoffe ich darauf, dass Walter nicht umbaut und Kittel außen spielen lässt. Zumal er dafür entweder den besser werdenden Bakery Jatta oder Faride Alidou auf die Bank setzen müsste. Letztgenannter war in den ersten Spielen 2022 zwar eher unglücklich – aber ich gehe bei Walter davon aus, dass er den Youngster weiter vertrauen wird.
Sicher dabei ist indes Miro Muheim. Selbst für den Fall, dass Jan Gyamerah überraschend schnell wieder in den Kader zurückkehren sollte. Und während Tim Leibold seine Rückkehr auf den Platz feiert – er wird in den nächsten Wochen und Monaten mit dem Reha-Trainer Sebastian Capel trainieren – ist Muheim gesetzt, so viel ist nach den starken Auftritten des Linksverteidigers in den letzten Wochen klar. Denn der Schweizer ist inzwischen defensiv sehr stabil und schaltet sich auch offensiv immer wieder gefährlich mit ein. Zudem tritt Muheim extrem gefährliche Standards. Kurz: Muheim wird immer stärker.
Sein Team habe schon vor dem Sieg über Darmstadt gute Spiele gemacht, „nur haben wir uns da nicht immer mit Siegen belohnt“, meinte Walter. Linksverteidiger Miro Muheim sieht den Zusammenhalt im Team als großen Pluspunkt. „Die Stimmung in der Mannschaft ist wirklich ausgesprochen gut. Wir verstehen uns auf und neben dem Platz super. Das ist sehr wertvoll. Zudem sieht man eine sportliche Entwicklung. Wir sind bisher immer besser geworden und haben uns Stück für Stück weiter an das Spielsystem angepasst“, sagte der Schweizer auf der vereinseigenen Homepage.
Vor allem hat sich inzwischen eine erste Elf herauskristallisiert, die stabil ist. Auch deshalb dürfte Walter gegen Heidenheim auf große Umbauten in der Startelf verzichten. Und ich glaube an folgende Startelfentscheidung des Trainers: Heuer Fernandes – Heyer, Vuskovic, Schonlau, Muheim – Meffert – Reis, Kittel – Jatta, Glatzel, Alidou. Oder was meint Ihr? Wie würdet Ihr aufstellen?
In diesem Sinne, bis morgen. Da melde ich mich nach Spielschluss wieder mit dem Blitzfazit bei Euch und werde auf vielfachen Wunsch auch morgen wieder alle Spieler im Blog bewerten. Vielleicht statt eines Spielberichtes. Vielleicht auch beides…
Scholle
Spieltagsfakt:
Moritz Heyer und Jonas Meffert droht bei der nächsten Gelben Karte eine Sperre. Die Gelben Karten beim HSV im Überblick: Tim Leibold und Sonny Kittel (je 5 – beide haben Ihre Sperre abgesessen), Moritz Heyer (4), Jonas Meffert (4), Ludovit Reis (3), Anssi Suhonen (3), Manuel Wintzheimer (3), Jonas David (2), Miro Muheim (2), Robert-Nesta Glatzel (2), Mikkel Kaufmann (2), Sebastian Schonlau, Jan Gyamerah, Maximilian Rohr, Mario Vuskovic, Thomas Doyle, David Kinsombi, Faride Alidou, Bakery Jatta
Gerücht des Tages:
Wie „RBLive“ berichtet, soll der HSV Interesse an RB-Talent Frederik Jäkel haben. Der 1,94-Meter große Innenverteidiger (aktuell an den belgischen Erstligisten KV Oostende verliehen) steht bei RB Leipzig unter Vertrag und soll mit seinen Leistungen auch den FC Basel auf den Plan gerufen haben. Schon dreimal wurde bei Jäkel (Marktwert: 900 Tsd. Euro) ein Topspeed von mehr als 36 km/h gemessen. Neben dem HSV und dem FC Basel sollen weitere Zweitligisten an dem 20-Jährigen dran sein.
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